Aus einem moslemischen Hintergrund gerettet

Hatice - New York, USA

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Hi,

ich heiße Hatice. Ich bin in Deutschland geboren und komme aus einer türkisch moslemischen Familie. Meine Eltern benannten mich nach Hatice, der ersten Frau des Propheten Mohammed. In der Zeit zwischen meiner Bekehrung vom Islam zum Christentum habe ich auch andere Dinge "ausprobiert". Ich möchte dir gerne erzählen, wie das alles gekommen ist. Ich hoffe, daß mein Zeugnis dir hilft oder dich anregt,  nach Gott zu suchen und nicht aufzugeben, auch wenn sich Hindernisse in deinen Weg stellen.

Schon als Kind war ich nicht vom Islam überzeugt. Da ich als eine Muslime geboren wurde, hatte ich keine Wahl. Ich fϋgte mich den Erwartungen meiner Eltern und der anderen Moslems. Dazu gehörte, daß ich Suren aus dem Koran auswendig lernte und sie als Gebete aufsagte. Mit 10 Jahren sollte ich ein Kopftuch tragen und durfte nur noch lange Kleider anziehen. Meine Familie und ich gingen regelmäßig zur Moschee, hielten die islamischen Feiertage und fasteten. Das Lesen lernen des Korans fiel mir sehr schwer und ich versagte hierbei bereits beim Alphabet. Der Koran darf nur in arabisch gelesen werden. Mir fehlte hierzu jedoch die Motivation, da mir diese Praktiken rituell und tot vorkamen. Allerdings glaubte ich, daß es einen Gott gibt. Ich hatte nur keine Vorstellung davon, wie oder wer er sei. In meinem Herzen verspürte ich eine Leere, die der Islam oder Allah nicht zu füllen schien. Zudem hatte ich eine fürchterliche Angst in die Hölle zu gehen. Oft lag ich wach in meinem Bett, während ich weinte und innerlich zu Gott schrie, daß er mir zur Hilfe kommen und mir diese Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit nehmen solle.

Zu all dem herrschte in meinem "Zuhause" nicht gerade eine friedliche oder familiäre Atmosphäre. Wir hatten keine wirkliche Beziehung zueinander. Vielmehr stritten wir und keiner hatte irgendeine Achtung vor dem anderen. Von Kindheit an wurde ich fast täglich misshandelt, meist ohne Grund. Ich fühlte mich wertlos, ungeliebt und sehr einsam. Oft wünschte ich, nie geboren worden zu sein und dachte über Selbstmord nach. Allerdings wußte ich, daß ich dafϋr in die Hölle gehen wϋrde. So entschied ich, daß es besser sei, die Hölle auf Erden auszuhalten. Zudem war da dieser kleine Funke Hoffnung, daß sich mein Leben vielleicht doch noch ändern könne ...

Mit circa zehn Jahren interessierte ich mich sehr für Bϋcher. Ich las beinahe Tag und Nacht. Nach einiger Zeit merkte ich, daß die Geschichten mir halfen, vor der Realität zu fliehen. Allerdings beinflußten sie meine Denkweise; ich dachte in Bildern, wie in Filmen, so daß es im Umgang mit anderen zu vielen Missverständnissen kam. Obwohl ich merkte, daß ich anderswar und mich auch "unnormal" fühlte, dachte ich, daß ich besser als andere und etwas Besonderes sei.

...ich veränderte mich... im Laufe der Zeit entwickelte ich einen lauten, provozierenden und rebelliösen Charakter

Bis dahin war ich eher zurückhaltend und umgänglich. Doch im Laufe der Zeit entwickelte ich einen lauten und provozierenden Charakter. Ich begann zu rauchen, ließ mich piercen, trank Alkohol und nahm Haschisch. Mir entging kaum eine Party. Zudem kam ich oft spät oder gar nicht nach Hause. Zu jener Zeit nahm ich natürlich auch mein Kopftuch ab. Des weiteren trug ich "verrückte" Klamotten, hatte verfilzte Haare usw. Ich suchte immer mehr das Extreme, um die Langeweile und die Leere in meinem Herzen "auszufüllen". Doch das alles schien mich mehr von Gott wegzubringen als ich sowieso schon war. Ich wurde hartherzig, stolz und bitter. Durch die Drogen und die Musik, die ich mir anhörte (z. B. Nirvana), verstärkten sich meine Depressionen. Die Depressionen traten unerwartet auf und trieben mich fast zum Wahnsinn. Ich hatte schon als Kind Geister oder Dämonen gesehen, aber jetzt schienen sie wirklich real zu sein und ich konnte ihre Anwesenheit spüren. Wenn ich Haschisch genommen hatte, schien es mir manchmal, als wϋrde ich meinen Körper verlassen. Dann sah ich mich selbst, wie einen Schatten, neben mir selbst sitzen. Obwohl ich es nicht oft rauchte und schon nach einem Jahr aufhörte, wirkte es sich negativ auf mein Erinnerungsvermögen und Verhalten aus.

