Hingabe bei der Evangelisation

Richtlinien für Gruppenbibelstudien

"Ihr werdet aber die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welche auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa, Samarien und bis an das Ende der Erde" (APOSTELGESCHICHTE 1:8). Der Heilige Geist kam nicht nur zu uns, um uns Hingabe in einer Sprache zu geben, im Lobpreis und in Anbetung, sondern auch Hingabe zum Zeugnis. Die Auswirkungen unseres Erfülltseins mit dem Heiligen Geist dürfen nicht nur innerhalb der Gemeinde, sondern sollen auch außerhalb in Gottes Welt bemerkbar sein. Jesus sagte zu Seinen Jüngern nicht: "ihr seid das Salz der Gemeinde", sondern: "Ihr seid das Salz der Erde"; auch nicht: "Ihr seid das Licht der Gemeinde", sondern Er sagte: "Ihr seid das Licht der Welt" (MATTHÄUS 5:13-14).

Das erste Wort, welches wir von den Lippen Jesu hören, ist das Wort "Komm". Nicht lange danach werden wir, die wir auf diese erste Einladung reagiert haben, auch das Wort "Geh" hören. "Ich bin die Tür", sagte Jesus, "wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden" (JOHANNES 10:9). Wir werden nicht in eine religiöse Enklave berufen, sondern in eine Gemeinschaft, die hinausgeht, welche die Frohe Botschaft in eine Welt hinaustragen wird, die es so dringend nötig hat, sie zu hören. Lebst du als Zeugnis für Christus, so gut es dir möglich ist? Wenn nicht, warum sollte man nicht offen über die Hindernisse reden? Andere haben vielleicht Erfahrungen, die dir helfen können.

Untersuchen wir einmal die "GEH"-BEFEHLE VON JESUS:

"Gehe hin und verkündige" (MARKUS 5:19)

Hier geschah eine außergewöhnliche Bekehrung. Ein Mann, der unbezähmbar gewesen ist, besessen von einem widerlichen Geist und der zwischen Gräbern lebte, ist jetzt anständig gekleidet und völlig vernünftig. Was für eine Geschichte, die er da zu erzählen hatte, und Jesus wollte, daß er sie erzählte. Der Mann wäre gerne mit Jesus durch das Land gereist, um sein Zeugnis zu erzählen, aber wohin hat Jesus ihn gesandt? - zu seinen eigenen Leuten, um ihnen zu erzählen, was der Herr für ihn getan hatte.

Das Zuhause ist ein Platz, wo wir niemanden täuschen können, wo wir jeden Tag beobachtet werden. Es mag nicht das leichteste evangelistische Gebiet sein, aber es ist sehr lohnend. "Wir können sehr wohl an der Realiät einer Segnung zweifeln", sagte Hudson Taylor, "wenn sie es uns nicht erleichtert, freundlicher und liebevoller miteinander umzugehen, vor allen Dinge zu Hause." Kleine Gruppen könnten beschließen, für Familienmitglieder zu beten, die nicht gerettet sind.

"Gehe hin und zeige dich" (LUKAS 5:14)

Der Mensch, der wirklich wiedergeboren ist, hat etwas zu zeigen, und dieses Etwas wird der genauesten Prüfung standhalten. Zeugnis zu sein heißt nicht einfach clever zu sein. Es kennt nicht alle Antworten. Glücklich ist der Mensch, der sagen kann: "... eines aber weiß ich: daß ich blind war und bin nun sehend" (JOHANNES 9:25). Diese Männer waren aussätzig, und es war offensichtlich, daß sie nicht gereinigt waren. Die Welt wartet nicht darauf, nur irgend etwas zu hören. Sie wartet darauf, etwas zu sehen.

"Gehet hin und lernet" (MATTHÄUS 9:13)

Die Absicht der biblischen Lehre besteht nicht darin, Intellektuelle hervorzubringen. Sie besteht darin, vernünftige, ausgeglichene Christen hervorzubringen die wissen, was Gottes Plan in allen Dingen ist. Es sind nicht die Gesunden, sondern die Kranken, die einen Doktor brauchen. Gott möchte barmherzig sein. Die Traditionalisten zur Zeit Christi verbrachten ihre ganze Zeit damit, über unwesentliche Dinge zu diskutieren. Indem sie dies taten, verfehlten sie den ganzen Zweck des Kommens Christi. Laß die Gruppe hier eine Pause machen, um Schriften beizutragen, die dabei helfen, Menschen zu Christus zu führen.

"Gehe hin und tue" (LUKAS 10:37)

Welch großartige Lektionen persönlicher Evangelisation können in dieser Geschichte gefunden werden, die Jesus vom barmherzigen Samariter erzählte (vgl. LUKAS 10:30-37):

Er ging hinaus auf die offene Straße. Wir werden niemals Leute für Christus gewinnen, indem wir in der Kirche sitzen und darauf warten, daß sie hineinkommen.

