Islam, Hinduismus und Buddhismus

Der Islam

I. Einführung

  1. Wir leben heute in unserem Land mit Menschen zusammen, deren Sitten und Bräuche uns zunächst fremd sind. In erster Linie liegt dies daran, daß diese Menschen nicht dem Christentum angehören, sondern in einer uns fremden Religion aufgewachsen sind.
  2. Wenn wir z.B. unsere türkischen Gastarbeiter verstehen wollen, müssen wir auch ihre Religion kennenlernen: in der Türkei und in weiten Teilen des Orients herrscht der Islam vor. Er wurde im 6. Jh. n. Chr. von Mohammed begründet.

II. Wer war Mohammed?

  1. Mohammed wurde 570 n. Chr. in Mekka (Arabien) als Sohn einer angesehenen Familie geboren. Mekka war damals blühende Handelsstadt an der Gewürzstraße Syrien-Indien und infolgedessen auch ein Mittelpunkt verschiedenster religiöser Richtungen, z.B. für Juden, Christen, beduinische Naturreligionen. Mohammed hatte also Gelegenheit, viele religiöse Strömungen kennenzulernen.
  2. Mohammed war von Natur aus sehr nachdenklich. Er ging oft allein in die Berge und versenkte sich in religiöse Probleme (= Meditation). Am meisten beeindruckt war er vom jüdischen und christlichen Glauben an einen Gott im Gegensatz zu dem Vielgötterglauben der Beduinen. Während seiner Meditation erschien ihm eines Tages der Erzengel Gabriel. Gabriel rief ihm zu, er solle alles aufschreiben, was ihm geoffenbart wird. Diese Offenbarungen sind im Koran, dem heiligen Buch der Moslems, niedergeschrieben.

Mohammed beginnt zu predigen

Bald begann Mohammed - von seiner Frau Chadidscha bestärkt -, die Offenbarungen des Erzengels Gabriel in Mekka zu verkünden. Schnell fand er dort auch Anhänger.

Als Mohammed aber den bei den Kaufleuten üblichen Götzendienst verurteilte, mußte er in die etwa 350 km entfernte Stadt Medina fliehen. Dies geschah im Jahre 622. In Medina wird Mohammed als politischer und religiöser Führer anerkannt. Das Datum der Auswanderung, der 16. Juli 622, wurde zum Beginn der islamischen Zeitrechnung gemacht.

Mohammeds Kampf um Anerkennung

Die Anhänger, die Mohammed in Medina fand, organisierten sich bald zu einer militärischen Gruppe. Mit ihr zog Mohammed zurück nach Mekka. Nach einem kurzen Kampf konnte Mohammed schließlich im Jahre 630 siegreich in Mekka einziehen. Er zerstörte die Götzenbilder, erklärte aber die Kaaba, die nach heidnischer Überlieferung als schwarzer Meteorit vom Himmel fiel, zu seinem Hauptheiligtum. Vom Propheten entwickelte sich Mohammed mehr und mehr zum Heerführer und Staatsmann.

Im Jahre 632 starb Mohammed. Um seine Nachfolge wurde heftig gekämpft. Als Sieger ging schließlich der Kalif Abu Bekr hervor. Die Nachfolger Mohammeds heißen seitdem Kalifen (Kalif arabisch = Nachfolger).

Die Lehre des Islam

  1. Islam bedeutet Unterwerfung, d.h. der gläubige Moslem unterwirft sich Allah. Mohammed erklärte, daß Allah der höchste und einzige Gott sei. Mohammeds Worte sind die letzten göttlichen Offenbarungen an die Menschen. Sie sind im Koran aufgezeichnet und sollen die Bibel vervollständigen. Nach Mohammed verkündet zwar auch die Bibel die Offenbarungen Gottes, aber eben nicht vollständig. Mohammed selbst fühlte sich als letzter und größter Prophet. Er erkennt auch Jesus an, aber nicht als Sohn Gottes, sondern nur als einen unter den vielen Propheten.
  2. Mohammed erklärte Mekka zur heiligen Stadt. Sie ist heute der Mittelpunkt des geistigen Lebens im Islam. Nach Mekka zu pilgern ist ein besonderes Verdienst. Jeder Moslem ist verpflichtet, einmal in seinem Leben eine solche Reise zu unternehmen, wenn der Weg sicher ist. In Mekka steht auch das Hauptheiligtum des Islam, die Kaaba.
  3. Die Lehre des Islam ist einfach, klar und lebensbejahend. Der Mensch im Islam ist unvollkommen und heilsbedürftig. Durch Glauben und gute Werke wird er gerettet. Es gibt eine Auferstehung und ein Weltgericht. Das Schicksal des Menschen ist von Allah bestimmt (= Kismet).