Für einige Zeit hatte ich es "geschafft" nicht mehr an Gott zu denken, dennoch gab mir dieses Thema keine Ruhe. So entschied ich mich herauszufinden, ob der Islam der richtige Glaube sei. Wenn ja, würde ich mich ihm vollkommen hingeben. Meine Mutter gab mir eine türkische Übersetzung des Korans. Über mehrere Tage hinweg las ich einige Seiten, doch der Koran gab mir keine Antworten und ich konnte mir nicht vorstellen, daß diese Worte von Gott waren. Zudem hatte ich einige christliche Gemeinden besucht, doch auch sie sie schienen genauso leblos zu sein wie der Islam, nur daß sie "friedlicher" wirkten.

Obwohl ich nicht vorhatte, Christ zu werden, begleitete ich meinem damaligem Freund zu charismatischen und pfingstlichen Versammlungen. Bei einer dieser Versammlungen gab jemand ein Zeugnis darϋber, wie jemand von seiner Drogensucht befreit wurde. Dies bewegte mich sehr, da es mir zeigte, daß Gott frei machen konnte. Am Ende der Versammlung gab es einen Aufruf fϋr all jene, die ihr „Leben Jesus ϋbergeben“ wollten. Ich ging nach vorne und schloß mich danach einer charismatischen Gemeinde an. Dort ließ ich mich auch unter Wasser taufen und erhielt Gebet fϋr die Taufe im Heiligen Geist, mit dem Zeichen der Zungenrede. Allerdings empfing ich den Heiligen Geist nicht. Ich bezeichnete mich als einen Christen und obwohl ich glaubte, daß Jesus Sünden vergibt, fühlte ich mich in meinem Herzen noch als Sünder und keiner konnte das von mir nehmen. Ich dachte, dies wϋrde sich ändern, sobald ich den Heiligen Geist empfangen würde. Daher ging ich zu verschiedenen Gemeinden und Versammlungen. Egal wo ich Gebet oder Anweisungen, wie ich empfangen könnte,erhielt, empfing ich ihn nicht. Ich war frustriert: entweder mußte die Bibel falsch sein, die Gemeinden, oder ich war einfach verdammt - Gott konnte mich nicht retten.

Schließlich erzählten mir Freunde von einer anderen Pfingstgemeinde und ϋberzeugten mich, mit jemanden dort Kontakt aufzunehmen. Mit zwei anderen Freunden ging ich regelmäßig zu deren Versammlungen. Zu der Zeit sah ich keinen wirklichen Unterschied zwischen dieser Gemeinde und den anderen und entschied mich dazu, auch dort nicht mehr hinzugehen.

...ich entschied mich nicht mehr ϋber Gott nachzudenken und stattdessen nur noch Spaß zu haben

Zu diesem Zeitpunkt war ich 20 Jahre alt und zog von zu Hause aus. Ich hatte immer gedacht, daß meine Probleme verschwinden würden, sobald ich von zu Hause weg wäre. Doch dies war nicht der Fall. Mir ging es sogar schlechter als je zuvor. Größtenteils lag dies daran, daß ich mich entschieden hatte, nicht mehr ϋber Gott nachzudenken und stattdessen nur noch Spaß zu haben. Doch ich hatte an nichts mehr Freude und war ohne jeglichen Frieden. Seit einigen Monaten hatte ich schon nicht mehr richtig geschlafen und ich fühlte mich wie ein Zombie. Mein Leben war an einem Endpunkt angelangt und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einer Nacht ohne Schlaf hatte ich extreme Selbstmordgedanken und war verzeifelt, da es mir nicht mehr möglich war, diese Gedanken abzuschalten. 

