Taufe im Heiligen Geist

Warum blies Jesus sie an?

Es gibt beträchtliche Meinungsverschiedenheiten zwichen den verschiedenen Kirchen über die "Taufe im Heiligen Geist". Wir müssen diese Debatte verstehen, denn sie ist sehr wichtig für uns.

Die römisch-katholische Kirche lehrt, daß jeder grettet ist, der von einem geweihten Priester in Wasser getauft (besprenkelt) wird, geboren aus dem Geist und versiegelt vom Geist in dem Moment der Taufe (Katechismus der Katholischen Kirche, 1995, S.349, Abs. 1215, S.362, Abs. 1267, S.364, Abs. 1274), auch wenn er nur ein Baby ist. Die Taufe vollbringt all dies, und diese Lehre wird "Erneuerung durch die Taufe" genannt, was eine Wiedergeburt durch die Taufe bedeutet.

Die älteren protestantischen Kirchen variieren sehr weitläufig über die Bedeutung und Wichtigkeit der Taufe, aber die meisten taufen Babys. Das allgemeine Gebetsbuch (für Anglikaner) lehrt die Erneuerung durch die Taufe (allgemeines Gebetsbuch, S.207, öffentliche Taufe von Kindern), und bei der Konfirmation wird die Person "gestärkt" und "wächst" im Geist.

Die evangelikalen Kirchen (Baptisten, Brüdergemeinde) lehren, daß "wiedergeboren" und "getauft im" Geist dasselbe ist. Es passiert mit Bekehrten, wenn sie glauben und Christus bekennen. Wassertaufe ist nur symbolisch und spielt keine Rolle im Errettungsprozeß.

Die meisten Pfingstgemeinden unterscheiden sich von all dem vorgenannten. Sie sagen, jemand sei "wiedergeboren" aus dem Geist und gerettet, wenn er glaubt und Christus bekennt. Taufe spielt keine Rolle im Errettungsprozeß. Die meisten glauben "Taufe im Heiligen Geist" sei eine "zweite Erfahrung" des Geistes, der "Anfangsbeweis" dieser Erfahrung ist die Zungenrede, und ihr Zweck ist es, dem Gläubigen Kraft zu geben, um für Christus zu predigen (Assemblies of God in Australia, United Constitution, April 1993).

WAS SAGT DIE BIBEL? - Es ist einfach zu zeigen, daß die ersten beiden Meinungen nicht biblisch sind! Kleine Kinder werden in der Schrift nicht getauft, weil sie nicht glauben können: APOSTELGESCHICHTE 8:37; MARKUS 16:16. Genausowenig können sie den Heiligen Geist empfangen, denn das braucht auch Glaube, JOHANNES 7:39; GALATER 3:2. Diese Lehre ist vor allem deshalb falsch, weil die Person nicht glauben muß.

Die evangelikale Annährung ist ebenso fehlerhaft. In APOSTELGESCHICHTE 8:12 und APOSTELGESCHICHTE 19:2 finden wir "Gläubige", die den Geist nicht empfangen haben. Siehe APOSTELGESCHICHTE 8:17 & APOSTELGESCHICHTE 19:6. Das ist in EPHESER 1:13 (KJV) bestätigt, "nachdem ihr glaubtet, wurdet ihr mit dem Heiligen Geist versiegelt". Die Apostel glaubten während Jesu Dienst, MATTHÄUS 16:16; JOHANNES 20:28, aber empfingen den Geist nicht bis zum Pfingsttag. Also wird der heilige Geist normalerweise NICHT empfangen, wenn die Leute zu glauben beginnen. Er kommt später, obgleich es Sekunden später sein könnte!

PFINGSTLICHE LEHRE - Das ist die interessante. Pfingstler versuchen ein erstes und zweites Erlebnis des Geistes von der oben erwähnten Schrift zu beweisen. Es gibt für sie zwei Schlüsselpassagen. Die erste ist in 1. KORINTHER 12:13: "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft". Dieser Vers trifft für alle zu. Die Wortwahl ist hier genau die gleiche wie in den anderen sechs Verweisen zu "Taufe im Geist", wie MATTHÄUS 3:11; APOSTELGESCHICHTE 1:5 & APOSTELGESCHICHTE 11:16, welche alle aussagen (oder bedeuten), daß Jesus uns im, griechisch: en, Geist tauft. Die Evangelikalen sagen, die Verse sprechen von "Taufe" im Geist, oder "geboren aus" dem Geist, wie alle anderen.

Pfingstler streiten dies ab, weil es heißt, alle müssen die Taufe im Geist erfahren, was für sie das Erlebnis "in Zungen zu sprechen" bedeutet, um im Körper Christi zu sein. Sie deuten an, daß es heißt, der Geist " tauft" uns in den Leib Christi bei der Bekehrung, und Christus tauft uns später im Geist. Die griechische Grammatik unterstützt die Lehre in keiner Weise!

