Wie bringt man Federn auf Reptilien?

Sei skeptisch gegenüber Skeptikern! 1. Teil

Das erste Mal in einer umfassenden Serie werden einige der Ausführungen des Buches Kreationismus: Ein australischer Standpunkt (herausgegeben von M. Bridgstock und K. Smith) untersucht - eine Veröffentlichung der australischen Skeptiker. Es handelt sich um eine Organisation, die an eine gleichgesinnte Gruppe aus Übersee, die "paranormale Phänomene" überprüft, angegliedert ist. Viele der Mitglieder dieser Gruppe haben sich sehr stark dem Atheismus bzw. dem evolutionstheoretischen Materialismus verschrieben. Anstatt sich mit ihren eigenen üblichen Angelegenheiten zu beschäftigen, um falsche Behauptungen über paranormale Phänomene durch wiederholbare wissenschaftliche Experimente aufzudecken (dem wir noch aufrichtig zustimmen könnten), haben sie sich dazu entschlossen, die bibelgläubige Christenheit mit wissenschaftlichen Argumenten, die gegen die Schöpfung sprechen, anzugreifen. Diese Serie behandelt einige der offensichtlichsten und am leichtesten nachweisbaren Irrtümer, die in diesem Buch beschrieben werden.

Entgegen der Tatsache, daß so viele bekannte Paläontologen darauf bestehen, daß es keine annehmbaren Fossilien von Übergangsformen der verschiedenen Tierarten gibt, versucht der Autor auf Seite 35 des Buches der Skeptiker zu zeigen, daß solche existieren. In seinem Artikel über "Lücken" im "Fossilienbeleg" erwähnt er weder ein Fossil, noch zeigt er eine einzige graphische Darstellung irgendeines Fossils. Tatsächlich ist es aber so, daß der größte Teil des Artikels dafür verwendet wird, diese "Lücken" wegzuargumentieren, die vom Autor anderenorts sogar geleugnet werden, indem er sagt, 'das Verzeichnis der Fossilien umfaßt buchstäblich Tausende von Übergangsformen.'

Trotz vieler Worte wird vom Autor keine einzige Skizze einer Versteinerung erwähnt oder gezeigt, die eine echte Übergangsform darstellt - so zum Beispiel teilentwickelte Gliedmaßen, teilentwickelte Schuppen, teilentwickelte Federn. Der einfache Grund dafür liegt natürlich darin, daß es keine gibt.

Wie auch immer, dies alles wurde entsprechend dokumentiert - nicht nur von Leuten wie Dr. Duane Gish, die über die Schöpfung schreiben (Evolution: Die Infragestellung des Fossiliennachweises), sondern auch von führenden Anhängern der Evolutionstheorie - doch das ist nicht die Streitfrage, die ich hier diskutieren möchte.

Der Archaeopteryx ist ein sowohl mit vogelartigen Merkmalen als auch ein mit Merkmalen von Reptilien ausgestattetes Tier. Die meisten führenden Paläontologen, die Anhänger der Evolutionstheorie sind, würden dieses Fossil heute, da es keine Übergangsstrukturen besitzt und weil Versteinerungen von echten Vögeln in einer geologischen Schicht, die angeblich älter ist, gefunden wurden, nicht als Übergangsform ansehen. Unter dem Untertitel "Der Archaeopteryx und die Federn" erläutern die Autoren folgendes:

