Geschichte der Christian Assemblies (Europe) International

Unsere Gemeinde nahm ihren Anfang in Deutschland, wo der australische Missionar Scott und seine Ehefrau Ree im Jahre 1976 ihre Arbeit aufnahmen. Nach dreieinhalb Jahren wurden die ersten Personen bekehrt, woraufhin die Arbeit rasch anwuchs. Heute ist die Gemeinde in vielen Ländern der Welt vertreten. 

Wie alles anfing

Die Bibel zeigt, dass Gott uns bereits im Mutterleib vorbereitet (siehe JESAJA 44:24) und all diejenigen führt und leitet, die Ihn suchen. Der Herr bereitete Scott auf Gottes bevorstehende Arbeit vor. Dafür gab Er Scott in seiner Jugend die notwendige Erziehung und Ausbildung und ließ ihn durch charakterbildende Prüfungen gehen. Zu diesem Reifeprozess gehörten auch ein zeitweiliger Wohnaufenthalt in der Militärschule von Duntroon (wo sein Vater als Major in der Fernmeldeschule stationiert und tätig war) und der Besuch des Canberra Jungen-Gymnasiums, das der Kirche von England unterstand. ​Dies ist einer der Gründe dafür, warum es in den C.A.I.-Gemeinden geordnet und diszipliniert zugeht und nichts von der Lässigkeit und „Gesetzlosigkeit“ zu spüren ist, die heute in vielen der sogenannten charismatischen Gemeinden dominiert.

Im Jahre 1958 erlebte das Royal Military College eine kraftvolle Erweckung, in deren Verlauf zahlreiche Kadetten sowie einige Offiziere im Heiligen Geist getauft wurden. Ihre Gebete sollten erhört werden, denn genau zehn Jahre später wurde Scott von einem seiner Schüler, Ken, im entfernten Ballarat bekehrt. Eine Beschreibung dieser „Pfingsterweckung“ an der R.M.C. findet sich in Chris Coulthard-Clarks Buch: Duntroon – The Royal Military College of Australia (1911 – 1986).1

1958 erlebte das Royal Military College eine kraftvolle Bewegung der Taufe im Heiligen Geist.

Nach seinem Geschichts- und Sprachstudium an der Monash University in Melbourne begann er seine Laufbahn als Lehrer an der Ballarat East High School. Ken William K., der als äußerst lebhafter Schüler galt, besuchte damals die dortige Oberstufe. Er war ein Anführer unter den Schülern und für diesen und jenen Ausschuss verantwortlich. Da er mit jedem gut zurecht kam, wurde er vom Kollegium und seinen Mitschülern schließlich zum Schulsprecher gewählt. Schon zu Beginn des Jahres wurde deutlich, dass Ken „anders“ als die meisten Schüler war. Er war ruhig und zurückhaltend, und doch voller Leben! Zunächst bestand die Besorgnis, dass er irgendeiner „verrückten Sekte“ angehören könne, doch sein ausgeglichener Lebensstil und seine ganze Art zeigten sehr bald, dass er ein durchaus vernünftiger Typ war, dessen Glauben dem „frühen, bodenständigen Christentum und der Reformationsbewegung zur Zeit Martin Luthers“ ähnelte. Durch Ken neugierig geworden, begann Scott eine „Fallstudie“ über den Schüler anzustellen! 

