Geplagt durch ‚Angst vor dem Tod‘ fand ich den Sinn des Lebens

Chrille - Lyon, Frankreich

Photo of Christian

Ich wuchs im West-Berliner Bezirk Kreuzberg auf, in einer Zeit, in der Demonstrationen gegen fast alles, in der Mode zu sein schienen, hunderte von alten Häusern besetzt wurden und Straßenschlachten fast an allen Feiertagen stattfanden. Viele Freaks wohnten in der Stadt. Viele alternativ-denkende junge Menschen, insbesondere Männer, zogen nach Berlin, um nicht in die Bundeswehr gehen zu müssen, denn Männer in unserer ummauerten Stadt waren vom Militärdienst befreit.

Mein Gymnasium in Kreuzberg gehörte zu der liberalen Art und viele meiner Mitschüler und Freunde zählten sich auch dazu. Stundenlang saßen wir in den Cafés und Kneipen und diskutierten über Politik, Philosophie, östliche Religionen und den Sinn des Lebens. Ich würde mich als einen lockeren und lebensfreudigen Typen bezeichnen. Ich war schon immer für spaßige Aktionen zu haben, mochte Partys und Sport und man sah mich eigentlich immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Probleme hatte ich, wenn ich nachts allein und still in meinem Bett lag. Dann plagten mich Gedanken darüber, dass ich eines Tages sterben müsste und nie wieder in aller Ewigkeit leben würde; niemals wieder lachen, niemals wieder da sein, einfach tot und weg.

Meine Eltern waren in unserer örtlichen Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde aktiv und sie nahmen uns Kinder zu Familiengottesdiensten und Aktivitäten in die Kirche mit. Zu Hause waren die Bibel, Glaube oder Gebet jedoch nicht so das Thema.

Für mich persönlich existierte Gott nicht!

Für mich persönlich existierte Gott nicht! Ungefähr ab meinem 10. Lebensjahr fing ich an, diese Angst vor dem Tod zu haben. Mein Bruder und meine Schwester hatten sich daran gewöhnt, dass ich als Teenager manchmal nachts schreiend durch die Wohnung rannte, in panischer Angst vor dem Tod. Oft hörte ich nachts Aufnahmen von Hörspielen oder Komödianten an, um mich von den Gedanken an den Tod abzulenken. Je näher das Ende der Schulzeit kam, desto intensiver wurde diese Angst. Das Leben stellte für mich eine kurze Zeitspanne dar, in der ich mir ständig vorstellen müsste, dass ich nach dem Leben niemals wieder existieren würde. Kein Alkoholpegel oder Haschisch, keine Partys oder langen Nächte mit Freunden oder philosophische Unterhaltungen konnten mich vor dieser angeblichen Realität erlösen.

DIE SUCHE IN ÖSTLICHEN RELIGIONEN

Als ich 17 war, ging ich für ein Jahr als Austauschschüler in die USA. Danach machte ich mein Abitur in Berlin, verdiente dann Geld als Postbote und im Alter von 20 begann ich eine 10-monatige Reise Richtung Asien/Australien. Während dieser Zeit las ich Bücher über Hinduismus, Buddhismus und den Islam. In Singapur, Malaysia und Thailand hatte ich viele Diskussionen mit buddhistischen Mönchen, Einheimischen und Europäern, die in Asien für einige Zeit in religiösen Kommunen gelebt hatten. Die Dinge, die ich dort sah und erlebte, überzeugten mich nicht davon, dass irgendeine dieser existierende Religionen zur Wahrheit führt oder Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod gibt. Die glorreichen Beschreibungen von östlich-religiösen Praktiken, im Vergleich mit dem, was ich in Asien vor meinen Augen sah, passten für mich nicht zusammen.

Zu dieser Zeit kam ich an einem Tiefpunkt an...

Als ich dann in Australien ankam, wohnte ich bei einem Freund in Darwin. Ich machte dort weiter mit meinem Party-Leben mit viel Alkohol und was noch so dazu gehört. Zusammen mit einem Freund aus Nord-Irland trampte ich dann per Anhalter durch Australien. In Adelaide wurde ich in einige Sitzungen der sogenannten Scientology-„Kirche“ eingeladen, wo man mir Abhilfe gegen die Angst vor dem Tod versprach. Ich glaubte nicht an ihren elektronischen ‚Wahrheitsdetektor‘, der bei mir nach den Sitzungen anzeigte, dass ich immer noch ‚glücklich‘ wäre?! Zu dieser Zeit kam ich an einem Tiefpunkt an. Was sollte all das bringen, das Reisen, wunderschöne Landschaften in der ganzen Welt anzuschauen, viele interessante Leute kennenzulernen, neue Dinge zu lernen usw., wenn ich am Ende sowieso sterben würde?