Sie anhauchen - Die zweite Passage ist in JOHANNES 20:22. Am Abend der Auferstehung "blies Jesus sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist". Pfingstler glauben, daß die, die anwesend waren, in diesem Moment "wiedergeboren wurden" und am Pfingsttag im Geist "getauft" worden sind. Aus verschiedenen Gründen ist dies aber nicht der Fall. Beachte, daß Thomas nicht bei den anderen Aposteln war und später nicht "angehaucht wurde".

Das Wort, das Jesus benutzte: "Empfanget", griechisch: "lambano", ist das einzige Wort, welches jedesmal benutzt wird, wenn die "Taufe" im Heiligen Geist in der Apostelgeschichte erwähnt wird. (APOSTELGESCHICHTE 2:38, APOSTELGESCHICHTE 8:17, APOSTELGESCHICHTE 10:47, APOSTELGESCHICHTE 19:2). So verweist es also auf die Taufe mit dem Geist und nicht auf das "wiedergeboren sein", wenn wir einen Unterschied zwischen den beiden machen.

Deshalb gebot Jesus ihnen so bald wie möglich, im Geist getauft zu werden, als Er sagte: "Nehmet hin den Heiligen Geist."

Jesus gab zwei Vorbedingungen für das Kommen des Heiligen Geistes. Erstens sagte Er: "Wenn ich aber gehe, will ich Ihn zu euch senden", JOHANNES 16:7. Sein "Weggehen" war deutlicherweise Seine Himmelfahrt vom Ölberg, nachdem Er 40 Tage Seinen Jüngern "erschienen" war. Zu dieser Zeit sagte er ihnen wieder, daß sie in Jerusalem auf das Kommen des Heiligen Geistes warten sollten, APOSTELGESCHICHTE 1:8. Der Geist konnte nicht "kommen", bevor Jesus nicht "gegangen" war. Der Geist "kam" später am Pfingsttag.

Auch konnte der Heilige Geist nicht kommen bis Jesus "verherrlicht" war, JOHANNES 7:39. Dies muß sich darauf beziehen, daß Jesus zur rechten Hand Gottes "erhöht" wurde und die Verheißung des Heiligen Geistes von Ihm "empfing" und den Geist an uns weitergab, APOSTELGESCHICHTE 2:33. Es war nicht möglich, daß der Geist vorher gegeben wurde!

Bevor Jesus sie anblies sagte Er: "Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" (JOHANNES 20:21). Dann sprach er von ihnen, wie sie die Sünde der anderen "wegnehmen". LUKAS 24:33-49 berichtet über das gleiche Treffen und sagt aus, daß Jesus ihnen sagte, sie sollten in Jerusalem warten, bis die Verheißung und die Kraft gekommen ist. Jesus beauftragte sie sehr eindeutig, erst nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hatten, zu gehen und zu predigen. Es gab überhaupt keine Veränderung bei den Jüngern, als Jesus sie anblies, was beweist, daß zu dieser Zeit nichts passierte. Die dramatische Veränderung kam am Pfingsttag.

Jesus' Handlung des Anhauchens der Jünger war wie eine Gleichnis. Es erinnert uns an die Schöpfung Adams. Als Gott in Adam hineinblies, wurde er zu einer "lebendigen Seele". Als Jesus die Jünger anblies und sagte: "Nehmet hin den Heiligen Geist", zeigte Er damit, daß dies der Empfang eines neuen Lebens sein würde.

Bevor die Menschen nicht den Heiligen Geist empfangen, besitzen sie nicht das neue Leben, welches Jesus für sie bestimmt hat!

SCHLUSSFOLGERUNG: - Es gibt also viele verschiedene Positionen zu diesem Thema. Wir glauben, daß die wahre Position zwischen der evangelikalen und der pfingstlichen Anschauung liegt, nur daß "aus Wasser geboren" sein in der Taufe auch wesentlich ist. Aus dem Geist "wiedergeboren" und im Heiligen Geist "getauft" zu sein, ist dasselbe. Es gibt zwei verschiedene Erlebnisse. Der Heilige Geist "kam" nicht vor dem Pfingsttag, genau wie die Evangelikalen es sagen.

Wenn wir den Heiligen Geist empfangen, sprechen wir in Zungen, wie in der Apostelgeschichte beschrieben. Paulus setzte voraus, daß jeder in der Kirche in Zungen redet, 1. KORINTHER 14:18,23,26. Wir sind nicht wiedergeboren oder im Heiligen Geist getauft, bis dies passiert ist, können aber Gläubige sein, wie in APOSTELGESCHICHTE 19:2. Alle Gläubigen sollen den Heiligen Geist empfangen, der der "Ernst" oder das Pfand unserer Erlösung ist (EPHESER 1:13-14). Ohne diese Gewißheit haben wir keine Chance auf die Auferstehung. Dies ist eine herausfordernde Position und verärgert viele Leute, aber wir glauben, daß es die einzige ist, die durch das Wort Gottes getragen wird.

Auckland Christian Assembly - Neuseeland.

Entnommen aus dem HQL-9826, S. 4-6