Als am 6. Juni 1967 der Sechs-Tage-Krieg gegen Israel ausbrach, kam Ken aufgeregt in die Schule und sprach vom „Ende der Welt“ sowie der „baldigen Rückkehr Jesu“. (Siehe LUKAS 21:20-24 – dieser Abschnitt beinhaltet zwei oder mehr prophetische/historische Ebenen. Als die römische Armee Jerusalem belagerte und sich ohne ersichtlichen Grund zurückzog, wussten die frühen Christen aufgrund dieser Verse, dass sie aus Jerusalem fliehen mussten. Nicht ein einziger Christ kam um, während die Ungläubigen, die in Jerusalem geblieben waren, die Prophezeiung von HESEKIEL 5:8-17 an ihrem eigenen Leib erfuhren: Ein Drittel der Menschen in der Stadt verhungerte, wobei Kinder von ihren eigenen Müttern gegessen wurden; ein Drittel wurde in die Gefangenschaft geführt, während der Rest dahingemetzelt wurde. Der Vers „Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind“ bezieht sich auf den Juni 1967.) Dies erregte das Interesse von Kens Lehrer, der der Sache jetzt tiefer auf den Grund ging und anfing, die Familie des Jungen kennenzulernen. Von der Jahresmitte an bis in den späten Dezember hinein wurden am Küchentisch der Kinnanes viele Diskussionen mit Ken und seiner Schwester Robynne geführt. Schließlich wurde Ken erlaubt, an Wochenenden mit seinem Lehrer surfen zu gehen. Sie fuhren meistens nach Torquay hinaus und wann immer sie zusammen waren, stand die Bibel als das unfehlbare Wort Gottes im Mittelpunkt. Ken verdeutlichte, dass die Bibel göttlich inspiriert war und nicht „von Menschen einfach nur zusammengewürfelt“ sein konnte! Dies wurde durch naturwissenschaftliche, archäologische, mathematische, historische sowie bibelprophetische Studien belegt, so dass eine Entscheidung unausweichlich schien. Kens eigene Bekehrung einige Jahre zuvor hatte sich mit einer gewaltigen Demonstration von Kraft und dem Empfang des Heiligen Geistes manifestiert – bestätigt durch das Sprechen in anderen Zungen. Diese wundersame Sprache zog den verblüfften Sprachlehrer unwiderstehlich an, da er Verse wie 1. KORINTHER 2:4 und 1. KORINTHER 4:20 sowie viele ähnliche Beschreibungen von Gottes Wirken eindeutig bestätigt sah (siehe 1. THESSALONICHER 1:5). Schließlich besuchte er mit Ken eine Versammlung des Revival Centre am Flughafen von Ballarat, wo ihm Pastor Noel Hollins aus Geelong die Hände auflegte und er den Heiligen Geist empfing. Noch am selben Abend wurde er von Pastor Lloyd Longfield aus Melbourne getauft.  

CAI hat im Vergleich zu Revival Centres International of Australia und Revival Fellowship of Australia ähnliche Wurzeln und LehreCAI hat im Vergleich zu Revival Centres International of Australia und Revival Fellowship of Australia ähnliche Wurzeln und Lehre

Über einen Zeitraum von 6 Jahren berichteten mehrere Schulen  über Wunder, Heilungen  und  die  Bekehrung vieler Schüler.

Begleitet von einer Serie kraftvoller Bewegungen des Heiligen Geistes, wurden von Mai 1968 an viele Schüler und Lehrer der Ballarat East High School sowie anderer lokaler Schulen zum Christentum bekehrt. Da der Zuwachs an neubekehrten Schülern so stark war, daß viele nicht an normalen „Gottesdiensten“ teilnehmen konnten, formte sich unter Ken und seinem Lehrer eine Gruppe, die zunächst „Ballarat Revival Centre“ und später „Pentecost Revival Centre“ genannt wurde. Da Kens Vater, Jim Kinnane, bereits jahrelang Erfahrungen in christlicher Gemeinschaft gesammelt hatte und außerdem ein sehr guter Bibellehrer war, wurde ihm die Rolle der Leitung bereitwillig übertragen. Während der nachfolgenden Jahre wurden weitere Schüler bekehrt, und über einen Zeitraum von 6 Jahren brachen mehrere Mini-Erweckungen aus. Zum Teil wurden diese Erweckungen sogar in der australischen Presse erwähnt, als der Heilige Geist über bestimmte Gebiete von Victoria fegte. Einmal posaunten die Schlagzeilen der Melbourne Age: APOSTELGESCHICHTE 2:1-4Und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an, zu reden in andern Zungen ...“ 

Die Schüler aus Ballarat hatten auch Kontakt zu anderen Gebieten, wo sich der Herr bewegte und zahlreiche Wunder, einschließlich Heilungen in den Schulen, geschahen. Dies alles beschränkte sich nicht nur auf Victoria, sondern setzte sich fort in New South Wales, wo Kens Lehrer zwischen 1972 und 1976 hauptsächlich in Mt. Druitt, Whalan und Shalvey im Westen Sydneys predigte.

Die Fotos wurden hinzugefügt, um Ken zu „ehren“, da er von Gott dazu benutzt worden war, viele zu Christus, unserem Erlöser, zu führen, und auch zu Ehren von „Pastor“ Jim Kinnane und seiner Frau Dorothy für ihr unermüdliches Bestreben und die Geduld, mit der sie den zukünftigen Prediger während der ersten Jahre lehrten und führten... (RÖMER 13:7).

Ken und Scott beim WortverbreitenKen und Scott beim Wortverbreiten in Hobart, Tasmanien (1968). Jim, Dorothy und ReeJim und Dorothy mit Scotts Ehefrau Ree und deren neugeborener Tochter (1978). Zugspitze - Höchster Berg Deutschlands.

