Sind Adam, Eva und Noah nicht nur Legenden?

Ist die theistische Evolution eine glaubhafte Alternative

Theologie, die sich auf die Enthüllungen der Heiligen Schrift beruft, nimmt stets einen weit höheren Rang ein als Naturtheologie (Studium der uns umgebenden Welt), jedoch stehen beide nicht im Widerspruch zueinander. Der Unterschied zwischen den beiden ist wie zwischen einem vollkommenen (JAKOBUS 1:23-25) und einem zerbrochenen Spiegel (RÖMER 8:22). Wenn man sich irgendeinem Thema widmet – nicht nur der Schöpfung – gibt es ein uraltes Prinzip, das von äußerster Wichtigkeit ist: Die Schrift erklärt sich selbst. Folglich wird, wenn in der Bibel von einer Sache oft gesprochen wird (und von der Schöpfung wird oft gesprochen!), die genaue Exegese (Studium der ursprünglichen Worte) und Auslegung (Vergleich mit anderen Versen) den Inhalt unmißverständlich klarmachen.

Sind also die ersten elf Kapitel von 1. MOSE als historische Tatsachen zu betrachten? Theistische Anhänger der Evolutionstheorie, d.h. Christen, die glauben, daß Gott die Evolution als Seine Schöpfungsmethode benutzt hat, tun dies nicht. Jedoch lautet die Antwort aus anderen Teilen der Schrift, daß die ersten Kapitel der Genesis historische Tatsachen sind. Bedenken Sie folgendes:

Jesus Christus, der präexistente Schöpfer der Welt, sprach, als Er in Menschengestalt auf Erden war, von den Hauptpersonen und -ereignissen der Genesis als historischen Fakten. Auf Adam und Eva bezieht Er sich indirekt (MATTHÄUS 19:4); direkt auf Abel (MATTHÄUS 23:35; LUKAS 11:51), auf Noah (MATTHÄUS 24:37; LUKAS 17:26) und die Sintflut (MATTHÄUS 24:38; LUKAS 17:27).

Der Stammbaum Christi in LUKAS 3 bestätigt den Stammbaum in 1. MOSE 5 und 11 (ebenfalls denjenigen in 1. CHRONIK 1). Wenn Gott etwas zweimal erwähnt, sollten wir sorgfältig darüber nachdenken. Wenn Er dreimal spricht, müssen wir es mit Sicherheit als äußerst wichtig ansehen.

Die Apostel betrachteten die Hauptpersonen und -ereignisse der Genesis als historische Tatsachen. Paulus bezieht sich direkt auf Adam und Eva (RÖMER 5:14; 1. KORINTHER 15:22,45; 2. KORINTHER 11:3; 1. TIMOTHEUS 2:13,14). In der letztgenannten Verweisstelle kommt es insbesondere auf die Reihenfolge der Schöpfung des ersten Menschenpaares an. Die Möglichkeit, daß die Genesis nicht wörtlich zu nehmen ist, d.h. mit keinem wirklichen Adam und keiner wirklichen Eva, würde die Argumentation in 1. TIMOTHEUS 2 unsinnig machen (Ebenso macht es die Bedeutung des Kapitels zunichte, wenn man zwar einen wirklichen Adam und eine wirkliche Eva in Betracht zieht, doch zugleich viele "menschenähnliche" Vorfahren dieses Paares).

Der Schreiber des Hebräerbriefes (HEBRÄER 11:4 und HEBRÄER 12:24) bezieht sich auf Kain und Abel als historische Personen. Johannes und Judas bestätigen dies in 1. JOHANNES 3:12 und JUDAS 11. Eine weitere Verweisstelle im Judasbrief (Vers 14) spricht nachdrücklich vom Stammbaum von Adam bis Henoch als Geschichte, wenn sie darauf hinweist, daß Henoch "der siebente von Adam an" ist.

Petrus weist in beiden seiner Briefe (1. PETRUS 3:20; 2. PETRUS 2:5) auf den historischen Noah hin. In der zweiten Verweisstelle wird deutlich, daß Petrus die Sintflut als eine große Katastrophe in der Geschichte ansieht, die gar nicht so weit von seiner eigenen Zeit entfernt ist. Kapitel 2 beschreibt die Sintflut über die "vorige Welt" und die "Welt der Gottlosen" (Vers 5). Das darauffolgende Kapitel läßt aufgrund der Schrift keinen Raum für irgendeinen Einwand, "lokale" Sintfluttheorien betreffend (2. PETRUS 3:4-7).

Gottes Wort, das die Sintflut über die Welt gebracht hat, ist dasselbe Wort, das die Welt für das Jüngste Gericht aufbewahrt. Wenn letzteres weltweit stattfindet (und darüber besteht kein Zweifel), so war auch die Sintflut weltweit.

Die Schlußfolgerung muß sein, daß das Neue Testament keinen Zweifel darüber läßt, daß Adam und Eva historische Personen waren, genau wie ihr darauffolgendes Abfallen von Gott; kein Zweifel, daß der Stammbaum bis Noah historisch ist und daß die Sintflut ein weltweites, historisches Ereignis war.

Dr. A. C. McIntosh

Quelle: Creation Ex Nihilo, Vol.12, No.3

Dr ANDREW C. McIntosh ist Lektor für das Fach Treibstoff und Energie an der Leeds University in England. Er arbeitet auch als Wissenschaftler in der mathematischen Forschung über Verbrennungsvorgänge.