Persönliche Evangelisation

Die praktische Seite

Die praktische Seite gliedert sich in vier Teile:

Leute, Vorbereitung, Übung, Ausdauer

1. Leute

  • Du kannst nur Evangelist sein, wenn du Interesse an den Ungeretteten zeigst (JOHANNES 4:35-36). Das bedeutet, auf sie einzugehen, mit ihnen zu reden, zu essen, etwas zu unternehmen und dein Leben zu teilen.
  • Wir alle laufen auf der Straße an Leuten vorbei; das ist nicht Interesse. Erinnere dich an den Priester und den Leviten in der Geschichte vom guten Samariter (LUKAS 10:25-37).
  • Wir brauchen intensiven Kontakt zu Menschen. Stell dir also die Frage: „Wie kann ich mich einbringen? Wie kann ich mit Leuten eine Beziehung aufbauen?“ Dinge, die Leuten helfen, und Aktionen, die zeigen, daß du dich kümmerst, sind sehr wichtig für Menschen.
  • Denke daran, daß jede Person schätzungsweise etwa 20 bis 70 weitere Personen kennt. Wenn du also einen Menschen wirklich kennenlernst, kannst du durch ihn viele andere erreichen.
  • Sei bereit, mehr Zeit mit jemandem zu verbringen, wenn er sich für den Herrn interessiert.
  • Vergiß nicht, daß Jesus Seine Jünger zu zweit aussandte. Kannst du zusammen mit einem Freund mehr erreichen? Wären drei oder vier von euch sogar noch besser? Sei erfinderisch, kreativ und abenteuerlustig. Aber überprüfe dich, ob du es für dein Vergnügen tust oder, um Leute zu erreichen.
  • Gib nie jemanden auf. Damit richtest du. Sprich zu allen. Die unwahrscheinlichsten Kandidaten sind oft jene, die auf das Wort ansprechen. Fürchte niemanden!

2. Vorbereitung

  • Wir meinen die praktische Vorbereitung. Die geistige Vorbereitung wird im 2. Abschnitt erörtert.
  • Du mußt deinen Lebensstil ändern, um Zeit für neue Kontakte zu schaffen. Du kannst Leute nicht einfach zwischen deine alltäglichen Verpflichtungen einschieben. Stell dich jetzt um, so daß du vorbereitet bist. Sie verdienen es, daß du ihnen deine Zeit widmest!
  • Um Unterhaltungen in Gang zu bringen, ist es hilfreich, Lesematerialien bei sich zu haben. Verwende Traktate, Artikel oder Zeugnisse.
  • Diese erleichtern Gespräche. Sie allein werden niemanden retten. Doch sie helfen.
  • Du solltest ausführlichere Literatur wie z.B. unsere Themenblätter über „Die Wassertaufe“ und „Den Heiligen Geist“ immer griffbereit haben, um sie interessierten Leuten zu geben (diese Materialien sind auch auf der Website www.cai.org erhältlich).
  • Mit Hilfe einer kleinen Brieftasche kannst du solches Schrifttum stets bei dir führen.
  • Sei jederzeit bereit, loszugehen und zu handeln (2. TIMOTHEUS 4:1-2)!
  • Jesus errettete den Dieb, während sie beide den Tod am Kreuz starben. Er war immer bereit, eine Seele zu gewinnen. Rüste dich mit demselben Sinn aus.
  • Versuche, eine Beziehung mit den Leuten in deiner Umgebung aufzubauen. Unterhalte dich auf ihrem Niveau. Kleide dich wie sie. Unterscheide dich nicht zu sehr von ihnen (1. KORINTHER 9:19-23).