Die Gebote im Islam

Die Forderungen, die Mohammed an die Menschen stellt, sind auf ein Mindestmaß beschränkt. An die wichtigsten muß sich jeder gläubige Moslem (= Anhänger des Islam) halten.

  1. Bekenntnis eines einzigen Gottes
  2. fünfmal täglich nach Mekka beten
  3. Almosen geben
  4. fasten im Monat Ramadan
  5. einmal im Jahr nach Mekka pilgern

Dazu kommen noch einige Ergänzungen im Koran (z.B. die Enthaltung von allem Unreinen: Schweinefleisch, Alkohol). Das Fasten im Monat Ramadan dauert täglich vom Morgengrauen bis zum Einbruch der Dunkelheit. Das Gesetz des Islam beruht in erster Linie auf dem Koran.

Der Koran

Das heilige Buch des Islam ist der Koran, den der gläubige Moslem nur in arabischer Sprache liest. Der Koran enthält viele biblische und arabische Überlieferungen.

Der Koran beschreibt Allah als den höchsten Gott, der als Richter beim Jüngsten Gericht die Guten belohnt und die Schlechten bestraft. Paradies und Hölle werden in unzähligen bunten Bildern anschaulich dargestellt.

Die Stellung der Frau

Mohammed übernahm die arabischen Sitten, führte aber einige Verbesserungen zugunsten der Frau ein. So beschränkt er die Zahl der Ehefrauen auf vier. Er selbst allerdings hatte nach dem Tod seiner Frau Chadidscha neun Frauen, die ihm in einer besonderen Offenbarung erlaubt worden waren. Daß die Frau im Islam lange Zeit fast keine Rechte besaß, geht wohl nicht auf Mohammed selbst zurück, sondern auf spätere islamische Gesetzgeber.

Heute löst sich die Frau mehr und mehr aus dem Schatten des Mannes. Es gelingt ihr in vielen islamischen Ländern, in der Öffentlichkeit, im Beruf, in Wissenschaft und Politik hervorzutreten. Vielfach können Frauen bereits die höhere Schule besuchen und sich an Wahlen beteiligen. Aus wirtschaftlichen Gründen setzt sich im Orient auch die Einehe immer mehr durch.

Der Ehemann im Islam kann seiner Frau, wann immer er will, mit und ohne ihre Zustimmung, die Scheidung aussprechen. Er kann ihr auch verbieten, ohne seine Erlaubnis das Haus zu verlassen. Ist der Mann Moslem, so gehören automatisch die Kinder, die in der Ehe geboren werden, dem Islam an. Vor Gericht gilt die Aussage eines Mannes soviel wie die von zwei Frauen.

"Männer sollen vor Frauen bevorzugt werden (weil sie für diese verantwortlich sind), weil Allah auch die einen vor den anderen mit Vorzügen begabte und weil jene diese erhalten. Rechtschaffene Frauen sollen gehorsam, treu und verschwiegen sein, damit auch Allah sie beschütze. Denjenigen Frauen aber, von denen ihr fürchtet, daß sie euch durch ihr Verhalten erzürnen, gebet Verweise, enthaltet euch ihrer, sperrt sie in eure Gemächer und züchtigt sie."


Hinduismus

Ursprünge des Hinduismus

Der Hinduismus ist die älteste der bekannten großen Religionen. Etwa 3000 - 4000 v. Chr. sind am heiligen Fluß Ganges die sog Veden entstanden, das ist eine Sammlung von religiösen Liedern und Sprüchen.

Das heilige Buch der Hindus ist demnach die sog. Veda. Darin werden die verschiedenen Götter gepriesen und angerufen.

