"Moma" Kwang

Chinas "Feind Nummer eins"

Als Führerin einer chinesischen Gemeinde von über 700.000 Gläubigen zahlte sie einen hohen Preis.

Die Stimme des chinesischen kommunistischen Offiziers erschallte über den Hof vor der großen Menge, die zusammengekommen war. "Diese Leute haben gegen den Staat gesündigt", seine Stimme zitterte vor Zorn. "Jetzt werden sie den Preis zahlen ... den endgültigen Preis."

Die Gläubigen waren festgenommen worden, um die ganze Bevölkerung vor der Nichtigkeit und Strafbarkeit des Glaubens an Gott oder irgendeines anderen andersdenkenden Glaubens zu warnen. In der aufgestellten Gruppe war Frau "Moma" Kwang, eine überzeugte Evangelistin. Sie beobachtete, wie die Wachen ihre Gewehre entsicherten. "Vater, vergib ihnen", betete sie, die Worte Jesu zitierend, als Er mit dem Tod am Kreuz konfrontiert wurde, "denn sie wissen nicht, was sie tun."

"Legt an ... Feuer!"

Das Krachen der Gewehrschüsse schallte über den Hof, als die Soldaten ihren Befehlen Folge leisteten und auf die Männer und Frauen vor ihnen feuerten. Sofort stürzten mehrere wie Kegel zu Boden, während andere übrig blieben - noch neben den Toten stehend - Frau Kwang war eine der Überlebenden. Der kommunistische Führer wandte sich an diejenigen, die nicht erschossen worden waren, zusammen mit den vielen Zuschauern. "Wenn ihr an Jesus Christus glauben wollt, werdet ihr des gleichen Todes sterben", warnte er in einem hochmütigen Ton, völlig unberührt von dem Anblick der Toten zu seinen Füßen. Danach rief er seine Männer und spazierte stolz vom Hof. Frau Kwang und die anderen Überlebenden gingen langsam zu der beruhigten Menge zurück.

Tragödien

Weit davon entfernt, sich durch den Zwischenfall vor fünf Jahren den Mut rauben zu lassen, fuhren Frau Kwang und andere furchtlose Gläubige wie sie bald damit fort, das Wort Gottes zu bezeugen. Zuletzt leitete Frau Kwang in ihrer Provinz mehr als 300 Gemeinden mit mehr als 700.000 Gläubigen.

Das führte dazu, daß sie als Chinas Feind Nummer eins ausgerufen wurde.

Aber für Frau Kwang war der Preis hoch, wie ich entdeckte, als ich sie und ihre Familie nach der unglaublichen Flucht aus China traf. Die erste Tragödie, die sich ereignete, war, als ihr Vater starb, nachdem ihm ein Gefängniswärter eine Flasche auf den Kopf geschlagen hatte. Er war zusammen mit vielen Christen der Umgebung gefangengenommen worden.

Dann später ereignete sich noch eine Tragödie. Sie wurde von Frau Kwangs Sohn Daniel beschrieben. "Eines Abends kamen die Roten Garden zu uns ins Haus und nahmen uns alles, was wir besaßen.

Sie ließen kein einziges Möbelstück zurück. Das Haus war leer, als sie aufhörten. Die Wachen zwangen uns alle dazu, uns auf eine Bank zu stellen und Jesus Christus zu verleugnen. Als wir uns weigerten, wurden sie sehr zornig und schlugen uns mit Knüppeln. Danach brachten sie uns auf einen öffentlichen Platz und versammelten eine große Menschenmenge um uns herum. Die Roten Garden nahmen meinen Vater und meine Mutter und verprügelten sie. Dann fesselten sie sie mit einem dicken Strick an ein 45 Grad Winkeleisen und schlugen sie mit schweren Schuhen, die mit scharfen Spikes besetzt waren, auf den Rücken." Daniel hielt einen Augenblick inne, bevor er fortfuhr.

"Der schlimmste Augenblick war, als einer der Beamten eine Schere nahm und damit auf meine Eltern losstürmte. Mein älterer Bruder war darüber furchtbar erschrocken. Er dachte, daß sie meiner Mutter und meinem Vater die Augen ausstechen wollten. Er war schrecklich schockiert. Er begann gerade zu schreien, aber dann hörte er auf, als er sah, was die Wachen vorhatten. Sie wollten meiner Mutter und meinem Vater nur die Haare abschneiden, um sie vor der ganzen Stadt zu Narren zu machen.

Schock

Selbst jetzt wollten Herr und Frau Kwang nicht die Worte aussprechen, die die fanatischen Roten Garden von ihnen verlangten: "Wir verleugnen Jesus Christus!" Sie zogen es vor, eher zu sterben, als dies zu tun. "Gut, Kwang, du kommst in ein Arbeitslager, und dann werden wir sehen, wie lange du es dort aushältst", wurde meinem Vater von einem alten Beamten gesagt. "Selbst wenn ich sterbe, ich werde Jesus Christus nicht verleugnen", sagte mein Vater. Er wurde grob in ein berüchtigtes Lager transportiert, wo jeden Tag Leute wegen der schlechten Behandlung sterben.

Peter Kwang, Daniels älterer Bruder, stand noch immer unter Schock, als er das Leid im Gesicht seiner Mutter sah, als sie zusehen mußte, wie ihr Mann weggeführt wurde. Doch zur selben Zeit wurde ihm bewußt, daß etwas Merkwürdiges im Innern seines Körpers vor sich ging. Als sie nach Hause zurückkehrten, wußte er, daß es gefährlich war. Eine Anzahl von Venen war geplatzt, und er hatte begonnen zu verbluten. Trotz allem ging der 12 Jahre alte Junge tapfer weiter, um seine Mutter in ihrem Schmerz zu stützen. Weil er sie nicht beunruhigen wollte, zog er sich in eine dunkle Ecke des Hauses zurück und sagte niemandem etwas von seinem Blutsturz. Nach einigen Stunden wußte er, daß es zu gefährlich wäre, sich noch länger vor seiner Mutter zu verstecken. Er rief sie zu sich, und als sie die Situation erfaßte, war sie nahe daran zu verzweifeln.

Trost

Über den Jungen gebeugt, betete sie zu Gott, die Blutung zu stoppen, und sofort kam sie zum Stillstand. In dem Bewußtsein, daß sein Zustand bedenklich war, badete sie ihn liebevoll und legte ihn in sein Bett für die Nacht. Dann ging sie selbst in einen anderen Raum und begann zu beten: "Vater, du weißt, daß ich nicht mehr kann. Man hat meinen Mann von mir weggenommen. Bitte, laß es nicht zu, daß mein Sohn stirbt. Es würde mich zerbrechen."

Und trotzdem fügte sie mit Überwindung hinzu: "Wenn es Dein Wille ist, Gott, werde ich gehorsam sein." Während sie schluchzend betete, fühlte sie die sichere Gegenwart des Herrn neben sich, sie tröstend. Aber dann kam Seine Antwort: "Dein Sohn hat schon zuviel Drangsal erdulden müssen. Jetzt ist es Zeit, ihn nach Hause zu holen. Er hat genug gelitten. Er ist rein." Innerhalb von 24 Stunden starb Peter Kwang. Aber das war nicht das Ende. Frau Kwang wurde bei drei Gelegenheiten wegen ihres Glaubens ins Gefängnis geworfen. Das letzte Urteil war die Todesstrafe. Aber jetzt ist sie frei. Und das ist eine andere Geschichte. Die Familie Kwang kennt den Preis, in China Gläubiger zu sein. Es kostet alles !!

Quelle: REDEMPTION TIDINGS