3. Übung

  • Evangelisation erfordert Übung. Um sie zu praktizieren, mußt du praktisch werden.
  • Sei nicht enttäuscht, wenn du meinst, es irgendwie verpfuscht zu haben.
  • Du kannst damit anfangen, indem du „übst“, Leute anzulächeln. Übe dich in Freundlichkeit.
  • Dann mache den nächsten Schritt und versuche mit Leuten über irgend etwas zu reden. Diese Kunst der Konversation müssen wir lernen (1. KORINTHER 1:21).
  • Manchmal fängst du ein Gespräch an und kannst es nicht auf den Herrn lenken. Das macht nichts. Fühl dich nicht schuldig. Je öfter du es versuchst, desto besser wirst du.
  • Du solltest ein paar typische Phrasen im Kopf haben, die dir helfen, das Thema zu wechseln, z.B.: „Interessierst du dich eigentlich auch für geistige Dinge?“ Antwortet jemand mit „Nein“, so kannst du sagen: „Nun, das war ich auch nicht, bis ich davon hörte, daß Wunder geschehen.“ Und weiter geht's! Eine andere Wendung ist: „Ich habe neulich in unserer Kirche eine erstaunliche Geschichte gehört. Diese Dame ...“ - und du gibst das Zeugnis von jemandem.
  • Denke daran: Wenn du jemandem „Zeugnis gibst“, so tust du genau das, was ein „Zeuge“ tut. Sprich darüber, was du erlebt hast, nicht über Theologie und Bibelverse.
  • Gott möchte, daß du wie Paulus in APOSTELGESCHICHTE 22 und 26 deine eigene Geschichte erzählst. Es ist nicht kompliziert, ein Zeuge zu sein. Du kannst dein Zeugnis auch mit dem einer anderen Person ergänzen: „Jemand in unserer Kirche hatte Asthma, Krebs usw., und dann geschah etwas Erstaunliches ...“
  • Wenn die Leute einmal interessiert sind, kann es sein, daß du am Ende über biblische oder moralische Themen diskutierst (z.B.: „Woher bekam Kain eine Frau“; „Was ist mit Evolution“; „Warum geschehen böse Dinge“ usw.). Falls du dich jedoch dabei unsicher fühlst, kannst du immer noch jemanden dazurufen. Wenn du jemanden bis zu diesem Punkt gebracht hast, ist das ein wirklicher Erfolg.
  • Denke daran - Übung macht den Meister. Je öfter du es versuchst, desto besser wirst du.
  • Einfach für den Herrn auf der Straße anzufangen, ist ein Riesenschritt vorwärts. Es wird besser. Wie jemand einmal sagte: „Der schwierigste Schritt ist der zur eigenen Haustür hinaus.“ MACH'S EINFACH.
  • Denke stets daran:

SEELEN GEWINNEN IST DIE HÖCHSTE BERUFUNG DER WELT (JAKOBUS 5:20)
ICH ERFÜLLE DEN GROSSEN AUFTRAG (MARKUS 16:15)
ICH BIN EIN PREDIGER DER VERSÖHNUNG (2. KORINTHER 5:18)
JESUS STARB FÜR DIESE MENSCHEN (1. TIMOTHEUS 1:15)
WENN ICH NICHT REDE, WER DANN? (JESAJA 6:8)

4. Ausdauer

  • Es wird niemals einfach sein, obwohl du überrascht sein wirst, wie leicht man mit einigen Menschen reden und sie zu Jesus bringen kann.
  • Du solltest ein paar gute Verse haben, die dir helfen durchzuhalten, besonders während der harten Zeiten, wenn niemand zuzuhören scheint.
  • „Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus“ (PHILIPPER 4:13).
  • „Wenn du glauben kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“ (MARKUS 9:23).
  • „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht“ (JOHANNES 15:5).
  • „Ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe“ (JOHANNES 15:16).
  • Manchmal mußt du den Staub von deinen Füßen schütteln und in einem anderen Gebiet anfangen. Zu viele Leute verstricken sich mit ihren Verwandten und gehen nie weiter (MATTHÄUS 10:14).
  • Wie kannst du mit Gott an deiner Seite scheitern? Er will mehr als du Sünder errettet sehen!

Die geistige Seite

Die geistige Seite gliedert sich in vier Teile:

Antrieb, Einstellung, Freude, Zeit

1. Antrieb

  • Jeder erfolgreiche Seelengewinner hat einen Hunger nach Seelen. Er ist dazu getrieben, sie für Jesus zu gewinnen. Das ist seine oberste Priorität, egal, worin er sonst noch involviert ist.
  • Jesus war dazu GETRIEBEN, Menschen zu erreichen (LUKAS 13:32-35).
  • Paulus war dazu GETRIEBEN, Seelen zu gewinnen (RÖMER 15:18-20).
  • Dieser Antrieb kann nur aus unserer Beziehung zu Jesus entspringen.
  • Je mehr wir Jesus kennen, desto mehr erkennen wir, daß viele Menschen um uns herum in die Hölle gehen, sterben, leiden, verloren oder einsam sind.
  • Wir werden gern mit anderen über Jesus reden - uns stets dessen bewußt, daß wir Ihn nicht verleugnen dürfen.
  • Wenn wir Jesus kennen, machen wir weiter, egal, auf welchen Widerstand wir stoßen.
  • Jesus erinnert uns, daß jede Person, die wir auf der Straße sehen, ein Schaf sein könnte.
  • Er bewahrt unser Mitgefühl, unsere Liebe, unseren Enthusiasmus und Eifer.
  • Laß Ihn es für dich tun. Verbringe Zeit im Gebet für die Verlorenen. Sprich: „Hier bin ich, Herr; sende mich!“ (JESAJA 6:8).

2. Einstellung

Hier sind einige der Einstellungen, die ein Seelengewinner braucht. Andere mögen ohne sie auskommen, doch ein Seelengewinner muß sie haben. Gott kann sie uns geben. Sie folgen keiner bestimmten Reihenfolge.

