Heirat – Scheidung – Wiederheirat

HEIRAT

„Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ (1. MOSE 2:24)

„Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der, der im Anfang den Menschen gemacht hat, sie schuf als Mann und Frau und sprach: Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein? So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ (MATTHÄUS 19:4-6)

1. MOSE 2:18, MATTHÄUS 19:5, MARKUS 10:6-9, EPHESER 5:31

In diesen Versen zeigt die Bibel, daß die Bande in einer Ehe stärker sind als die Liebe und Bande innerhalb einer Familie. Gott selbst fügt diejenigen zusammen, die die Ehe eingehen.

Wir sollen „verlassen“ und „anhangen“. Das hebräische Wort für „anhangen“ im Alten Testament ist dabaq, was Strong’s Concordance als „festbleiben, haften (fest zusammen), dicht nachfolgen (nahe daran), sich vereinigen (zusammen), halten (fest), einholen, dicht verfolgen, kleben, ergreifen“ definiert. Im Griechischen des Neuen Testaments ist es das Wort proskollao, was nach Strong „an etwas haften, d.h. (fig.) kleben: anhangen, verbinden (sich selbst)“ bedeutet.

Wenn zwei Menschen heiraten, werden sie ein Fleisch (das wird vom Ehepaar vollzogen) und darüber hinaus ein Geist (das vollzieht Gott – siehe MATTHÄUS 19:6). Nachdem ein Paar ein Geist und ein Fleisch geworden ist, verbringen sie den Rest ihres Ehelebens damit, eine Seele zu werden. Und hier fangen die Probleme an!

Zum Beispiel waren die Probleme, die Adam und Eva in ihrem Leben erfuhren, weder geistigen noch körperlichen Ursprungs. Der eigentliche Grund ihres Falls war seelisch – sie glaubten Satan mehr als Gott. Ihre Sünde war eine selbstsüchtige, verstandesmäßige Entscheidung, die Gott (aufgrund des Ungehorsams) mißfiel.

Wir bestehen aus Körper, Geist und Seele, und deshalb bedeutet die Ehe aus christlicher Perspektive nicht nur die Vereinigung zweier Körper, sondern die Vereinigung von zwei geistigen Wesen. Aus diesem Grund muß die Ehe von zwei Menschen geschlossen werden, die wiedergeboren sind; andernfalls wird ein lebendiger Geist mit einem toten Geist „vereinigt“. Paulus warnt die Christen „Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen ...“ (2. KORINTHER 6:14)

Die wirkliche Bedeutung der Ehe liegt darin, daß ein Mann und eine Frau sowohl miteinander als auch mit ihrem Schöpfer eins werden. Daher ist die Ehe in den Augen Gottes ein lebenslanger Bund. In MALEACHI 2:15 warnt Gott verheiratete Leute mit diesen Worten: „... sehet euch vor vor eurem Geist und verachte keiner das Weib seiner Jugend“ – und zeigt, daß die Ehe eine GEISTIGE VEREINIGUNG ist.

SCHEIDUNG

Webster’s Dictionary definiert Scheidung als eine „Trennung ... sich abwenden und verschiedene Wege gehen ... 1) Juristisch: eine rechtliche Auflösung des Ehebundes, oder die formale Trennung von Ehemann und Ehefrau durch ein Gericht. 2) Trennung; Spaltung von Dingen, die fest miteinander verbunden sind.“ Diese Definition steht im Einklang mit der lexikalischen Definition der Ehe. Mit einer derartigen Definition im Hinterkopf werden wir dazu konditioniert, Scheidung als etwas anzusehen, das im Gerichtssaal und im Rahmen des Gesetzes stattfindet. Nach der biblischen Lehre über die Ehe erfolgt eine Scheidung jedoch nicht vor Gericht durch das Gesetz: Scheidung ist etwas, das im Geist durch Sünde vollzogen wird. Was vor Gericht passiert, ist lediglich eine Manifestation dessen, was sich bereits im Geist der beteiligten Individuen abgespielt hat.

