Wie man Satan bindet

Während des Koreakrieges verloren viele ihre Liebsten, ihr Zuhause, ihren Besitz, so daß sie depressiv und gegenüber den Angriffen Satans sehr anfällig wurden.

In der zweiten Kirche, in der ich Pastor war, verbrachten mein leitender missionarischer Pastor Dr. John Hurston und ich den ganzen Dienstag damit, Leute zu beraten und für sie zu beten, um Dämonen aus ihrem Leben auszutreiben. Wenn wir nicht inbrünstig gebetet hätten, hätten wir in dieser Zeit keinen Erfolg darin gehabt, die Dämonen auszutreiben.

Eines Tages wollten meine Schwiegermutter, die verstorbene Pastorin Choi, Ja Shil und ich eine bestimmte Familie besuchen. Auf dem Weg dorthin sahen wir einen jungen Epileptiker, der sich auf allerlei Weisen verkrümmte. Eine große Menschenmenge hatte sich um ihn versammelt, um ihn zu beobachten. Er verdiente seinen Lebensunterhalt damit, Waren an der Haustür zu verkaufen. Ich brachte diesen nahezu nackten jungen Mann in meine Kirche, wusch ihn und kleidete ihn ein, dann stellte ich ihn als Hausmeister in der Kirche ein. Obwohl nun dieser junge Mann äußerlich rein war, hatte er immer noch epileptische Anfälle. Mitten in unseren frühmorgendlichen Gebetsversammlungen konnte es passieren, daß er einen Anfall bekam, schrie und brüllte und sich auf dem Boden wälzte. Es störte den Gottesdienst. Manchmal passierte es auch in den Sonntagmorgengottesdiensten.

Mehrere Monate tat ich nichts weiter, als ihn einfach in Ruhe zu lassen. Eines Tages jedoch konnte ich es nicht länger ertragen. Nach dem frühmorgendlichen Gebetsgottesdienst schnappte ich ihn mir und setzte ihn in meinem Büro auf einen Stuhl. Ich sagte ihm, daß ein Dämon in ihm wäre und daß ich ihn austreiben würde. Ich begann zu beten. Ich betete eine Stunde. Ich betete eine weitere Stunde. Keine Veränderung. Drei Stunden waren vergangen, und nichts war passiert.

Dann kam mir ein Gedanke: "Vielleicht ist er nicht von Dämonen besessen. Vielleicht hat er nur ein paar Funktionsstörungen in seinem Gehirn." Letztendlich sagte ich zu dem jungen Mann: "Im Namen Jesus verlasse diesen jungen Mann." Plötzlich kam eine Stimme aus ihm, die sagte: "Ich komme nicht raus." Da wußte ich, daß es ein Teufel in diesem jungen Mann war und kein körperliches Problem.

Drei Stunden Gebet waren nötig, bis der Teufel sich zeigte. Es waren viele Dämonen in diesem jungen Mann und sie sagten: "Wir sind hier eine lange Zeit gewesen. Warum sollten wir hier weggehen?" Sie waren sehr vernünftig. Sie fuhren fort: "Du bist ein Pastor, und von dir erwartet man, daß du jeden liebst. Warum schmeißt du uns raus? Wir brauchen diese Wohnung."

Ich sagte diesen Dämonen, daß Gott mir gesagt hat, Menschen zu lieben und nicht Dämonen, und wieder befahl ich ihnen zu gehen. Wieder hielten sie stand.

Es ist meine Erfahrung gewesen, daß ein Dämon eine Person niemals freiwillig verläßt. So hielt ich weiter dagegen und befahl den Dämonen in Jesu Namen, diesen jungen Menschen zu verlassen. Schließlich sagten die Dämonen: "Warum hörst du nicht auf uns? Wenn wir aus diesem Menschen rausgeworfen werden, haben wir keine Stätte, wo wir hingehen könnten. Wir werden in eine Wüste ohne Wasser gehen müssen. Letzten Endes werden wir in eine Feuergrube gehen. Du solltest Mitleid mit uns haben. Bitte laß uns in diesem jungen Mann bleiben."

Ich erwiderte: "Nein! In Jesu Namen, verlaßt diesen jungen Mann."

Dann begannen die Dämonen "Arirang" zu singen, ein traditionelles koreanisches Lied über das Auseinandergehen. Der junge Mann fing an zu weinen und Tränen rollten seine Wangen herunter.

Es gab einen lauten Schrei von sich und fiel vom Stuhl auf den Fußboden. Mehrere Stunden lag er scheinbar schlafend da. Als er erwachte, war er völlig befreit. Die Dämonen hatten ihn verlassen.