  • Glaube: Wenn du auf die Haupt- und Nebenstraßen gehst, so erwarte, daß sich dir Türen öffnen. Gehe, wo immer dich der Herr hinführt, fürchte nichts und ergreife jede Gelegenheit; du wirst Glauben brauchen - jeder Seelengewinner hat Glauben.
  • Kühnheit: Sie ist ähnlich wie Glaube. Du brauchst eine heilige Kühnheit, eine Frechheit, eine besondere Art von Mut, durch Türen zu gehen, wenn andere denken, sie sind verschlossen; den Mut, jemanden anzurufen, ohne zu wissen, was geschehen wird, und ohne jegliche Menschenfurcht.
  • Liebe: Alle Gläubigen brauchen Liebe, aber Seelengewinner brauchen eine Liebe zu den Verlorenen, eine Liebe zu den Unliebenswerten - eine Liebe, die sie aus der Bequemlichkeit der Kirche in die Welt hinaustreibt. Sie zeigen diese Liebe und dieses Interesse jeder neuen Person. Die Leute spüren, daß jemand aufrichtig an ihnen interessiert ist und sich aus tiefster Seele um sie sorgt.
  • Vision: Seelengewinner haben die besondere Fähigkeit, in jedem menschlichen Wesen einen potentiellen Nachfolger Jesu zu sehen. Sie sind aufgestört von den Ungeretteten und an ihnen interessiert, sogar mehr als an denen, die schon gerettet sind.
  • Mitgefühl: Seelengewinner haben zuweilen keine Geduld mit ihren Geschwistern, denn sie denken an jene, die Jesus noch nicht einmal kennen. „Warum sind wir nicht alle dort draußen und reden mit ihnen? Warum denken wir an unsere Bedürfnisse, wenn viele Jesus nicht kennen?“

Bitte Jesus, dir mehr von all diesen Einstellungen zu geben. Sei nicht mit weniger zufrieden.

3. Freude

  • Die FREUDE am Herrn ist eure Stärke (NEHEMIA 8:10).
  • Die meisten Leute fühlen sich mehr zu einer glücklichen Person hingezogen als zu einer trübsinnigen. Normalerweise sind sie mehr von deiner Person beeindruckt als von dem, was du sagst, auch wenn sie dies nicht ganz erkennen. Sie werden sich keiner trübsinnigen, heftigen oder gar fanatischen Person öffnen, da sie wahrscheinlich spüren, daß so jemand sie letztendlich verletzen könnte.
  • Denk daran, daß die Menschen heutzutage sehr mißtrauisch sind. Politiker, Anwälte und Priester genießen kein besonderes Ansehen mehr und genausowenig Christen.
  • Wirklich glückliche Leute sind jedoch immer attraktiv und angenehm. Sie sind schwer loszuwerden.
  • Freuet euch in dem Herrn allewege (als Seelengewinner), und abermals sage ich: FREUET EUCH (PHILIPPER 4:4).
  • Eine damit eng verbundene Wahrheit ist, daß ein erfolgreicher Seelengewinner fähig sein muß, seine eigenen Sorgen beiseite zu tun und sich völlig auf die Person zu beziehen, mit der er spricht.
  • Diese Person wird für ihn zur wichtigsten Person der Welt. Viel wichtiger als er selbst.
  • Wenn du dich im Herrn freust, ungeachtet deiner Anfechtungen, so bist du bereit, andere zu erreichen. Der Herr wird das sehen und dich benutzen, und die Leute werden zuhören.

4. Zeit

  • Durch den Mangel an Zeit, die mit Evangelisation verbracht wird, gehen wahrscheinlich mehr Seelen verloren als aus irgendeinem anderen Grund.
  • Viele Christen sind zu sehr mit ihrem eigenen Leben und Kirchenprogrammen beschäftigt, als daß sie Zeit zum Seelengewinnen finden.
  • Wenn Seelen aus Zeitmangel verlorengehen, so ist dies ein geistiges Problem.
  • Zeit muß daher durch Glaube und Vertrauen in Gott gefunden werden.
  • Wir müssen unsere Prioritäten neu setzen, um Zeit zu schaffen.
  • Wir müssen beten, daß Gott uns Zeit gewährt.
  • Wir müssen andere Verpflichtungen fallen lassen, um Zeit für die Evangelisation zu haben.
  • Wir müssen der Zeit mit unseren neuen Kontakten einen höheren Stellenwert einräumen als der Zeit mit unseren Geschwistern.
  • Es gibt immer eine Antwort auf Zeitmangel. Finde sie um der verlorenen Seelen willen.
  • Sprich oft: „Meine Zeit steht in deinen Händen, Herr“ (siehe PSALM 31:16).

Quelle: Pastor Fred – Auckland, Neuseeland