Über das Entfernen des Christentums aus den Schulbüchern

Was lernen unsere Kinder?

Die erste bemerkenswerte Entdeckung, die bei Professor Vitz' Untersuchung herauskam, war, daß keines der Bücher, die an amerikanischen Schulen am weitesten verbreitet sind, auch nur einen einzigen Text mit Bezug auf eine direkte religiöse Aktivität enthält, die im gegenwärtigen amerikanischen Leben vorkommt.

Als Reaktion auf Gerichtsprozesse gegen Schöpfungswissenschaftler haben einige Schulausschüsse angefangen, Biologiebücher abzulehnen, wenn sie nicht genug über Evolution aussagen. Mit anderen Worten: Erzieher werden bemerken, daß das Weglassen eines Themas an sich selbst etwas lehrt. Es übermittelt die Botschaft, daß das Thema für eine ernsthafte Untersuchung nicht wichtig oder relevant oder wertvoll genug ist.

Es gibt jedoch ein weiteres Schulbuchdilemma, das der Aufmerksamkeit der Hauptmedien praktisch entgangen ist. Es handelt sich dabei ebenfalls um einen Fall des Lehrens durch Weglassen. Es ist das völlige Stillschweigen der Schulbücher über die Themen Religion und traditionelle Familienwerte.

Eine solche weitreichende Feststellung zu beweisen, würde als eine schwierige Aufgabe erscheinen. Zum Glück hat es jemand für uns getan. Professor Paul Vitz hat eine sorgfältige und wissenschaftliche Studie über die am meisten gebrauchten Schulbücher im ganzen Land durchgeführt. Seine Schlußfolgerung? Praktisch alle haben starke Vorurteile gegenüber traditioneller Religion und moralischen Wertvorstellungen.

Professor Vitz untersuchte Sozialkundebücher der Klassen 1-6 und suchte dabei alle Texte heraus, die von den Staaten Kalifornien, Texas, Georgia und Florida übernommen worden waren. Er kam dabei auf 10 Buchreihen, die für schätzungsweise 70 bis 75 % der im ganzen Land benutzten Texte zuständig sind. Da andere Staaten sich für die Auswahl ihrer eigenen Texte oft nach Kalifornien und Texas richten, ist es wahrscheinlich, daß die untersuchten Bücher als repräsentativ für die gesamte Nation angesehen werden können.

Die Sozialkundetexte der Grundschulstufe sind dafür vorgesehen, die Schüler in die gegenwärtige amerikanische Gesellschaft und, bis zu einem gewissen Grade, in ihre Geschichte einzuführen. Diese Bücher beginnen mit der Familie und dem Schulsystem, gehen über zu der Nachbarschaft und den umliegenden Gemeinden und befassen sich schließlich mit verschiedenen Gebieten des Landes und der Welt.

Was lehren diese am meisten verbreiteten Schulbücher in den Vereinigten Staaten nun kleinen Kindern über ihre Gesellschaft? Professor Vitz interessierte sich dafür, wie die Bücher traditionelle religiöse und familiäre Werte widerspiegeln. In seiner Studie unterschied er zwischen Textquellen über Religion und traditionelle Werte, und Abbildungen oder Photos, wie zum Beispiel ein Bild mit einer Kirche. Er machte auch einen Unterschied zwischen Hinweisen auf direkte religiöse Aktivitäten, wie z.B. Beten oder zur Kirche gehen, und Hinweise auf indirekte religiöse Aktivitäten, wie z.B. die Aufnahme eines Pastors unter die Leiter einer Gemeinschaft.

Eine echte stillschweigende Mehrheit

Die erste bemerkenswerte Entdeckung, die bei Professor Vitz' Studie herauskam, war, daß keines der Bücher, die in den amerikanischen öffentlichen Schulen am weitesten verbreitet sind, auch nur einen einzigen Text mit Bezug auf eine direkte religiöse Aktivität enthält, die im gegenwärtigen amerikanischen Leben vorkommt. Die naheliegendsten Beispiele, die er fand, waren einmal ein Hinweis auf die Amish People, die ganz sicher nicht den Durchschnitt der amerikanischen Gläubigen repräsentieren, und zum anderen einen Hinweis auf eine Kirche in einem spanischen Vorstadtghetto, mit dem Wortlaut: "Religion ist für die Menschen in El Barrio wichtig. Die Kirchen haben Plätze zum Tanzen und für Sportveranstaltungen." Mit anderen Worten: Religion wird nur als kulturelles Phänomen behandelt, ohne daß geistliche Glaubensinhalte oder Aktivitäten erwähnt werden.

