Das Team-Konzept

Nach dem Muster von Paulus

Es lohnt sich, über das Team-Konzept zu sprechen, weil es ein neutestamentliches Prinzip ist und schon deshalb in ihm ein Schlüssel zur erfolgreichen Weltevangelisation zu finden sein muß.

Gottes Wort ist fehlerfrei, und wir Menschen können nur dann fehlerfrei denken und handeln, wenn wir uns im Rahmen Seines Wortes bewegen. Deshalb kehre ich zum Neuen Testament zurück, zu Paulus und seinem apostolischen Muster für Weltevangelisation.

Kerntruppe

Wenn je ein Missionar hätte "selbständig" sein können, dann wäre es der Apostel Paulus gewesen. Er war von Gott begnadet, beschenkt und gebraucht wie kein anderer. Die Gaben des Heiligen Geistes flossen durch ihn in voller Zahl - gewaltige Zeichen und Wunder. Und doch wählte er nie, alleine zu arbeiten. Paulus umgab sich mit fähigen Menschen, die seine Vision, Hingabe und Arbeitswilligkeit teilten. Seine Briefe sind voll von Hinweisen an seine Brüder, mit denen er den Kampf und die Siege teilte: Timotheus, Titus, Silas, Erastus, Aquila, Priscilla, Aristarchus, Tychikus, Apollos, Sosthenes, Gaius u.v.a.

Es ist jedoch sehr wichtig festzustellen, daß diese Männer Paulus direkt verantwortlich waren. Es war nicht eine verstreute Anstrengung, sondern ein gutgeplanter und wohldurchgeführter Evangeliumskreuzzug mit anschließenden Gemeindegründungen. Paulus hatte ohne jeden Zweifel die Leitung in der Hand, denn Lukas schreibt in der APOSTELGESCHICHTE 19:22:

"Und er sandte zwei, die ihm dienten, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien; er aber blieb noch eine Weile in der Landschaft Asien."

Das apostolische Muster für wirksame Mission und Evangelisation ist und bleibt das Team - eine Kerntruppe von gottgeweihten Männern und Frauen, die – synchronisiert und effektiv – ein vorbestimmtes Ziel ansteuert.

Das Prinzip der verantwortlichen Teamarbeit muß auch in der modernen Mission angewendet werden, wenn wir die Welt für Jesus gewinnen wollen. Ob wir wollen oder nicht, ob wir einander mögen oder nicht – wenn aus dieser Welt Gottes Reich werden soll, dann müssen wir einander finden und enger zusammenrücken.

Kernbildung wäre das Erste, und dann wird und muß sich Schicht um Schicht bilden. Der Initialzündung wird eine Kettenreaktion folgen, und es wird schließlich eine Bewegung unter Gottes Kindern geben, welche das Evangelium SPONTAN in alle Richtungen trägt. Den Luxus eines eigenen "Reiches" kann sich keiner mehr erlauben, der Gottes Wort, und vor allen Dingen den Missionsbefehl unseres Herrn, ernst nimmt. Wir haben ein höheres Ziel: DIE EVANGELISIERUNG DER GANZEN WELT, den Bau des ewigen Gottesreiches.

Teammentalität

Wir müssen unbedingt vom christlichen Konkurrenzdenken wegkommen. Wenn man an die ungeheuren Menschenmassen denkt, die noch nicht mit dem Evangelium erreicht worden sind, dann ist der bloße Gedanke an "Gemeindekonkurrenz" und "Missionskonkurrenz" das törichte Spiel von unreifen Christen. Der größte Feind des Gemeinde- oder Missionswachstums war noch nie eine andere, ähnliche Gemeinde in derselben Stadt, sondern der niedrige Pegel der Freude am Herrn und Evangelium, verbunden mit unzureichenden Evangelisationsmethoden.

Der in den Brunnen gefallene Sünder möchte zwar sehr gerne herauskommen und gerettet werden, doch bekommt er nicht das von oben herabgelassene Rettungsseil zu packen, weil es ZU KURZ ist. Wer den Menschen das Rettungsseil der Liebe Gottes GREIFBAR nahe bringt, der wird auch erleben, daß sie zufassen und daran festhalten. Festhalten am Frieden und der Freude im Heiligen Geist.

