Auszüge aus Nehemia

NEHEMIA KAPITEL 6

Diese Geschichte beginnt vor über 24 Jahrhunderten im Jahre 445 v. Chr. Der Ort ist Juda, eine der 120 kleinen Provinzen des mächtigen Persischen Reiches.

Der Statthalter ist Nehemia, von Gott aus hohem Amt in der persischen Hauptstadt berufen, in einer Zeit der Krise nach Jerusalem zu gehen und dort die Mauern wieder aufzubauen (die Verteidigungsanlagen der Stadt waren zerstört). Wir lesen über diese Krise im Buch ESRA, Kap.4.

Nehemia Kap. 1 schildert die Umstände von Nehemias Berufung. Kap. 2 informiert über seine Rückkehr nach Jerusalem und den Anfang der Arbeiten an der Mauer. Kap. 3 ist eine Aufzählung der Arbeiter. Kap. 4-6 erinnern an die Angriffe der Feinde des Volkes Gottes, um die Arbeit zu stoppen.

Kap. 4 erzählt dramatisch einen Versuch, einen Aufstand zu inszenieren, der durch die berühmte "Schwert und Kelle"-Episode vereitelt wurde. Kap. 5 zeigt, wie Nehemia eine lange Zeitspanne der inneren Korruption und Ausbeutung überwand, um die Menschen in einer Zeit zu vereinen, in der die Nation innerlich fast zusammenbrach.

Das für unsere Untersuchung ausgesuchte 6. Kapitel handelt von den Angriffen, die das Wiederaufbauprojekt stoppen sollten, indem man den Aufseher des Projektes beseitigt - Nehemia.

Hier werden insbesondere vier Angriffsarten erläutert:

  1. Verse 1 - 4 Intrige
  2. Verse  5 - 9 Verleumdung
  3. Verse 10 - 14 Verrat
  4. Verse 15 - 19 Unterwanderung

Durchforscht man den Text gründlich, so ergeben sich drei verschiedene Fragen. Wir werden sie im Zusammenhang mit einer großen und wunderbaren Verheißung für uns betrachten.

"Und als alle unsere Feinde das hörten, fürchteten sich alle Völker, die um uns her wohnten, und der Mut entfiel ihnen; denn sie merkten, daß dies Werk von Gott war" (NEHEMIA 6:16).

"Die Diener Gottes sind voller Bestreben"

Intrige

Wenn wir in das Buch Esra zurückgehen, sehen wir, daß Tobia und Sanballat dachten, sie selbst wären die eigentlichen Diener des Gottes von Israel. Als die wahren Kinder Gottes in ihre rechtmäßige Stadt zurückkehrten, waren sie ihnen sehr feindlich gesonnen. So versuchten sie, den Rückkehrern ein schlechtes Ansehen zu geben und sie ins Abseits zu drängen.

Sie sind bestürzt, als sie die Mauer fast vollständig vorfinden; die Diener Gottes sind voll Bestreben für ihre Abtrennung von den weltlichen Nationen. Wo immer Männer und Frauen fest für die ganze Wahrheit des Herrn stehen, werden sie den Druck der Falschlehrer spüren. Sanballat und Tobia planen, Nehemia auszuschalten, nachdem sie in allem anderen versagt haben. Sie bestellen ihn für ein Treffen auf "neutralem" Gebiet zwischen Jerusalem und Samarien. Nehemia ist aber nicht dumm. Sie wollen ihm Böses antun, aber er will nicht kommen. Er arbeitet an dem Werk Gottes und wird sich nicht davon abbringen lassen.

Verleumdung

Sanballat prüft Nehemias Entschlossenheit und droht, ihn vor den persischen Behörden in ein falsches Licht zu rücken. Offener Aufruhr wurde im Persischen Reich schnell und brutal bestraft. Wenn man Sanballats Geschichte in der persischen Hauptstadt Glauben schenken würde, würde Nehemia sterben.

In der stark politischen persischen Verwaltung mit ihrer langen Kette von Amtsleuten würden zweifellos persönliche Feinde Nehemias sein, die ihm seinen Erfolg mißgönnen. Eine solche Geschichte würde sehr gern geglaubt werden. Wäre Nehemia nicht ein Mann Gottes gewesen, hätte vielleicht auch alles geklappt. Seine Reaktion in der Öffentlichkeit war, ihre Lügen beiseite zu kehren. Er wußte, was sie tun würden. Privat war die Belastung furchtbar. Verlangend wandte er sich an die einzige Quelle der Kraft, die er hatte ... "Oh Herr, stärke meine Hand". Mehr brauchte er nicht zu tun.

Verrat

Schemaja lud Nehemia in sein Haus ein, um ihn vor einem Attentat auf seine Person zu warnen; sie sollten in den Schutz des inneren Tempelvorhofs fliehen, um sicher zu sein. Nehemia tat nichts dergleichen. Erstens machte er sich keine Gedanken über die vorgeschlagenen Pläne für seine persönliche Sicherheit - der alte persische Sicherheitschef hatte schon lange die besten Vorkehrungen getroffen. Außerdem würde er nichts tun, von dem er wußte, daß es verboten ist. Nur den Priestern war es erlaubt, den inneren Vorhof zu betreten. Vielleicht wäre er dafür nicht getötet worden (als Statthalter), obwohl das die Strafe laut dem Gesetz war. Aber für Nehemia hätte es sicherlich die Zerstörung seiner Autorität bedeutet, würde er das Heiligtum betreten haben. Er verhörte Schemaja und deckte ein Komplott gegen sich auf, in das eine Gruppe Propheten verwickelt war. Sie versuchten, ihn zu beseitigen; er überließ sie dem Gericht Gottes.