Aus einer Unzahl von Natur-, Familien- und Stammesgöttern sind die heutigen Götter Indiens herausgewachsen. Höchster Gott ist ein unpersönliches ES, das Brahman. Dieser höchste Gott Brahman erscheint in immer neuen Gestalten, in Göttern, Menschen und Tieren. Diese ständige Wiedergeburt nennt man Inkarnation. Deshalb kennt der Hindu diese unglaublich hohe Zahl an Gottheiten, etwa 330 Millionen.

Die wichtigsten Erscheinungsformen des Brahman sind:

  • Brahma der WELTSCHÖPFER,
  • Vishnu der WELTERHALTER,
  • Shiva der WELTZERSTÖRER.

Die Verehrung der Götter (= Kult)

Der Hindu sieht in allen Dingen, vor allem in den lebenden Wesen der Natur - in Mensch, Tier und Pflanze - das Brahman, die höchste Gottheit. Daraus wird die tiefe Verehrung der Tiere, besonders der Kuh verständlich. Gerade die Kuh leistet dem Menschen seit Jahrhunderten unschätzbare Dienste: als Zugtier zum Pflügen der Felder, als Milchspender und Brennstofflieferant (getrockneter Kuhdung gilt heute noch als Indiens wichtigstes Brennmaterial).

Am meisten verbreitet ist der Kult der Götter Vishnu und Shiva. Doch lassen die hohe Zahl der Götter und die fast unendlichen Möglichkeiten der Verehrung keine starren Gebote zu: es gibt keinen Moralkodex wie z.B. die 10 Gebote.

Das führte zur Entstehung vieler Sekten (= religiöse Splittergruppen). Diese Sekten üben untereinander und gegenüber anderen Gruppen und Religionen große Toleranz (= Duldsamkeit). So enthält der Hinduismus z.B. auch Bestandteile des buddhistischen, christlichen und des islamischen Glaubens.

Die Lehre des Hinduismus

Der Hindu glaubt, daß alles beseelte Leben dem Werden, Vergehen und dem ständigen Wandel zu immer Höherem unterliegt. Die Seele geht in immer neue Daseinsformen ein: in Pflanze, Tier, Mensch, Gott. Jede Tat des Menschen verleiht seiner Seele eine positive oder negative Prägung: das Karma. Diese Taten sind entscheidend für das nächste Leben. Die endgültige Erlösung erhofft der Hindu vom Aufgehen im Brahman.

Deshalb ist für den gläubigen Hindu der Tod das größte Ereignis seines Lebens, da er ja die Erlösung von der Wiedergeburt sein kann, wenn er mit Brahman eins geworden ist. Deshalb versucht jeder Hindu zumindest am Ende seines Lebens, in die heilige Stadt Benares zu gelangen, was die Menschen reinigt und schließlich zum Brahman führt.

Dem Aufbau nach ist der Hinduismus die einfachste aller Religionen. Im Gegensatz zum Christentum fehlen im Hinduismus einige wesentliche Dinge, die gerade unsere Gläubigkeit oft erschweren.

  1. ein oberster Gott (Brahman ist keine zentrale Autorität)
  2. die direkte göttliche Offenbarung (vgl. Christus, Bibel)
  3. die starren Gebote

Das religiöse Leben der Hindus

1. Das Ziel:

Das Ziel des Hindu ist, möglichst oft und lange eins zu werden mit Brahman. Die Einheit mit Brahman kann für den Hindu die Erlösung von der Wiedergeburt sein. Deshalb besteht ein Ideal des Hindu in der sog. Askese, das ist Enthaltsamkeit.

2. Der Weg:

Durch Yoga sucht der Hindu alle Sinneseindrücke auszuschalten, um die Einheit mit Brahman zu erreichen. (Yoga = körperliche Übungen).

Ein Yogatreibender heißt Yogi. Der gläubige Yogi entspannt sich in diesen alten, oft sehr schwierigen Übungen, er macht sich frei von Familie und Kaste, er verzichtet auf alle äußeren Dinge, um sich ganz in Gott vertiefen zu können. Dies nennt man Meditation. Die Meditation ist ein wesentlicher Bestandteil im Leben des gläubigen Hindu.

