Wunder in Australien und Neuseeland

Zu Beginn des Jahres 1922 machte Wigglesworth seinen ersten Besuch in Australien.

Wir zitieren aus einem Brief, der von Fräulein Winnie Andrews aus Victoria geschrieben wurde und in der englischen Zeitung Confidence erschien: „Unser lieber Bruder Wigglesworth kam am letzten Donnerstag in Melbourne an und hielt in derselben Nacht eine Versammlung ab ... Obwohl er seinen Zuhörern klar deutlich machte, dass er lieber einen Sünder gerettet sieht als zehntausend Leute von körperlichen Leiden geheilt, lud er jeden ein, der Schmerzen hatte, nach vorne zu kommen, um Gebet zu empfangen ... Von denen, die nach vorne kamen, erklärten später einige, dass sie sofortige und bemerkenswerte Heilung erfuhren. Ein kleines sechsjähriges Mädchen lief mit ihrer Mutter zum Haupteingang hinaus, nachdem der Evangelist für sie gebetet hatte. Jedermann rief erfreut aus: ‚Seht sie an! Sie war noch nie in ihrem Leben gelaufen.‘ Ein Mann, der wegen rheumatischer Arthritis seit über vier Jahren nicht mehr laufen konnte, wurde auf der Stelle geheilt. Nachdem er triumphierend seinen Stock und seine Krücke auf die Bühne gereicht hatte, demonstrierte er die Kraft, die jetzt in seinen Beinen war. Er sprang herum und pries Gott.

Seit der ersten Nacht gab es viele weitere wunderbare Heilungen. Letzte Nacht brachte man eine liebe Frau, die sechseinhalb Jahre nicht laufen konnte. Sie empfing Gebet und – Ehre sei Gott! Sie stand von ihrem Stuhl auf und lief. Ihr Ehemann schob den Rollstuhl weiter, während sie hinterherlief.

Es gab viele Bekehrungen. Allein bei einer Versammlung akzeptierten vierzig Leute Jesus als ihren Herrn und Erlöser. Die Erweckungsschauer fallen und Gott arbeitet.“

Manche stellen vernünftige Frage: „Dauern die Heilungen an?“ Wir haben viele Heilungszeugnisse, die fünfzehn Monate nach dem Besuch unseres großherzigen Evangelisten in Australien zusammengefasst wurden. Darunter gab es achtzehn Zeugnisse von außergewöhnlichen Heilungen während dem ersten australischen Heilungsfeldzug. Die Ausgabe des Australian Evangel vom 1. Februar 1927 enthält dreizehn Zeugnisse von Leuten, die in der Heilungskampagne fünf Jahre zuvor geheilt wurden. Außerdem findet sich in der Ausgabe des Australian Evangel vom 1. März 1927 die Geschichte von der Person, die fünf Jahre zuvor von den Toten auferweckt wurde. Das Zeugnis ist so erstaunlich, dass wir es hier veröffentlichen. Es wurde von Frau W. E. Brickdhill (geborene Kathleen Gay) aus Victoria geschrieben.

Eine Frau berichtet von bemerkenswerter Heilung

„Als Siebzehnjährige empfing ich den Herrn Jesus Christus als meinen eigenen persönlichen Erretter und wurde wiedergeboren, nachdem ich in Weltlichkeit und Sünde gefangen gewesen war. Es war ein wundervoller Morgen. Ich wachte mit dem Bewusstsein aus, dass ich vom Tod zum Leben hindurchgedrungen war, von der Macht der Sünde und Satans in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes.

Nach sechzehn Monaten eines unbeschwerten Lebens im Herrn hatte ich unglücklicherweise einen Unfall, bei dem ich mir eine ernsthafte Verletzung im Unterleib mit inneren Komplikationen zuzug. Ich musste vier Chirurgen aufsuchen. Sie machten mir klar, dass eine Operation unvermeidlich sei. Die Operation war jedoch nicht erfolgreich. Sie hatte zur Folge, dass ich vierzehn Jahre ununterbrochen leiden musste. Während dieser Zeit war ich zum größten Teil ans Bett gefesselt.

