Lieber Herr und Vater der Menschheit

Aus „Leite, freundlich Licht...“ (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „This England“)

Gemäß einer Umfrage, die von einer überregionalen Zeitung durchgeführt wurde, ist die Nummer eins der „Top Ten” unter den Hymnen „Dear Lord and Father of Mankind” („Lieber Herr und Vater der Menschheit“). Die Worte wurden von dem Amerikaner John Greenleaf Whittier geschrieben, dessen Vorfahren mit den Pilgervätern aus England gekommen waren und sich 1638 in Massachusetts niedergelassen hatte. John wurde 1807 geboren. Sein Vater erwartete, daß sein Sohn früher oder später einmal die Familienfarm in Haverhill am Merrimack-Fluß übernehmen würde.

Es stellte sich jedoch sehr bald heraus, daß John sich eigentlich nur fürs Bücherlesen interessierte, insbesondere für Dichtung. Trotz einer sehr spärlichen Schulausbildung brachte er sich buchstäblich alles selbst bei, indem er alles las, was ihm unter die Finger kam.

Mit 14 Jahren kaufte er sich einen Gedichtsband von Robert Burns und wurde durch ihn inspiriert, selbst Gedichte zu schreiben. Die vielen Gedichte, die er hervorbrachte, beeindruckten seine Schwester so sehr, daß sie ohne sein Wissen einige an den Herausgeber einer örtlichen Zeitung schickte. Dieser erkannte Johns herausragende Fähigkeit sofort und stattete der Haverhill-Farm einen Überraschungsbesuch ab, um den jungen Dichter kennenzulernen. Johns Vater ließ es jedoch nicht zu, daß John die Farm verließ, um ausgebildet zu werden. John war nie besonders stark gewesen. Erst nachdem er sich eine schwere Zerrung zugezogen hatte, willigte sein Vater endlich ein, daß er sich einen anderen Beruf nehmen sollte.

Er finanzierte sich sein einjähriges Studium an der Haverhill-Universität selbst, indem er als Schuster und Teilzeitprivatlehrer arbeitete. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sein wachsendes Ansehen als Schriftsteller es ihm ermöglichte, sich auf seine Karriere als Journalist zu konzentrieren. 1843 wurde ein Buch mit seinen Werken herausgegeben, und von da an war John Greenleaf Whittier als einer der besten Dichter Amerikas anerkannt.

Als frommer Quäker war John auch ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen die Sklaverei und gegen jede Art von Ungerechtigkeit. 1836 wurde er zum Sekretär der Amerikanischen Gesellschaft gegen Sklaverei („The American Anti-Slavery Society“) ernannt.

Er schrieb in seinem langen Leben (er starb mit 85 Jahren) viele schöne Hymnen, einschließlich „Immortal Love Forever Full” („Unsterbliche Liebe für immer völlig“) und „Dear Lord and Father of Mankind”.