Ein Wort an einen Sabbatbrecher

"Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest" (2. MOSE 20:8).

Hast du vergessen, wer diese Worte sprach? Oder widerstehst du Ihm? Zwingst du Ihn, das Äußerste zu tun? Gib acht! Du bist nicht stärker als Er. "Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe wie andere irdene Scherben: aber wehe dem, der mit seinem Schöpfer hadert. Er sitzt über dem Kreis der Erde; und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken!"

"Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes." Es ist nicht dein, sondern Gottes Tag. Er beansprucht ihn als Sein Eigen. Er beanspruchte ihn immer als Sein eigen, schon seit Beginn der Welt. "Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht ... und ruhte am siebenten Tag. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn." Er heiligte ihn; das heißt, Er machte ihn heilig; Er behielt ihn für Seinen eigenen Dienst vor. Er bestimmte, daß, so lange die Sonne oder der Mond, die Himmel und die Erde bestehen sollten, die Menschenkinder diesen Tag in der Anbetung Dessen verbringen sollten, Der "doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt."

Sollte ein Mensch denn Gott berauben? Und bist du dieser Mensch? Überleg mal, bedenke, was du tust! Ist es nicht Gott, der dir alles gibt, was du hast? Ist nicht jeder Tag, den du lebst, Sein Geschenk? Und willst du Ihm keines geben? Nein, willst du Ihm vielmehr das verweigern, was schon Sein Eigentum ist? Er wird und Er kann Seinen Anspruch nicht aufgeben. Dieser Tag gehört Gott! So war es von Anfang an. So wird es bis zum Ende der Welt sein. Dies kann Er nicht an jemand anderen abgeben. Oh, "gib Gott die Dinge zurück, die Gottes sind" – jetzt, "heute, solange es heute heißt!"

Warum beansprucht Gott diesen Tag? Für Sein eigenes Wohl oder für dein Wohl? Zweifellos nicht um Seinetwillen. Er braucht dich nicht, noch irgendein anderes Menschenkind. "Schau gen Himmel und sieh: und schau die Wolken an hoch über dir! Sündigst du, was kannst du ihm schaden? Und wenn deine Missetaten viel sind, was kannst du ihm tun? Und wenn du gerecht wärst, was könntest du ihm geben, oder was wird er von deinen Händen nehmen?" Deshalb tut dies Gott, dein Schöpfer, um deinetwillen. Dir zuliebe ruft Er dich, Ihm zu dienen. Dir zuliebe verlangt Er, Ihm, Der dir alles gegeben hat, einen Teil deiner Zeit zurückzugeben. Erkenne Seine Liebe an. Lerne, während du auf der Erde bist, den König des Himmels zu preisen. Verbringe diesen Tag so, wie du hoffst, den Tag zu verbringen, der niemals ein Ende haben wird.

Der Herr hat den Sabbattag nicht nur geheiligt, sondern auch gesegnet. So daß du ein Feind deiner selbst bist. Du wirfst deine eigene Segnung weg, wenn du es vernachlässigst, "daß du ihn heiligst." Es ist ein Tag besonderer Gnade. Der König des Himmels sitzt nun auf Seinem Gnadenthron, in einer gütigeren Art und Weise als an anderen Tagen, um jenen Segnungen zu schenken, die sich an diesen Tag halten. Kannst du es denn unterlassen, von solch einer glücklichen Gelegenheit Besitz zu ergreifen, wenn du deine Seele liebst? Wach auf, steh auf, laß Gott dir Seine Segnung geben! Empfange ein Zeichen Seiner Liebe! Schreie zu Ihm, daß du die Reichtümer Seiner Gnade und Barmherzigkeit in Jesus Christus finden mögest! Du weißt nicht, wieviel mehr von diesen Tagen der Erlösung du haben wirst. Und wie schrecklich würde es sein, während des Mißbrauchs Seiner angebotenen Gnade abberufen zu werden!