SCHEIDUNG UNTER DEM GESETZ DES ALTEN TESTAMENTS

„Wenn jemand ein Weib nimmt und ehelicht sie, und sie nicht Gnade findet vor seinen Augen, weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat, so soll er einen Scheidebrief schreiben und ihr in die Hand geben und sie aus seinem Haus entlassen. Wenn sie dann aus seinem Hause gegangen ist und hingeht und wird eines andern Weib, und der andere Mann ihr auch gram wird und einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und sie aus seinem Hause läßt, oder so der andere Mann stirbt, der sie sich zum Weibe genommen hatte: so kann sie ihr erster Mann, der sie entließ, nicht wiederum nehmen, daß sie sein Weib sei, nachdem sie unrein ist, – denn solches ist ein Greuel vor dem HERRN –, auf daß du nicht eine Sünde über das Land bringst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gegeben hat.“ (5. MOSE 24:1-4)

Etwas Schändliches an ihr:
Strong’s Concordance erklärt diesen Ausdruck mit „Nacktheit, Schande, Schandfleck“, und das Hebrew-English Lexicon fügt „unanständiges Benehmen“ hinzu. Manche Leute schließen daraus, daß „Schändliches“ in diesem Vers Ehebruch oder Unzucht bedeutet. Doch im Neuen Testament konfrontierten die Juden Jesus mit dem Thema Ehe und Scheidung, da sie es bereits als schändlich ansahen, sobald eine Frau ihrem Mann in irgendeiner Weise mißfiel.

JESU ANTWORT AUF SCHEIDUNG

„Es ist auch gesagt: Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Hurerei, der macht, daß sie Ehebruch begeht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.“ (MATTHÄUS 5:31-32)

„Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sprachen zu ihm: Ist’s erlaubt, daß sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheide? ... Da sprachen sie: Warum hat denn Mose geboten, ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen wegen eurer Herzenshärtigkeit; von Anfang an aber ist’s nicht so gewesen. Ich sage euch aber: Wer sich von seiner Frau scheidet – es sei denn wegen Hurerei – und heiratet eine andere, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.“ (MATTHÄUS 19:3,7-9)

Jesus zeigt eine erschreckende Verbindung zwischen Scheidung und Ehebruch sowie auch zwischen Wiederheirat und Ehebruch. Er sagt, daß Scheidung, sofern sie nicht wegen Unzucht geschieht, EHEBRUCH ist. Vor dem Hintergrund, daß das alttestamentliche Gesetz die Todesstrafe für Ehebruch vorsieht, meint Jesus hier, daß „jede geschiedene oder wieder-verheiratete Person zu Tode gesteinigt werden soll“?

DIE DEFINITION VON EHEBRUCH

„Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau zu ihm, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du?“ (Wir kennen alle die Antwort Jesu, die zu den Versen 10 und 11 führt) „... Frau, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt? Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige nicht mehr!“ (JOHANNES 8:3-5)

Websters Lexikon definiert Ehebruch als: „1) Schändung des Ehebetts; Geschlechtsverkehr eines verheirateten Mannes mit einer Frau, die nicht seine Ehefrau ist, oder zwischen einer verheirateten Frau und einem Mann, der nicht ihr Ehemann ist. Ehebruch ist ein weitverbreiteter, legitimer Grund für Scheidung. 2) In der Bibel: alle Arten von Lüsternheit oder Unkeuschheit; auch Götzendienst und Abtrünnigkeit.“

Gemäß der obigen Schrift annulliert der neue Bund die Sünde des Ehebruchs zwar nicht, gewährt jedoch Vergebung für denjenigen, der sich ihrer schuldig macht. Ein weiteres Beispiel ist das Gespräch Jesu mit der Frau, die fünfmal verheiratet war (siehe JOHANNES 4:5-30). Jesus Christus verdammte sie nicht! Dies ist der Punkt, der von Christen hervorgehoben werden muß. Neben der Existenz und Bestrafung von Sünde lernen wir, die Vergebung von Sünde gemäß der Einstellung und Bußfertigkeit einer Person zu betonen und zu praktizieren.

Viele Menschen definieren Ehebruch heutzutage streng als außerehelichen Geschlechtsverkehr und sehen die einzige Ausnahme im Fall einer Witwe oder eines Witwers, der ohne Bestrafung wieder heiraten darf (vorausgesetzt, daß er oder sie jemanden heiratet, dessen Ehepartner gestorben ist oder der niemals vorher verheiratet war). Gemäß dieser Definition ist jede Person, die erneut heiratet, des Ehebruchs schuldig, es sei denn, sie ist Witwe oder Witwer. Dies führt sogar so weit, daß Leute sagen: „Es ist in Ordnung, wenn eine geschiedene Person wieder heiratet – solange sie keinen Verkehr haben. Das wäre Ehebruch!“ Hier wird die Bibel verdreht!!