Während dieser frühen Jahre wurde Scott vom Herrn offenbart, daß er als Missionar nach Europa gehen solle. In einer traumartigen Vision wurde ihm und einigen anderen Männern gezeigt, daß sie zu wählen hätten zwischen einer christlichen Arbeit vergleichbar mit einem einzigen großen Feuer oder Lagerfeuer (eine Zentralkirche mit vielen Mitgliedern an nur einem Ort) oder einer christlichen Arbeit mit vielen kleinen Feuern (kleine Hausgruppen), von denen einige schwach brennen oder sogar erlöschen würden im Laufe der Zeit, die sich aber letztendlich doch in einer Art Netzwerk über die ganze Welt ausbreiten würden. 

Durch Gebet und Prophezeiungen wurde Scott vom Herrn gezeigt, nach Starnberg zu ziehen.

Im Oktober 1976 verließ er Australien an Bord der SS Australis zusammen mit einem Mann namens Tony in Richtung Großbritannien, gemäß dem Befehl in MARKUS 16:15-20 „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“. Durch Gebet und Prophezeiungen zeigte ihm der Herr, nach Starnberg in die Nähe von München zu ziehen. Scott und Ree heirateten im Jahre 1977 in St. Albans und zogen daraufhin nach Deutschland. Nach einer Zeit der Prüfung von dreieinhalb einsamen Jahren, in der auch Missionarsarbeit hinter dem Eisernen Vorhang geleistet wurde, ließen sich in einer Bundeswehr-Schwimmhalle, wo Scott als Schwimmlehrer arbeitete, die ersten 3 Personen taufen und empfingen den Heiligen Geist. Von dem Zeitpunkt an entwickelte sich die Gemeinde und breitete sich stetig aus. 

Das Leben in Deutschland war für das australische Paar sehr einsam gewesen, da der Kontakt zur australischen „Heimatgruppe“ abbrach, als sich die dortige Arbeit aufgrund extremer Lehren sowie einem deutlichen Mangel an Liebe und Mitgefühl auflöste. Nachdem durch eine Fehlinterpretation von 1. JOHANNES 1:3 „anti-soziale“ Lehren eingeführt wurden, die die Geschwister entmutigten, Gemeinschaft zu pflegen, verebbten die engen, persönlichen Beziehungen. Die starke Betonung von familiären Werten und Freundschaften in den heutigen C.A.I. ist wahrscheinlich auf die „negativen Erfahrungen“ von damals zurückzuführen. Wir sind eine eng verbundene Familie. 

Während dieser ersten Jahre in Deutschland erlitt Ree mehrere Fehlgeburten. Scott mußte drei verschiedene, einfache Jobs gleichzeitig ausüben, um den Mann mit dem „Kuckuck“ fernzuhalten. Ken hatte bereits 1978 aufgehört zu schreiben, und Kersty wurde mit Down-Syndrom geboren. Die Warnung aus SPRÜCHE 26:2 hörte man flüstern. Eine furchtbare Zeit der Prüfungen, wie in HIOB 13:15 beschrieben, wurde durchlebt. Die vielversprechende Arbeit, die sich einst über ganz Australien und zum Teil bis nach Übersee erstreckte, war innerhalb weniger Jahre zusammengebrochen. Dies bahnte sich bereits an, als er und Tony auf der „S.S. Australis“ nach Southampton aufbrachen. Heute ist von den Pentecost Revival Centres leider nichts mehr übrig. Ihre Lehre war fundiert, doch als Unfriede und Uneinigkeit zugelassen wurden, konnte Satan sein übles Werk verrichten und einst enge Freunde durch Anspielungen und Gerüchte entzweien.

Foto aus den frühen Tagen in DeutschlandDer Anfang der Gemeinde - Feldafing, Deutschland Im Juli 1980 bewegte sich der Herr jedoch, als zwei Brüder, Günther und Wolfgang, sowie deren Freund in der Feldafinger Kasernenschwimmhalle bekehrt wurden. Günther empfing als erstes den Heiligen Geist. Daraufhin fiel die Kraft Gottes und warf den Freund so heftig neben dem Beckenrand zu Boden, daß er zur Taufe in den Pool getragen werden mußte, nachdem er Gottes Gebot in APOSTELGESCHICHTE 10:48 akzeptiert hatte. Er war so kraftvoll mit dem Heiligen Geist erfüllt worden – und hatte zudem das 6. Kapitel in RÖMER etwas mißverstanden – daß er glaubte, buchstäblich unter Wasser sterben zu müssen, um dann zu neuem Leben auferweckt zu werden (RÖMER 6:2-3). Das geschah natürlich in dem Moment, als er aus den „Wassern der Trennung“ wieder auftauchte, lediglich im geistigen Sinne. Als Antwort auf die Aussage einiger hoher Offiziere, daß „nichts die Deutschen bekehren wird, da sie zu vorsichtig und skeptisch sind, um die Worte eines Ausländers zu akzeptieren“, begann sich die wunderwirkende Kraft Gottes mächtig zu manifestieren. Nun, Gottes Wort ist lebendig – Christus lebt.

