Gleichnisse des Königreichs

Der reiche Mann und Lazarus – Lukas 16:19-31

Die Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann ist keine Lektion darüber, daß die Gerechten in den Himmel und die bösen Leute in die Hölle gehen. Vielmehr sind diese Verse ein Gleichnis über das Reich Gottes. Es war an die Pharisäer zur Zeit Jesu gerichtet und liefert eine Erklärung für die Prophezeiung von Christus:

"Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch [den Juden] genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt" MATTHÄUS 21:43.

Um die Geschichte zu verstehen, laßt uns kurz die folgenden Tatsachen zusammenfassen: Nach Salomos Herrschaft wurde Gottes Volk in zwei Königreiche geteilt (1. KÖNIGE 12). Von da an hatte Gott es mit zwei unterschiedlichen Häusern zu tun: „Die beiden Familien, die der HERR auserwählt hatte …” (JEREMIA 33:24, KJV). Beide Familien, Ephraim-Israel und Juda,  hatten ihr eigenes individuelles Schicksal. Viele Gleichnisse im Alten und Neuen Testament beziehen sich auf Gottes Volk als zwei: zwei Hölzer (HESEKIEL 37), zwei Töpfe (JEREMIA 18&19), zwei Frauen (JEREMIA 3:10-11) und zwei Söhne (LUKAS 15). Der Schlüssel zum richtigen Verständnis des Gleichnisses in LUKAS 16:19-31 ist, den reichen Mann als Juda (die Juden) und den armen Lazarus als Ephraim-Israel (die verlorenen Stämme) zu identifizieren. Alle Einzelheiten in dieser Geschichte unterstützen diese Sichtweise, und es scheint am besten, Vers für Vers durch das Gleichnis zu gehen.

19 Es war aber ein reicher Mann (das Haus Juda, welches die Schriften, den Tempel und die hebräischen Traditionen behalten hatte), der kleidete sich mit Purpur (Purpur steht für die königliche Linie des Hauses Juda, MARKUS 15:17) und köstlicher Leinwand (Symbol der Priester und Leviten, die zum Haus Juda gehörten, 2. MOSE 28:38-39) und lebte alle Tage luxuriös und in Freuden (KJV) (nach der Teilung ging es den Juden immer noch gut. Sie waren unabhängig und genossen Gottes Segnungen und den Tempeldienst in Jerusalem).

20 Es war aber ein Bettler (KJV) (Ephraim-Israel, nachdem sie ihr Land, ihre Nationalität, ihre Identität und einen Platz zur Gottesanbetung verloren hatten) mit Namen Lazarus (gemäß Youngs Konkordanz bedeutet dies „ohne Hilfe”, HOSEA 1:6), der lag vor seiner Tür voller Wunden (KJV) (das Haus Israel wurde gefangengenommen und dann unter gottlose Nationen zerstreut, wo es mit „Wunden” des Götzendienstes gebrandmarkt wurde).

21 Und begehrte, sich zu sättigen von den Krumen (KJV), die von des Reichen Tische fielen (die gottesfürchtigen Israeliten aus den verlorenen Stämmen, die sich nach geistiger Speise sehnten, mußten nach Jerusalem gehen, um dort nach den „Krümeln” der Juden Ausschau zu halten); dazu kamen auch noch die Hunde und leckten ihm seine Schwären (die „Hunde” symbolisieren die heidnischen Nationen – MATTHÄUS 15:26 – welche die Israeliten freundlicher behandelten als es die Juden
taten).

22 Es begab sich aber, daß der Bettler starb (KJV) (das Haus Israel wurde zuerst gerichtet und starb als Nation, als sie seit 721 v. Chr. nach Assyrien deportiert wurden), und ward getragen von den Engeln (auf wunderbare Weise, mit den „Flügeln eines großen Adlers”, OFFENBARUNG 12:14) in Abrahams Schoß (in die Erfüllung der göttlichen Verheißung für Abrahams Saat, eine „große und mächtige Nation” zu werden, 1. MOSE 18:18. HEBRÄER 11:13 zeigt, daß Abrahams „Schoß” diese  Bundesverheißung symbolisiert). Der Reiche aber starb auch und ward begraben (die Juden verloren nicht nur ihre  Nationalität, sondern wurden auch „begraben”, als Jerusalem 70 n. Chr. zerstört wurde, das „zerbrochene Gefäß eines  Töpfers”, welches „nicht wieder ganz werden kann”, JEREMIA 19:11).

23 Und in der Hölle hob er seine Augen auf (KJV) (in diesem Fall ist das griechische Wort für Hölle „Hades” und bezieht sich auf nationalen und geistlichen „Tod”. Gemäß der Prophezeiung durch Christus in MATTHÄUS 23:34-39 und LUKAS 21:20-23 sollte das südliche Königreich der Juden sterben) in seiner Qual (seitdem die Juden Christus verstoßen hatten, waren sie verflucht und in „Qual”, MATTHÄUS 27:25), und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß (die Juden erkannten, daß die Verheißung des Bundes mit Abraham in einer anderen Nation zum Leben kamen, MATTHÄUS 21:43).