Die Schulbücher enthalten nur wenig mehr Abbildungen, die religiöse Aktivitäten in einem zeitgenössischen amerikanischen Rahmen zeigen. Darin sind unter anderem ein Foto einer Familie, die beim Erntedankfest betet und ein katholischer Pfarrer an einem Krankenbett. Wenn man alle sechs Klassen zusammen nimmt, gibt es elf Abbildungen von direkten religiösen Aktivitäten, die sich auf über 60 Bücher und über ca. 15.000 Seiten verteilen. Ganz schön dürftig.

Wie sieht es mit den indirekten religiösen Hinweisen aus? Diese sind ebenfalls wenig vertreten und sehr rar, meistens Dinge wie der Hinweis auf Gott im Treueeid und das Lied "Das schöne Amerika", welches die Zeile "Gott gieße Seine Gnade über dir aus" enthält. Unter den indirekten religiösen Bildern waren eine Kirche, die auf einer örtlichen Karte angegeben war, ein Junge im Bett mit einem Kreuz an der Wand hinter ihm und ein Foto einer Hochzeitsgesellschaft mit einem Kreuz im Hintergrund.

Wenn dieselben Bücher jedoch andere Gesellschaften behandeln, wird der Religion eine viel größere Betonung geschenkt. Viele Bücher behandeln Religionen der amerikanischen Indianer sehr wohlwollend. In einem Buch wird ein Regentanz und Gebet der Hopi-Indianer beschrieben. In einem anderen steht eine Geschichte der Pueblo-Indianer über Gebet und wie die Mutter Erde Getreide für sie schuf. Auch Berichte über Mexiko und andere Länder enthalten manchmal Hinweise auf Religion. Diese gelegentlichen Zugeständnisse eines religiösen Lebens bei anderen Völkern läßt den Eindruck entstehen, daß Religion etwas Fremdländisches und Exotisches oder eine altmodische Tradition aus der Alten Welt sei.

Selbst wenn die Religion im Mittelpunkt amerikanischer Feiertage und Festlichkeiten steht, wird sie stillschweigend unterdrückt. In einem Buch steht: "Faschingsdienstag (Mardi Gras) ist das Ende des Winterfestes." Desgleichen wird das Erntedankfest normalerweise mit rein weltlichen Begriffen beschrieben. Wir erfahren aus einem Text, daß die Pilger "Leute sind, die lange Reisen unternehmen." Nirgends im Zusammenhang mit der Geschichte des ersten Erntedankfestes wird erklärt, wem die Pilgerväter ihren Dank darbrachten. In einem Text, der den Pilgervätern 30 Seiten widmet, werden keinerlei Angaben über ihre religiösen Beweggründe gemacht, weswegen sie in die neue Welt kamen.

Wo ist nur das Christentum geblieben?

Schulkinder werden ab der 5. Klasse in die amerikanische Geschichte eingeführt. Von den zehn Buchreihen, die Professor Vitz untersucht hat, berichtet nicht eines über die Bedeutung der Religion in der amerikanischen Geschichte. In keinem dieser Bücher gibt es auch nur einen Hinweis auf religiöse Ereignisse wie z.B. die Große Erweckung um das Jahr 1740, die großen Erweckungen einzelner Städte in der Zeit zwischen 1870-1890, die Heiligungs- und Pfingstbewegungen der Jahre 1880-1910, die liberale und konservative Spaltung der Protestanten Anfang des 20. Jahrhunderts oder die "Wiedergeborenenbewegung" der 60er und 70er Jahre. In der Tat wird das ganze Thema Religion einfach ignoriert.

In der 6. Klasse werden die Kinder in die Weltgeschichte eingeführt, die bis auf die alten Ägypter zurückgeht. Von den zehn untersuchten Büchern machen vier überhaupt keine Angaben über das Leben oder die Lehre von Jesus Christus. In den anderen berichten einige mehr über Mohammeds Leben als über das von Jesus Christus. In einem Text werden dem Leben von Jesus Christus z.B. 36 Zeilen gewidmet, wohingegen dem Leben von Mohammed 104 Zeilen gewidmet werden. In einem anderen erhalten Mohammed, der Aufstieg des Islam und die islamische Kultur ein elfseitiges Kapitel zusätzlich zu anderen vereinzelten Berichten. Das Aufkommen des Christentums erhält nur ein paar Zeilen auf einer Seite. Der springende Punkt ist, daß keine bedeutenden religiösen Personen vollkommen weggelassen werden, sondern nur Jesus Christus.