Die ersten Missionare verließen 1985 die noch junge deutsche Arbeit, um nach Schottland und Frankreich zu ziehen.

Erste Versammlungen fanden in der Wohnung des Paares in Landstetten/Starnberg statt - einem kleinen Dorf nahe der Alpen und Deutschlands höchstem Berg, der „Zugspitze“. Als nach 1980 mehr Menschen in die neue, wachsende Gemeinde kamen (inzwischen Pfingsten Erweckungsbewegung genannt), empfingen viele den Heiligen Geist genau wie am Pfingsttag (APOSTELGESCHICHTE 2:1-4). Zahlreiche Heilungen geschahen in der Bundeswehr und Luftwaffe, so wie es Gott in Seinem Wort verspricht. Kleine „Zellgruppen“ (auf John Wesleys Verwaltung basierend, die man direkt in der Bibel beschrieben findet, und ähnlich der Arbeit von Pastor David Cho in Südkorea) fingen an, sich in ganz Deutschland zu verbreiten. 

Die ersten Missionare verließen 1985 die noch junge deutsche Arbeit, um nach Schottland und Frankreich zu ziehen. In den folgenden Jahren entstanden weitere Hausgruppen in der Schweiz, Österreich, Holland sowie Dänemark. Weitere Missionare gingen später nach Polen, Schweden, Rußland und England.

Zu diesem Zeitpunkt wurde nach Gebet und Rat von andern, ein neuer Name gewählt:

CHRISTIAN ASSEMBLIES [EUROPE] INTERNATIONAL

Auf unserem Logo sieht man die Pfingstflamme, die den Heiligen Geist repräsentiert (APOSTELGESCHICHTE 2), zusammen mit dem „Schwert des Wortes" und der „in Joel beschriebenen Posaune".
 

In den 90er Jahren gingen Missionare auch nach Australien, Neuseeland, in die Vereinigten Staaten und nach Kanada gemäß dem biblischen Gebot, die „Zelte zu erweitern“ (JESAJA 54:2, KJV). Im Jahre 2004 wurde eine neue Gemeindegruppe in Südafrika gegründet und in 2005 in Italien. In 2008 errichteten Missionare eine Arbeit in Spanien, und in 2009 ging eine Gruppe nach Griechenland. So Gott will, werden wir auch zukünftig Missionarsgruppen aussenden.

Nach mehreren Jahren anhaltender Krankheit verstarb unser Hauptpastor Scott im August 2015.

Kirchenleitung

In 2006 wurde durch eine Folge von Ereignissen offenbar, dass unser Hauptpastor Scott über mehrere Jahre hinweg in Sünde gelebt hatte. Gottgegebene Gebote waren missachtet worden, und nach einer Reihe von Missbrauchsvorwürfen wurde er von den australischen Behörden unter Anklage gestellt.

Dies war ein Schock für die Gemeinde, da wir derartiges Verhalten niemals geduldet sondern vielmehr offen verurteilt haben. Obgleich die Handlungen einer einzelnen Person nicht stellvertretend für die gesamte Kirche gewertet werden können, möchte die seit einigen Jahren unter einer neuen Leitung stehende Gemeinde ihr Bedauern ausdrücken über jegliches Verhalten von Herrn Williams, das unangemessen war oder den Gemeindemitgliedern in irgendeiner Weise Schaden zugefügt hat. Es tut uns aufrichtig Leid und es ist unser Wunsch, uns mit den Betroffenen – sofern möglich – zu versöhnen.

In Zusammenarbeit mit der Australian Charities and Not-for-profits Commission (ACNC) wurden Maßnahmen eingeleitet, um derartige Vorkommnisse in Zukunft zu vermeiden. Ein hohes Maß an persönlicher Integrität wird von allen Christen gefordert, und die Gemeinde wird ihre Mitglieder weiterhin dazu anhalten, den von der Schrift und dem Gesetz verlangten Standard zu erfüllen.

Historische Bilder

Bild von Scott's VW Bus

Dieses Album zeigt Fotos der frühen Geschichte der PRC und CAI

In die Gegenwart

Jetzt hast du einiges über die Geschichte unserer Gemeinde kennengelernt; ein Überblick über derzeitige Entwicklungen findest du unter Unsere Gemeinde heute.

  • 1. Allen & Unwin, 1986. ISBN 0868618837