24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Äußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge (Lazarus – stellvertretend für Ephraim-Israel – ist in der Lage, die hoffnungslose Situation der Juden zu lindern); denn ich leide Pein in dieser Flamme (die „Flamme” der Zerstörung von Jerusalem 70 n. Chr. und der weiteren Judenverfolgung seitdem).

25 Abraham aber sprach: Gedenke Sohn (Juda, als einer der Stämme Israels, war auch Abrahams „Sohn”), daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben („Ich will mich erbarmen über das Haus Juda”, HOSEA 1:7), Lazarus dagegen hat Böses empfangen („Ich will mich nicht mehr über das Haus Israel erbarmen”HOSEA 1:6): nun wird er hier getröstet („Tröstet mein Volk” auf „den Inseln”, JESAJA 40:1) und du wirst gepeinigt („Sein Blut komme über uns und unsere Kinder …”, MATTHÄUS 27:25).

 26 Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft entstanden („um die Bruderschaft zwischen Juda und Israel aufzuheben”, SACHARJA 11:14; Ephraim-Israel akzeptierte willig den Neuen Bund, während die Juden Jesus Christus verstoßen haben): daß, die da wollten von hier hinüberfahren zu euch, könnten es nicht, und auch nicht die von dort zu uns herüber können (das Zurückweisen von Christus durch die Juden und die Bekehrung von Ephraim-Israel zum Christentum bilden eine große, unüberbrückbare „Kluft”).

27 "Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus;

28 denn ich habe noch fünf Brüder (Juda war der Sohn Leas, er hatte fünf Brüder, 1. MOSE 35:23), daß er sie warne, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual (jede Nation, die Jesus Christus zurückweist, wird gequält und gerichtet werden, MATTHÄUS 25:31-46).

29 Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; laß sie dieselben hören (dies trifft besonders auf die Juden zu, die das Gesetz Moses haben, aber sonst geistlich tot sind: „Warum versteht ihr denn meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht könnt hören!” JOHANNES 8:43).

30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun (Lazarus, stellvertretend für Ephraim-Israel, erwachte wieder zu „nationalem Leben”, so wie auch Christus selbst auferweckt wurde).

31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht überzeugt sein, wenn jemand von den Toten aufstünde (KJV) (die Juden verstanden und verstehen das Alte Testament nicht im richtigen Sinne, und sogar die Auferstehung von Jesus Christus leitete die Juden nicht zu einer Umkehr zu Gott).

All die Einzelheiten im obigen Gleichnis zeigen, daß der reiche Mann Juda ist (die Pharisäer wußten sofort, auf wen Jesus sich bezog, als sie über Reichtum, Leinwand, Purpur und die fünf Brüder hörten) und daß Lazarus für die zehn abgespaltenen Stämme steht (voller Wunden und von den „Hunden” unterstützt, und dann nach dem Tod in „Abrahams Schoß” erhoben).
Heutzutage werden diese Verse vergeistigt, da sich die Prediger nicht der nationalen und geschichtlichen Identität von Gottes Königreich bewußt sind.

Bis heute lebten die verlorenen Stämme von Ephraim-Israel in „Abrahams Schoß”. Sie erfüllten die Verheißungen von nationalem Wohlstand und Weltherrschaft sowie die, eine Menge von Nationen zu sein. Die Briten waren die ersten, die das Christentum als eine Nation annahmen und – mit einer Verspätung von 2520 Jahren (sieben „Male” der Bestrafung, 3. MOSE 26:18) – es in einem Commonwealth der Nationen ausübten. Wie Jesus es prophezeit hatte – das Königreich Gottes wurde auf Ephraim-Israel übertragen. Keine der Verheißungen an Abraham wurde jemals an den Juden erfüllt. Diese hatten das Königreich verloren und lebten bis in dieses Jahrhundert hinein in Qual. Durch ihre starke Ablehnung von Jesus Christus sind sie von Gottes Segnungen getrennt. Um es klar zu sagen, das Gleichnis zeigt, was Jesus an anderer Stelle sagt: „Das Reich Gottes wird von euch [den Juden] genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt” (MATTHÄUS 21:43). Die Leute zur Zeit von Jesus wußten, auf wen die Gleichnisse hinwiesen, denn

„… da die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, daß er von ihnen redete.” MATTHÄUS 21:45

Jesus erwählte es, in Gleichnissen zu lehren, ja „ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen …” (MARKUS 4:34). Es ist nötig, daß Christen Verständnis für alle Gleichnisse bekommen. Sie sollten danach streben, zu der ersten Gruppe von Leuten zu gehören, die Christus in LUKAS 8:10 anspricht:

„Er aber sprach: Euch ist’s gegeben, zu wissen die Geheimnisse des Reiches Gottes, den andern aber in Gleichnissen, auf daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören.”

Unbekannte Quelle