Wir ignorieren diese Kreuzung auf eigene Gefahr

"Verrücke nicht die vorigen Grenzen, die deine Väter gemacht haben" (SPRÜCHE 22:28).

Sicherheit von Besitz ist ein sehr wichtiges und grundlegendes Prinzip, welches eine so weitgehend wie mögliche Anwendung erfordert. Gewöhnlicherweise bringen wir es mit Land und Eigentum in Zusammenhang, die aber nicht gesondert gesehen werden dürfen. Menschen sind bezüglich ihrer Lebensweise und all den Beziehungen und Verzweigungen, die damit zu tun haben, davon betroffen. Herr Chris Richards von der ”Protestant Alliance” (Protestantisches Bündnis) beschäftigt sich mit einigen der schwerwiegenderen Angelegenheiten, die damit in Berührung kommen. Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, daß wir seinen hervorragenden Artikel, der vor kurzem in der September/Oktober 1997 Ausgabe von ”The Reformer” über dieses Thema veröffentlicht wurde, hier reproduzieren können.

ZWEIMAL wurde Israel im Gesetz und zweimal in den Sprüchen gewarnt, die Grenzen nicht zu verrücken. Dies bezog sich auf die Steine, die die zugewiesenen Anteile des Landes markierten. Das direkte Gebot ist gegen Diebstahl, jedoch kann ein weiteres Prinzip davon abgeleitet werden, nämlich, daß an Glauben, Gesetzen und Institutionen, die über viele Jahrhunderte sehr nützlich waren, festgehalten werden soll.

Im Vereinigten Königreich haben wir nationale Grenzsteine, die von unseren Vorfahren errichtet wurden. Die ”Magna Charta” (die große Freiheitsurkunde des englischen Adels, 1215), die ”Petition of Rights” (Bittschrift um Herstellung des Rechts, 1628), die ”Bill of Rights” (brit. Staatsgrundgesetz, 1689) und der ”Act of Settlement” (brit. Parlamentsbeschluß des Jahres 1701, der die Thronfolge zugunsten der Sophia von Hannover u. ihrer Nachkommen regelte) sind Grenzsteine, die unsere bürgerliche und religiöse Freiheit aufrechterhalten.

Im Jahr 1997 ereigneten sich einige wichtige Jahrestage, einer davon ist der 350ste Jahrestag des Zusammentreffens von Oliver Cromwell und den Offizieren der parlamentarischen Truppen in der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria, in Putney. Diese Militärdebatte ergab das Regierungssystem, welches die Parlamentarier wünschten: eine konstitutionelle Monarchie. Charles I und die nachfolgenden Monarchen der Stuarts hatten als Katholiken danach danach getrachtet, absolute Herrscher zu sein.

Das römische Dogma des ”Göttlichen Rechtes der Könige” lehrte, daß das Volk zum Nutzen des Königs geschaffen war. Die Idee der konstitutionellen Monarchie ging aus der Reformation hervor – und kam von der Bibel. Alle Länder, die diesen Standpunkt unterstützten, waren Gebiete, in denen die Reformation erfolgreich gewesen war. Genf, Holland, Schottland und die englischen Puritaner vertraten alle die Meinung, daß der Regent für das Volk geschaffen war.

Erst nach der Glorreichen Revolution wurden die Vorsätze der Militärdebatte als Gesetz niedergelegt und als ”Bill of Rights” und ”Act of Settlement” im Gesetzbuch festgehalten. Diese Bestimmungen waren uns sehr nützlich, jedoch werden sie nach und nach aufgelöst.

Grenzstein 1 - Kontrolle des Militärs

Während die verfassungsmäßigen Bestimmungen bezüglich des protestantischen Thrones gut bekannt sind, gibt es andere Bestimmungen, die zur gleichen Zeit ins Gesetz aufgenommen wurden, die weniger bekannt sind. Eine davon ist die Bestimmung hinsichtlich der Verwaltung des Militärs. Theoretisch sollte das Land keine stehende Armee haben. Im Eröffnungsabsatz des ”Act of Settlement" lesen wir:

"Aus Erfahrung jedoch wurde festgestellt, daß die Sicherheit und das Wohlergehen dieses protestantischen Königreiches nicht mit einem päpstlichen Prinzen, der regiert oder einem König oder einer Königin, die einen Papstanhänger heiratet, vereinbar ist ..."

Es war sicherlich die Erfahrung, unter der Regierung der absolutistischen katholischen Stuartmonarchen gelebt zu haben, die unsere Vorfahren dazu motiviert hat, diese Beschlüsse ins Gesetz aufzunehmen.