Was ist dann wirklich Ehebruch? Die Bibel geht über den physischen Aspekt hinaus und offenbart zwei grundsätzliche Bedeutungen des Wortes „Ehebruch“: 1) Sexuelle Beziehungen außerhalb der Ehe; 2) Abtrünnigkeit, was bedeutet, von Gott abzufallen, die Gemeinschaft mit Gott abzubrechen, seinen Glauben oder seine Überzeugung aufzugeben, oder wörtlich, „sich in unterschiedlicher Intensität zu distanzieren.“

In MATTHÄUS 5:32 sagte Jesus: „Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Hurerei, der macht, daß sie Ehebruch (griech. = moichao) begeht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe (moichao).”

Alle neutestamentlichen Wörter, die sich auf Ehebruch beziehen, stammen von derselben Wurzel, die entweder mit „Ehebruch“ oder „Abtrünnigkeit“ übersetzt werden kann.

Welche dieser beiden Bedeutungen hatte Jesus in MATTHÄUS 5:32 und MATTHÄUS 19:9 im Sinn? Bezog Er sich wortwörtlich auf Ehebruch (sexuelle Untreue) oder im übertragenen Sinne auf Abtrünnigkeit (dem Abfallen von oder dem Zerbrechen der Gemeinschaft mit Gott)?

Wenn eine Frau wegen Unzucht von ihrem Mann geschieden wurde, dann war sie bereits von Gott abgefallen. Sie zerstörte die Gemeinschaft mit Ihm in dem Moment, als sie Ehebruch beging. Wenn sich allerdings ein Mann von seiner Frau scheiden ließ, obwohl sie keine Unzucht begangen hatte, dann war er es, der des Ehebruchs schuldig war, indem er sie mit ihrem darauffolgenden Ehepartner abtrünning werden ließ.

ZUSAMMENFASSUNG

Viele Menschen, die durch eine Scheidung gegangen sind, leiden unnötigerweise. Sie glauben, daß Gott ihnen nicht vergeben kann, weil ihnen wiederholt gesagt wurde, daß sie „in Ehebruch” und „in Sünde“ leben. Es gibt auch viele wiedergeborene, geisterfüllte Christen, die Gott von ganzem Herzen lieben und ernsthaft glauben, daß sie aufgrund ihrer Scheidung und Neuheirat jedes Mal Gott um Vergebung bitten müssen, wenn sie mit ihrem neuen Partner intim werden, da sie Ehebruch begehen.

In einer so ernsten Angelegenheit, die so weitreichende Folgen hat, MÜSSEN WIR SORGFÄLTIG DEN KONTEXT DER AUSSAGEN UNTERSUCHEN, AUF DIE WIR EINE LEHRE AUFBAUEN!

Angesichts der Liebe und Vergebung eines gnädigen Gottes, „welcher uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2. KORINTHER 3:6), „… wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. KORINTHER 3:17), muss die Situation angemessen beurteilt werden.

IST DIE WIEDERHEIRAT UNBIBLISCH?

Schauen wir uns noch einmal MATTHÄUS 5:32 an:

„Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Hurerei, der macht, daß sie Ehebruch begeht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.“

Dieser Abschnitt läßt auf zwei Dinge schließen:
1) Eine Person, die sich – wegen Unzucht – von ihrem Ehepartner scheidet ist nicht des Ehebruchs schuldig. Der Kontext macht deutlich, daß Unzucht, d.h. sexuelle Untreue, der einzige Grund ist, der eine Scheidung rechtfertigen kann.
2) Eine Person, die sich von ihrem Partner aus irgendeinem anderen Grund als Unzucht scheidet, macht sich schuldig, diese Person zum Ehebruch zu verleiten (und jede, die die geschiedene Person heiratet).

