Patient mit endogener Psychose überführt vom Heiligen Geist

Jake, B.A. - Perth, Schottland

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Hallo alle zusammen,
ich möchte euch davon erzählen, wie Gott mich aus einem Leben der Selbstsucht und Eitelkeit errettet hat.

Ich bin 1963 in Hamburg geboren, und da meine Eltern der Evangelisch-Lutherischen Kirche angehörten, wurde ich zwar als Baby getauft, wuchs jedoch ohne irgendwelche religiösen Überzeugungen auf. Mein Zuhause war behütet, und nachdem ich die Schule beendet hatte, absolvierte ich meinen Miltärdienst und begann im Jahre 1985 Bibliothekswesen zu studieren.

Diagnose: Endogene Psychose

Im Jahre 1988 sollte sich mein Leben in eine andere Richtung drehen. Es fing alles mit einer Art von Schlaflosigkeit an. Aus irgendeinem Grund wachte ich früher und früher auf – nach fünf Stunden, dann vier, drei usw. Gleichzeitig stellte ich fest, dass sich meine Wahrnehmung allmählich zu ändern begann. Es war, als wenn ich in einen Strudel geraten wäre, und ich fing an, in allem verschlüsselte Botschaften zu sehen. Nach einigen Tagen hatte ich den Bezug zur Realität vollkommen verloren, bekam Halluzinationen und fand mich auf einer Reise jenseits von Zeit und Raum wieder. Ich hatte u.a. Visionen vom Paradies, dem Sündenfall und der Kreuzigung. Es ging so weit, dass ich am Ende davon überzeugt war, selbst der Erlöser der Menschheit zu sein! Schließlich erregte ich öffentlichen Anstoß, wurde in eine geschlossene Anstalt eingewiesen, mit endogener Psychose1 diagnostiziert und mit Psychopharmaka wie Haldol (Haloperidol) und Mellaril behandelt. Nach etwa drei Monaten hatten sich meine Sinne wieder normalisiert, und ich wurde entlassen.

Die biblischen Visionen ließen mich mit einer brennenden Frage zurück...

Während ich all diese Geschehnisse innerlich Revue passieren ließ, drängte sich mir die Frage nach dem „Warum?“ auf. Medizinische Erklärungen, die z.B. auf Erbveranlagung oder Stress als auslösende Faktoren hinweisen, konnten mich nicht zufriedenstellen. Die biblischen Visionen ließen mich mit einer brennenden Frage zurück: Konnte es wahr sein, dass Jesus Christus tatsächlich der Sohn Gottes ist? Dass Er für meine Sünden gekreuzigt wurde und am dritten Tag auferstand, und dass es einen buchstäblichen Himmel und eine buchstäbliche Hölle gibt? Konnte das tatsächlich wahr sein? Ich hatte mir nie allzu viele Gedanken darum gemacht.

Also fing ich an, im Alten und Neuen Testament zu lesen, musste aber bald feststellen, dass ich aus der Bibel nichts wirklich herausbekam. Da ich mich mit dem Thema Christentum nicht besonders auskannte, wandte ich mich an einen lutheranischen Gemeindepastor und stellte ihm einige Fragen: „Was ist Sünde? Was sagt die Bibel zum Thema Rauchen? Was sagt die Bibel zum Thema Sex vor der Ehe?“ Er war äußerst zuvorkommend, beantwortete alle meine Fragen sehr behutsam und beruhigte mich mit Bibelversen wie z.B.: „Alles ist mir erlaubt, aber es ist nicht alles nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen.“ (1. KORINTHER 6:12). Mit anderen Worten, ich sollte mir darüber nicht allzu viele Sorgen machen. Ich vertraute dem Pastor und wurde sogar etwas später von ihm konfirmiert. Die Zeit verging, und auf meiner Suche nach Wahrheit fing ich an, verschiedene Kirchen zu besuchen. Ich traf mich mit allen möglichen Leuten – Lutheraner, Katholiken, neuapostolische Christen, Zeugen Jehovas, Mormonen und andere. Alles sehr nette Leute, doch irgendwie bekam ich keine klaren Antworten und fühlte mich innerlich genauso leer wie eh und je.