Einschneidende religiöse Ereignisse wie die Reformation werden genauso geflissentlich ignoriert. Oder, wenn sie erwähnt werden, wird der eigentliche Grund für den Konflikt - d.h. die religiösen Meinungsverschiedenheiten - weggelassen. Desgleichen wird über bedeutende christliche Führer wie z. B. Johanna von Orléans in einer vollkommen weltlichen Weise berichtet, ohne daß Religion überhaupt angesprochen wird.

Wie schneidet die Familie ab?

Der 2. Teil von Professor Vitz' Untersuchung befaßt sich damit, wie die Familie und traditionelle familiäre Werte in Sozialkundebüchern behandelt werden. (Da in der 5. und 6. Klasse Geschichte und Kultur angesprochen wird, enthielt diese Untersuchung nur die Bücher für die Klassen 1-4, und zwar Bücher, die dem Kind die amerikanische Gesellschaft erklären sollen.)

Die auffallendste Entdeckung, die dabei herauskam, war, daß die Buchverfasser sehr zurückhaltend beim Angeben einer ausführlichen Beschreibung einer Familie sind. In einem Text steht: "Eine Familie ist eine Gruppe von Menschen." Lehrreich, nicht wahr? Die Lehrerausgabe von demselben Buch sagt, daß eine Familie eine Gruppe von Menschen ist, "die sich selbst als Familienmitglieder bezeichnen".

Warum scheut man sich in diesen Büchern so sehr davor, eine normative Definition der Familie niederzuschreiben? Die Betonung liegt in allen Büchern darauf, daß es viele Arten von Familien gibt - und alle gleichermaßen legitim. Nicht eines tritt für die traditionelle Definition einer Familie als eine normative Struktur ein, die auf einer monogamen, heterosexuellen Ehe basiert.

Um spezifischer zu werden: Es gibt nicht einen Hinweis auf die Ehe als Grundlage der Familie. Tatsächlich kommen die Wörter "Ehe" und "Heirat" gar nicht, nicht ein einziges Mal, in allen Büchern vor. Genausowenig wie die Wörter "Ehemann" oder "Ehefrau". Nicht eine der vielen Familien, die in diesen Büchern beschrieben sind, bezeichnet eine "Hausfrau" - d.h. bezeichnet eine Ehefrau und Mutter als ein Vorbild. Auch erscheint das Wort "Hausfrau" nirgends. Dagegen gibt es zahllose Hinweise auf Mütter und andere Frauen, die außer Haus Beschäftigungen wie z.B. in der Medizin, Rechtswissenschaft, im Transportwesen und in der Politik nachgehen.

Aber können sie lesen?

Im letzten Teil seiner Studie überprüfte Professor Vitz die am häufigsten verwendeten Grundlesebücher, die Bücher, mit denen den Kindern das Lesen beigebracht wird. Die Geschichten und Artikel in Lesebüchern sind eine wichtige Quelle für Werte, Vorstellungen und Informationen für junge Schüler.

Das Ergebnis seiner Studie ist, daß Religion in jeder Hinsicht von diesen Grundlesebüchern ausgeschlossen wurde. In all diesen Büchern gibt es nicht eine Geschichte oder einen Artikel, bei dem sich das Thema direkt auf die biblische Religion bezieht - eine Geschichte etwa, in der die hauptsächliche Motivation einer Figur auf christlichem Glauben basiert.

Manchmal wird das Christentum hintergründig in einem Artikel erwähnt. Interessanterweise jedoch bezieht man sich in all diesen Fällen auf den Katholizismus oder auf die schwarze Kirche - d.h. auf "Religionen der Minderheiten". Der Protestantismus wird vollkommen übergangen. In einer Biographie der Mayo-Brüder (die die Mayoklinik gründeten) wird erwähnt, daß ein katholischer Nonnenorden beim Aufbau der ersten Mayoklinik, St. Maria, geholfen hatte. Eine Geschichte über Alamo erwähnt, daß es sich dabei um eine Missionskirche in Texas handelt; sie bezieht sich auf "Unsere liebe Frau aus Guadalupe", und beinhaltet das Gebet der Mutter eines kleinen Jungen für die Sicherheit ihres Ehemannes während des Krieges (er stirbt trotzdem). In einer Geschichte über Harriet Tubman, die Sklaven half, über die Untergrundbahn zu entkommen, wird erwähnt, daß ihr Gebet und zwei Geistliche, von denen einer ein Quäker war, bei der Flucht wichtig waren. In zwei Geschichten wird erwähnt, daß die Hauptperson in einer Zeit der äußersten Gefahr betet, aber es wird nicht berichtet, zu wem.

