Die Person, die Gott benutzt

Ein christlicher Ladeninhaber, mit dem ich mich vor einiger Zeit unterhielt, bemerkte an einer Stelle: „Viele Menschen bitten Gott, sie zu benutzen, doch es ist Ihm unmöglich. Sie sind Ihm nicht ergeben, sie sind nicht demütig, nicht belehrbar und nicht heilig. Viele kommen zu mir, um in meinem Laden zu arbeiten, doch ich kann sie nicht gebrauchen – sie eignen sich nicht für meine Arbeit. Wenn ich einen Mitarbeiter brauche, schreibe ich die Stelle aus und verbringe manchmal mehrere Tage, um jemand geeigneten zu finden, und dann unterziehe ich diese Person einer Prüfung, um zu sehen, ob sie sich eignet oder nicht.“

Tatsache ist, dass Gott jeden benutzt, den Er benutzen kann, und Er tut dies unter Ausschöpfung ihres gesamten Potentials. Anstatt andauernd zu beten, benutzt zu werden, sollte man sich eher prüfen, ob man tauglich ist. So wie der Ladenbesitzer, kann Gott nicht einfach irgendjemand dahergelaufenen benutzen. Nur derjenige, der „geheiligt und für den Hausherrn brauchbar“ und „zu allem guten Werk geeignet“ ist, wird segensreich von Gott benutzt werden (2. TIMOTHEUS 2:21). Gott sucht nach Männern und Frauen, und hält überall nach Ihnen Ausschau – doch Er muss an Hunderten vorübergehen, bevor Er jemanden findet, der tauglich ist.

 

Einstellung – nicht Fähigkeit

Die Bibel sagt: „Die Augen des Herrn durchlaufen die ganze Erde, um die zu stärken, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.“ (2. CHRONIK 16:9)

Oh, wie sehr dich Gott benutzen möchte! Doch bevor du Ihn bittest, dich zu benutzen, solltest du dich vergewissern, dass dein „Herz ungeteilt auf Ihn gerichtet ist” – dann kannst du sicher sein, dass Gott sich dir zugunsten stark erweist. Ehre sei Seinem herrlichen Namen!

Wenn Gott einen Arbeiter für Seinen Weinberg sucht, fragt er nicht: „Ist er begabt? Ist er gebildet? Hat er eine gute Stimme? Ist er wortgewandt im Gebet? Ist er ein kraftvoller Redner? Er wird vielmehr fragen: „Gehört Mir sein ganzes Herz? Ist er heilig? Liebt er andere? Ist er bereit, im Glauben zu wandeln und nicht im Schauen? Liebt er Mich so sehr, und hat er ein solches Vertrauen in Meine Liebe für ihn, dass er darauf vertraut, benutzt zu werden, auch wenn es nicht so aussieht? Wird er müde werden und aufgeben, wenn Ich ihn zurechtweise und versuche, ihn für größere Dinge vorzubereiten? Oder wird er, wie Hiob, ausrufen: ‚Wenn er mich auch umbringt, so werde ich doch mein Vertrauen auf ihn setzen.‘?“ (HIOB 13:15, KJV)

„Studiert er Mein Wort und betrachtet er es Tag und Nacht, damit er hält und tut in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht? (JOSUA 1:8) Vertraut er Meinem Rat, und strebt er danach, stets von Meinem Geist geleitet zu werden? Oder ist er störrisch und unabhängig, wie das Pferd und das Maultier, denen man Zaum und Zügel anlegen muss?“ (PSALM 32:9)

„Versucht er Menschen zu gefallen und lebt er nach seinen eigenen Lüsten, oder ist er bereit, auf seinen Lohn zu warten und ausschließlich die Ehre des einzigen und alleinigen Gottes zu suchen? (JOHANNES 5:44) Predigt er das Wort, und tritt er dafür ein zur gelegenen Zeit und zur Unzeit? (2. TIMOTHEUS 4:2) Ist er sanftmütig und von Herzen demütig?“ (MATTHÄUS 11:29)

Wenn Gott so jemanden findet, wird Er ihn benutzen. Gott wird mit dieser Person eine solch enge Freundschaft haben, solch gegenseitige Anteilnahme, solche Liebe und solches Vertrauen, sodass sie sofort zu gemeinsamen Arbeitern werden.