DER WENDEPUNKT IN MEINEM LEBEN KAM, als ich in Melbourne ankam. Mit meinen letzten australischen Dollar hatte ich mir noch etwas zu Essen gekauft und saß auf einer Parkbank in einer Fußgängerzone. Plötzlich standen zwei kichernde Mädels vor mir und luden mich auf einen Tee in ein nahegelegenes Café ein. Ich nahm die Einladung an und eines der beiden Mädchen erzählte mir, wie sie zwei Jahre lang auf der Straße gelebt hatte, nachdem ihre Eltern in den Urlaub gefahren und nicht wieder zurück gekommen waren. Während sie obdachlos war, lernte sie diese christlichen Leute kennen. Sie halfen ihr und erzählten ihr auch, dass sie ein persönliches Erlebnis mit Gott haben könnte, genau wie die Jünger in der Bibel vor 2000 Jahren und dazu - ewiges Leben.

Australien, Dezember 1987Australien, Dezember 1987

Ich fragte sie, ob sie dieses persönliche Erlebnis mit Gott erlebt hätte und wie das passiert sei? Sie bestätigte und erklärte mir dieses Erlebnis. Sie sagte, dass sie seit diesem Ereignis keine Angst mehr vor dem Tod hätte, denn sie wisse jetzt, dass es Gott wirklich gäbe und daher müsste auch etwas nach dem Tod existieren! Ich war total erstaunt und schrieb alles, was ich gehört hatte, in mein Tagebuch.

Später fand ich den folgenden Vers in der Bibel, den ich zuvor noch nie gehört hatte:

„Und um die zu erlösen, die durch TODESFURCHT ihr ganzes Leben in KNECHTSCHAFT gehalten wurden.“ (HEBRÄER 2:15)

Gottes Wort sagt auch: Jesus wird dir ewiges Leben geben (JOHANNES 6:27), Gottes Geist wird dich von den Toten erwecken (RÖMER 8:11), Bitte Gott und Er wird dir Seinen Geist geben (LUKAS 11:13).

Ich erzählte diesen Christen, dass ich nach Arbeit suche. Sie wussten, dass eine Farm im Landesinneren ‚Obstpflücker‘ brauchte und gaben mir die Telefonnummer von einem ihrer Pastoren, der dort in der Nähe wohnte. Die Familie von Pastor Peter F. war sehr zuvorkommend und sie ließen mich bei ihnen übernachten: mich, einen völlig Fremden mit Hippie-Klamotten und rot-gefärbten verfilzten Haaren. Sie stellten mich einem ihrer christlichen Freunde vor, der zufällig einen Malergehilfen brauchte. Sein Name war Peter H.

BEGEGNUNG MIT EINEM MANN, DER DURCH GEBET VON HEROIN BEFREIT WORDEN WAR!

Ich arbeitete neun Wochen mit Peter. In dieser Zeit stellte ich Peter hunderte von Fragen, über alle meine Gedanken und Zweifel über Religionen, Christentum usw., wie z.B. „Warum gibt es soviel Krieg?ʺ, „Warum sterben so viele unschuldige Kinder?ʺ, „Was ist mit der Heuchelei und Korruption in der Kirchengeschichte?ʺ usw. Das erstaunliche war, dass er auf fast alle meine Fragen gute und plausible Antworten hatte und was mich noch mehr verwunderte, war, dass die meisten Antworten aus der Bibel kamen.

Zu der Zeit, als ich Peter kennenlernte, war er 31 Jahre alt. Er sah jedoch etwas älter aus, da sein vergangenes Leben Spuren in seinem Gesicht hinterlassen hatten. Er war viele Jahre heroinabhängig gewesen und hatte auch gedealt. Die australische Polizei war wegen einer langen Liste von Delikten hinter ihm her gewesen. Er versteckte sich für ein Jahr in Neuseeland und lebte dort in verschiedenen Hippiekommunen und setzte sein Drogenleben fort.

Eines Tages, beim Trampen, nahm ihn ein Christ mit und predigte ihm. Anfangs machte sich Peter über ihn lustig und sagte, er bevorzuge sein Drogen- und Rock ’n’ Roll-Leben statt einem sicherlich langweiligem Leben eines Christen. Der Christ fragte ihn, ob er noch immer glücklich wäre an einem Ort, an dem er keinen Zugang zum Heroin hätte, kalten Entzug hätte, kotzend und ringend vor Schmerzen und Krämpfen und das viele Tage lang mit heftigen Entzugsschmerzen? Diese Frage brachte Peter aus dem Gleichgewicht und er fragte den Christen weniger höhnisch, was er denn gegen seine Drogensucht tun könne?

...aus Wasser und Geist von neuem geboren..

