Vorwärts, Soldaten des Herrn!

Aus „Leite, freundlich Licht...“ (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „This England“)

Sabine Baring-Gould war eine vielschichtige Persönlichkeit. Seine 90 abenteuerlichen Jahre wurden durch Dutzende von Berufungen und ebenso viele Talente erfüllt. Er wurde in den 1830ern in England geboren. In den 50ern sandte ihn sein Vater nach Cambridge zum Studium der Mathematik, mit dem Ziel, daß Sabine Ingenieur werden sollte. Aber der Plan war zum Scheitern verurteilt. Sabine gestand viele Jahre später, daß er sein ganzes Leben lang immer mit seinen Fingern gerechnet hatte! Jedoch gelang es dem Mathematiklehrer Reverend Harvey Goodwin, seinem 18jährigen Schüler Baring-Gould eine Liebe für die Heilige Schrift einzuflößen.

Ein Mitschüler sagte, daß Sabine immer heiter und gelassen erschien und einen beinahe übernatürlichen Glanz auf seinem Gesicht hatte. Er verbrachte einen Großteil seiner Zeit im Gebet und gab viele Almosen. Er handelte in völliger Übereinstimmung mit seinem Glauben.

Baring-Goulds anhaltendster Beitrag zur englischen Folklore entstammt wohl den 15 Jahren, die er damit verbrachte, den westlichen Teil des Landes zu durchstreifen. Dies unternahm er, um alte Leute zu finden, die sich immer noch an die Worte und Melodien von Folkloreliedern erinnern konnten, die schon im Begriff standen in Vergessenheit zu geraten.

Nach einer Zeit als Schulmeister, die er zuerst in den Slums von London und dann in Sussex verbrachte, wurde er schließlich in der Anglikanische Kirche in Yorkshire ordiniert. Bald nach seiner Ankunft erkannte der Vikar, daß Sabine gut mit den einfachen Leuten von Yorkshire zurechtkam. Daher beauftragte er ihn eine Missionskirche in einem zuvor vernachlässigten Teil der Gemeinde aufzubauen. Er mietete ein kleines Bauernhaus und nutzte das Erdgeschoss als Abendschule, um Kinder und jeden, der interessiert war, zu unterrichten. Das obere Einzelzimmer verwandelte er in eine „Kapelle”. Er eröffnete auch eine Sonntagsschule um Bibelgeschichten zu lehren und gründete einen Chor, damit sie ihre, Gebete zu Gott singen konnten. In kurzer Zeit war Sabines Missionshaus voll mit enthusiastischen Menschen – sowohl jungen als alten.

1865 bat der Vikar Sabine seine Sonntagsschüler den Berg von ihrer Mission hoch marschieren zu lassen, um sich den Gelehrten der Gemeinde zur Prozession am Weißen Dienstag anzuschließen. Da es ihm nicht gelang, eine passende Hymne für die Kinder zu finden, die sie auf dem langen Weg singen konnten, begann Sabine selbst eine Prozessionshymne schreiben. Er behauptete später, daß er die Hymne in „ungefähr 10 Minuten” schrieb, was jedoch umstritten ist. - Der vollständige Text der Hymne erschien bereits 6 Monate früher in der Church Times, unter den Initialen S.B-G. Nichtsdestotrotz sangen die armen Kinder seiner Mission kraftvoll die Hymne, während sie hinter einer Blaskapelle den Berg hinaufmarschierten, um zur St. Peter Kirche zu gelangen. Dies war die erste öffentliche Aufführung der Hymne, die seither überall auf der Welt erklungen ist, von Generation zu Generation:

Vorwärts, Soldaten des Herrn

Vorwärts, ihr Soldaten, in den Kampf wir zieh’n,
Schaut auf Jesus Christus, Der als Erster ging.
Christ, der Herr und König, führt uns in den Krieg;
In den Kampf wir gehen; sieh Sein Zeichen siegt!

Auf den Namen „Jesus” muß der Teufel flieh’n;
Auf geht’s, ihr Soldaten, auf zum Sieg wir zieh’n.
Höllenwände zittern durch den Lobeshall;
Brüder hebt die Stimmen, laßt das Lob erschall’n.

Die Gemeinde Gottes kommt als mächt’ges Heer;
Wo Apostel gingen, geh’n wir hinterher;
Wir sind eines Leibes, wir sind nicht zerteilt.
Lieben unsren Nächsten, sind in Einigkeit!

Königreiche stehen, doch ihr Ruhm vergeht.
Nur die Kirche Jesu ewiglich besteht!
Und die Macht des Teufels wird nie Sieger sein;
Das Versprechen Christi gilt für uns allein.

Vorwärts, auf, ihr Völker, kommt zur frohen Schar.
Hebt mit uns die Stimmen, singt Halleluja!
„Ruhm und Ehr und Lobpreis für Christus, den Herrn” -
Singen Mensch und Engel ihrem Herrn zu Ehr’n.

Vorwärts, ihr Soldaten, in den Kampf wir zieh’n.
Schaut auf Jesus Christus, Der als Erster ging.