Bezüglich des Militärs hatten sie den Schrecken eines Heeres, das von einem diktatorischen König kontrolliert wird, erlebt. In Irland wurden Protestanten entwaffnet und ohne Möglichkeit zur Verteidigung zurückgelassen. London, welches damals für seinen protestantischen Eifer bekannt war, wurde von einem großen Heer bedroht, welches Söldnersoldaten beinhaltete, die in Hounslow Heath lagerten. Diese Erfahrung war der Grund dafür, daß das Land unseren Herrschenden ein permanentes oder stehendes Heer verweigerte. Jedes Jahr mußte die Instandhaltung des Militärs für weitere zwölf Monate vor dem Parlament seine Anerkennung finden.

Die gegenwärtige Meinung der führenden Föderalisten der Europäischen Union befürwortet eine ”gemeinsame Verteidigungsmacht”. Mit anderen Worten, sie wollen ein "Einheitsheer", und das wäre natürlich außerhalb der Kontrolle des Westminster Parlaments.

Möglicherweise könnte diese vorgeschlagene einzige Verteidigungsmacht in der Zukunft gegen die Protestanten im Vereinigten Königreich verwendet werden oder um Nordirland in ein ”vereinigtes Irland” zu erzwingen oder um Versammlungen von Kirchen zu verbieten, die sich weigern, Frauen zu weihen, und um Prediger mundtot zu machen, die gegen Katholizismus, Sodomie und andere Perversionen predigen usw.

Obwohl die Ablehnung eines stehenden Heeres in unserer modernen Welt seltsam erscheinen mag, kann man nicht verleugnen, daß uns dieser Grenzstein unserer Vorfahren in den letzten dreihundert Jahren von gutem Nutzen war. Wir entfernen ihn auf eigene Gefahr.

Grenzstein 2 - Souveränes Parlament

Eine weitere Bestimmung des Wilhelminischen Übereinkommens (vom protestantischen König William III) ist die Souveränität des Parlaments. Das demokratische Prinzip eines konstitutionellen Monarchen und eines souveränen Parlaments wurde seit seinem Anfang auf verschiedene Weise artikuliert.

Sir William Blackstone, ein berühmter Rechtsanwalt, faßte die Bestimmungen der ”Bill of Rights” folgendermaßen zusammen:

"... Die Rechte der Engländer oder Freiheiten, wie sie auch oftmals genannt werden ... bestehen in erster Linie im freien Genuß persönlicher Sicherheit, persönlicher Freiheit und von Privatbesitz ... und schließlich darin, diese Rechte zu verteidigen. Wenn sie tatsächlich verletzt und angegriffen werden, sind die Staatsbürger von England zu folgendem berechtigt: zum Ersten, zu einer geregelten Behandlung und einem freien Rechtsablauf in den Gerichtshöfen; ferner zum Recht, ein Gesuch beim König und beim Parlament einzureichen, um Abhilfe von Mißständen zu schaffen; und zum Schluß zum Recht, Waffen zur Selbsterhaltung und zur Verteidigung zu besitzen und einzusetzen.“

Im Jahrhundert, welches Blackstones Interpretation der Verfassung folgte, faßte der politische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, John Stuart Mill, den Geist, der hinter dem Schreiben des Dokumentes stand, welches die konstitutionelle Monarchie und ein souveränes Parlament zustandebrachte, mit folgenden Worten zusammen: "Eine geregelte Regierung, selbst eine gute Regierung, ist kein Ersatz für Selbstverwaltung."

Das zwanzigste Jahrhundert verstärkte diese Gedankenrichtung, indem in den Gerichtshöfen die Wichtigkeit der Souveränität des Parlaments deklariert wurde. 1932, im Fall von Vauxhall Estates gegen Liverpool Corporation, artikulierte das Gericht die Tatsache, daß kein Parlament seinen Nachfolger vertraglich binden darf. Was ein Parlament getan hat, kann dasselbe Parlament oder ein nachfolgendes Parlament rückgängig machen.

Dieser wichtige Grenzstein wurde aufgegeben, als der Vertrag von Maastricht unterschrieben wurde. Unter Absatz Q dieses Vertrages wird erklärt, daß der Vertrag für einen unbegrenzten Zeitraum bindend ist und kein Recht oder Raum für Abspaltung darin enthalten ist. In anderen Worten, das Parlament hat seine eigene höchste Staatsgewalt abgewählt und ist über seine eigene Macht hinausgegangen. Denn im Gesetz

"erkennt das Gericht das Parlament als allmächtig in allem an, ausgenommen in der Macht, seine eigene Allmacht zu zerstören."