Der Christ sagte ihm, dass Gott bereit wäre, alle seine vergangenen Sünden zu vergeben und dass er „aus Wasser und Geist von neuem geboren" werden könnte (JOHANNES 3:5). Dies bedeutete, dass wenn er seine Sünden bereue, getauft werden würde und er Gott bäte, dann würde Gott ihn mit SEINEM HEILIGEN GEIST füllen (APOSTELGESCHICHTE 2:38) und ihn von seiner Drogensucht heilen!

Um es kurz zu fassen: Peter tat an diesem Tag in jenem Auto Buße, empfing den Heiligen Geist, fing an in neuen Zungen zu beten (Gottes erstes Geschenk und Zeichen, wie es in der Bibel beschrieben ist). Er wurde an diesem Tag vollständig von Heroinsucht geheilt und hatte keinerlei Entzugserscheinungen.

Einige Zeit später lernte ich zwei von Peters Ex-Drogenfreunden kennen. Peter hatte ihnen nach seiner Heilung gepredigt. Sie waren auch Christen geworden, hatten den Heiligen Geist empfangen und waren von ihrer Sucht befreit worden. In meiner Kirche in Deutschland hatte ich so etwas noch nie gehört oder gesehen, jedoch immer gedacht, dass wenn es wirklich einen Gott gäbe, Er in der Lage sein sollte, solche Wunder zu tun.

ÜBERLEBEN EINES SCHWEREN STURZES

Ein weiterer Vorfall ereignete sich zu jener Zeit, der mich überzeugte, dass Gott Gebete erhört. Ein Bruder aus der gleichen Kirche (Matt G.) hatte mich für ein paar Tage in seiner Firma in Melbourne arbeiten lassen. Mit einigen Kollegen stapelte ich Möbel in einer riesigen Lagerhalle auf hohe Stauflächen. Währenddessen sprang ich unüberlegt von der hohen Plattform auf ein tiefer stehendes Gerüst. Die Holzbretter brachen, meine Beine verfingen sich. Dann flog ich kopfüber 3-4 m durch die Metallstäbe, schlug meinen Kopf und meine Arme mehrmals gegen die Querstangen, bevor ich dann auf den Betonboden aufschlug. Meine Kollegen, die alle gläubige Christen waren, waren sofort da und beteten als erstes für mich. Ich konnte kaum atmen, fühlte Schmerzen in meinen Gliedern und hatte Panik, da ich mich weder bewegen noch aufstehen konnte. Sie trugen mich auf eine Matratze und über einen längeren Zeitraum lag ich da und weinte, da ich mich nicht bewegen konnte. Nach einer halben Stunde kam endlich wieder Gefühl in meine Finger, dann in meine Arme und Beine und ich war dann in der Lage aufzustehen. Da war kein Blut, keine Schnitte, nur ein paar leichte Prellungen. Verrückt!

Tränen der Buße und Freude..

Jahrelang hatte ich mich über Jesus und die Bibel lustig gemacht, doch dort, an diesem Tag, liefen mir Tränen der Buße und zugleich Freudentränen übers Gesicht, weil ich jetzt wusste, dass Jesus wirklich lebt und Gott existiert. Ich wusste, dass das Leben nicht mit unserem physischen Tod endet, sondern, dass wir Hoffnung des ewigen Lebens im Himmel mit Gott in uns tragen! Neun Wochen vergingen. In dieser ganzen Zeit hatte ich Gespräche und Diskussionen mit Peter und anderen aus dieser australischen Kirche (Revival Centers International), bis mir schließlich die Argumente ausgingen. In dieser Zeit des Arbeitens und Wohnens bei Peter und den lebendigen Kirchversammlungen jeden Sonntag, war ich von Alkohol, Nachtclubs usw. ferngeblieben. Mir wurde klar, dass wenn ich ewiges Leben erhalten wollte, müsste ich mich taufen lassen und Gott bitten, mich mit dem Heiligen Geist zu füllen. (APOSTELGESCHICHTE 10:44-45 und APOSTELGESCHICHTE 19:1-7) Ich wurde in einem Fluss durch völliges Untertauchen getauft. Drei Tage später, als ich zu Gott rief und Buße über eine letzte versteckte Sünde tat, kamen plötzlich arabisch und russisch klingende Worte aus meinem Mund. Ich war definitiv nicht in Trance. Ich war alleine in Peters Haus, als diese Gebetssprache zum ersten Mal über meine Lippen kam.

RÖMER 8:11: „Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch den Geist, der in euch wohnt."

Über die Jahre hat Gott mich in vielerlei Hinsicht gesegnet, mit einer wunderbaren Ehefrau und vier Töchtern und unzähligen Erfahrungen von Gottes Eingreifen, die zeigen, dass Er real ist!

In Seiner Liebe , Christian (z.Z. in Lyon, Frankreich)

Post new comment