Später entdeckt man, dass ich an Schwindsucht litt. Die furchtbaren Krankheitserscheinungen der Tuberkulose durchsetzten mein ganzes Wesen. Diese schreckliche Krankheit schwächte mich außerordentlich und gab mir viele schlaflose Nächte. Ich konnte nur unter Medikamenten einschlafen. Irgendwann hatten die Schlaftabletten jedoch keine Wirkung mehr. Infolge der Erschöpfung fiel ich in einen komaartigen Zustand.

Ich litt an allen Auswirkungen der Tuberkulose. Sie fraß sich in meinen Körper. Ich verlor meinen ganzen Appetit. Meine Verdauungsorgane waren so geschädigt, dass ich fast jedes Essen ablehnte. Immer wieder erbrach ich kleine Mengen meiner Bissen. Manchmal konnte ich noch nicht einmal Flüssigkeit einbehalten.

Viele medizinische und chirurgische Experten verschrieben mir Medikamente, die allerdings wirkungslos blieben. Die Ärzte sagten mehrmals, dass ich sterben würde. Es gäbe nichts, was man noch hätte tun können.

Die tödlichen Krankheitserscheinungen zeigten sich hauptsächlich an meinen Nieren. Sie waren angefressen und bluteten oft. Äußerliche Anzeichen dieser Krankheit waren die eiternden Wunden an meinem linken Arm, meinem Schenkel und meiner Hüfte. Meine Gliedmaßen waren so schwer betroffen, dass sie völlig ausgezehrt waren. Der Anblick war ekelerregend. Die Knochen waren auch angefressen. In diesem Zustand erschien jede menschliche Hilfe unmöglich. Obwohl ich wie ein abgemagertes Skelett aussah, nur noch zwanzig Kilo wog und die Ärzte mir gesagt hatten, dass ich nur sechs Wochen leben würde, hatte ich keine Angst vor meinem Schicksal. Es schien, als ob mich der Tod von allen Leiden erlösen würde.

Während ich anfang Februar 1922 im Sterben lag, gelangte ein Lichtstrahl in meine Seele. Ich hörte davon, wie ein Evangelist aus England Versammlungen in unserer Stadt Melbourne abhielt und das Evangelium von Jesus Christus und Seiner Kraft predigte, die Kranken zu heilen. Dieser Evangelist war Smith Wigglesworth. Man sagte, dass er für Kranke beten würde. Als ich die Nachricht bekam, wuchs der Glaube an Gott in mir. Ich bat darum, dass er zu mir nach Hause kommen und für mich beten sollte. Ich erfuhr jedoch, dass so viele Nachfragen an den Evangelisten gestellt wurden, dass es ihm zeitlich unmöglich wäre, in meinem Haus für mich zu beten.

Durch diese Nachricht versuchte der Feind mich zu entmutigen. Aber – Preis dem Herrn! – Ich bekam mehr Glaube. Verzweifelt hoffte ich auf einen Sieg und redete mit meinen Eltern. Nach langem Bitten, mich zu einer Versammlung zu bringen, stimmten sie zögernd zu.

So wurde ich am 16. Februar zu einer Sonntagsversammlung gebracht als letzter Ausweg für meinem schrecklichen Zustand. Im Verlauf der Versammlung wuchs mein Glaube immer mehr. Ich spürte die Nähe Gottes. Es war wirklich eine geheiligte Zeit. Endlich kam der Evangelist zu mir. In der Annahme, dass ich Schwindsucht hatte, sagte er mit großem Ernst zu mir: ‚Schwester, ich glaube, Gott heilt dich. Fürchte dich nicht, glaube nur.‘ Meine Augen sahen niemanden außer Jesus. Ich wartete auf Seine göttliche Berührung. Nachdem ich gesalbt worden war und Gebet empfangen hatte, durchdrang die Kraft Gottes mein ganzes Wesen. Ich wurde sofort geheilt. Der ganze Schmerz, die Schwäche und die Krankheit verschwanden.