Nur durch Gebet können Dämonen ausgetrieben werden.

Vor einiger Zeit machte ich eine interessante und unglaubliche Erfahrung. Eine sehr berühmte Schauspielerin in Korea lag wegen Magengeschwüren im Sterben. Die Chirurgen sagten ihr, daß eine Operation notwendig war, um das Geschwür zu entfernen. Diese Dame war keine Christin, keine Gläubige, doch hatte sie davon gehört, daß wir Heilungsgottesdienste in unserer Kirche haben. Sie nahm an einem teil. Bevor der Gottesdienst begann, klärte ich sie über den Herrn Jesus Christus auf und sagte ihr, daß ich ihr die Hände auflegen und für sie beten werde.

Obwohl diese Frau sehr gebildet war und zu einer hohen Gesellschaftsschicht gehörte, rollten ihre Augen nach hinten und sie begann, mich mit schmutzigen Ausdrücken zu verfluchen, als ich die Hände auf sie legte und zu beten anfing. Ich wußte, daß sie solche Wörter niemals von sich selber aus benutzen würde. Dann begann sie, mich auf die Wange zu schlagen. Plötzlich rannte sie aus dem Raum und ließ ihre Schuhe zurück.

Um unsere Kirche herum war ein Stacheldrahtzaun. Die Dame krabbelte wie ein Hund unter diesem Zaun hindurch und rannte weiter. Ihr Tun kam mir sehr eigenartig vor.

Am nächsten Tag kehrte sie in die Kirche zurück und entschuldigte sich für ihr Benehmen. Sie erklärte, daß sie eine gewisse "Verrücktheit" über sich kommen fühlte, als ich ihr die Hände auflegte. An dem Tag, als sie wieder in mein Büro kam, waren auch meine Schwiegermutter, Pastorin Choi, Ja Shil und einige andere Frauen in meinem Büro. Ich sagte ihnen, daß sie diese junge Dame festhalten sollten, während ich ihr wieder die Hände auflegte. Sie begann zu fluchen und mit ihrer höchsten Stimme zu schreien.

Ich fragte: "Wer bist du, Dämon?" Sie sagten: "Wir haben dieses wunderbare Heim im Magen dieser Frau und wohnen hier seit 10 Jahren. Warum schmeißt du uns aus unserer Wohnung raus? Wir lebten im Magen ihrer Mutter und bauten uns dort unsere Wohnung, jedoch starb sie an einem Magengeschwür. Bei der Beerdigung weinte ihre Tochter und schien so traurig zu sein, und wir liebten sie so sehr, daß wir uns entschieden, unsere Wohnung in ihrem Magen einzurichten. Wir sind Dämonen in der zweiten Generation und werden sie nicht verlassen."

Als ich fortfuhr, zu beten und den Dämonen in Jesu Namen zu befehlen, auszufahren, fing die Dame an, am Mund zu schäumen. Sie kreischte und schrie und fluchte noch mehr. Endlich verließen sie die Dämonen, und sie war völlig geheilt. Von dem Tage an konnte sie alles essen, was sie wollte.

Ich erlebte es, wie Krebsdämonen, Arthritisdämonen, Tuberkulosedämonen etc. zu mir sprachen. Ich habe viele Menschen gesehen, die dachten, sie wären wegen körperlicher Gebrechen krank, doch in Wirklichkeit waren sie durch Dämonen krank.

Wenn wir die Dämonen binden und ihnen im Namen Jesus befehlen zu gehen, müssen sie gehen.

In den meisten Dörfern des Orients gibt es einen speziellen Platz der Anbetung für den Schamanen, den Teufel dieser Stadt. In allen Städten und Dörfern der meisten asiatischen Länder hat der Teufel bereits die Macht übernommen. Ich glaube, dasselbe gilt auch für westliche Staaten, doch wegen der christlichen Kultur sind keine Heiligtümer für den Teufel derjenigen Stadt gebaut worden. Nichtsdestoweniger gibt es Gewalten, Geistwesen, die bestimmte Städte überwachen, und erst, wenn du gegen den Dämon, der für diese Stadt zuständig ist, kämpfst und ihn besiegst, gibt es eine Möglichkeit für die Menschen dieser Stadt, zu Christus bekehrt zu werden.

In Japan habe ich sehr hart gearbeitet, um das Evangelium Jesu Christi zu predigen. Ich habe dabei bemerkt, daß ich predigen kann, bis ich "blau im Gesicht" bin, ohne Ergebnisse zu erzielen. Aber wenn die Japaner nach Korea kommen, teilen wir ihnen das Wort mit, und sie werden augenblicklich gerettet. WARUM?