Oh welche Gnade hat Gott für dich bereitet, wenn du sie nicht mit Füßen trittst! "Welche Gnade hat Er für die bereitet, die Ihn fürchten, sogar vor den Menschensöhnen!" Einen Frieden, den die Welt nicht geben kann; Freude, die kein Mensch von dir nimmt; Ruhe von Zweifeln, Angst und Herzensleid; und Liebe, den Beginn des Himmels. Und sind diese nicht für dich? Sind diese nicht alle für dich von Ihm erkauft, Der dich liebte und sich für dich gab? Für dich, einen Sünder? Du, ein Rebell gegen Gott? Du, der du Ihn so lange von neuem gekreuzigt hast? Jetzt "schaue auf ihn, den du durchbohrt hast!" Sage jetzt, Herr, es ist genug. Ich habe lang genug gegen dich gekämpft. Ich ergebe mich, ich ergebe mich. "Jesus, Meister, habe Gnade mit mir!"

Schreie vor allem an diesem Tag laut zu dem Gott, "der Gebet erhört", und halte nicht zurück. Dies ist der Tag, den Er zum Wohl deiner Seele reserviert hat, sowohl in dieser Welt als auch in der, die kommen wird. Enttäusche nie mehr den Plan Seiner Liebe, weder durch weltliche Geschäfte oder faulen Zeitvertreib. Laß dich nicht auch nur durch die kleinste Sache vom Hause Gottes fernhalten, weder am Vormittag noch am Nachmittag. Und verbringe so viel du kannst vom Rest des Tages entweder mit Wiederholen von dem, was du gehört hast, oder mit dem Lesen der Schrift oder dem privaten Gebet oder dem Sprechen über die Dinge Gottes. Laß dir Seine Liebe immer vor Augen sein. Laß Sein Lob immer in deinem Munde sein. Du hast viele Jahre in Torheit und Sünde gelebt; jetzt lebe einen Tag vor dem Herrn.

Frage nicht mehr: "Warum sollte es schaden, wenn ich nach der Kirche den Rest der Zeit in den Feldern oder in der Kneipe verbringe oder mir die Zeit vertreibe?" Du weißt, warum es falsch ist. Dein eigenes Herz sagt es dir so deutlich, daß du nicht anders kannst als zuzuhören. Es ist ein grundlegendes Verschwenden deines Talentes und eine freche Verachtung Gottes und Seiner Autorität. Du hast von Gottes Gerichten gehört, sogar auf der Erde, gegen die Gottlosen dieses Tages. Und schon diese sind nur Tropfen dieses Sturms "gierigen Feuers", das am Ende "die Widersacher verzehren wird."

Gott sei gerühmt, Der dir jetzt dies zu verstehen gegeben hat. Du weißt jetzt, daß dies immer für einen Tag der Segnung geplant war. Mögest du nie wieder durch deine Faulheit oder Gottlosigkeit diese Segnung in einen Fluch verdrehen! Welche Torheit, welcher Wahnsinn würde das sein! Und in welchem Kummer und Schmerz würde das enden! Denn noch eine kleine Zeit und der Tod wird den Tag der Gnade und Barmherzigkeit schließen. Und jene, die sie jetzt verachten, werden nie wieder Sabbate oder Sakramente oder Gebete für immer haben. Wie werden sie sich dann wünschen, das wiederzugewinnen, was sie jetzt so faul weggeworfen haben! Aber alles umsonst. Denn sie werden dann "keinen Raum zur Buße (finden), wiewohl (sie) sie mit Tränen (suchen)."

Oh, mein Freund, erkenne das Privileg, das du genießt. "Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest." Dein Tag des Lebens und der Gnade ist weithin verbraucht. Die Nacht des Todes ist da. Beeile dich, die Zeit zu nutzen, die du hast; bereichere die letzten Stunden deines Tages. "Darum lasset uns dem nachstreben, was zum Frieden dient."

Quelle: Sermons from John Wesley