Hallelujah! Meine Ketten fielen ab. Meine Seele war frei. Ich erhob mich und pries Gott weiter in dem Bewusstsein, dass eine mächtige Arbeit an mir getan wurde.

Nachdem der Herr mir begegnet war, hatte ich sofort das Verlangen, zu Hause zu erzählen, welche großartige Heilung an mir vollbracht worden war. Schon auf meinem Rückweg gab ich Zeugnis. Ich war in der Lage, ohne fremde Hilfe zu laufen. Zu Hause angekommen hatte ich riesigen Appetit auf Essen. Das hatte es schon seit Jahren nicht mehr gegeben. Unser Haus war von Sorge um mein Wohlergehen erfüllt gewesen. Alle beobachteten, wie ich mich satt aß. Sie fürchteten, dass die früheren Folgen von Nahrungsaufnahme wiederkehren würden. Zum großen Erstaunen hatte ich großen Appetit und erfreute mich an einem herzhaften Mahl.

Nach dem Abendessen halfen sie mir, die Bandagen von den betroffenen Körperteilen zu entfernen. Wir entdeckten, wie der Herr verfallene Knochen und Geschwüre im Fleisch mit wunderschönen neuen und gesunden Knochen und Weichteilen ersetzt hatte. Meine Gewebe waren mit weißrosa Haut wie bei einem Kleinkind bedeckt. Alle meine Sinne waren erfrischt. In jener Nacht konnte ich ausgezeichnet schlafen. Es war der erste natürliche Schlaf seit Beginn meiner Erkrankung.

Es ist jetzt fünf Jahre her, seitdem die Hand des Herrn mich berührte. Er hat mich beständig mit Seiner Gegenwart beschattet und mich mit Seinem Geist erfüllt. Bald nachdem er mich geheilt hatte, gab mir der Herr Arbeit in seinem Weinberg als Schwester in den Armenvierteln unserer Stadt. Durch Seine wundervolle Gnade wurden dort viele Seelen für Ihn gewonnen. Mein Ehemann, den der Herr mir auf wundervolle Weise vor drei Jahren gab, steht gemeinsam mit mir in dieser Arbeit.

Ich hoffe sehr, dass mein Zeugnis von Gottes Heilungskraft zweifelnden Seelen hilft. Es soll ihnen die Augen dazu öffnen, wie treu Er zu Seinem Wort steht. ‚Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt‘ (MARKUS 9:23). ‚Jesus Christ ist derselbe gestern, heute und auch in Ewigkeit‘ (HEBRÄER 13:8).“

* * * * *

Zu jener Zeit bekamen wir einen Brief von W. Buchanan, einem christlichen Arbeiter aus Melbourne über Wigglesworths Heilungsfeldzug in dieser Stadt: „Wir hatten drei glorreiche Wochen voll triumphierender Siege in den Versammlungen in Melbourne. Ganze tausend Seelen wurden zum Herrn Jesus Christus bekehrt. Viele Wunden wurden geheilt. Tatsächlich kommen immer mehr Zeugnisse von Leuten ein, die geheilt wurden.“

Nachdem unser großherziger Evangelist zum großen Segen für viele Teile in Australien geworden war, reiste er weiter nach Neuseeland. Hier ist der Auszug aus einem Brief von E. E. Pennington, dem Vorsitzenden der evangelischen Mission von Neuseeland in Wellington: „Im Juni 1922 kam der uns wenig bekannte Smith Wigglesworth nach Wellington. Seine Ankunft wurde nicht ausposaunt. Nur wenige Anzeigen in den örtlichen Zeitungen kündigten die Versammlungen an.