Das ist so, weil die Fürstentümer im Himmel über Japan von Dämonen kontrolliert werden. Aber in Korea haben wir so viele wertvolle Menschen Gottes, die ihre Zeit im Gebet damit verbringen, sich durch die Himmel zu kämpfen, so daß die dämonische Vormachtstellung über den Himmeln Koreas gebrochen wurde. Darum ist es so einfach, in Korea zu evangelisieren, so leicht, das Evangelium mitzuteilen.

Ein Freund von mir, ein Kaplan, war in Deutschland im Einsatz und wurde dann nach Korea versetzt. Während er in Deutschland war, gründete er eine Gemeinde und kümmerte sich um die dort stationierten amerikanischen GI's. Seine Gemeinde blieb klein, und er glaubte, daß er nicht sehr erfolgreich sei. Als er jedoch nach Korea kam, predigte er in der achten Armeekapelle in Seoul. Die Gemeinde wuchs und wuchs. Die Leute hörten nicht auf zu kommen, Generäle, Offiziere, GI's, alle Ränge kamen in die Gemeinde und wurden durch seinen Dienst gerettet. Es war ein voller Erfolg.

Eines Tages sagte er zu mir: "Ich habe die gleichen Predigten, die ich hier gehalten habe, auch in Deutschland gepredigt, jedoch habe ich hier viel Erfolg damit. Warum?"

Meine sofortige Antwort war: "Die Gemeinden in Deutschland beten nicht so, wie sie sollten. Der gleiche Dämon, der über Hitler und sein ganzes böses dämonisches Tun die Kontrolle hatte, hält sich immer noch in Deutschland und in Europa auf. Dieser Geist hat den Europäern einen Geist der Verwirrung in den Sinn gegeben, der sie davor zurückhält, das Evangelium Jesu Christi mit geistlichen Augen zu sehen. In Korea gibt es viele Christen, die inbrünstig beten, so daß die Amerikaner hier von den koreanischen Gebetskämpfern profitieren, weil sie auf koreanischem Boden sind. Es liegt am Gebet, daß der Widerstand des Teufels hier viel kleiner ist als in Deutschland. Deshalb hast du hier einen fruchtbaren Dienst."

In meiner Gemeinde lege ich großen Wert auf das Gebet. Wir haben über 700 Pastoren, die mir dabei helfen, sich um unsere Leute zu kümmern. Alle diese tapferen Pastoren sind große geistliche Gebetskämpfer.

Wir haben über 50.000 Zellgruppenleiter, die alle große Gebetskämpfer sind.

Jede Nacht wird in unserer Kirche ein die ganze Nacht dauernder Gebetsgottesdienst gehalten. Freitags haben wir eine offizielle Gebetsnacht, wobei ungefähr 20.000 Menschen anwesend sind.

An Wochenenden gehen viele unserer Gemeindeglieder zum "Prayer Mountain" (Gebetsberg).

Des weiteren hat beinahe jede Kirche in Korea frühmorgendliche Gebetsversammlungen. Egal, wo du in Korea hingehst, wirst du Gebetsberge (Zufluchtsorte) vorfinden, wo die Leute am Beten sind. Folglich ist es nicht nur unsere Gemeinde, die viel im Gebet ist, sondern Kirchen in ganz Korea.

Ich glaube, daß die kommunistischen Länder, wie Rußland, China und Nordkorea, Südkorea immer verschlingen wollten, um es zu übernehmen. Es liegt am Gebet der Christen, daß es uns möglich ist, solche Angriffe erfolgreich abzuwehren. Wenn du dir die Landkarte Asiens betrachtest, wirst du bemerken, daß Rußland ein großes ROTES Land ist, daß China ein großes ROTES Land ist und daß auch Nordkorea ROT ist. "ROT" steht natürlich für Kommunismus. Wenn du dann auf Südkorea blickst, erscheint es als ein kleiner Zipfel, der dort hängt. Es ist kein kommunistisches Land.

Wegen der Gebete der Heiligen in unserem Land blieben wir als Staat erhalten und vom Kommunismus verschont.

Auch glaube ich, daß das unglaubliche historische Wachstum in unserer Gemeinde mit dem Gebet der Koreaner zusammenhängt. Ich glaube, daß wenn du betest, wenn du Gott wirklich mit deinen Sinnen suchst und Ihn um Segen bittest, dann kann Gott deinen Dienst und deine Gemeinde segnen. Solange du nicht betest und bittest, kann Gott nicht antworten.

Paul Cho

Quelle: ’Church Growth’, Sommer 1991