Von der Bibelschule zu Bibelkenntnis

Alison - Stirling, Schottland

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Ich möchte erzählen, wie mich der Herr errettet hat und werde euch zunächst ein wenig meinen Werdegang schildern bevor ich dann zu meiner eigentlichen Errettung komme.

Als Kind besuchte ich jeden Sonntag mit meiner Familie die Kirche, mittwochs für mehrere Jahre eine christliche Mädchengruppe, dann eine christliche Privatschule (wo ich den Großteil meiner Ausbildung genoss) sowie diverse christliche Sommercamps; ich machte eine kurze Missionsreise nach Mexiko, hörte „christlichen“ Rock und Punk, verbrachte einige Sommer in Bibelcamps als Gast und Mitarbeiter sowie ein Jahr an einer Bibelschule; ich besuchte die südpazifischen Inseln und auf dem Weg verschiedene Kirchen, kam zurück und studierte ein weiteres Jahr an einer anderen Bibelschule. Und trotz all der Aktivität – laut der Bibel war ich nicht gerettet!

An dieser Stelle fragst du dich vielleicht, wie in aller Welt man in einem derart christlichen Umfeld die Errettung verpassen kann? Meine Antwort: sehr leicht. Gemäß der evangelikalischen Lehre hatte ich bereits etliche Male „Jesus gebeten, in mein Herz zu kommen“, doch seither keinen einzigen Bibelvers entdeckt, der uns auffordert oder ermutigt, dies zu tun. Ich möchte hier jedoch keinen Fingerzeig machen oder anderen irgendwelche Schuld zuweisen. Dies ist ein Zeugnis darüber, wie ich vom Herrn errettet wurde. Und obgleich es komisch klingen mag – gerade weil ich so kirchlich war, brauchte ich dringendst Errettung.

Obwohl ich vielleicht sehr kirchlich gewesen sein mag, war mein Leben eine einzige Heuchlerei.

Obwohl ich vielleicht sehr kirchlich gewesen sein mag, war mein Leben eine einzige Heuchlerei. Wärest du mir auf der Straße begegnet, so hättest du einen miesen Hippie-Teenager angetroffen. Samstagnachts konntest du mich in Discos finden und Sonntagmorgens beim Dösen im Gottesdienst. Mein Leben besaß viele solcher Widersprüche.

Als ich ungefähr 19 Jahre alt war, fing ich selbstständig an regelmäßig in der Bibel zu lesen. Ich fing an, Fragen zu stellen; mein größtes Anliegen betraf den Heiligen Geist. Zu allererst: Warum war ich bislang nicht über Ihn gelehrt worden? Und zum zweiten: Wer ist Er? Während ich nach einer Antwort auf die erste Frage suchte, bemerkte ich, dass mein Pastor und meine christlichen Freunde sowie verschiedene christliche Leiter anderer Kirchen (in Nordamerika, Australien, Neuseeland, auf den Fidschi-Inseln usw.) auch kaum etwas über den Heiligen Geist wussten. Meine zweite Frage wurde bald beantwortet, als ich verstand, dass Er eins mit dem Vater und dem Sohn ist. Aber diese Tatsache warf weitere Fragen auf, wie z.B.: Welche Rolle spielt Er heutzutage im Leben eines wahren Christen? Wie weiß ich, dass ich Ihn empfangen habe? Was bedeuten die verschiedenen Begriffe? Warum scheint jeder seine eigene Ansicht über den Heiligen Geist zu haben? Was hat Er mit dem „Zungenreden“ zu tun? Je mehr Kirchen ich besuchte, Menschen fragte und Theologiebücher las, desto verwirrter wurde ich und desto mehr Fragen kamen auf.

Nach einiger Zeit traf meine entfernt lebende Schwester ein paar Christen, die sehr klar über das Wort Gottes sprachen und es genauso predigten. Daraufhin wurde sie bekehrt und empfing sehr kraftvoll die Gabe des Heiligen Geistes (APOSTELGESCHICHTE 2:38). Ich freute mich sehr für sie und hörte interessiert zu, als sie mir am Telefon alles über dieses Erlebnis erzählte. Obwohl es mich faszinierte, wollte ich meine Suche nach Antworten alleine fortsetzen und ging für ein Jahr auf eine Bibelschule.

Ich verbrachte viele Stunden in theologischen Diskussionen mit anderen Studenten, stellte meinen Professoren Fragen, las theologische und philosophische Bücher über den Heiligen Geist usw. Dann am Ende des Jahres dachte ich irgendwie, dass ich einige Antworten auf meine Fragen bekommen hatte. Zur gleichen Zeit hatte ich auch beschlossen, dass das, was meine Schwester mir erzählte, zu „schwarz/weiß“ war. Es konnte unmöglicherweise so einfach sein. Ich machte mich auf den Weg, meine Schwester zu besuchen und auch die Leute von der Kirche, der sie sich angeschlossen hatte, zu treffen. Dabei war ich fest entschlossen, ihr Leben wieder auf die gerade Bahn zu bringen / ihr den richtigen Weg zu zeigen / und sie – genauso wie diese Gruppe von Christen, die sie traf – aufzuklären.