Ungefähr Eintausend besuchten seine erste Versammlung am Sonntagabend. In der folgenden Nacht erhöhte sich die Zahl um ungefähr fünf- bis sechshundert. Von da an war es unmöglich, Gebäude zu finden, die groß genug waren, die Massen unterzubringen. Die große Stadthalle mit dreitausend Sitzen war jeden Abend voll besetzt. Oft wartete die Menge stundenlang vor der Tür, bevor die Versammlung anfing, um nicht die Gelegenheit zu verpassen den Mann und seine Botschaft zu hören. Der Autor hatte noch nie solche Szenen erlebt, die der Predigt des Wortes Gottes durch diesen geisterfüllten Mann folgten. Und wir hatten schon solche mächtigen Evangelisten erlebt wie Torrey, Chapman und andere bei ihren Neuseelandkampagnien. Bei jedem Aufruf an Unbekehrte, sich für Christus zu entscheiden, gab es sofortige mächtige Antworten. Manchmal waren es vier- bis fünfhundert, die in einer Versammlung nach vorne kamen. Mehr als Zweitausend trafen die große Entscheidung während der Mission in Wellington. In einigen Fällen kamen ganze Familien in das Königreich Gottes.“

Zeitungsberichte waren oft nicht sehr freundlich. Ein positiver Artikel jedoch erschien in einer Zeitung unter dem folgenden Titel: „Glauben Sie an Gottesheilung?“ Der Artikel beginnt: „Natürlich glauben Sie nicht daran. Man glaubt nicht, was man nicht sieht. Aber vielleicht haben Sie eine Heilung gesehen und sich gewundert. So wie ich. Oder vielleicht haben Sie eine gesehen, sich nicht gewundert, aber sind bekehrt worden. Viele wurden in letzter Zeit in Wellington bekehrt. Einige gingen mit offenem Herzen hin. Andere spotteten zuerst, blieben dann aber, um zu beten.

Ob Sie es glauben oder nicht, Glaubensheilung ist für viele von großem Interesse. Man betrachte die Tausenden, die sich versammeln, um Herrn Smith Wigglesworth in der Stadthalle zu sehen. Diese offensichtliche Aufmerksamkeit veranlasste mich, der Sache nachzugehen ...

Ich habe hier einige Zeugnisse von Bewohnern von Wellington, die Herrn Smith Wigglesworth während seinem Besuch kürzlich hier trafen, um geheilt zu werden. Diese Zeugnisse sind authentisch. Sie wurden in Anwesenheit von Friedensrichter Herrn C. A. Baker unter Eid gegeben. Sie sprechen für sich selbst. Ich ließ die Namen aus. Die Originale liegen zur Einsicht im Büro der Zeitung The Dominion als Beweis ihrer Echtheit vor.“

Dann folgen fünf Zeugnisse. Das erste ist von einem Milchmann, der an chronischer Gastritis and Lähmung beider Beine von der Hüfte abwärts litt und sich nur mit Krücken voranschleppen konnte. Als der Evangelist nach der Ölsalbung um die Krücken bat, gab dieser sie ihm und ging nach Hause. Seit vierzehn Jahren hatte er eine Zyste auf der Rückseite seines Halses gehabt. Er suchte deswegen oft Ärzte auf. Die Zyste war so groß wie ein Hühnerei. Am Morgen nach seiner Heilung entdeckte er beim Aufwachen, dass die Zyste vollständig verschwunden war.

Ein Zeugnis stammt von einem zwanzig Jahre alten Mädchen, das seit ihrer Kindheit an einer doppelt verkrümmten Wirbelsäule litt. Sie konnte nicht laufen, bis sie vier Jahre alt war, und konnte auch nicht vom Boden aufstehen, ohne sich mit beiden Händen hochzuziehen. Ein Bein war acht Zentimeter kürzer als das andere und beinahe nutzlos. Es war auch im Umfang 8 Zentimeter dünner als das andere. Das Mädchen überredete seine Eltern, sie zur Stadthalle zu bringen. Dort legte der Evangelist seine Hände auf den Kopf und die Wirbelsäule des Mädchens. Sie wurde sofort geheilt. „Meine Wirbelsäule wurde gerade, und in wenigen Tagen verlängerte sich auch mein Bein.

