Mathematik in der Bibel

Der wissenschaftliche Beweis für die göttliche Eingebung der Heiligen Schrift

Bis zum 19. November 1899 widmete die NEW YORK SUN über mehrere Monate eine Seite ihrer Sonntagsausgabe der Diskussion über die Wahrheit des Christentums. An diesem Sonntag veröffentlichte sie in ihrem Hauptteil den Brief eines gewissen W.R.L., der unter Anführung oft widerlegter „Argumente“ das Christentum anprangerte und „die Verfechter der Orthodoxie zum Ringkampf in der SUN“ herausforderte, um den Lesern ein paar „Fakten“ zur Verteidigung der christlichen Religion zu geben. Der Verfasser hatte die SUN seit Jahren nicht gelesen, doch auf seiner Zugfahrt von South Framington nach Grafton, Massachusetts, sah er eben jene Ausgabe der SUN auf einem freien Sitzplatz liegen. Der folgende Brief nahm die Herausforderung an.

Der Brief wurde vom Verfasser in einer etwa 50 Seiten starken Broschüre nachgedruckt, einschließlich des griechischen Texts von MATTHÄUS 1:1-17 und den entsprechenden Wortlisten, um dem gelehrten Leser das selbständige Nachprüfen aller Behauptungen zu ermöglichen.

[Um der Verständlichkeit willen wurde der Brief leicht bearbeitet.]

Sehr geehrte Damen und Herren, in der heutigen Ausgabe der SUN fordert Herr W.R.L. die „Verfechter der Orthodoxie zum Ringkampf in der SUN auf“, um ihm ein paar Fakten zu geben:

1. Die ersten 17 Verse des Neuen Testaments listen das Geschlechtsregister von Christus auf. Es besteht aus zwei Hauptteilen: Die Verse MATTHÄUS 1:1-11 behandeln die Zeit von Abraham, dem Vater des auserwählten Volks, bis zur Gefangenschaft, in der Juda seine Unabhängigkeit verlor. Die Verse in MATTHÄUS 1:12-17 behandeln den Zeitraum von der Gefangenschaft bis zu Christus, dem verheißenen Erlöser.

Untersuchen wir zunächst den ersten Teil dieses Stammbaums.

Sein Vokabular besteht aus 49, oder 7x7, Wörtern. Die Zahl selbst entspricht 7 (Merkmal 1) x7 (Merkmal 2), und die Summe ihrer Faktoren 7+7 ist 2x7 (Merkmal 3). Von diesen 49 Wörtern beginnen 28, oder 4x7, mit einem Vokal, und 21, oder 3x7, beginnen mit einem Konsonanten (Merkmal 4).

Diese 49 Wörter des Vokabulars bestehen wiederum aus 266, oder 7x2x19, Buchstaben. Diese Zahl entspricht 38x7 (Merkmal 5), und die Summe ihrer Faktoren 7+2+19 ist 28, oder 4x7 (Merkmal 6), während ihre Quersumme 14, oder 2x7, ist (Merkmal 7). Von diesen 266 Buchstaben sind 140, oder 20x7, Vokale, und 126, oder 18x7, Konsonanten (Merkmal 8).

Mit anderen Worten: Genauso wie die Anzahl der Wörter im Vokabular ein Vielfaches von 7 ist, so ist auch die Anzahl ihrer Buchstaben ein Vielfaches von 7; genauso wie die Summe der Faktoren der Anzahl der Wörter ein Vielfaches von 7 ist, so ist auch die Summe der Faktoren der Anzahl der Buchstaben ein Vielfaches von 7. Und genauso wie die Anzahl der Wörter, die mit einem Vokal oder Konsonanten beginnen, durch 7 teilbar ist, so ist auch die Anzahl der Buchstaben der Vokale und Konsonanten durch 7 teilbar.

Von diesen 49 Wörtern kommen wiederum 35, oder 5x7, öfter als einmal in dem Abschnitt vor, und 14, oder 2x7, kommen nur einmal vor (Merkmal 9). 7 erscheinen in mehr als einer Form, und 42, oder 6x7, kommen nur in einer Form vor (Merkmal 10). Innerhalb der Wortarten teilen sich die 49 Wörter wie folgt auf: 42, oder 6x7, sind Nomen, und 7 sind keine (Merkmal 11). Von den Nomen sind 35, oder 5x7, Eigennamen, und 7 sind gewöhnliche Nomen (Merkmal 12). Von den Eigennamen sind 28, oder 4x7, männliche Vorfahren von Christus, und 7 nicht (Merkmal 13).