Er hatte Augen, um die Nöte eines Menschen zu sehen. Um uns herum gibt es überall Nöte. Nicht nur Nachbarn, Kollegen, Geschäftsleute, sondern Männer und Frauen, welche Satan entblößt und beraubt hat.

Er hatte Mitleid. Die "Fachleute" waren zu beschäftigt mit ihren religiösen Pflichten und Übungen. Lies über das Mitleid von Jesus (MATTHÄUS 15:32; MATTHÄUS 20:34; LUKAS 7:13). Bete für eine aufrichtige Liebe zu den Menschen.

Er verband seine Wunden. Die ganze Zeit, während er dies tat, setzte er sich der gleichen Gefahr der lauernden Banditen aus, die diesem armen Mann gedroht hatten, dem er zu helfen versuchte.

Er begoß ihn mit Öl und Wein. Es war eine gute Sache, daß er etwas davon mit sich trug. Trägst du einen Vorrat an Gnade mit dir?

Er hob ihn auf sein eigenes Tier. Das bedeutete, daß er laufen mußte, während er vorher geritten war. Aus dem von Banditen heimgesuchten Land mußte er nun weggehen, anstatt zu reiten. Er mußte laufen, während er das Gewicht eines halbtoten Mannes stützte. Seelen zu gewinnen hat selten etwas mit Bequemlichkeit zu tun.

Er gab zwei Tagelöhne aus. Das hieß, in die Tasche zu langen. Errettung endet nicht damit, neue Bekehrte zu gewinnen. Es ist alles verbunden mit der Fürsorge nach der Bekehrung. Jesus sagt zu dir und zu mir: "So gehe hin und tue desgleichen."

"Gehe hin und lade ein" (MATTHÄUS 22:9)

Das Fest ist angerichtet. Das Essen ist aufgedeckt. Der Empfang ist vorbereitet. Aber viele, die eingeladen worden sind, werden nicht kommen. Einige lächeln höhnisch über die Einladung. Einige sind zu beschäftigt mit geschäftlichen Interessen. Andere dagegen sind aggressiv eingestellt. Die Geschichte in den Versen 1 bis 6 ist allzu bekannt. Aber die Einladungen müssen weiterhin auf den Autobahnen verteilt werden, auf die Hauptverkehrsstraßen, an den Kreuzungen und Straßenecken.

Jeder muß eingeladen werden, die Guten und die Schlechten. Das Evangelium ist nicht nur für nette Leute. Es ist in der Lage, widerliche Menschen zu liebenswerten zu machen. Der König möchte, daß die Brauthalle mit Gästen vollgestopft ist. Er ist in der Lage, den Rest zu tun.

Jesus hat Seinen Jüngern niemals etwas zu tun befohlen, das Er nicht selbst tat. Wenn du die Reisen von Jesus in den Evangelien nachverfgolgst, wirst du erstaunt sein, welch große Distanzen Er zu Fuß zurückgelegt hat. "Laßt uns in die nächsten Städte gehen", war Sein Wort an Seine Jünger, "daß ich daselbst auch predige" (MARKUS 1:38).

Es gibt verschiedene Typen der Evangelisation. Alle davon haben ihre Notwendigkeit, alle haben ihre Vorzüge und ergänzen sich und stehen nicht im Wettbewerb zueinander:

Massenvangelisation: Die Großveranstaltung, die sorgfältige Nacharbeit erfordert, wenn sie bleibende Frucht bringen soll.

Literaturevangelisation: So erfolgreich durch falsche Religionen ausgenutzt.

Radioevangelisation: erreicht oft Gebiete, die andere Formen der Evangelisation nicht erreichen können.

Zellevangelisation: Der Kommunismus war damit sehr erfolgreich. Nun haben Hausgruppen damit gute Erfolge erzielt.

Evangelisation von Tür zu Tür: Vollständig durch die Mormonen und Zeugen Jehovas ausgenutzt.

... und andere Formen, aber die bei weitem effektivste Form von allen ist die persönliche Evangelisation, wo ein jeder eine Seele gewinnt. Die größte Lüge, die der Teufel der Kirche je erzählt hat, ist, daß der Pastor für die Bekehrungen zuständig ist. Sprecht darüber, wie ihr erfolgreichere Seelengewinner werden könnt. Ist eure Gruppe berteit, Neulinge Willkommen zu heißen? Seid ihr glücklich damit, die Gruppe aufzuteilen, wenn die Mitgliederzahlen zu groß werden? Laßt uns mit Freude an die Worte der vier Leprakranken in 2. KÖNIGE 7:9 (KJV) denken: "Wir tun unrecht: dies ist ein Tag guter Botschaft, und wir sind stille."

Alfred F. Missen

Quelle: Redemption Tidings