Ich machte gemeinsam mit einigen Bibelschulstudenten eine Reise und am Ende davon stieg ich bei meiner Schwester aus, sodass ich das Wochenende mit ihr verbringen konnte. Die Woche darauf wollte ich wieder heimfliegen. Naja, als wir dann nur noch ein paar Stunden zu fahren hatten, wurde ich ein bisschen nervös diese Gruppe von Unbekannten zu treffen – vor allem weil mein Plan war, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Ich wollte ihnen erzählen, was ich über den Heiligen Geist gelernt hatte, weil sie offensichtlich auf dem Holzweg waren. Aber dann wusste ich mit einem Mal, dass ich falsch lag. Ich wusste, dass genau das Gegenteil von dem passieren würde, was ich geplant hatte und dass ich es war, die erleuchtet werden musste. Der Herr und sogar derselbe Heilige Geist, den ich suchte, zeigte mir ganz klar bevor ich überhaupt ankam, dass diese Leute, die ich bald treffe mir die Wahrheit zeigen, die ich gesucht hatte. Obwohl ich lang und unnachgiebig nach dem Heiligen Geist gesucht hatte, war das nicht die Antwort die ich mir vorstellte und so war ich schon bei der Ankunft schlecht gelaunt, da ich mich nicht gerade darauf freute, vom Gegenteil überzeugt zu werden.

Sofort wurde mein Glauben an das Wort Gottes lebendig...

Genau das geschah dann. Ich war mit langen Diskussionen und Debatten über verschiedenste geistige Themen vertraut. Mit Freunden oder Professoren beinhalteten diese immer viele eigene Meinungen (und nur einige Bibelverse als Unterstützung). Die Leute in dieser Gemeinde waren komplett und erfrischend anders. Sie zeigten mir Bibelvers über Bibelvers und baten mir quasi nichts von ihrer eigenen Meinung dar, weil für sie die Bibel maßgebend war. Wenn die Bibel es sagte, dann taten sie es! Und Gott segnete sie mit Seinen Verheißungen! Sie wiesen mich auf das Wort Gottes hin und brauchten mich gar nicht zu fragen, ob ich die Anweisungen darin befolgte und seinen Beispielen nachfolgte. Ich wusste selbst, dass dies nicht der Fall war. Diese Art, die Bibel zu lesen, stand in krassem Gegensatz zu allem was ich bisher in vielen christlichen Kirchen und Organisationen erlebt hatte. Sofort wurde mein Glauben an das Wort Gottes lebendig – das in der Tat noch lebt – „lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (HEBRÄER 4:12) und absolut wert studiert und befolgt zu werden.

Was sagt die Bibel nun über Errettung? JOHANNES 3:3-5 „Jesus antwortete ihm: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Nikodemus sagte zu ihm: „Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter gehen und geboren werden?“ Jesus antwortete: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes kommen.“ Wir müssen von Neuem geboren werden, sonst WERDEN WIR DAS KÖNIGREICH GOTTES NICHT SEHEN! Aber wie? Geboren aus Wasser und Geist… 1. KORINTHER 10:1-2 zeigt uns, dass das Muster bereits schon im Alten Testament festgelegt wurde: „Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit darüber lassen, dass unsere Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durchs Meer gegangen sind; und alle sind auf Mose getauft worden in der Wolke und im Meer.“ Die Antwort, die am Anschaulichsten ist, findet man in APOSTELGESCHICHTE 2:37-38 wo Petrus beschreibt, was man tun muss, um gerettet zu werden: „Als sie das hörten, traf es sie ins Herz, und sie sagten zu Petrus und zu den andern Aposteln: „Ihr Männer und Brüder, was sollen wir tun?“ Petrus sagte zu ihnen: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“

Kurz danach, als mich das Wort Gottes überführte, tat ich Buße über meine Religiosität und meine Sünden. Ich wurde unter Wasser getauft für die Vergebung aller meiner vergangenen Sünden. Dann empfing ich, wie verheißen (APOSTELGESCHICHTE 2:39), die Gabe des Heiligen Geistes in der gleichen Art wie damals die Jünger (APOSTELGESCHICHTE 2:4,33), Kornelius (APOSTELGESCHICHTE 10:44-48) und die Jünger in Ephesus, denen Paulus predigte (APOSTELGESCHICHTE 19:6). Was für ein wunderbarer Beweis von Gottes Wort! Aller Preis gehört Ihm.

Alison

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