Meiner vormals kranken Hüfte geht es jetzt auch gut. Am Sonntag nach meiner Heilung war ich so versessen, bei der Mission dabei zu sein, dass ich den ganzen Weg von Ngalo zur Halle und zurück zu Fuß ging. Es gab nämlich keinen Zug. Ich hatte überhaupt keine Probleme.“

Nach der Beschreibung der fünf Zeugnisse schrieb der Reporter: „Es gibt noch weitere ähnliche Berichte. Allerdings erlaubt es der Raum nicht sie wiederzugeben. Was halten Sie davon? Glauben Sie an Heilung durch Glaube? Oder sind Sie immer noch skeptisch?“

Im Jahre 1927 kam unser großherziger Evangelist wieder nach Australien und Neuseeland. Dieses Mal begleitete ihn seine Tochter Frau Alice James Salter. Er hielt in vielen Städten erfolgreiche Versammlungen ab. Das Wort wurde durch mitfolgende Zeichen bestätigt. Die beiden folgenden ungewöhnlichen Berichte sprechen für sich selbst. Sie erschienen im Australian Evangel des 1. April 1927.

Eine Krankenschwester berichtet von Heilung

Fräulein H. Todd aus Naremburn in New South Wales erzählte: „Als ich als Krankenschwester in Sydney arbeitete, hatte ich einen schweren Unfall. Die Kniescheibe wurde zertrümmert, und die inneren Knorpel verschoben sich. Das führte zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut mit chronischer Arthritis. In Sydney und Orange erhielt ich die bestmögliche medizinische Behandlung. Ich empfand jedoch keine dauerhafte Erleichterung. Ich konnte nur für kurze Zeit aufstehen. Dann musste ich mich immer wieder ins Bett legen. So ging es achtzehn Monate. Es war eine lange und zehrende Zeit, zumal ich vierzehn Monate später unglücklicherweise einen Muskelfaserriss im anderen Bein erlitt. Ich brauchte sodann eine sechswöchige Bettruhe. Der Schmerz war manchmal sehr stark. Ich war ein echter Invalide. Es gab keine Aussicht, wieder meinem Beruf nachzugehen. Weil ich ansonsten gesund war, war es schwer für mich, in die Zukunft zu schauen. Mit zwei verkrüppelten Beinen war ich von anderen abhängig. Ich brauchte Personen, die sich um mich kümmern mussten.

Wie blind ich doch war! Seit meiner Lähmung in Orange lebte ich mit Leuten zusammen, die an die biblische Lehre glaubten und mir göttliche Heilung näherbringen wollten. Ich glaubte allerdings nicht daran. Die Bibel berichtet über wunderbare Dinge aus längstvergangenen Tagen. Sie waren für mich jedoch Vergangenheit. Heute ist das anders. Es wurde viel über den Evangelisten Smith Wigglesworth geredet. Ich war jedoch nicht interessiert. Der Evangelist hatte seine nur fünftägige Mission begonnen. Mein Bruder und andere sprachen mit mir sehr überzeugend über die Realität der Schriften von göttlicher Heilung. Obwohl ich bis zu diesem Augenblick dagegen gewesen war, nahm ich wieder meine Bibel. Ich war am Ende und sagte wie der verlorene Sohn: „Ich werde aufstehen und zu meinem Vater gehen.“ Preis dem lieben Herrn, welche Segnung Er für mich bereit hielt. Ich war seit vielen Jahren Christin gewesen. Ich musste jedoch wachgerüttelt werden, ehe ich Seine Stimme hören und Er meine Augen salben konnte. Während ich die Schrift las, wurde ich von den Worten gefangen genommen: ‚Eines weiß ich, daß ich blind war und bin jetzt sehend‘ (JOHANNES 9:25). Diese Schrift ging mir den ganzen Freitag und Samstag unaufhörlich durch den Sinn, ebenso die Worte Gottes: ‚Ich bin der Herr, ich ändere mich nicht.‘ Während sich diese Schriften in mir vertieften, entschloss ich mich, in dieser Nacht zur Mission zu gehen, um Gebet zu bekommen.