Geschichten über Juden erwähnen manchmal Hanukka und das Passafest, wenn auch die religiöse Bedeutung dieser Feste nicht erklärt wird. Es könnten rein weltliche ethnische Feste sein, wenn man nur nach dem Text ginge. Geschichten aus der Bibel - selbst populäre wie z.B. David und Goliath - erscheinen in diesen Büchern nirgends.

Im Gegensatz dazu werden bestimmte nicht-traditionelle Religionen relativ häufig erwähnt. Die griechische und römische Religion sind Teil von sechs Geschichten. Zwei Geschichten, die vom Inhalt her nicht besonders religiös sind, haben mit Buddha zu tun. Die Religion der amerikanischen Indianer wird auch in fünf Geschichten und einem Artikel positiv dargestellt, oft liegt dabei eine kleine Betonung auf dem Geistigen oder Okkulten. Eine 55seitige Geschichte erzählt über ein weißes amerikanisches Mädchen auf einer Ranch in Kalifornien, das auf der Suche nach ihrem "indianischen Herzen" ist. Das Mädchen macht verschiedene Fetische von Tieren und sucht Wege, um sich vertraulich mit Tiergeistern zu besprechen. Eine andere Geschichte mit dem Titel "Medizinbeutel" handelt hauptsächlich von einem indianischen Medizinbeutel, der vom Vater zum Sohn weitergegeben wird.

Insgesamt gesehen enthalten die meisten dieser Grundlesebücher nur unbedeutende oder überhaupt keine Hinweise auf Gott oder das Christentum. Nur zwei oder drei enthalten bescheidene Hinweise auf das Christentum, und selbst diese erwähnen mit keinem Wort den modernen repräsentativen Protestantismus. Unsere eigenen Kinder, die die öffentlichen Schulen besuchen, können nun dieselbe Klage erheben, wie es die Schwarzen oder andere Minderheiten einst getan haben: wir sind in den Büchern unsichtbar.

Unser Erbe verleugnen

Wenn christliche Themen von mehr oder weniger allen im amerikanischen Schulsystem gebräuchlichen Grundlesebüchern ausgeschlossen sind, stellt sich natürlich die Frage: Was steht nun in diesen Lesebüchern? Kurz gesagt: die verbreitetste ideologische Tendenz ist eine feministische. Es gibt kaum eine Geschichte, die die Ehe oder Mutterschaft als positive oder bereichernde Lebensweise rühmt (außer ein paar, die volkstümliche Mütter zeigen). Keine Geschichte zeigt eine Frau oder ein Mädchen mit einer positiven Einstellung zu einem Baby oder kleinem Kind. Kein Bild zeigt ein Mädchen mit einem Baby oder einer Puppe.

Üblich sind rollenverkehrte Geschichten, in denen eine Heldin einen Jungen rettet oder mit einem Jungen konkurriert und gewinnt. Mädchen werden fast ständig in traditionelle "Jungen"-Rollen versetzt: einen Drachen töten, einem unfähigen Jungen helfen, Longhorn-Vieh treiben. Biographische Geschichten betreffen entweder Frauen, die eindeutige Feministinnen waren wie z.B. Elizabeth Blackwell, eine Führerin der Frauenbewegung, oder es sind Geschichten über weibliche Erfolge in traditionellen Männerangelegenheiten. Es gibt zum Beispiel viele Geschichten über die weiblichen Piloten Amelia Earhart und Harriet Quimby, aber kein Wort über Charles Lindbergh oder irgendeinen anderen männlichen Pionier der Luftfahrt.

Kurz gesagt sind diese Grundlesebücher wie auch die Sozialkundetexte so verfaßt, daß sie eine systematische Verleugnung der Geschichte und Erbschaft eines sehr großen Teils des amerikanischen Volkes darstellen: Wenn Sie weiß sind, an einer protestantischen Glaubensform des Christentums festhalten und nach der traditionellen (das heißt biblischen) Familienethik leben, dann sind Ihr Glauben und Ihre Lebensweise nicht in den Schulbüchern vertreten, mit denen Ihre eigenen Kinder in den Klassenräumen der öffentlichen Schulen dieses Landes erzogen werden.

Haben christliche Kinder nicht auch ein Recht, wie alle anderen Kinder ihre Schulbücher aufzuschlagen und eine positive Schilderung ihrer eigenen Vorgeschichte zu sehen? Wir sind auch eine mächtige Kraft beim Formen unserer Kultur gewesen. Wir zahlen auch Steuern, um das öffentliche Schulsystem zu unterstützen. Es ist Zeit, daß die Christen ausrufen: "Diskriminierung!"

Quelle: Bible Science Newsletter, Juni 1987