Wann also findet der Ehebruch tatsächlich statt? Oder, wenn eine Scheidung nicht gerechtfertigt ist, wann genau liegt Ehebruch vor? Wenn die geschiedene Partei wieder heiratet? Was ist, wenn er oder sie nicht erneut heiratet? Sieh dir MATTHÄUS 5:32 genau an. Jesus sagte nicht „Wer sich von seiner Frau scheiden läßt, es sei denn wegen Hurerei, der macht, daß sie Ehebruch begeht, wenn sie wieder heiratet.“ Er deutete dies nicht einmal an. Er sagte lediglich, daß ein Mann, der sich ohne einen legitimen Grund von seiner Frau scheidet, sie dazu bringt, Ehebruch zu begehen. Nach Jesu Worten ist die Frau schuldig, selbst wenn sie niemals wieder eine intime Beziehung oder Sex hat, solange sie lebt.

Manche versuchen diesen Abschnitt zu erklären, indem sie sagen, die Frau wäre genötigt, Ehebruch zu begehen, da sie wegen des Verlusts ihres intimen Partners jetzt andere Männer begehren würde. Aber Jesus hat nicht gesagt, daß ein Mann, der sich ohne legitimen Grund von seiner Frau scheidet, sie zur Lüsternheit treibe. Er sagte, daß er sie zum Ehebruch treibt.

AUF WELCHE ANDERE WEISE KÖNNTE SIE DANN EHEBRUCH BEGEHEN, AUSSER DASS SIE ANDERE MÄNNER BEGEHRT? Könnte es sein, daß Jesus nicht von körperlichem, sexuellem Ehebruch sprach, sondern sich vielmehr auf geistige Abtrünnigkeit bezog? (Siehe den Beweis von Seite 3)

Könnte Jesus gemeint haben, daß ein Mann, der sich ohne guten Grund von seiner Frau trennt, zugleich auch ihre Gemeinschaft mit Gott zerstört? Könnte dieses Auseinanderreißen, dieses Trennen von zwei menschlichen Geistern, eine solche geistige Umwälzung verursachen, daß die Gemeinschaft der Frau mit Gott eine Zeitlang unterbrochen wird? Ist es möglich, daß die geistige Vereinigung zwischen einem Ehemann und einer Ehefrau so tief ist, daß ein Zerbrechen dieser Einheit gleichzeitig die Einheit mit ihrem Schöpfer zerbricht?

Dies würde sowohl Jesu Reaktion gegenüber der Frau erklären, die beim Ehebruch ertappt wurde, als auch Seine Reaktion gegenüber der Frau am Brunnen. In beiden Fällen stellt man fest, daß Er sich mehr um ihre Beziehung zum Vater sorgte als um ihre körperliche Beziehung. Ist dir jemals aufgefallen, daß Jesus in JOHANNES 8 kein einziges verdammendes Wort zu der Frau sprach, die direkt beim Ehebruch ertappt worden war? Er erwähnte ihre sündige Tat oder ihren Partner nicht einmal. Er sagte nur: „... gehe hin und sündige nicht mehr!“ (Vers 11). Beachte auch Jesu Kommentare zu der Frau am Brunnen in JOHANNES 4. Obwohl Er der Tatsache Aufmerksamkeit zollte, daß sie fünf Ehemänner gehabt hatte und jetzt mit dem sechsten lebte, welcher vom Gesetz her nicht ihr Ehemann war, sprach Jesus mehr über ihre Beziehung zu Ihm, als über ihre ehelichen (und außerehelichen) Beziehungen.

Jesus hieß die Sünde niemals gut. Er predigte kompromißlos das göttliche, mosaische Gesetz und richtete es an die Herzen, die Gedanken und den Verstand der Menschen. Er erklärte, daß schon ein lüsterner Gedanke einen Menschen des Ehebruchs schuldig macht und schockierte die heuchlerischen Pharisäer Seiner Zeit mit der Feststellung, daß jede Scheidung, die nicht wegen Unzucht geschieht, Ehebruch bedeutet. Christus erfüllte das Gesetz und gab jeder Person, die gerettet werden wollte, klare Anweisungen. Gleichzeitig war es Sein Ziel, die Menschen wiederherzustellen und dazu zu bringen, Buße zu tun, „nicht mehr zu sündigen“ und Ihm nachzufolgen. Das Neue Testament lehrt eindeutig, daß es Vergebung für Scheidung, Unzucht und Ehebruch gibt und daß keine Sünde existiert, die jemandem, der Buße tut, nicht vergeben werden kann.

IST WIEDERHEIRAT SÜNDE?