An einem Bein war ein Apparat aus Stahl und Leder befestigt, um mein Kniegelenk vom Blockieren oder Wegknicken zu hindern. Das verursachte enorme Schmerzen. Das andere Bein war in enge Bandagen gewickelt. Mit Krücken ging ich hinaus zum Auto, mit dem ich zur Versammlung fahren sollte. Obwohl ich sehr litt, glaubte ich daran, geheilt zu werden. Nach der Ansprache ging ich zu denen, für die gebetet werden sollte. Als der Evangelist mir seine Hände auflegte und betete, hatte ich ein ungewöhnliches, jedoch schönes Gefühl. Es war, als ob kaltes Wasser mit kraftvollem Strahl auf meine beiden erkrankten Gliedmaßen an den Stellen der Verletzung gesprüht würde. So stark erschien die Kraft zu sein, dass es mir sogar weh tat. Ich wusste, es war der Herr. Als ich mich umdrehte, um wegzugehen, fühlte ich mich überhaupt nicht besser. Ich äußerte meine Enttäuschung gegenüber einigen Personen.

Auf dem gesamten Heimweg weinte ich Ströme von Tränen. Ich schüttete Gott mein Herz aus und sagte ständig: ‚Herr, ich glaube, hilf Du meinem Unglauben.‘ Zu Hause angekommen wurde mir aus dem Auto geholfen. Nachdem ich ein paar Schritte gelaufen war, sagte ich: ‚Ich dächte, ich könnte alleine gehen.‘ Gerade als ich die Türschwelle erreichte, sah ich mich einer Wand aus hell scheinendem Licht gegenüber. Es war so außerordentlich hell, dass ich beinahe taumelte. Sofort rief ich: ‚Ehre sei Gott, ich bin geheilt!‘ Und ich war es wirklich. Ich ging durch das Haus die hintere Veranda auf und ab und pries Gott. Ich konnte so gehen wie vor dem Unfall. Als ich die Krücken sah, sagte ich: ‚Bring sie zurück zum netten Freund, der sie mir geliehen hatte. Ich werde sie nicht mehr brauchen.‘ So wurden die Krücken kurz vor Mitternacht zurückgebracht. Hallelujah! Beim Aufstehen am nächsten Morgen warf ich die Stahl und Lederstützen sowie die Bandagen weg. Ich habe sie seither nicht mehr berührt. Ich wurde vollständig geheilt.

Zwei Tage später empfing ich die wunderbare Taufe im Heiligen Geist, gemäß APOSTELGESCHICHTE 2:4. Meine Bibel bedeutet mir nun mehr als je zuvor. Ich sehe jetzt meinen Herrn als meinen Erlöser. Er befreite mich von der Sünde. Er ist der große Arzt, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und Er wird bald kommen, um Seine Braut zu holen.“

Ein Herzpatient berichtet von Heilung

Das andere Zeugnis ist von Frau M. Legate Pople aus Orange in New South Wales: „1. MOSE 24:27: ‚Denn der Herr hat mich den Weg geführt‘, scheint die beste Erklärung für Gottes wunderbare Segnung zu sein, die Er mir vor fünf Wochen schenkte. Wie gern wollte ich nach Hause! Mein armer Herzmuskel befand sich in einem elenden Zustand. Ich fühlte mich jenseits jeglicher menschlicher Hilfe.