Ein Zeichen

Eines Tages, während ich in der U-Bahn saß, bat ich Gott im Stillen, mir ein Zeichen zu geben, dass Er existierte. Ein paar Minuten später stiegen etwa 20 Afrikaner mit Büchern unterm Arm in den Zug. Merkwürdigerweise setzten sie sich genau dort hin, wo ich saß, und da ich neugierig geworden war, fragte ich, was sie für Bücher mit sich herumtrügen. Einer von ihnen erklärte, es seien Bibeln, woraufhin er mir seine Telefonnummer gab und mich zu einer Versammlung einlud: „Am Sonntag werde ich dir Jesus Christ vorstellen!“, sagte er enthusiastisch, bevor er mit den anderen den Zug verließ. Ich hatte so etwas noch nie erlebt. Dies konnte auf keinen Fall bloßer Zufall gewesen sein.

Ich fand mich in einem Versammlungsraum wieder umgeben von 100 Afrikanern

Ich besuchte den Sonntagsgottesdienst und fand mich in einem Versammlungsraum wieder umgeben von 100 Afrikanern. Die Versammlung war recht lebhaft und auf der Bühne spielte eine Band. Nachdem der Pastor eine zeitlang gepredigt hatte, sagte er „Amen!“, woraufhin alle plötzlich die Arme hochhoben, ihre Augen schlossen und anfingen, merkwürdige Laute von sich zu geben. Das Ganze kam mir so unheimlich vor, dass ich den Gottesdienst einfach verließ. Ich sollte bald herausfinden, dass sie „in Zungen gebetet hatten“.

3½ Jahre auf der Suche nach Antworten waren vergangen seitdem ich aus der Psychiatrie entlassen worden war. Ich wusste, dass irgendetwas in dieser Welt nicht stimmte, konnte aber nicht genau sagen, was es war. Das sollte sich jedoch bald ändern. Es war an einem Samstag nachmittag, während ich vor einem McDonald's stand, als plötzlich ein Mädchen auf mich zu kam und mir die Frage stellte: „Glaubst du an Gott?“ Ich erwiderte „ja!“, obwohl ich nicht wirklich Glauben besaß, doch ich wollte unbedingt über das Thema reden. „Bist du getauft?“ – „Ja, als Baby!“ antwortete ich.  Sie erklärte mir dann, dass eine biblische Taufe durch völliges Untertauchen geschieht und man sich vorher klar entscheiden muss, Gott nachzufolgen. Sie sprach über die Rückkehr Christi, die Notwendigkeit der Buße und vom Empfang des Heiligen Geistes  – ich war sprachlos, denn ich hatte in meinem ganzen Leben so etwas noch nie gehört. Wir haben uns dann in ein Café gesetzt, wo sie und ihr Freund mir alles etwas genauer erklärten und das Gesagte stets mit der Bibel belegten. Sie erzählten mir, dass sie sich regelmäßig in Hausgruppen treffen würden und luden mich zu ihrer Sonntagsversammlung ein.

Am nächsten Tag saß ich dann also zwischen ungefähr 15 singenden und klatschenden Christen, die von Gottes Wundern berichteten und später auch eine zeitlang „in Zungen beteten“. Am Tag zuvor war mir erklärt worden, dass das Zungenreden einfach eine Gebetsprache ist, die man genau in dem Augenblick bekommt, wenn man den Heiligen Geist empfängt. Außerdem wurde auch ein Gespräch (Predigt) gegeben, gefolgt vom Abendmahl und der Anwendung der sogenannten geistigen Gaben: 2-3 Zungen und deren Auslegung sowie 2-3 Prophezeiungen (1. KORINTHER 14:27-29).

Die Versammlung machte schon Eindruck auf mich, ganz zu schweigen von der Freundlichkeit, der blitzblanken Wohnung und dem ausgezeichneten Essen hinterher..