Des weiteren teilen sich diese 49 Wörter alphabetisch wie folgt auf: 21, oder 3x7, Wörter beginnen mit den Buchstaben α−ε; 14, oder 2x7, beginnen mit ζ−κ, und ebenfalls 14 mit μ−χ. Solche 7er-Gruppen lassen sich ausschließlich mit diesen Buchstaben bilden; innerhalb der 49 Wörter gibt es keine anderen alphabetischen 7er-Gruppen. Die Buchstaben α, ε, ζ, κ, μ und χ hingegen sind die Buchstaben 1, 5, 6, 10, 12 und 22 des griechischen Alphabets, und die Summe dieser Zahlen (Stellenwerte genannt) ist 56, oder 8x7 (Merkmal 14).

Diese Aufzählung der numerischen Phänomene in den 11 Versen ist keineswegs erschöpfend, aber sie zeigt deutlich, daß dieser Teil des Stammbaums ein ausgeklügeltes 7er-System aufweist.

Schauen wir uns nun den Stammbaum als Ganzes an. Ich werde Ihre Leser nicht damit langweilen, alle darin enthaltenen Zahlenphänomene aufzuzählen – sie allein würden Seiten füllen. Ich werde nur ein Merkmal herausstellen. Das Neue Testament ist in Griechisch geschrieben. Die Griechen besaßen keine speziellen Symbole für Zahlen, wie wir sie von unseren arabischen Ziffern her kennen, sondern benutzten stattdessen die Buchstaben ihres Alphabets – genauso wie die Hebräer, in deren Sprache das Alte Testament geschrieben ist, ihre Buchstaben für denselben Zweck benutzten. Dementsprechend stehen die 24 griechischen Buchstaben für die folgenden Zahlen: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 10, 20, 30, 40, 50, 60, 70, 80, 100, 200, 300, 400, 500, 600, 700 und 800. Jedem griechischen Wort entspricht demzufolge eine arithmetische Summe, die man durch Addition der Zahlenwerte, d.h. der durch die Buchstaben ausgedrückten Zahlen erhält. Das Vokabular des gesamten Stammbaums besteht aus 72 Wörtern. Wenn wir über jedes dieser 72 Wörter die Zahlenwerte schreiben und addieren, so erhalten wir die Summe von 42364, oder 6052x7, die sich ausschließlich auf die folgenden alphabetischen Gruppen verteilt: Die Zahlenwerte der Buchstaben α−β ergeben eine Teilsumme von 9821, oder 1403x7; die Zahlenwerte von γ−δ ergeben die Teilsumme 1904, oder 272x7; die von ε−ξ ergeben 3703, oder 529x7; die von θ−ρ ergeben 19264, oder 2752x7; die von σ−χ ergeben 7672, oder 1096x7. Der Zahlenwert von diesen 10 verwendeten Buchstaben ist 931, oder 7x7x19, was nicht nur ein Vielfaches von 7, sondern von 7x7 ist.

Herr W.R.L möge versuchen, ungefähr 300 Wörter in einer derart intelligenten Struktur aufzuschreiben und einige Zahlenmerkmale ähnlicher Art zu kreieren. Wenn ihm dies innerhalb von sechs Monaten gelingt, vollbringt er in der Tat ein Wunder. Gehen wir davon aus, daß Matthäus dieses Kunststück innerhalb eines Monats vollbrachte.

2. Der zweite Teil dieses Kapitels schildert die Geburt Christi (Verse 18-25). Er besteht aus 161, oder 23x7, Wörtern, die in 105, oder 15x7, Wortformen vorkommen, mit einem Vokabular von 77, oder 11x7, Wörtern. Josef begegnet in diesem Abschnitt einem Engel. Der Engel benutzt von den 77 Wörtern 28, oder 4x7; von den 105 Wortformen verwendet er 35, oder 5x7; der Zahlenwert des Vokabulars ist 52605, oder 7515x7; der der Formen ist 65429, oder 9347x7.

Diese Aufzählung kratzt nur leicht die numerische Oberfläche dieses Abschnitts an. Besonders bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, daß die Rede des Engels ebenfalls eine 7er-Struktur aufweist, wodurch sie zu einer Art Ring im Ring oder zu einem Rad im Rad wird. Wenn Herr L. einen ähnlichen Abschnitt von 161 Wörtern mit demselben 7er-Muster (obwohl es noch einige
andere gibt) in etwa drei Jahren zusammenstellen kann, würde er ein noch größeres Wunder vollbringen. Gehen wir davon aus, daß Matthäus dieses Kunststück in nur sechs Monaten vollbrachte.