Sogar mein Herzbeutel war eingerissen, so dass die geringste Bewegung ein Blutgerinnsel von der Größe eines Ei verursachte. Sechzehn Wochen lag ich im Bett. Wie lieblich war es, sich so nahe dem himmlischen Heim zu fühlen. Oft glaubte ich mich schon an den Perlentoren. Wie greifbar die Dämmerung des ewigen Tages für mich war! Und wie ich mich sehnte hineinzukommen! Ich sehnte mich so sehr danach, in die Herrlichkeit einzugehen. Als ich gefragt wurde, ob ich gern den Evangelisten Wigglesworth treffen möchte, dass er für mich betet, wenn er kommt, sagte ich betont: ‚Nein!‘ Ich meinte es auch so. Viele liebe Freunde beteten für mich, dass ich nicht noch mehr Gebet wollte. Mein Sinn und meine Hoffnung waren ganz auf die Dinge ‚da droben‘ gerichtet und nicht auf die Dinge hier unten.

Ich hatte keine Ahnung von der wunderbaren Segnung, die es hier unten gab und die ich noch nicht gekostet hatte. Mein liebevoller Erlöser wollte, dass ich sie erlebte, ehe ich durch das Perlentor gehen würde. Und wie wunderbar arbeitete Er daran, es möglich zu machen.

Bruder Wigglesworth wurde frühestens in zwei Monaten hier erwartet. Plötzlich wurden die Termine geändert. Er kam fast ohne jede Vorwarnung an. Natürlich betraf das nicht mich, denn meine Leidensgenossin Schwester Todd (deren Zeugnis auch in diesem Kapitel aufgezeichnet ist) und ich hatten sich entschieden, nichts mit der Mission des Evangelisten zu tun haben zu wollen. Wie wahr sind die Worte des Herrn: ‚Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht Meine Wege, spricht der Herr‘ (JESAJA 55:8-11). Die Mission ging weiter. Meine Freundin, die gegen die Lehre göttlicher Heilung eingestellt war, begann die Schriften erneut durchzulesen. Sie wollte herausfinden, ob sich diese Lehre wirklich so verhielt, wie von vielen Gläubigen zuversichtlich bestätigt wurde. Sie wurde von der Wahrheit Gottes überzeugt. Gott sagt: ‚Ich bin der Herr und wandle mich nicht‘. Sie kam in mein Zimmer und teilte mir mit, dass sie beabsichtigte, zur Mission zu gehen, um sich die Hände auflegen zu lassen und Gebet zu empfangen.

In jener Nacht sah ich, wie sie unter Schmerzen auf Krücken zum Auto ging. Irgendwie fühlte ich, dass sie geheilt werden würde. Nach ihrer Rückkehr kam sie die Treppe heruntergehüpft. Sie sprang herum wie der geheilte Gelähmte in der Bibel, pries Gott und sagte: ‚Schwester, ich bin geheilt, ich bin geheilt!‘ Und so war es auch. Perfekt und vollständig! Hallelujah! Es war wunderbar.

Die ganze Nacht hindurch betete ich und suchte den Herrn. Dann kam mir der Gedanke, wie ich meinem Herrn, den ich von ganzem Herzen liebte, gegenübertreten könnte, wenn ich einfach so aus dem Leben schied, ohne vorher herauszufinden, ob Er nicht doch noch einige kleine Aufgaben für mich hat. Schließlich hatte Er gerade vor meinen Augen ein Wunder vollbracht.

Am Morgen des letzten Missionstages wartete ich darauf, dass jemand in mein Zimmer herunterkommen würde. Ich wollte ihn bitten, eine Nachricht für Bruder Wigglesworth mitzunehmen und ihn zu fragen, ob er nach der Morgenversammlung zu mir kommen und für mich beten würde. Nach dem Frühstück konnte ich die Freunde im Haus hören. Sie hielten eine Gebetsversammlung ab. Weil die Tür geschlossen war, konnte ich jedoch nicht hören, was da vor sich ging. Wie sehr sehnte ich mich nach jemandem, der hereinkommen und meine Nachricht mitnehmen würde. Aber nein! Die Zeit verrann. Ich bettelte den Herrn an. War es möglich, dass sie alle zu sehr mit ihren eigenen Segnungen beschäftigt waren und nicht an mich dachten? Oder war es, weil ich so entschieden ‚Nein‘ gesagt hatte? Würden sie mich noch einmal fragen? Tatsächlich baten sie alle den Herrn, mich dazu zu bringen, dass ich um Gebet bat.