Die Kasten

Die Einteilung der indischen Gesellschaft in Kasten hat zwei Gründe:

a) geschichtlich:

2000 v. Chr. zogen hellhäutige Arier durch das Industal und zwangen der dunkelhäutigen Bevölkerung Indiens ihre Herrschaft und soziale Gliederung in ursprünglich vier Gruppen auf.

b) religiös:

Die Kasten sind die Auswirkungen der Wiedergeburt. Der Hindu kann erst durch den Tod in eine andere Kaste gelangen. Sein Leben entscheidet darüber, ob er im nächsten Leben auf- oder absteigt, d.h. ob er in eine höhere Kaste oder in eine niedrigere Kaste kommt.

Die Hauptgliederung der Kasten sieht folgendermaßen aus:

  1. Priester = Brahmanen
  2. Adelige und Krieger
  3. Bauern, Handwerker, Kaufleute
  4. Arbeiter

Der Rest zählt nicht mehr zu den Kasten, es sind die aus der normalen menschlichen Gesellschaft Ausgestoßenen, die Parias.

Auch heute noch haben die Kasten eine große soziale Bedeutung: Die einzelnen Kasten wohnen streng von den anderen Kasten in eigenen Wohnvierteln. Den Parias ist es fast nicht möglich, beruflich aufzusteigen, obwohl nach dem Gesetz jede Kastendiskriminierung verboten ist.


Der Buddhismus

I. Wer ist Buddha?

a) Seine Herkunft:

Viele Erzählungen über seine Herkunft gehören in den Bereich der Legende. Folgender Lebenslauf dürfte stimmen: Als Siddharta Gautama wird er um 560 v. Chr. im heutigen Nepal geboren. Von seiner Religion her ist Gautama Hindu. Als Sohn eines Häuptlings gehört er der Adeligen-Kaste an und wird in Glück und Reichtum erzogen.

Gautama: "Ich besaß drei Paläste, einen für den Herbst, einen für den Winter, einen für den Sommer. Und ich brachte die vier herbstlichen Monate im Herbstpalaste zu, von unsichtbarer Musik bedient, und stieg nicht vom Söller herab."

b) Unzufriedenheit mit dem Leben:

Gautama ist mit seinem häuslichen Glück nicht zufrieden und verläßt trotz Verbot des Vaters seinen Palast. Auf seiner Reise lernt er zum ersten Mal menschliches Leid kennen. Er begegnet Kranken, Greisen und Toten. Daraufhin kehrt er noch einmal nach Hause zurück, ist aber fortan von einer ständigen Unruhe begleitet. Deshalb verläßt er eines Tages seine Familie und lebt als Bettelmönch. Gautama ist zu diesem Zeitpunkt 29 Jahre alt. (Solche Bettelmönche erkennt man auch heute noch an ihrem Auftreten: sie sind kahlgeschoren und tragen ein safrangelbes Gewand).

c) Sein Ziel:

Gautama will den Sinn des Lebens entdecken, das sogenannte Welträtsel lösen. Das Welträtsel, das alle Religionen zu lösen versuchen, beinhaltet die Frage nach dem Leid in der Welt: woher kommt das Leid und das Elend? Warum gibt es Gute und Böse? Gautama übt mit fünf Hindu-Heiligen strenge Askese, fast bis zum Hungertod. Da er keine Antwort auf seine Fragen erhält, gibt er die Askese wieder auf. Empört verlassen ihn die fünf Heiligen.

Gautama sucht nun den Mittelweg zwischen Askese und üppigem Leben. In Meditationen wartet er auf die sog. Erleuchtung. Zunächst muß er noch vielen Versuchungen widerstehen, dann erhält er die erhoffte Erleuchtung und heißt seitdem Buddha, das ist der Erleuchtete.

Buddha zieht nun nach Benares, in den größten indischen Wallfahrtsort und trifft dort die fünf Heiligen. Er berichtet ihnen von seiner Erleuchtung und gewinnt sie als seine ersten Jünger. Mit diesen Heiligen stiftet Buddha zu Beginn seines Wirkens einen Mönchsorden. 15 Jahre lang zieht Buddha dann durch Indien und predigt die Erlösung des Menschen durch die Erleuchtung. Nachdem er seinen Schülern noch einmal die Vergänglichkeit alles Irdischen klargemacht hat, stirbt Buddha infolge einer Speisevergiftung.