"Ist es wirklich unmöglich, daß sich Schuppen zu Federn entwickelt haben? Viele Vögel, angefangen von den Hühnern bis zu den Straußen, zeigen einen kontinuierlichen Übergang von Schuppen, die sich an einigen Stellen ihres Körpers befinden, und diese Schuppen mutierten an anderen Körperstellen zu Federn (Lucas und Stettenheim 1972; Dyck 1985). Desweiteren sind die Schuppen und die Federn in ihrer chemischen Zusammensetzung, ihrer molekularen Struktur und in der Art und Weise ihrer Entwicklung identisch (Spearman 1966). Am signifikantesten ist die Tatsache, daß die Schuppen und Federn untereinander austauschbar sind. Neue Laboruntersuchungen beweisen, daß Hühnerembryonen dazu veranlaßt werden können, ihre sich in der Entwicklung befindlichen Schuppen zu Federn und ihre Federn zu Schuppen umzuformen (z.B. Dhonailly, Hardy und Sengel 1980). Solche künstlich induzierten Federn sind in ihrer Struktur und in ihrer äußeren Erscheinung fast nicht von den natürlichen zu unterscheiden. In der Tat, jetzt scheint es Wissenschaftlern auf Befehl hin möglich zu sein, Schuppen in Federn umzuwandeln und umgekehrt. Es ist bekannt, daß ähnliche Umwandlungen zwischen Schuppen und Federn bei wildlebenden Vogelpopulationen spontan auftreten. Benötigt die Umwandlung von Schuppen zu Federn massive Gentechnologie? Die Antwort heißt nein. Die Umwandlung wird von einer einzigen Chemikalie ausgelöst - Retinolacetat, das wahrscheinlich besser unter dem Namen Vitamin A bekannt ist.

Der Archaeopteryx ist ein großartiges Beispiel eines Fossils, das eine Übergangsform darstellt, und es zeigt uns unleugbar eine Mischung der Charakteristika von Vögeln und Reptilien. Bis auf seine Federn ist fast jedes Merkmal des Archaeopteryx den Charakteristika des Dinosauriers ähnlich. Das ist das einzige Merkmal, durch das sie sich unterscheiden - Federn - sie repräsentieren die entscheidende Trennlinie zwischen Reptilien und Vögeln. Und heute ist es in den Laboratorien möglich, die Trennlinie zu durchbrechen, indem man eine einfache Behandlung anwendet, um Schuppen in Federn umzuwandeln.

Eine einfache Umwandlung?

Man gewinnt den Eindruck, daß es sich bei der Transformation von Schuppen in Federn, hervorgerufen durch den Zusatz einer einzigen Chemikalie, um eine ziemlich einfache Angelegenheit handelt. Falls es so wäre, würde es nicht schwierig sein, sich vorzustellen, wie sich Schuppen nur durch eine kleine genetische Veränderung zu Federn entwickeln können. Wie auch immer, der gesunde Menschenverstand deckt die enormen Schwachstellen dieser Argumentation auf.

Struktur einer FederStruktur einer Feder Betrachten wir zuerst den genauen Aufbau einer Feder (Abbildung 1). Dieses System der ineinander verschachtelten Haken und Ästen, hervorragend konstruiert für leichte, aerodynamische Leistungsfähigkeit, macht es möglich, durch ein schnelles Streichen mit dem Schnabel verdrückte Federn wieder voll in ihre aerodynamische Form zu bringen. Dies hat zur Folge, daß die entfalteten Federn nach dem Zuschnappen wieder eine Vollständige aerodynamisch wirksame Form annehmen werden. Man beachte aber, daß jede Struktur oder jedes Organ durch eine INFORMATION (codiert in einem chemischen Alphabet enthalten in dem Riesenmolekül DNA) auf seinem genetischen Niveau repräsentiert werden muß. Sicherlich, die Information, die über den Code den Bauplan einer Feder enthält, unterscheidet sich weitgehend von dem Code, der die Befehle für den Aufbau der Schuppen liefert. Schuppen, die sich zu Federn entwickelt haben, müssen über eine bezeichnende Menge genetischer Informationen oder über eine spezifische chemische Komplexität verfügen, die sich in der DNA der Vögel, aber nicht in der DNA der Reptilien befinden muß.