Unterwanderung

Viele Leute der Gemeinde hatten langandauernde Beziehungen mit dem Feind, sogar so tief wie Familienbande. Darin liegt eine große persönliche Tragödie.

Meschullam war einer der gläubigen Erbauer (Siehe NEHEMIA 3:30). Aber sie saßen im Gericht über die Gemeinde, sie fühlten sich frei, die Angelegenheiten der Kinder Gottes mit ihren Feinden zu besprechen.

Was immer Nehemia tat, wurde Tobia berichtet, und sie ließen keine Gelegenheit aus, Nehemia zu erzählen, was für ein herausragender Zeitgenosse Tobia war. Tobia zog daraus Vorteil, um Druck auf Nehemia auszuüben, wo immer er in der Gemeinde verwundbar war. Mit anderen Worten, sie sabotierten seine Verwaltung durch eine endlose Serie von schmerzlichen kleinen Störungen. Er muß von Zeit zu Zeit geglaubt haben, seine Feinde wüßten mehr über seine Angelegenheiten als er selbst.

Aus unseren Nachforschungen über das Wirken Nehemias ergeben sich einige wichtige Fragen:

1. Wie stehen wir zum Herrn, was wird von uns verlangt?

Betrachte diese beiden Aspekte aus Nehemias Geschichte:

  1. er wurde nicht verleitet, etwas zu tun, von dem er wußte, daß es gegen die Anordnungen Gottes war;
  2. er war sich der Wichtigkeit seiner Aufgabe total bewußt, zu der er berufen war, und wurde nicht davon abgebracht.

Wir müssen wissen, was Er (Gott) von uns erwartet, und genau das tun.

Es ist wichtig, in die Versammlungen zu kommen und zuzuhören, wenn aus dem Wort Gottes gelehrt wird. Es ist genauso wichtig, Zeit damit zu verbringen, im Wort zu lesen. Der Herr will nicht, daß wir zu wenig tun, noch daß wir unseren Wandel mit Ihm übertreiben. Wir müssen wissen, was Er von uns verlangt, und genau das tun.

Jesus sagte zu Seinen Jüngern: "Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bin's auch" (JOHANNES 13:13). Also ist Er unser Lehrer und Beispiel.

2. Wie wird unser Zeugnis hervorgehoben?

Nehemias Feinde drohten, gegenüber Leuten in Machtpositionen über ihn Lügen zu verbreiten. Würden diese Leute den Lügen glauben? Nehemia wäre nicht persönlich anwesend, um sie zu widerlegen - er könnte sich nur auf seinen guten Ruf verlassen und auf die Erinnerung an ihn in der persischen Verwaltung. Wenn auch nur der geringste Zweifel an seiner Loyalität und Rechtschaffenheit aufkommen würde, wäre das sein Ende!

Aber wie sieht es bei uns aus?

Erkennen unsere Arbeitskollegen, daß wir die Diener des Herrn, die Kinder Seines Königreiches sind? Hält unser Verhalten die Ehre Gottes hoch? Wäre es ein Verbrechen, Christ zu sein - gäbe es dann genügend Beweise, um uns zu verurteilen? Es sollten genug vorhanden sein!

3. Unterstützen wir unsere Brüder und den Aufseher in der Gemeinde?

Kritisieren wir die Gemeinde im Beisein von Heiden?

Geben wir den Leuten Munition, die sie dann gegen den Aufseher benutzen? (NEHEMIA 6:17-19)

Schemaja war ein Prophet Gottes, aber er machte sich daran, sich selbst bloßzustellen, um den Mann zu jagen, der von Gott berufen war, seine Brüder zu beschützen.

In Juda lesen wir von drei furchtbaren Männern, einer davon war Bileam. Er verfluchte die Kinder Israels nicht direkt, aber er hielt auch nicht viel von ihnen; er war bereit, um ihre Schwächen ihren Feinden zu zeigen. Der Höhepunkt seines Tuns war, daß die Moabiter Tausende von Huren auf die Kinder Israel losließen und so unbeschreibliches Leid und Kummer verursachten. Der Herr wird die nicht schuldlos lassen, die sich selbst für besser halten als ihre Brüder und mit anderen zusammenarbeiten, um die Gemeinde zu zerstören. Bileam war ein Mann, der eine spezielle Beziehung zu Gott hatte, aber sein Name wurde zu einem Inbegriff des Bösen.

Das Versprechen des Herrn

Wenn wir uns alle zusammentun in der Arbeit des Herrn und jeder seinen Teil beiträgt, um die Pastoren und Aufseher zu unterstützen, dann werden Dinge passieren und die Leute werden erkennen und wissen, daß wir von Gott sind.. Menschen werden von Sünde befreit in das Königreich Gottes wiedergeboren werden und wunderbar erneuert nach dem Bilde Christi.

Wundervolle Ereignisse werden geschehen, so wie der Bau der Mauer in 52 Tagen (NEHEMIA 6:15-16), und der Herr selbst wird unsere Feinde verstummen lassen, und sie werden wissen: Er ist mit uns!

Quelle: "Voice of Revival"