Gänzlich hingegeben – gänzlich benutzt

Paulus war so eine Person. Je mehr sie ihn schlugen, steinigten und loszuwerden versuchten, desto mehr wurde er von Gott benutzt. Schließlich warfen sie ihn ins Gefängnis, doch Paulus erklärte mit unerschütterlichem Glauben: „Für das ich alles Leid ertrage bis hin zu Fesseln wie ein Verbrecher; aber Gottes Wort ist nicht gebunden.“ (2. TIMOTHEUS 2:9)

Er bekannte Gottes Wort und weder Teufel noch Menschen konnten es binden. Es drang mitten durch die Gefängnismauern und überquerte Meere und Kontinente. Während der vergangenen Jahrhunderte hat es die wunderbare Botschaft des gesegneten Evangeliums vorangetragen und dabei Königreiche gestürzt, Mächte des Bösen überwunden, und auf der ganzen Welt bekümmerte und sündige Herzen mit Licht, Trost und Errettung erfüllt.

Fast zweitausend Jahre nachdem Paulus‘ Feinde gedacht hatten, sie hätten ihn erledigt, bringen seine mächtigen Worte und Taten immer noch wunderbare Frucht hervor. Seit der Zeit, in der sie ihn enthaupteten und meinten, sie hätten ihn für immer ausgeschaltet, hat Paulus‘ Einfluss sogar noch zugenommen, und seine gewaltigen Aussprüche und Werke tragen auch heute noch Frucht. „Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben von nun an. Ja, sagt der Geist, sie sollen ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.“ (OFFENBARUNG 14:13) Was für eine Überraschung wird es für Paulus am Jüngsten Tag geben, wenn er das ewige, ihm bereitete Erbe ermpfängt und all die Schätze, die er sich im Himmel gesammelt hat!

Wohl getan!

Paulus hat düstere Zeiten erlebt. An Timotheus schrieb er: „Du weißt, dass sich alle, die in Asien sind, von mir abgewandt haben.” (2. TIMOTHEUS 1:15) Studiere das Leben von Paulus in der Apostel-geschichte sowie seine Briefe an die Gemeinden. Schau, welche Konflikte und Entmutigungen er durchlebt hat und fasse Mut! Vielleicht denkst du, du seist nutzlos, doch das bist du nicht. Traue auf Gott!

Jesus wartet darauf, dich zu benutzen, doch zuerst solltest du Ihn bitten, dich zum Dienst tauglich zu machen. Sorge dafür, dass du mit Gott im Reinen und mit Seinem Geist erfüllt bist – und Jesus wird dafür sorgen, dass Ströme lebendigen Wassers aus deinem Innersten fließen, um die Welt um dich herum zu segnen. Dann wirst auch du am Tag des Gerichts erstaunt darüber sein, wie groß dein Lohn ist, verglichen mit der geringen Zahl deiner Opfer und Werke.

Samuel Logan Brengle hat der Heilsarmee über vierzig Jahre lang gedient. Als junger Mann mit Herz für den Kirchen- und Missionsdienst hatte er eine verlockende Pastorenstellung in einer sehr namhaften und reich begüterten Gemeinde abgelehnt und sich stattdessen bei der Heilsarmee beworben. William Booth, der Gründer der Heilsarmee, warnte ihn: „Brengle, du gehörst zu der gefährlichen Sorte, du bist für so lange Zeit dein eigener Herr gewesen, dass ich nicht glaube, dass du dich der Disziplin in der Heilsarmee fügen wirst. Wir sind eine Armee und verlangen Gehorsam.“ Unverdrossen trat Brengle 1887 der Heilsarmee bei und wurde prompt in einen düsteren Keller geschickt, um Stiefel zu putzen. Nach einiger Zeit wunderte er sich über die offensichtliche Verschwendung von Zeit und Talent. Im Herzen war er versucht eine rasche Beförderung anzustreben und betete: „Oh Herr, verberge ich mein Talent in der Erde? Ist das die beste Aufgabe, für die sie mich einsetzen können? Bin ich ein Narr?“ Die Antwort kam so geschwind wie seine Frage, und er sah in seinem Geist, wie Jesus niederkniete und seinen Jüngern die Füße wusch – sein eigener Herr verrichtete eine solch „unwichtige“ Aufgabe! Viele Jahre später schrieb Brengle über diese Zeit, in der er Stiefel poliert hatte: „Es war die beste Ausbildung, die ich kriegen konnte. Ich übte mich in Demut. Diese Erfahrung gab mir einen Schlüssel in die Hand, mit dem ich während der nächsten vierzig Jahre die Herzen einfacher Leute auf der ganzen Welt öffnen sollte!“ Brengle lernte aus erster Hand, was die eigentliche Voraussetzung dafür ist, von Gott benutzt zu werden. Und weil er auf diesem Weg wandelte, blieb er denen, die ihn kannten, als ein mächtiger Prediger in Erinnerung, der dem Mann von der Straße mit inniger Liebe diente.

Samuel Logan Brengle, entnommen aus: „Hilfen zur Heiligkeit“, Erstausgabe 1896