Der Hölle bestgehütetes Geheimnis... Das Gesetz

Jemand hat einmal gesagt: "Bevor jemand gerettet werden kann, muß er erst einmal verloren sein." Mit anderen Worten, wenn jemand nicht versteht, daß seine Sündhaftigkeit ihn in einen hoffnungslosen Zustand vor Gott versetzt, wird er nicht wahrnehmen, wie verloren er ist und wie dringend er einen Erlöser braucht.

Der folgende Artikel von Ray Comfort, dem Autor des Buches "Hell's best kept Secret", erläutert, wie weitaus effektiver Wortverbreiten sein kann, wenn der Seelengewinner sich Zeit nimmt, Gottes Sicht der Sünde, wie sie in den Zehn Geboten gelehrt wird, zu erklären.

"Kein Eifer für die Verlorenen, kein Hunger nach dem Wort, keine Gebetslast, der Heiligkeit fremd." Das beschreibt eine große Anzahl der Leute, die heutzutage auf unseren Kirchenbänken sitzen. Das ist das Ergebnis unseres auf den Menschen bezogenen Evangeliums, das auf unseren Kanzeln serviert wird. Wir haben eine Vielzahl lauwarmer Christen mit einem falschen Gefühl der Sicherheit hinsichtlich ihrer Errettung. Dieses menschenorientierte Evangelium hat außerdem eine massive Verlustrate, es bringt 90 Rückfällige pro 100 Entscheidungen hervor. Diese Leute sind nicht wirklich Rückfällige. Ich möchte annehmem, daß sie niemals vorwärtsgegangen sind. Diese Leute wurden nicht vor dem kommenden Zorn gewarnt. Betrachte diese Erläuterung:

Du sitzt in einem Flugzeug, und plötzlich hörst du: "Hier spricht Ihr Kapitän; ich muß eine Durchsage machen. Weil dieses Flugzeug kurz davor ist abzustürzen, werden Sie springen müssen. Wir würden es daher zu schätzen wissen, wenn Sie Ihre Fallschirme anlegen würden."

Aus dem Fenster wirfst du einen flüchtigen Blick auf den Fall aus 25.000 Fuß und legst sofort den Fallschirm an. Du schaust flüchtig zu dem Mann neben dir, und zu deinem Entsetzen siehst du, daß er noch immer den Film anschaut. Du stößt ihn an und sagst: "Hast du nicht den Kapitän gehört? Leg den Fallschirm an." Er sagt lässig: "Ich denke nicht, daß der Kapitän das wirklich meint, außerdem bin ich ganz glücklich so, wie ich bin, danke."

"Nachbehandlung" steht nicht in der Bibel. Diejenigen, die Gott erkennen wollen, sollten uns nachfolgen und nach dem Wort hungern.

Dann sagst du mit Eifer, aber ohne Kenntnis: "Bitte leg den Fallschirm an, das wird besser sein als der Film." Aber das hat keinen Sinn! Du gibst ihm ein falsches Motiv, um den Fallschirm anzulegen. Erzähle ihm stattdessen über den Sprung. Zeige ihm den Fall aus 25.000 Fuß und erinnere ihn so an das Gesetz der Schwerkraft.

Er legt sofort (und dankbar) den Fallschirm an.

Denke darüber nach. Solange der Mann weiß, daß er von dem Flugzeug abspringen und den Folgen, das Gesetz der Schwerkraft zu brechen, ins Angesicht schauen muß, hast du keine Möglichkeit, ihm den Fallschirm von seinem Rücken wegzunehmen. Sein Leben hängt davon ab!

Kannst du sehen, daß sein Motiv, sein Grund, warum er ihn anlegt, der Faktor ist, der bestimmt, ob er den Fallschirm anbehält oder nicht? Wenn wir uns umschauen, sehen wir, daß Massen von "Passagieren" den Flug genießen: Sie genießen eine zeitlang die Freuden der Sünde. Aber der moderne Evangelismus sagt mit ernsthaftem Eifer, aber ohne Erkenntnis: "Entschuldigen Sie, haben Sie den Befehl von dem Kapitän unserer Erlösung gehört? Ziehen Sie den HERRN Jesus Christus an! Er wird Ihnen Liebe, Freude, Friede, Erfüllung und bleibende Glückseligkeit geben. Er wird Ihnen mit Ihrem Alkoholproblem, mit Ihrem Drogenproblem helfen. Er wird ihre Einsamkeit wegnehmen, ihre Ehe heilen, Ihren Finanzen helfen!"

Traurigerweise gibt ihm das ein falsches Motiv, um zu Christus zu kommen.

Stattdessen müssen wir unseren Mut zusammennehmen und ihm von dem Absprung erzählen. Erkläre ihm das Gesetz Gottes, wie Jesus es getan hat.

Eröffne ihm die Gebote und zeige ihm, daß er die furchtbaren Auswirkungen des Brechens von Gottes Gesetz tragen muß. Laß das Gesetz Gottes ihn davon überzeugen, daß er den Erlöser braucht, wie das Gesetz der Schwerkraft den Passagier davon überzeugte, daß er einen Fallschirm braucht. Dann wird er, wenn er auf das Evangelium reagiert und den HERRN Jesus Christus anzieht, niemals "rückfällig werden". Seine Kenntnis über die Konsequenzen, das Gesetz Gottes zu brechen, würden ihn dazu bringen, sich um seines Lebens Willen an den Erlöser zu hängen. Deshalb ist eine Nachbehandlung nicht nötig.