ALLEINGANG in der Mission oder im Reiche Gottes überhaupt ist nicht die Antwort auf den Missionsbefehl unseres Herrn Jesus. Obwohl immer noch große, individuelle Anstrengungen gebraucht werden, müssen diese in einem größeren Zusammenhang stehen, eingeblendet in die Arbeit anderer hingegebener Missionare und Reichsgottesarbeiter. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist das Hauptziel völlig verfehlt.

Teamdenken, Teammentalität kann nicht befohlen werden, sondern es wird in der Regel über viele Jahre hin entwickelt und kultiviert. Diese Wahrheit sollte ein wichtiger Lehrpunkt in allen unseren Bibelschulen sein: "Es gibt einen GENERALPLAN, eine totale Strategie, der sich alle unterordnen."

Paulus konnte seine eigene Wirksamkeit um ein Vielfaches vermehren, weil er es fertigbrachte, Tausende von Zeugen Jesu in sein apostolisches Muster einzufügen.

Er war ein Mann mit ungewöhnlichem geistlichen Blick und Fleiß, der andere Menschen inspirieren und in ihnen denselben Eifer für Gottes Sache wecken konnte. Und das ist genau der Sinn und Zweck der Teammentalität. So kommt es schließlich zum spontanen MISSIONSERWACHEN der Kirche Jesu Christi, wie es damals unter Paulus war.

Begrenzung

Auch Gemeindehirten sollten an ein DIENSTTEAM denken. Keine Gemeinde wächst normalerweise über die Fähigkeiten ihres Hirten, sie geistlich gut zu versorgen hinaus.

Dann sollten sich Männer mit sich ergänzenden Diensten zusammenfinden. Es geht ja schließlich um Gottes Reich. Wenn sich deshalb zwei Männer Gottes mit ihren Gemeinden von sagen wir je 100 Mitgliedern zusammentun, dann werden sie plötzlich feststellen, daß 100 plus 100 nicht zweihundert ergeben, sondern fünfhundert. Ihre Gaben harmonisieren und ergänzen sich so erfolgreich, daß sie in eine GRÖSSERE DIMENSION gekommen sind. Das habe ich persönlich schon etliche Male praktiziert gesehen.

Diener Gottes unter Jesu Hand sind sich gegenseitig keine Gefahr. Wir haben eine sichere göttliche Berufung. Wir brauchen einander und müssen uns gegenseitig ergänzen. Deshalb hat Gott nicht allen alle Gaben gegeben, sondern unterschiedliche. Diese Männer, mit den verschiedenen Gaben zusammengeschlossen, ergeben ein Ganzes, ein Team, durch welches alle Ehre dem HERRN zufließt.

Zeugnis

Was echte Teamarbeit im Heiligen Geist zu tun vermag, durfte ich selber im reichen Maße erleben. Seit der Gründung unserer AFRIKAMISSION, die hier in Südafrika unter dem Namen CHRIST FOR ALL NATIONS läuft, konnten wir – durch Gottes Gnade – von Kraft zu Kraft gehen.

Der Herr hat mir die besten und treuesten Mitarbeiter zur Seite gestellt, als vollkommene Ergänzung zu meiner eigenen Begrenztheit. Einige meiner Mitarbeiter, wir sind inzwischen 80 vollamtlich im Dienst, kommen von vornherein für eine bestimmte Zeit und scheiden dann wieder aus. Der KERN jedoch bleibt derselbe. Wir waren zusammen jung und wollen
gemeinsam alt werden. Als Gesamtteam steuern wir die Erfüllung der gemeinsamen VISION an, die der Heilige Geist uns in die Herzen gebrannt hat: AFRIKA SOLL GERETTET WERDEN, VON KAPSTADT BIS KAIRO. Wir wollen die Hölle plündern und den Himmel bevölkern, um Golgathas willen.

Das größte Wunder jedoch ist, daß wir hier in den südafrikanischen Ländern in die geistliche Landschaft voll eingebettet sind. Wir stehen in Harmonie mit allen Pfingstbewegungen und charismatischen Kreisen. Wir sind ein kleiner Teil eines GROSSEN GÖTTLICHEN HEILSPLANS FÜR AFRIKA und stehen Schulter an Schulter mit unseren lieben Brüdern und Schwestern. So werden wir auch die Erfüllung unseres Auftrages von Gott erleben.

Ich rufe Gottes Knechte und Mägde im deutschsprachigen Europa auf, einander zu finden und die Reihen zu schließen. Wir gehören zusammen und brauchen einander. Laßt uns so Gottes glorreiches Reich auf Erden bauen.

von Reinhard Bonnke

Quelle: Neutestamentliche Mission