„… und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.“ (MATTHÄUS 5:32)

Die Frage ist hier: welche Art von Ehebruch? Sex innerhalb einer erneuten Ehe wurde automatisch als Ehebruch eingeordnet. Die Bibel sagt jedoch nicht, daß erneutes Heiraten Sünde ist (siehe 5. MOSE 24:1-4), oder daß ein wiederverheiratetes Paar, sobald es eine sexuelle Beziehung hat, Ehebruch begeht.

Eine Scheidung ändert die Bedürfnisse und Wünsche nicht, aufgrund derer die Ehe eingesetzt wurde. Wenn jemand zu Unrecht verlassen wurde, wie soll er oder sie dann Unzucht vermeiden? Wenn Sex in einer erneuten Ehe automatisch falsch ist, wenn es genauso Sünde ist wie Sex außerhalb der Ehe, wozu dann überhaupt wieder heiraten? Warum nicht alle sexuellen Wünsche ohne die Notwendigkeit oder Verantwortung der Ehe erfüllen?

Wenn der einzige Zeck der Ehe darin besteht, eine legitime Befriedigung des natürlichen Sexualtriebs zu gewährleisten, warum sollte Gott dann diese Erfüllung Menschen vorenthalten, die gegen ihren Willen geschieden wurden? Was ist mit denen, deren Scheidung nicht gegen ihren Willen war? Sind sie für immer dazu verdammt, wegen ihrer gescheiterten Ehe „in Sünde zu leben“? Würde ein liebender und vergebender Vater einer geschiedenen Person, ob nun schuldig oder unschuldig, nicht lieber erlauben, ihren natürlichen Sexualtrieb mit einem gesetzlich verheirateten, zweiten Partner zu befriedigen, anstatt mit Lust zu „brennen“ (1. KORINTHER 7:9, KJV)?

PAULUS’ SICHT VON EHE UND SCHEIDUNG

„Wißt ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasset euch nicht verführen! Weder Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Weichlinge noch Knabenschänder noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben.“ (1. KORINTHER 6:9-10)

Wenn jemand durch Scheidung zum Ehebrecher wird und er nichts tun kann, um diesen Zustand zu ändern, dann ist er verdammt und kann das Königreich Gottes nicht ererben. Aber was ist, wenn die Person in dieser Angelegenheit keine Wahl hatte? Was, wenn diese Person die Trennung nicht wollte? Ist diese Person aufgrund der Entscheidung eines anderen dennoch dazu bestimmt, den Himmel zu verfehlen? Das hört sich nicht wie der Gott an, dem wir dienen. Gott zwingt niemanden in eine Situation, die ihn dazu bringt, Ehebruch zu begehen, um ihn dann für alle Ewigkeit dafür zu verdammen.

Viele Menschen haben versucht, ihre Ehe wiederherzustellen. Manchmal funktioniert es, doch oft klappt es nicht. Und da Jesus offensichtlich nicht gekommen ist, um Gesetze einzuführen, warnt Er uns vor den Konsequenzen, die sich ergeben, wenn wir unser Leben nicht so führen, wie Er es beabsichtigt hatte. Vor diesem Hintergrund:

„Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unseres Gottes.“ (1. KORINTHER 6:11)

Dies gibt uns natürlich keinen Freibrief, uns nach Belieben scheiden zu lassen und wieder zu verheiraten!!!

„Was wollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, auf daß die Gnade um so mächtiger werde? Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde abgestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben?“ (RÖMER 6:1-2)

Wir dürfen die Gnade und Vergebung Gottes nicht leicht nehmen!!!

„Wieviel ärgere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes unrein geachtet, durch welches er geheiligt wurde, und den Geist der Gnade geschmäht hat?“ (HEBRÄER 10:29)

Paulus’ Lehre über Scheidung und Heirat harmonisiert perfekt mit dem, was bisher durch Jesu Lehre dargelegt wurde.

„Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt, so ist es für den Menschen gut, daß er keine Frau berühre. Aber um der Hurerei willen habe ein jeglicher seine eigene Frau, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann.“ (Eine Anweisung für Unverheiratete) (1. KORINTHER 7:1-2)

Jesus und Paulus lehrten auch dasselbe über den „Eunuchen“, welcher sich entscheidet, ledig zu bleiben:

Jesus sagte: „… Das Wort vermögen nicht alle zu fassen, sondern nur die, denen es gegeben ist ... Wer es fassen kann, der fasse es!“ (MATTHÄUS 19:11-12)

Paulus sagte: „Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so laßt sie heiraten; denn es ist besser, zu heiraten als zu brennen.“ (1. KORINTHER 7:9, KJV)

Paulus bestärkte auch Christi Warnungen an Verheiratete: „Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß die Frau sich nicht scheide von dem Manne – wenn sie aber doch geschieden ist, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich mit dem Manne – und daß der Mann seine Frau nicht entlasse.“ (1. KORINTHER 7:10-11).

