Die Verbesserung von Talenten

Aus dem "War Cry", 21. März 1885

Du mußt wissen, daß du ein Talent hast, bevor du es benutzen kannst. Meine Kameraden, überprüft euch selbst. Schüttelt die Serviette an jeder Ecke. Betet darüber. Bittet Gott, euch zu zeigen, wo irgendeine besondere Fähigkeit liegen mag. Wie kannst du es wissen, bevor du es tust? Vielleicht hast du die Kraft der Rede, daß du fähig bist, die Seelen der Menschen zu erschüttern, und doch wirst du es niemals wissen, bis du dich nicht selbst nach vorne schiebst, und deinen Teil im Ring oder auf der Plattform bringst.

Vielleicht hast du eine Seele für Musik, aber wie kannst es du herausfinden, wenn du niemals ein Instrument spielst? Bei vielen gibt es das Talent und die Gelegenheit, Geld zu machen. Sie haben den Dreh, reich zu werden, und die Vorsehung Gottes hat sie in die allergünstigste Lage gesetzt, dieses Talent auszuüben. Was sollen sie mit diesem Talent machen? Wir sagen: Laß sie sich so viel FÜR GOTT UND DAS KÖNIGREICH anstrengen, Geld zu machen, wie sie es getan hätten, wären sie als Ämter rausgegangen.

Laß sie Geld machen - macht es ehrbar - macht es nach Prinzipien, die mit dem Wohl ihrer Mitmenschen vereinbar sind. Laßt sie ein Beispiel für Geldmacher um sie herum setzen, und die Sache der Errettung wird nicht länger darüber trauern müssen, daß sie wegen Geldmangels nicht die ganze Menschheit erreichen kann.

Angenommen ein Mensch ist von Natur aus ein Künstler. Er kann Skizzen zeichnen: er kann Bilder voller Leben und Natürlichkeit und Schönheit machen. Was soll er damit tun? Vernachlässigen? Keineswegs. Rüttle es wach. Stell es auf den Altar. Jesus Christus soll das beste von allem haben. Ich hoffe täglich, bis ich sterbe, jeden Morgen einen illustrierten Salvation War Cry auf meinem Tisch zu sehen.

Zuletzt, meine Kameraden, gibt es die Gabe, auf die ich am Ende meines letzten Briefes einging, diese Gabe der Gaben - die Fähigkeit zu lieben. Kommt und liebt arme Sünder.

Liebt die Seelen von Männern und Frauen, die an euren Türen in Verzweiflung vorbeilaufen. Hört das Getrampel von den Mengen, die Tag für Tag stetig zur Verdammnis marschieren. Und von den notwendigen Angelegenheiten des Lebens bringt all das Mitgefühl, das ihr entbehren müßt, und gießt es über den Massen aus. Kommt und liebt die Seelen der Gefangenen, die die Erlösung in beiden Welten retten kann. Pflegt die besten Gaben, meine Kameraden.

Euer an der Frontlinie des Fortschritts stehender,

WILLIAM BOOTH

Entnommen aus dem HQL-98-22, S.20