Das Ende eines langweiligen Christenlebens für einen Teenager

Martin - Abernethy, Schottland

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Hallo,

ich wuchs in einem christlichen Zuhause in der Schweiz auf und ging zwei Mal die Woche zur christlichen Versammlung. Ich genoss es mit vielen Freunden aufzuwachsen und viel zu reisen. Als ich etwa 14 Jahre alt war, suchte ich den Heiligen Geist zu empfangen, weil jeder um mich herum die Taufe des Heiligen Geistes erlebt hatte. Sie sagten alle, dass wenn ich es auch bekäme, würden meine Augen geöffnet werden und mein christliches Leben würde beginnen.

Also fragte ich ca. sechs Monate Gott danach und eines Tages passierte es: ich empfing den Heiligen Geist und sprach in Zungen. Da war nun ein bisschen mehr Hintergrund zu der Geschichte aber machen wir mal weiter… Ich wurde getauft und alles war sehr aufregend. Das hielt für ein paar Monate so an, bis sich dann alles wieder wie vorher anfühlte.

Etwa ein Jahr danach, fing ich an viele Probleme in der Schule zu haben. Ich wurde viel gemobbt. Ich erfüllte auch nicht die Erwartungen meiner Eltern und Lehrer und fiel zurück in ein sehr ereignisloses Leben. Nach der Schule verbrachte ich die meiste Zeit vor dem Fernseher, im Internet oder spielte Computerspiele. Jeden Mittwoch und Sonntag ging ich in die christliche Versammlung, betete und las ein wenig in der Bibel.

Die Bibel sagt, dass wir nicht gleichzeitig der Welt und Gott folgen können. Wir müssen uns für den einen oder den anderen Weg entscheiden:

MATTHÄUS 6:24 „Niemand kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Ich war kein Christ mehr. Zwar ging ich zweimal pro Woche in die christliche Versammlung, doch war ich überhaupt nicht mehr an Gott interessiert.

Im Alter von 17 Jahren fing ich eine Lehre als Tischler an. Nach einem Jahr teilte mir mein Chef mit, dass ich zu faul wäre und ich sollte mir mehr Mühe geben. Drei Monate später wurde ich gefeuert. Ich fand eine andere Firma, die mich annahm. Diese feuerten mich ebenso nach drei Monaten. Was konnte ich jetzt noch machen? Um ehrlich zu sein, war ich nicht allzu besorgt; ich wohnte noch immer zu Hause, meine Eltern bezahlten alles, also verschwendete ich meine Zeit mit Nichtstun.

Meine Eltern fragten mich dann, ob ich für ein paar Monate nach Schottland gehen möchte um bei einem geplanten Projekt unserer Gemeinde zu helfen. Ich willigte ein, um einfach von daheim weg zu kommen. Zur selben Zeit trennten sich dann auch meine Eltern und ich wollte einfach etwas Neues anfangen. Also ging nach Perth, Schottland und von da an veränderte sich mein Leben langsam zum positiven.

Einige Monate später wurde ich gefragt, ob ich dort bleiben möchte und ich war einverstanden. Es gefiel mir in Schottland serhr gut, denn ich hatte jetzt zwei gute Freunde um mich und arbeitete dort für die Gemeinde. Die Arbeitsprojekte der Gemeinde wurden jedoch innerhalb von vier Monaten beendigt, und ich musste einen Job finden. Plötzlich wurde ich mit den Fakten des rightigen Lebens konfrontiert: Ich musste eine Arbeit finden und Miete bezahlen. Also fing ich an, einen Job zu suchen. Um ehrlich zu sein, ich suchte nicht wirklich nach einen Job. Oft schlief ich bis 12:00 oder 14:00 Uhr und fragte dann in ein paar Geschäften, ob sie eine Stelle frei hätten. Die Leute bei denen ich wohnte, konnten mich nicht länger unterbringen. So endete ich für ein paar Wochen in Schottland auf der Straße, in einer Frühstückspension und bei der Heilsarmee…

Für einen 18- jährigen Teenager in einem fremden Land, mit einer fremden Sprache, war ich sehr verängstigt und fühlte mich sehr einsam und allein. Ich war dies nicht gewohnt. In dieser Zeit rief ich aus zu Gott und fing an die Bibel wirklich zu lesen.

Während ich eines Nachts die Bibel las und vor dem Bett in der Heilsarmee kniete, schrie ich zu Gott für eine Antwort und plötzlich hatte ich die Sicherheit, dass ich einen Job bekommen würde und alles gut sein würde.

Folgende Verse gaben mir enorme Kraft und ich wusste, dass der Herr mir helfen würde, wenn ich auf ihn vertraute. PSALM 37:39-40 „Aber der HERR hilft den Gerechten, der ist ihre Stärke in der Not. Und der HERR wird ihnen beistehen und sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.“ Also steckte ich all mein Vertrauen in Gott und bekam die innere Gewissheit, dass er sich um meine Bedürfnisse kümmern würde.

In dieser Woche bekam ich einen Job bei Burger King (Hurra!). Dort arbeitete ich sechs Monate lang. In dieser Zeit erwachte die Bibel für mich zum Leben, da ich sehr viele Antworten auf meine Probleme erhielt und oben drauf füllte sich mein Herz mit Freude, Friede und Bereicherung. Ich war oft einfach überwältigt mit der Freude vom Herrn und konnte nicht mehr aufhören zu lächeln. Es war nicht einfach nur eine oberflächliche Freude, die ich selber erzeugte, es kam allein vom Gebet und dem Lesen der Bibel, wenn ich in meinem Zimmer Gott suchte.

Nicht das mein Leben danach ein Zuckerschlecken war, aber der Herr hat mir immer geantwortet, wenn ich ihn in seinen Wort, der Bibel, suchte.

PSALM 119:105 „Dein Wort ist meine Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“

Ich lebe jetzt in Abernethy (nur 15 Minuten von Perth). Kürzlich verbrachte ich sechs Monate in Australien und besuchte einen Freund in Neuseeland. Ich schaffte es endlich meinen Führerschein zu vollenden und besitze jetzt ein eigenes Auto. Zur Zeit absolviere ich ein Studium als Hoch- und Tiefbauingenieur und arbeite gleichzeitig als komplett qualifizierter Tischler, und im Fenstereinbau.

Was aber noch wichtiger ist, ist, dass ich jetzt meine Zeit nutze um sie mit Gott zu verbringen. Ich bin dankbar, dass er mein Leben komplett umgedreht hat zu dem Punkt, anderen zu helfen. Ich erlebte jetzt eine Menge mit dem Herrn. Ich weiß, dass er noch viel für mich vorbereitet hat. Gott kann auch dein Leben verändern!

Martin