Wir müssen erkennen, daß Paulus die Gläubigen ermahnt, sich nicht scheiden zu lassen. Ist eine Scheidung unumgänglich, so sollen sie sich – soweit möglich – mit ihrem Partner wieder versöhnen. Das hat erste Priorität. Der eigentliche Hauptgrund, nach einer Scheidung unverheiratet zu bleiben, ist die Möglichkeit einer Versöhnung mit dem früheren Partner.

ANDERE ANSICHTEN ÜBER SCHEIDUNG UND WIEDERHEIRAT IN VERSCHIEDENEN KIRCHEN HEUTZUTAGE

Was lehren die verschiedenen modernen Kirchen über Scheidung und Wiederheirat, und welchen praktischen Rat geben sie?

1. „KEINE SCHEIDUNG & KEINE WIEDERHEIRAT“ = römisch-katholisch

Die Ehe wird als etwas betrachtet, daß niemals und unter keinen Umständen getrennt werden darf (die einzige Ausnahme bildet der Tod eines Ehepartners). Konsequenterweise sind sowohl Scheidung als auch die Wiederheirat strikt verboten.

2. „SCHEIDUNG, ABER KEINE WIEDERHEIRAT“ = patriarchalisch (von den frühen Kirchenvätern)

Nach dieser Sichtweise ist Scheidung unter bestimmten Umständen erlaubt (z.B. Ehebruch, MATTHÄUS 5:32; MATTHÄUS 19:9). Ein geschiedener Christ hat jedoch nur zwei Möglichkeiten: Entweder wieder mit dem Partner versöhnt zu werden oder unverheiratet zu bleiben (1. KORINTHER 7:11). Obwohl die Bibel lehrt, daß nicht jede Person in der Lage ist, allein zu bleiben (siehe MATTHÄUS 19:11-12; 1. KORINTHER 7:9) – würde eine erneute Heirat nach dieser Sichtweise niemals erlaubt werden.

3. „SCHEIDUNG & WIEDERHEIRAT WEGEN EHEBRUCH & VERLASSEN DES PARTNERS“ = durchschnittlich protestantisch

Hier wird gelehrt, daß Gott eine Scheidung und Wiederheirat im Fall von Ehebruch oder des Verlassens des Partners erlaubt. Die Sünde und Verantwortung liegt ausschließlich bei dem Partner, der den Ehebruch begeht oder die Beziehung abbricht. Dem anderen wird keine Schuld angelastet, und gemäß 1. KORINTHER 7:15 kann er sich scheiden lassen und wieder heiraten (sofern alle Versöhnungsversuche scheitern).

Einer Person, die ein Eheverhältnis abgebrochen hat, dabei bußfertig ist, dem Herrn folgen und eine andere Beziehung aufbauen will, würde dies nicht erlaubt werden, trotz der Verse über Wiederherstellung, welche Gott durch Jesus Christus bereithält.

4. „SCHEIDUNG & WIEDERHEIRAT AUS VERSCHIEDENEN GRÜNDEN“ = liberal

Scheidung und Wiederheirat werden in allen Fällen von „Herzenshärtigkeit“ (MATTHÄUS 19:8) als gerechtfertigt betrachtet. Zum Beispiel beinhaltet dies geistigen oder körperlichen Mißbrauch, emotionalen Rückzug, wiederholten Ehebruch und andere Probleme, die dazu führen, daß die Ehe nicht funktioniert. Es wird dem Ehemann und seiner Frau vollkommen freigestellt, den Zeitpunkt ihrer Scheidung festzusetzen, und beide haben das volle Recht, erneut zu heiraten.

Diese Ansicht ist so liberal, daß jeder noch so kleine Grund ausreichend wäre, sich scheiden zu lassen – was mit der Bibel selbstverständlich nicht gerechtfertigt werden kann.