Durch das Entfernen des Grenzsteines der höchsten Staatsgewalt des Parlaments legten wir die Souveränität in die Hände der katholischen Söhne derer, die unsere Vorfahren verfolgt haben. Wir übergaben die Macht einem katholischen Superstaat, und dies ist genau die Situation, gegen welche unsere Vorfahren kämpften, um bürgerliche und religiöse Freiheit für uns, ihre Nachfolger, zu sichern.

Grenzstein 3 - Das Recht, Waffen zu tragen

Seit der schrecklichen Tragödie, die in Dunblane stattfand, als 16 Kinder und ihr Lehrer ermordet wurden, gab es viele Debatten hinsichtlich des Privatbesitzes von Schußwaffen. Die vorige Regierung schränkte den Besitz von Handfeuerwaffen ein. Die jetzige Regierung, die damals als Opposition kandidierte, sprach davon, das Verbot auf alle Arten von Waffen auszudehnen und schließlich allen, die privat Schußwaffen besitzen, diese zu entziehen.

Das Recht, Schußwaffen zu besitzen, wurde dem britischen Volk mit der ”Bill of Rights” von 1688 gewährt. Die Furcht vor einem Aufstand von den Anhängern des abgesetzten Stuartkönigs führte zu Einschränkungen von Waffenbesitz, allerdings nur für Römische Katholiken. Die Jakobiterrebellionen von 1725 und 1745 bewiesen die Weisheit dieser Bestimmung. 1829 wurden diese Einschränkungen aufgehoben, und allen wurde erlaubt, Schußwaffen zu besitzen.

Zu Zeiten Viktorias und Edwards war der Besitz von Schußwaffen viel verbreiteter als heutzutage, jedoch war die Verbrechensrate, die mit Schußwaffen zu tun hatte, niedriger. In viktorianischen Zeiten führte die Furcht der Invasion von Europa zu einem Interesse an Teilzeitsoldatentum und zum Besitz von Schußwaffen. Zu Zeiten Edwards erweckte ein bekannter Roman über eine Invasion durch Frankreich und der Militarismus in Deutschland das Interesse an Schußwaffen. Eine besonders beliebte Pistole wurde "britische Bulldogge" genannt. Sie war billig, dadurch erschwinglich, und der Besitz dieses Waffentyps ging in die Zehntausende.

1911 wurden einige ausländische Anarchisten bei einem Haus in der Sidney Street umzingelt. Sie hatten bereits drei Polizisten getötet, bevor man ihnen auf die Spur kam. Ein weiterer Todesfall ereignete sich in der Sidney Street. Als die unbewaffnete Polizei in der Sidney Street eintraf, kamen die Einwohner aus ihren Häusern und boten den Polizisten an, ihnen ihre Waffen auszuleihen. So waren in der unterprivilegiertesten Gegend von London in vielen Wohnungen Schußwaffen vorhanden, jedoch waren Verbrechen mit Schußwaffen minimal. Bis vor 50 Jahren betrug die Gesamtzahl der Verbrechen mit Schußwaffen in London nur 46.

Die Tragödie, durch die Dunblane in die Schlagzeilen geriet, beweist, daß wir einem großen Problem gegenüberstehen: es ist nicht der Besitz von Schußwaffen, sondern die Moral. Eine Gesellschaft, die Abtreibung erlaubt, die Todesstrafe abschafft und sogar über Euthanasie diskutiert, hat das christliche Konzept der Heiligkeit des Lebens zerstört. Jugendliche wurde über mehrere Generationen hinweg die Evolutionstheorie gelehrt, und der Religionsunterricht in den Schulen wurde viel liberaler und lehrt nun verschiedene Glaubensrichtungen.

Sei wachsam und stärke die Dinge, die noch bleiben

Wir ernten, was gesät wurde. Die Grenzmarken werden entfernt. Der Grenzstein der protestantischen Natur unseres Landes ist verschwunden. Wir waren die Christen der reformierten Tradition. Jetzt fallen noch andere Grenzsteine. Letztendlich wird, während wir, ein unverteidigtes Volk, vom katholischen Staat der Europäischen Union verschlungen werden, der letzte und meistbekannte Grenzstein, unser protestantischer Thron, entfernt werden.

Falls und wenn dies eintreffen wird, werden wir uns wiederum dem römischen Joch unterworfen haben, weil wir die Verordnungen der Schrift, welche zweimal von Gott befohlen und zweimal in den göttlich inspirierten Schriften von einem der weisesten Männer, Salomo, erwähnt wurden, ignoriert haben:

"Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter gemacht haben" (SPRÜCHE 22:28).

Chris Richards

Quelle: ‘Wake up!’, September/Oktober 1997