Dann kamen mehrere Leute in mein Zimmer. Sie sahen mich aber nicht an. Sie schenkten mir auch nicht das gewöhnliche Lächeln oder ein paar nette Worte. Ich fragte jeden, ob er meine Nachricht mitnehmen würde. Als ich die Bitte fünfmal geäußert hatte, bekam ich das Versprechen, dass sie es machen würden. Ich hatte einmal ‚Nein‘ gesagt, musste aber fünfmal ‚Ja‘ sagen. Die Zeit schien ewig, bis die Morgenversammlung vorüber war. Schließlich kam die Hausmutter mit glühendem Gesicht herein und sagte: ‚Er ist angekommen.‘ Ich erinnere mich schwach daran, wie ein Mann ins Zimmer trat. Danach sah ich keinen Menschen mehr, sondern nur noch Jesus. Wie lieblich manifestierte sich der Herr! Der Evangelist sagte seiner Tochter (Frau Salter), sie sollte ihre Hände auf meine Knie legen. Er legte seine auf meinen Kopf und betete ein wunderbares Gebet (wunderbar für mich, denn ich war direkt in der Herrlichkeit). Dann legte er seine Hände auf mein Herz und betete für meine Heilung. Gleichzeitig ermahnte er den Tod und befahl ihm in Jesus' Namen zu verschwinden.

Als er zuerst hereinkam, fragte er: ‚Bist du bereit aufzustehen?‘ Ich sagte: ‚Ja, das bin ich‘, worauf er sagte: ‚Steh auf!‘ und ich stand auf. Ich hatte völlig vergessen, dass ich mich nur eine Minute vorher gar nicht bewegen konnte. Ich schien von einem einzigen Gedanken besessen zu sein: mich so schnell wie möglich anzukleiden. Ich eilte herüber und hob zwei schwere Koffer herunter, die voller Bücher waren, um ein paar Kleider finden zu können. Ich war in solcher Eile. Ich wollte fertig angezogen sein, um die Mädchen von meiner Bibelklasse zu grüßen, die sich für gewöhnlich hier nach der Kirche trafen, nur um einen Blick auf mich zu werfen. Noch am Nachmittag zuvor hatte ich für Stunden halbbewusst dagelegen. Jene, die mich gesehen hatten, dachten vielleicht, es wäre das letzte Mal gewesen. Und nun war ich hier dabei zu versuchen, Kleider zu finden, um mich ihnen völlig geheilt zu zeigen! Ich war gerade angezogen, als sich die Tür öffnete und einige von ihnen hereingelassen wurden. Sie bekamen einen ordentlichen Schock! Einige weinten. Andere lachten und weinten dann. Sie umarmten mich. Dann dachten sie an mein Herz und ließen los. Aber mein Herz war in Ordnung. Ich war perfekt und vollkommen geheilt. Ich fühlte keine Schwäche nach meinen sechzehn Wochen im Bett, während denen ich kaum gegessen hatte. Die gesamte Zeit über, die ich dort gelegen hatte, war ich weder hungrig noch durstig gewesen. Ich hatte nur manchmal kleine Schlucke genommen, um die zu beruhigen, die mir Getränke gebracht hatten.

Jetzt wollte ich mein Abendessen. Und ich hatte ein reichliches Abendessen. Ich war verändert. Eine neue Kreatur! Mit Gott erfüllt, göttlich geheilt, in einem Augenblick aufgerichtet, von der Schwelle des Todes zu überfließendem Leben geführt – gerettet, um zu dienen!

Am Tag nach meiner Heilung wurde ich wunderbar im Heiligen Geist getauft gemäß APOSTELGESCHICHTE 2:4. Täglich und stündlich erfüllt Er mich mit Herrlichkeit und unaussprechlicher Freude.“