"Vermeide jede böse Tat, vermehre guter Werke Saat. Beständig läutere den Geist, das ist der Weg, den Buddha weist."

II. Die Botschaft des Buddhismus

Der Buddhismus war eine Auflehnung gegen den althergebrachten Hinduismus (die indische Hauptreligion). Buddha wollte einer Menschheit helfen, die auf Erlösung vom Leid und Elend dieser Welt wartete.

Er lehnte die Einteilung in Kasten ebenso ab wie die totale Enthaltsamkeit (= Askese). Für ihn waren alle Menschen gleich.

a) Die Lehre von den vier edlen Wahrheiten

Hier zeigt Buddha die Ursache und die Heilung des menschlichen Leids auf. Das Leid zu beheben ist Buddhas größte Aufgabe.

  1. Überall ist Leid
  2. Ursache des Leides ist der Egoismus
  3. Ausschaltung des Leides durch Ausschalten des Egoismus
  4. den Weg dazu zeigt der achtfältige Pfad

b) Die Lehre vom achtfältigen Pfad

Dieser Pfad gibt dem Buddhisten praktische Vorschriften für sein Verhalten im Leben.

  1. rechtes Glauben
  2. rechtes Wollen
  3. rechtes Reden
  4. rechtes Tun
  5. rechtes Leben
  6. rechtes Streben
  7. rechtes Gedenken
  8. rechtes Sich-Versenken

Diese Grundvorschriften werden teilweise noch besser erläutert: oberster Grundsatz ist die Liebe zu Mensch und Tier. Keinem lebenden Wesen soll Leid angetan werden. Starke Betonung der Feindesliebe!

III. Nirwana - Das Ziel der Gläubigen

  1. Das Rad der Wiedergeburt zu brechen und damit das Nirwana zu erreichen, ist das Ziel des gläubigen Buddhisten. Er muß sich anstrengen und viele Leben durchlaufen, bis er zu diesem Ziel kommt. Da sich alles Irdische verändert, verzichtet der Buddhist weitgehend auf alle Bindungen dieser Welt.
  2. Das Nirwana ist nicht das gleiche wie der Himmel im Christentum. Das Christentum sieht im Himmel eine persönliche Gemeinschaft mit Gott, das Nirwana dagegen ist nur ein unpersönlicher Zustand, ohne Schmerz und Leid, ein Zustand der Ruhe und des Friedens.

IV. Buddha - Mensch oder Gott?

Buddha wird sehr selten als Gott verehrt. Für die meisten ist er als gewöhnlicher Mensch in das Nirwana eingegangen und somit zu einem Vorbild geworden. Verehrt wird aber nicht seine Person, sondern ein unpersönliches Prinzip, das in ihm Wirklichkeit geworden ist. Deshalb findet man von Buddha keine natürlichen Darstellungen. Nur für einige ist Buddha der Erlöser der Menschheit geworden. In den buddhistischen Tempeln werden viele Reliquien Buddhas verehrt. Hier zu beten und zu opfern ist auch ein besonderes Verdienst. Diese Tempel werden von den Mönchen erhalten und gepflegt.

V. Der Mönch - der ideale Mensch

Das vorbildliche Leben führt nur der Mönch. Er verzichtet auf alle Vorteile des Lebens, zeigt, daß nur der Weg zum Heil wichtig ist, und lebt deshalb meist in der Abgeschiedenheit des Klosters. Neben den allgemeinen Vorschriften gelten für ihn noch besonders drei Gebote:

  1. er muß ganz arm sein
  2. er darf keinem Wesen Leid zufügen
  3. er muß ehelos leben

Der Mönch hat nur ein Gewand und darf sich keine Nahrung kaufen. Er lebt nur von dem, was die Menschen ihm geben. Dem Mönch ein Almosen zu geben, ist ein großes Verdienst. In manchen Ländern (Thailand, Burma) leben fast alle jungen Männer für einige Wochen im Kloster. Für sie ist das ein Teil der Erziehung.

Quelle: unbekannt