Training, um zu gewinnen

Der Apostel Paulus benutzte in seinen Briefen mehrere Male Vergleiche aus dem Bereich des Sports. Im ersten Brief des Paulus an TIMOTHEUS, Kapitel 4, Vers 7 ist ein Beispiel dafür: "Aber die ungeistlichen Altweiberfabeln weise ab; übe dich selbst aber in der Gottesfurcht."

Üben heißt trainieren. Die neue internationale Fassung verdeutlicht es: "... trainiere dich in der Gottesfurcht." Ich mag die Art, in der es in "Gottes neue Bibel" ausgedrückt wird: "Bleibe beständig im Training für ein gottesfürchtiges Leben." Training ist für einen Sportler unentbehrlich. Seine Tage und Nächte werden diesbezüglich geplant. Der Hauptbestandteil des Trainings ist die Disziplin - ein unangenehmes Wort in unserer verweichlichten, tabufreien Gesellschaft; aber eine absolute Notwendigkeit im christlichen Leben.

Läufer beim WettlaufKein Team oder Athlet kann auf Training verzichten und danach plötzlich aufholen. Training muß regelmäßig sein. Es geht täglich weiter, es ist eine Lebensart. Sportfans sind hingerissen, wenn sie eine große Leistung auf dem Spielfeld beobachten. Sie begreifen selten, daß das Spiel nur der Höhepunkt ist. Es sind die vorangegangenen Tage des Trainierens, die aus dem Spiel ein Meisterstück an Geschicklichkeit machen. Die Zuschauer erfreuen sich nur an den Resultaten von all dieser harten Arbeit. Ein Athlet muß eine Entscheidung treffen. Er mag stark versucht sein, sich ein ebenso leichtes Leben zu gönnen wie die anderen, aber er weiß, daß er nicht beides haben kann. Er muß zwischen einem leichten Leben und Sieg im Wettkampf entscheiden. Wenn er beides versucht, wird er besiegt und gedemütigt werden. Einige Sportarten bringen Wettkampf zwischen Einzelnen mit sich, andere zwischen Gruppen. Das christliche Leben schließt beides mit ein.

Wir haben persönliche Kämpfe, doch sind wir auch ein Teil des Teams. Wenn wir nicht im Training bleiben, werden wir nicht nur eine persönliche Niederlage erleiden, sondern werden auch die Erfolge des Teams beeinträchtigen! Da die geistige Einstellung des Spielers wichtig ist, schließt sein Training seelisches ebenso wie körperliches Fitsein mit ein. Er braucht Glaube! Er muß entschlossen sein zu gewinnen. Gottes Mannschaften zielen niemals darauf ab, das Spiel mit einem Unentschieden zu beenden. Der Trainer schickt seine Spieler niemals auf das Feld und sagt: "Laßt uns versuchen, nicht gerade zu schlecht zu verlieren." Das Team spielt, um zu gewinnen. Wenn zwei Mannschaften gleich stark sind, wird die Gruppe siegen, welche am stärksten wünscht zu gewinnen.

Jeder Christ muß im Training sein, um zu gewinnen - nicht nur, um festzuhalten oder zu hoffen, Rückschritte zu vermeiden, sondern um einen entscheidenden Sieg zu erlangen. "Mehr als ein Überwinder" ist die Art, die Paulus beschreibt (RÖMER 8:37).

Training ist eine zermürbende Arbeit. Es ist niemals leicht, deswegen meiden es viele. Die natürliche Abneigung gegenüber der Disziplin mag unsere Einstellung zu geistlichen Dingen beeinflussen. Wenn dies so ist, sind wir sofort im Nachteil. Bewußt oder unbewußt haben Athleten in ihren Geist eingepflanzt: "Ist das Ziel zu gewinnen das Training wert, das ich ertragen muß, um es zu erreichen?"

Als Christen wissen wir, daß das Ziel alles wert ist, was es auch kosten mag. Es ist die Disziplin und die anstrengenden Bemühungen wert. Jedes Opfer, das wir auf der Erde bringen, ist unbedeutend im Vergleich zu dem Ruhm, der uns erwartet.

Viele Faktoren gehören zu dem Training eines Athleten wie zu dem eines Christen. Die grundlegenden sind: regelmäßiger Besuch der Versammlungen, tägliches Gebet und die tägliche stille Zeit für das Lesen des Wortes. Geistliches Training schließt auch ein konstantes Weitergeben mit ein - den Dienst am anderen.

Es schließt die Disziplinierung unserer Gedanken mit ein. Das ist extrem wichtig, denn es liegt beim Verstand, wo Sieg und Niederlage beginnen. Geistliches Training bezieht sogar unsere Wirtschaftsphilosophie mit ein. Es hilft uns, die Impulse des materiellen Lebens zu kontrollieren, egal, wie andere leben. Es gibt auch einen negativen Aspekt des Trainierens; die Tabus für den Athleten - keine reichhaltigen Nachspeisen oder andere Nahrung, die ihn daran hindern würde, in Höchstform zu sein. Er kann nicht spät aufstehen. Er muß selbst auf einige Dinge, die nicht grundsätzlich schädlich sind, verzichten, da sie seine Fähigkeit, sein Bestes zu geben, verringern könnten. Der Christ im Training muß, um ein gottesfürchtiges Leben zu führen, "das Böse in jeder Gestalt meiden" (1. THESSALONICHER 5:22). Er muß den Lebensstil des gegenwärtigen Zeitalters verleugnen. Er kann es sich nicht leisten, zum Sklaven von Angewohnheiten zu werden.

Er muß sein hitziges Temperament und seine Zunge kontrollieren. Wir trainieren nicht, um eine zeitliche Krone zu gewinnen, sondern für eine ewige. Die Belohnung ist wert, was immer es kostet, wie z.B. Disziplin, Selbstverleugnung, zusätzliche Anstrengung.

Gott hat uns nicht gerufen, um Verlierer zu sein! Er hat alle Vorkehrungen getroffen, uns zu Gewinnern zu machen.

Der Rest liegt bei uns.

von Kenneth D. Barney
Quelle: Pentecostal Evangel