3. Das zweite Kapitel von Matthäus berichtet über die Kindheit Christi. Sein Vokabular besteht aus 161, oder 23x7, Wörtern, mit 896, oder 128x7, Buchstaben und 238, oder 34x7, Wortformen. Der Zahlenwert des Vokabulars ist 123 529, oder 17647x7, und der der Formen 1 676 985, oder 29 885x7. Die Aufzählung ließe sich noch über mehrere Seiten fortsetzen. Allein dieses Kapitel ist in mindestens vier logische Abschnitte unterteilt, und jeder einzelne weist dieselben Merkmale auf, wie das Kapitel als Ganzes. So haben die ersten sechs Verse ein Vokabular von 56, oder 8x7, Wörtern usw. Es finden sich auch einige Reden hier: Herodes spricht, die Weisen reden, und der Engel spricht. Die numerischen Phänomene sind hier derart gestaltet, daß sie etliche in sich perfekte Ringstrukturen aufweisen, die doch wieder nur Teil des Ganzen sind.

Wenn Herr L. ein derartiges Kapitel auf so natürliche Weise wie Matthäus schreiben kann, mit 500 Wörtern, die genausoviele verwobene und gleichsam harmonische Zahlenmerkmale aufweisen, und das bis zum Ende seiner Tage – ungeachtet seines jetzigen oder endgültigen Lebensalters –, wenn er das schafft, dann wäre dies in der Tat das Wunder aller Wunder. Gehen wir davon aus, daß Matthäus dieses Kunststück in nur drei Jahren vollbrachte.

4. Es findet sich jedoch keine einzige Passage im ganzen Matthäus-Evangelium, die nicht nach derselben Art und Weise aufgebaut ist, nur daß mit jedem zusätzlichen Abschnitt die Komplexität in geometrischer statt in arithmetischer Hinsicht zunimmt. Er bringt es nämlich fertig, zwischen den vorangegangenen und nachfolgenden Abschnitten stets feste, numerische Beziehungen aufzubauen. So benutzt er in seinem letzten Kapitel nur 7 Wörter, die vorher noch nicht aufgetaucht waren. Es wäre somit ein leichtes, Herrn L. zu zeigen, daß er einige Jahrhunderte benötigte, um so ein Buch wie Matthäus zu schreiben. Wie lange Matthäus gebraucht hat, ist dem Verfasser unbekannt. Doch wie er es zwischen der Kreuzigung im Jahre 30 n. Chr. (denn sein Evangelium konnte nicht früher geschrieben worden sein) und der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n. Chr. (denn sein Evangelium konnte nicht später geschrieben worden sein) bewerkstelligt hat, das mögen Herr L. und seine Gleichgesinnten doch bitte erklären.

Wie auch immer, Matthäus hat es geschafft, und somit stehen wir vor einem Wunderschreiber – ein einzigartiger Literat und mathematischer Künstler, unerreicht, ja kaum vorstellbar. Das ist die erste Tatsache, über die Herr L. nachdenken sollte.

Eine zweite Tatsache ist jedoch von noch größerer Bedeutung: in seinem allerersten Abschnitt, dem oben diskutierten Stammbaum, kommen die Wörter, die nirgendwo sonst im Neuen Testament auftauchen 42, oder 6x7, mal vor. Diese Wörter bestehen aus 126, oder 3x6x7, Buchstaben, was nicht nur ein Vielfaches von 7, sondern von 6x7 ist, um nur zwei der vielen
numerischen Merkmale dieser Wörter zu nennen. Aber woher wußte Matthäus, als er dieses Muster entwarf, daß diese Wörter (deren einziges Merkmal ist, daß sie nirgendwo sonst im Neuen Testament stehen) nicht in den anderen 26 Büchern vorkommen würden? Woher wußte er, daß sie nicht von den anderen 7 Schreibern des Neuen Testaments benutzt werden würden? Sofern wir nicht die absurde Hypothese aufstellen, daß er eine entsprechende Abmachung mit ihnen hatte, müssen wir davon ausgehen, daß er den Rest des Neuen Testaments vor sich hatte, als er sein Buch schrieb. Das Matthäus-Evangelium wurde somit zuletzt geschrieben.

5. Das Markus-Evangelium weist allerdings genau dasselbe Phänomen auf. So enthalten seine letzten zwölf Verse, also genau jener Abschnitt, der in der heutigen SUN so triumphierend als „Fälschung“ bezeichnet wurde, etwa sechzig 7er-Merkmale, u.a. ihre Zusammensetzung aus 175, oder 25x7, Wörtern, mit einem Vokabular von 98, oder 2x7x7, Wörtern sowie 553, oder 79x7, Buchstaben und 133, oder 19x77, Formen usw.