In APOSTELGESCHICHTE 8:36-40 hat der HERR den Äthiopier ohne Nacharbeit gelassen. Philippus wurde von Gott zu einer anderen Stadt hinweggenommen.

Als ich die Schrift studierte, habe ich entdeckt, daß Gott die Zehn Gebote (das Gesetz) nicht zur Rechtfertigung gegeben hat, sondern um die Seele zu bekehren (PSALM 19:8, KJV: "Das Gesetz unseres Herrn ist perfekt, bekehrt die Seele ...").

Ich sah, daß Paulus sagte, das Gesetz bringe "die Erkenntnis der Sünde" (RÖMER 3:20: "... Denn durch das Gesetz kommt die Erkenntnis der Sünde."). Es wurde gegeben, um uns schuldig vor Gott zu lassen (RÖMER 3:19: "... auf daß aller Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei").

In der Tat wußte Paulus ohne das Gesetz nicht, was Sünde war (RÖMER 7:7: "... Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz ..."), es war ein "Zuchtmeister auf Christus" (GALATER 3:24). In MATTHÄUS 5:19 sagt Jesus sogar, daß wir "groß" genannt werden würden im Königreich Gottes, wenn wir das Gesetz lehren. Warum?

Weil wir Männer und Frauen zu Christus lenken.

Bei einem meiner vielen Flüge hatte ich die Gelegenheit, mit der Frau zu sprechen, die neben mir saß. Ich fragte sie, was sie in der Stadt, die wir gerade verlassen hatten, gemacht hatte. Sie erzählte mir, daß sie Skifahren gewesen war. Wir erörterten einige Minuten lang die Freuden des Sports. Dann fragte sie mich nach meinem Beruf. Das war meine Chance, eine Möglichkeit zu schaffen, um christliche Dinge zur Sprache zu bringen.

Ich erzählte ihr, daß ich christliche Bücher schreibe und fragte sie, ob sie einen christlichen Hintergrund habe. Sie sagte, sie hätte einen. Sah sie sich selbst als Sünderin in Gottes Augen? Sie tat es nicht. Ich sagte, daß ich das jahrelang auch nicht getan hatte, bis ich den Standard sah, nach welchem Gott am Tag des Gerichts richten wird. Dann gingen wir eines nach dem anderen die Zehn Gebote durch.

Plötzlich begann sie, die Sünde als das zu sehen, was sie war. Sie sagte: "Das ist es, was ich getan habe. Ich habe mich selbst nach menschlichem Standard gemessen!" Tränen traten in ihre Augen, als ich ihr mitteilte, daß Christus uns von dem Fluch des Gesetzes erlöst hat. Das Evangelium ergab für sie einen Sinn. Sie fragte, was sie tun sollte, und ich hatte die Freude, sie zu dem Erlöser zu führen, während das Flugzeug zur Landung ansetzte. Ich fragte, ob sie eine Bibel habe und ob sie irgendwelche Christen kenne. Sie hatte eine Bibel, und ein Christ auf der Arbeit hatte Samen gestreut. Gott richtet gewöhnlich einige Begegnungen mit Arbeitern ein, bevor eine Person zu Christus kommt.

Bibelübersetzer John Wycliffe hat gesagt: "Der höchste Dienst, den ein Mann auf Erden erlangen kann, ist, das Gesetz Gottes zu predigen."

John Wesley legte nahe, 90% Gesetz und 10% Gnade zu predigen.

Charles Finney sagte: "Ein Mangel an Benutzung des Gesetzes wird fast sicher in falscher Hoffnung enden, der Einführung eines falschen Standards christlicher Erfahrung, und wird die Kirche mit falsch Bekehrten füllen."

John Bunyan (Die Pilgerreise) sagte: "Der Mann, der die Natur des Gesetzes nicht kennt, kann die Natur der Sünde nicht kennen."

Martin Luther sagte: "Die erste Pflicht eines Predigers des Evangeliums ist es, Gottes Gesetz zu verkünden und die Natur der Sünde zu zeigen."

Weil die Kirche das Gesetz als "Zuchtmeister" aufgegeben hat, um Sünder zu dem Erlöser zu lenken, ist sie in die Falle geraten, sie zur Erlösung locken zu wollen.

Wenn ich falsch liege und der moderne Evangelismus einen Weg gefunden hat, Sünder ohne Gesetz errettet werden zu sehen, dann ist PSALM 19:8 falsch, wenn er das Gesetz als gottgegebenes Instrument anführt, das die Seele bekehrt.

Dann hat Jesus Seine Zeit verschwendet, als Er jedes der Gebote durchging. Dann lag Paulus falsch, als er sagte, daß er ohne das Gesetz nicht gewußt hätte, was Sünde ist.

Ebenso hätte sich auch Charles Spurgeon geirrt, als er sagte: "Sie werden niemals die Gnade annehmen, bis sie vor einem gerechten und heiligen Gesetz zittern."

Wenn die Kirche nicht hören will, wird sie fortfahren, durch ihr gesetzloses Evangelium falsche Bekehrte zu ernten, und wird ihren schrecklichen Irrtum herausfinden, wenn sie Jesus sagen hört: "Weichet von mir, ihr Übeltäter (Gesetzlosen)." Sie werden durch Mangel an Erkenntnis des Gesetzes Gottes vernichtet werden (HOSEA 4:6).

Ray Comfort

Quelle: "Battle Cry", März/April 1988, Chick Publications, P.O. Box 3500, Ontario, CA 91761, USA
Internet: www.chick.com