Es strömte einfach aus meinem Innersten heraus

Als ich an jenem Abend nach Hause ging nachdem ich von der Realität der Hölle erfahren und dieses gewisse Licht in den Augen der Leute gesehen hatte, wusste ich, dass es WAHR war und nicht irgendeine Art gekünsteltes Theater. In meinem Innern wusste ich, dass ich tatsächlich ein Sünder auf dem Weg zur Hölle war und Vergebung brauchte. Zwei Wochen später, nachdem mir erklärt worden war, was Buße bedeutet, wurde ich durch völliges Untertauchen in einer Badewanne getauft. Ich fühlte eigentlich keinen großen Unterschied nach der Taufe, und auch den Heiligen Geist empfing ich nicht gleich auf der Stelle. Es dauerte noch zwei weitere Wochen bevor ich APOSTELGESCHICHTE 2:4 persönlich erleben durfte. Gott zeigte mir in LUKAS 11:11-13, dass JEDER, der bittet, den Heiligen Geist empfängt. Ein paar Sekunden nachdem ich Gebet erhalten hatte und mir die Hände aufgelegt worden waren (siehe z.B. APOSTELGESCHICHTE 19:6), fing ich an, in einer neuen Sprache zu sprechen, eine Sprache, die ich nie zuvor gesprochen hatte und die ich noch nicht einmal verstehen konnte (1. KORINTHER 14:2). Ich war in der Lage, die Geschwindigkeit und die Lautstärke der Silben zu kontrollieren, jedoch nicht die Silben selbst – es strömte einfach aus meinem Innersten heraus gemäß der Verheißung in JOHANNES 7:38„Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ 

Es war ein erstaunliches Erlebnis; das Zungenreden hat auch am nächsten Morgen noch funktioniert und es klappt auch noch heute. Ich fühlte eine solche innere Freude, da die Last der Sünde von mir gewichen war – ich war versöhnt mit Gott! Jetzt erkannte ich deutlich, dass es die Sünde ist, die diese Welt von Gott trennt. Das ist der Grund dafür, dass es so viel Leiden und Bosheit gibt – wegen der Sünde, weil die Menschheit ihren eigenen Weg gegangen ist. Ich selbst war 28 Jahre lang in meinen eigenen Wegen gewandelt, doch während dieser ganzen Zeit hatte Gott in meinem Leben gearbeitet und mich näher zu Ihm gezogen. JOHANNES 6:44 – „Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn…“

Und die endogene Psychose?

Was war nun der wirkliche Grund für meine endogene Psychose? Tatsache ist, dass die meisten seelischen Erkrankungen geistige Ursachen haben, obgleich auch physische und chemische Faktoren eine Rolle spielen können. Es gibt tatsächlich eine geistige Welt, und in ihr fand ein Kampf um meine Seele statt – genau wie ein Kampf um deine Seele stattfindet (obgleich dir das vielleicht nicht bewusst ist). Der Gedanke, es könnte tatsächlich Dämonen geben, erscheint den meisten Menschen natürlich absurd. Ich bin mir jedoch sicher, dass ein böser Geist in mich gefahren war. In Psychatrischen Krankenhäusern werden Dämonen offensichtlich nicht ausgetrieben – sie werden eher medikamentös vertrieben. Ein durch Psychopharmaka paralysierter menschlicher Wirt ist für einen Dämonen unattraktiv, und i.d.R. verlässt er den Wirt, wie in meinem Fall. Nichtsdestotrotz benutzte Gott die Situation, um mir die Augen zu öffnen und mich dazu zu bringen, Ihm endlich mein Leben zu überlassen und auf Sein „Ziehen“ zu reagieren. Ich glaube nicht, dass irgendetwas durch Zufall geschieht und auch nicht, dass ich auf irgendeine andere Art und Weise hätte gerettet werden können – Preis dem Herrn!

  • 1.

    Endogene Psychose ist eine Sammelbezeichnung für psychische Erkrankungen wie z.B. Schizophrenie oder Bipolare Störung. Der Ursprung derartiger Leiden wird für gewöhnlich auf ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn zurückgeführt. Dies entspricht der westlichen Denkweise, wonach Leben als ein Produkt von bio- und neurochemischen Prozessen aufgefasst wird. Obwohl keinerlei empirische Daten hierfür vorliegen, werden Patienten mit optischen oder akustischen Halluzinationen fast ausschließlich mit starken chemischen Präparaten d.h. Psychopharmaka behandelt. Die alternative Schlussfolgerung, dass derartige Symptome dämonischen Ursprungs sein könnten (MATTHÄUS 17:14-18; MARKUS 5:2-20; LUKAS 9:38-42), wird nicht in Betracht gezogen. Unsere tief verankerte Überzeugung, dass die geistige Welt eine Illusion ist, hat dazu geführt, dass dämonische Besessenheit heute nicht mehr als psychiatrische oder medizinische Diagnose anerkannt wird.