Markus ist also ebenfalls ein Wunderknabe, ein weiteres literarisches Genie ohnegleichen. Und genauso wie gezeigt wurde, daß Matthäus als letzter geschrieben hat, so sehen wir, daß auch Markus als letzter geschrieben hat. Um ein Beispiel aus diesem Abschnitt zu nennen: Es gibt nur ein Wort, das man nirgendwo sonst im Neuen Testament findet, und zwar „θανασιμοζ“ – tödlich. Diese Tatsache wird durch nicht weniger als sieben 7er-Merkmale angezeigt, nämlich: Der Zahlenwert dieses Wortes ist 581, oder 83x7, mit einer Quersumme von 14, oder 2x7, wobei dessen dritter, fünfter, siebter und neunter Buchstabe einen Wert von 490, oder 2x5x7x7, ergeben – ein Vielfaches von 7x7, dessen Faktoren die Summe von 21, oder 3x7, ergeben. Ein Vokabular von 42, oder 6x7, Wörtern sowie 126, oder 3x6x7, Wörter aus dem Abschnitt insgesamt, geht
diesem Ausdruck voraus. Beide Zahlen bilden nicht nur ein Vielfaches von 7, sondern von 6x7. Damit haben wir die dritte Tatsache herausgearbeitet, über die Herr L. nachsinnen kann: Matthäus schrieb mit Sicherheit nach Markus, und Markus schrieb ebenso sicher nach Matthäus.

6. Doch die vierte Tatsache ist, daß Lukas dasselbe Phänomen hervorbringt wie Matthäus und Markus, desgleichen Johannes, Jakobus, Petrus, Judas und Paulus. Und somit haben wir nicht nur zwei mathematische Literaten der Superlative, sondern acht, von denen jeder als letztes geschrieben hat.

7. Und nicht nur das: da Lukas und Petrus je 2, Johannes 5 und Paulus 14 Bücher geschrieben haben, läßt sich auf dieselbe Weise zeigen, daß jedes der 27 neutestamentlichen Bücher als letztes geschrieben wurde. Keine der 500 Seiten von Westcott & Horts griechischer Ausgabe (die der Verfasser durchweg verwendet hat) kann als erstes geschrieben worden sein, doch kann man nachweisen, daß jede einzelne zuletzt geschrieben worden sein muß.

Die Merkmale sind da, und es gibt keine menschliche Erklärung für sie. Von acht Männern kann nicht jeder als letzter geschrieben haben, und 27 Bücher oder ca. 500 Seiten können nicht alle zuletzt geschrieben worden sein. Sobald man jedoch davon ausgeht, daß ein Geist das Ganze geleitet hat, löst sich das Problem von selbst, – und das bedeutet die Verbalinspiration jedes kleinsten Buchstabens und Tüpfelchens im Neuen Testament.

Es bleibt nur noch hinzuzufügen, daß die Inspiration des hebräischen Alten Testaments auf genau dieselbe Art und Weise bewiesen worden ist. So besteht der allererste Vers im 1. Buch MOSE aus 7 Wörtern mit 28, oder 4x7, Buchstaben, um nur zwei von den Dutzenden von numerischen Merkmalen allein in diesem einen Vers mit nur 7 Wörtern zu nennen. – N.Y. SUN, 21. November, 1899 – durchgesehen.

In der SUN erschienen mehrere Stellungnahmen zu diesem Brief, jedoch keine einzige Antwort – da er sich nur auf dreierlei Art widerlegen läßt:

  1. Indem man zeigt, daß die Tatsachen nicht mit dem hier Gesagten übereinstimmen.
  2. Indem man zeigt, daß 8 Männer jeweils nach den anderen 7 geschrieben haben können und daß alle 27 Bücher bzw. 500 Seiten jeweils zuletzt geschrieben worden sind.
  3. Indem man zeigt, daß selbst, wenn die Fakten stimmen, die Arithmetik fehlerfrei und die numerische Ordnung richtig ist, daraus nicht zwangsläufig folgt, daß niemand dies ohne göttliche Inspiration hätte schreiben können.

Sodann wurden neun bekannte Rationalisten respektvoll dazu eingeladen, den Verfasser in aller Öffentlichkeit zu widerlegen. Einer war an den arithmetischen Studien des Schreibers „nicht interessiert“, zwei bedauerten, daß sie „keine Zeit“ für so etwas hätten; ein anderer „wollte nicht unhöflich sein, aber…“, der Rest schwieg. Die Namen und Positionen sind bekannt, und die meisten von ihnen waren Universitätsprofessoren oder -präsidenten.

Ivan Panin wurde 1855 in Rußland geboren und wegen Verschwörung gegen den Zaren ins Exil geschickt. Er studierte in Deutschland, dann an der Harvard Universität in den USA, wo er 1882 promovierte. Er bekehrte sich zum Christentum und entdeckte im Jahre 1890 erstaunliche mathematische Strukturen sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Die nächsten 50 Jahre seines Lebens widmete er dem sorgfältigen Studium numerischer Muster in der Bibel und starb 1942.

von Ivan Panin

Quelle: 'Inspiration of the Scriptures Scientifically Demonstrated'