Plötzlich kam mir wieder Gott in den Sinn. Bevor ich diesen Selbstmordgedanken nachgab, wollte ich Gott noch eine letzte Chance geben. In der Hoffnung, daß Gott mir antworten wϋrde, öffnete ich die Bibel und betete. Doch nichts geschah. Dann kam mir diese Pfingstgemeinde wieder in den Sinn und ich dachte, daß ich all dem, noch eine letzte Chance geben sollte. Es wäre schrecklich nach meinem Selbstmord irgendwann vor Gott zu stehen und herauszufinden, daß ich meine Antworten in dieser Geminde hätte finden und sogar den Heiligen Geist hätte empfangen können. Am selben Abend traf ich mich mit einem meiner Freunde mit jemand aus dieser Pfingstgemeinde- Georg. Ich stellte viele Fragen, doch ich hatte ziemliche Schwierigkeiten die Schriften zu verstehen, die Georg uns aus der Bibel zeigte. Dennoch konnte ich sehen, daß er die Bibel ernst nahm, keine Kompromisse einging und sein Leben nach ihr richtete. Zudem erkannte ich, daß er sich wirklich um unsere Seelen sorgte, was völlig neu für mich war. Danach kam ich zu weiteren Versammlungen, wo mir Schriften aus der Bibel gezeigt wurden, die deutlich zeigten, daß ich den Heiligen Geist empfangen mußte, um gerettet zu sein. Einige Wochen später, entschied ich, es einfach auszuprobieren. Ich hatte nichts zu verlieren. Die Leiter dieser Gemeindegruppe legten mir die Hände auf und beteten, für das Empfangen des Heiligen Geistes. Obwohl ich nicht sofort empfing, vertraute ich darauf, daß ich noch empfangen wϋrde. Drei Tage später, als ich alleine in meiner Wohnung betete, wurde mir bewußt, daß ich meine Piercings rausnehmen sollte. Es fiel mir schwer, doch ich wollte nicht, daß solch eine Kleinigkeit zwischen mir und Gott stand. Sekunden nachdem ich sie rausnahm, fing ich an, in einer neuen Sprache zu sprechen, was das Zeichen dafϋr war, daß ich den Heiligen Geist empfangen hatte. Dies war der vollkommene Beweis fϋr mich, daß die Bibel wahr ist und ich hatte mehr als drei Jahre auf diesen Augenblick gewartet. Hier ist eine der Schriften, die dieses Ereignis beschreibt: APOSTELGESCHICHTE 19:6  „Und da Paulus die Hände auf sie legte, kam der heilige Geist auf sie, und sie redeten mit Zungen und weissagten. “

Wie es in 2. KORINTHER 5:17 beschrieben ist, hat sich mein Leben und mein Charakter seitdem geändert und ich bin heute ein neuer Mensch:  „Darum, Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“ Ich nahm wieder den Kontakt zu meiner Familie auf, die ich seit meinem Auszug von zu Hause nicht mehr gesprochen hatte. Inzwischen habe ich eine viel bessere Beziehung zu ihnen und sie hatten auch kein Probleme damit, daß ich Christ geworden bin. Ich glaube, der Grund dafür ist, daß sie die Veränderung in mir sehen, welche nur durch das Wirken des Heiligen Geistes in mir sowie durch die Lehre und Fürsorge, die ich in dieser Gemeinde erhalten habe, ermöglicht wurde. Eines der wichtigsten Dinge, die ich lernen mußte, ist zu vergeben. Dies hat mir auch geholfen, meine Beziehung zu meiner Familie und zu anderen zu verbessern. Die Bibel sagt in MATTHÄUS 6:14-15: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.“

Eines der wichtigsten Dinge, die ich lernen mußte, ist zu vergeben

Zwar waren die Erlebnisse in meinem Leben nicht immer schön, aber ich glaube, daß ich durch sie meine Errettung viel mehr Wert schätze als ich es vielleicht ohne sie getan hätte. Es ist immer schwer zu verstehen oder zu akzeptieren, warum wir manchmal durch schwierige Zeiten gehen mϋßen, doch ich sehe durch dies folgende Schrift, daß es nicht Gott ist, der uns Schlechtes will, sondern daß er uns daraus erlösen möchte. "Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, in welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden,." (KOLOSSER 1:13-14).

Danke, daß du mein Zeugnis gelesen hast.

Hatice

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