Comments

Lieber Jake, danke für diesen Text! Es hat mich sehr berührt ihn zu lesen, da ich vieles von dem auch erlebt habe. Ich war immer auf der Suche nach der Verbindung zu Gott, habe mich aber, obwohl getauft und konfirmiert, nie richtig auf Jesus eingelassen. Statt dessen habe ich mich mit sämtlichen esoterischen Dingen beschäftigt und mir schließlich meinen eigenen Glauben "zurecht gebastelt". 1996 kam ich mit dem "positiven Denken" in Berührung und ich habe geglaubt, darin den Schlüssel zu einem erfüllten Leben in der Hand zu halten. Statt dessen landete ich mit einer "Psychose" in der Psychiatrie und wurde mit Haldol von meinem Höhenflug herunter geholt, besser gesagt, auf den Boden geschmissen. Es folgten eineinhalb Jahre tiefster Depression, hätte ich keine Kinder gehabt, würde ich wohl heute nicht mehr leben. Die Diagnose wurde dann später als bipolare Störung befunden und im Dezember 2015 hatte ich wieder einen Schub mit Aufenthalt in der Psychiatrie. Ich bin gerade dabei, Jesus Christus und den Glauben neu zu entdecken und lese derzeit viel in der Bibel. Dort geht es ja oft um Heilung von "Besessenen" und ich habe mich gefragt, ob das vielleicht auf mich zutreffen könnte. Beim Stöbern zu diesem Thema bin ich auf deine Geschichte gestoßen und es hat mich, wie gesagt, sehr berührt. Ich habe das Gefühl, dass ich wieder auf dem "Heimweg" bin und meine vielen Fragen endlich, durch die Bibel, richtig und wahr beantwortet werden. Bin sehr dankbar und wünsche mir, vollständiges Vertrauen zu entwickeln und meine Zweifel (die mich immer mal wieder befallen)hinter mir zu lassen. Alles Liebe von Claudia

Ich habe eine sehr ähnliche Geschichte, aber du hast da ein paar Verse bekommen, die von Gott / Jesus persönlich beglaubigt sind, und damit einen Nerv getroffen. Ist schon gut, wie du das geschrieben hast. Mich würde interessieren, was schlussendlich mit deiner Krankheit geschehen ist, da ich immer noch von solchen Medikamenten abhängig bin.

Hallo Emanuel,

Vielen Dank für deine E-Mail.

Seit ich 1992 „wiedergeboren“ und Christ wurde, habe ich nie wieder irgendwelche Probleme in puncto Psychose gehabt. Ich muss dazu sagen, dass ich noch 1 Jahr lang medikamentös behandelt wurde, nachdem ich 1989 aus der Psychatrie entlassen worden war (kann mich an den Namen des Präparats nicht mehr erinnern).

Du schreibst, dass du eine ähnliche Geschichte hast. Das heißt, dass deine Seele (Psyche) angegriffen und sozusagen „vergewaltigt“ worden ist. Medikamente können zwar helfen, die Seele heilen kann jedoch nur Jesus Christus.

Es ist etwas schwierig dir praktischen Rat zu geben, da ich deine Situation zu wenig kenne. Aber wenn du willst, kannst du mir gern mehr über dich schreiben. Wie auch immer deine Lage ist – du kannst jederzeit zu Gott beten und Heilung im Namen Jesu Christi empfangen; Gott erhört Gebet und ich werde dich im Gebet halten.

In meinem Fall hatte Gott es zugelassen, dass mich ein „böser Geist“ quälte (1. Samuel 16:15). Ohne diese ganze Geschichte wäre ich niemals offen für das Evangelium gewesen. Aber über diesen Umweg habe ich Gott gefunden und schließlich die beste Entscheidung meines Lebens getroffen: mich taufen zu lassen, den Heiligen Geist zu empfangen und Jesus Christus nachzufolgen – und meine Seele zu heilen.

Ich hoffe, dass dir das vorerst ein wenig weiter hilft.

Liebe in Christus,

                         Jake

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