An dieser Stelle sollten wir uns bei der Vorstellung, daß eine einfache Chemikalie, die eine kleine Menge an Informationen enthält, eine solch geordnete Struktur zum Entstehen bringt, unbehaglich fühlen. Und das ist der Haken. Der Autor selbst sagte uns bereits, daß das Experiment an HÜHNER-Embryonen durchgeführt wurde, die über die INFORMATION, die den Code für den Bauplan der Federn enthält, BEREITS VERFÜGT HABEN. Während der embryonalen Entwicklungsphase wird diese einfache Chemikalie als "Schalter" oder "Auslöser" benutzt.

Was wir beweisen wollen, ist die Tatsache, daß physikalisch-chemische Manipulationen an einem sich in der Entwicklung befindlichen Embryo zu einem Entwicklungsverlauf führen können, der normalerweise die Bildung von Schuppen zum Resultat hätte, aber an Stelle dessen zur Bildung von Federn führt. Aber die INFORMATION, die den Befehl für die Konstruktion für den Aufbau einer Feder besitzt, existiert bereits, und sie wird einfach an einer anderen Stelle zum Ausdruck gebracht. Genetisch gesehen erfolgte keine Veränderung auf evolutionstheoretischer Ebene - keine Information, die nicht schon vorhanden war, wurde dem Entwurf des Organismus hinzugefügt.

Wie man Federn auf Reptilien bringt

Was bis jetzt erreicht wurde, ist, daß man Federn sich bei VÖGELN entwickeln lassen konnte - wenn auch an Stellen, an denen sie normalerweise nicht wachsen würden. Gleicherweise kann man bei Fruchtfliegen durch einen Eingriff in den Entwicklungsmechanismus bewirken, daß ein Bein anstelle eines Fühlers wächst. Solch homogenen Mutationen, wie sie genannt werden, sind nicht streng analog mit dem Hühnerbeispiel, aber der Kernpunkt ist derselbe, nämlich daß die genetische Information für die Bildung eines Beines bereits im Embryo vorhanden war. Wachsende oder fehlplazierte Körperteile, Fell auf Säugetieren, zusätzliche Beine an Fliegen oder Kühen sagt nichts aus über den Ursprung des Informationscodes für das Fell oder Beine.

Deshalb können wachsende Federn auf Hühnern keineswegs von irgendeinem Wert für die Idee der Evolution sein.

Was passiert, wenn ein Forscher berichtet, daß das Vitamin A in dem Embryo eines Reptiles das Wachsen von Federn hervorruft? Nun, diese Tatsache wäre ein spektakulärer Beweis für die Evolution. Jedoch kein ernsthafter Wissenschaftler würde erwarten, daß so etwas möglich wäre. Das Reptil schließt nicht die Information des Federaufbaus in seinen Code mit ein. Das Vitamin A beinhaltet weniger "Informationen" über seine Zusammensetzung als erforderlich ist, um eine komplizierte Feder zu codieren. Die Zugabe einer kleinen Menge Informationen (die in keinem Zusammenhang miteinander stehen) kann nicht von sich aus einen Riesensprung in Richtung Information machen, die nicht bereits vorhanden war.

Einfach gesagt, man kann nicht aus dem Nichts heraus etwas bekommen; darum gibt es nicht so etwas wie das Perpetuum Mobile. Genau derselbe Grundsatz der Wissenschaft erlaubt keine Federn an Reptilien, wie er auch kein Perpetuum Mobile erlaubt.

Wenn ein kluger Gentechniker imstande wäre, die Information über den Code einer Federstruktur aus einem Hühnerembryo zu entnehmen und sie in den Embryo eines Reptils einzupflanzen, damit Federn wachsen, würde er den Punkt bestätigen, den wir versuchen hier klarzustellen: Es bedeutet, eine solch komplizierte Information kann nicht von sich aus entstehen - sie muß von einer bereits existierenden Quelle erschaffen oder übertragen werden. Darüberhinaus ist ein intelligenter Verstand nötig, um das Experiment auszuführen.

von Dr. Carl Wieland

Quelle: Creation ex Nihilo, Vol. 11 No. 1