ZUSAMMENFASSUNG – EHE, SCHEIDUNG & WIEDERHEIRAT

1. MOSE 2:24 Die EHE ist ein BUND, bei dem Gott den Geist des Mannes mit dem der Frau verbindet, damit sie eins werden. Dieser Bund muß unter allen Umständen erhalten werden (MATTHÄUS 19:6).
 
1. KORINTHER 7:2 Die EHE erfüllt das sexuelle Verlangen und ist von Gott eingesetzt, um gottesfürchtige Kinder aufzuziehen (MALEACHI 2:15).
 
3. MOSE 20:10 EHEBRUCH wurde im Alten Testament schwer bestraft; der Ehebrecher und die Ehebrecherin mußten GETÖTET WERDEN (MATTHÄUS 5:28).
 
1. KORINTHER 6:11 BEI DER BEKEHRUNG WERDEN ALLE SÜNDEN ABGEWASCHEN, einschließlich Ehebruch, Unzucht oder Scheidung – es gibt keinen Unterschied zu anderen Sünden wie Diebstahl oder Drogensucht.
 
MALEACHI 2:16 GOTT HASST SCHEIDUNG – ES SOLLTE ALLES UNTERNOMMEN WERDEN, UM EINE VERSÖHNUNG HERBEIZUFÜHREN (1. KORINTHER 7:11).
 
MATTHÄUS 5:32 UNZUCHT / EHEBRUCH ist der einzige akzeptable Grund für eine Scheidung!
 
MATTHÄUS 19:9 UNGERECHTFERTIGTE SCHEIDUNG bedeutet, „Ehebruch zu begehen“. Bei einer Wiederheirat bedeutet es, „Ehebruch gegen“ den Partner zu begehen, von dem man sich getrennt hat (MARKUS 10:11) und ihn gleichzeitig „zum Ehebruch zu nötigen“ (MATTHÄUS 5:32), ebenso wie die Person, die den ehemaligen Partner heiratet (LUKAS 16:18).
 
MARKUS 10:11 EHEBRUCH ist die Übersetzung eines Wortes, das auch ABTRÜNNIGKEIT (Abfallen von Gott) bedeutet – wenn das, was Gott zusammengefügt hat, ungerechtfertigt getrennt wird, so hat dies geistigen Einfluß auf das Opfer der illegitimen Scheidung, welches somit teilhat an dem Ehebruch bzw. der Abtrünnigkeit.
 
1. KORINTHER 7:12 f. EIN CHRIST, DER MIT EINEM UNGLÄUBIGEN VERHEIRATET IST, sollte seinen Partner nicht verlassen, da die Familie durch den Wandel des Gläubigen geheiligt ist.
 
1. KORINTHER 7:15 WENN DER UNGLÄUBIGE PARTNER sich trennen will, ist der Christ nicht gebunden und darf sich trennen (und scheiden lassen, wenn Ehebruch stattfindet).
 
1. KORINTHER 7:39 DIE WIEDERHEIRAT ist einer Frau, deren Mann gestorben ist, ausdrücklich erlaubt.
 
1. KORINTHER 7:9 UNZUCHT MUSS VERMIEDEN WERDEN, daher kann eine WIEDERHEIRAT biblisch gesehen ratsam sein, wenn keine Hoffnung auf eine Versöhnung besteht (z.B. wenn der Partner von Gott abgefallen ist und Ehebruch begangen hat. In diesem Fall ist die Person nach dem Gesetz „tot“ (3. MOSE 20:10), und dem Christen steht es frei, sich scheiden zu lassen usw.).
 
1. KORINTHER 7:27 f.  WIEDERHEIRAT – wenn sie alle in der Bibel beschriebenen Bedingungen erfüllt – kann somit unter bestimmten Umständen erlaubt werden:
 
  „Bist du an eine Frau gebunden, so suche nicht, los zu werden; bist du gelöst von einer Frau, so suche keine Frau. Wenn du aber auch heiratest, sündigst du nicht.“

Die Bibel befiehlt, „der Unzucht zu fliehen” und nicht das zu scheiden, was Gott zusammengefügt hat. Jeder Fall ist unterschiedlich, daher ist es von höchster Wichtigkeit, jeden Fall individuell zu beurteilen und

SPRÜCHE 11:14

zu beachten:

„Wo nicht Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viel Ratgeber sind, da geht es wohl zu.“