Meiner Seele geht es gut

Aus „Leite, freundlich Licht...“ (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „This England“)

Horatio G. Spafford (1828 - 1888)

Horatio G. Spafford war bekannt als ernsthafter, strenggläubiger Christ. Er war der Vater von vier Töchtern, ein aktives Mitglied der presbyterianischen Kirche und ein treuer Freund und Unterstützer von sowohl D.L. Moody als auch anderen evangelikalen Leitern seiner Zeit.

Nachdem er zuvor ein erfolgreicher Anwalt gewesen war, wurde Spafford durch den großen Brand von Chicago im Jahre 1871 finanziell sehr in Mitleidenschaft gezogen. Dies geschah zudem in kurzer Folge nach dem Tod seines einzigen Sohnes. Im November 1873, nachdem er zwei Jahre lang den Tausenden geholfen hatte, die von dem Brand betroffen waren, entschied Spafford, seine ganze Familie mit auf Urlaub nach Europa zu nehmen. Er hatte auch vor, nach seiner Ankunft dort Moody bei dessen evangelistischer Arbeit zu unterstützen.

Unerwarteter Weise hielten ihn dringende geschäftliche Angelegenheiten in Chicago fest und Spafford entschied, daß seine Familie wie geplant an Bord der S.S. Ville du Harve gehen sollte. Auf der Hälfte der Atlantiküberquerung wurde die S.S. Ville du Harve von dem englischen Schiff Loch Earn gerammt und sank schließlich. Spaffords vier Töchter, Anna (11), Maggie (9), Bessie (7) und Tanetta (2), gehörten zu den 226, die bei dem Unglück umkamen. Mrs. Spafford, eine der wenigen, die verschont geblieben waren, schickte ihrem Mann das herzzerreißende Telegramm: „Alleine gerettet.“

Spafford segelte sofort nach England, um bei seiner schwer trauernden Frau zu sein. Als sein Schiff ungefähr an dem Ort vorüberfuhr, wo seine Töchter ertrunken waren, bewog sein tiefer Kummer gemischt mit seinem unerschütterlichen Glauben an Gottes Güte ihn dazu, die folgende Hymne zu komponieren:

Wenn Friede wie ein Fluß meinen Weg begleitet,
Wenn Kummer wie die Wogen des Meeres wallen;
Was auch immer mein Los, Du hast mich gelehrt zu sagen:
„Es ist gut, es geht meiner Seele gut!“

Refrain:
Es geht meiner Seele gut,
Es ist gut, es geht meiner Seele gut.

Obschon Satan schlägt, ob Prüfungen kommen,
Laß diese gesegnete Sicherheit versichern:
Daß Christus meinen hilflosen Zustand angesehen hat,
Und Sein eigenes Blut für meine Seele vergossen hat.

Meine Sünde -- oh, die Glückseligkeit dieses herrlichen Gedankens --
Meine Sünde, nicht teilweise, sondern ganz,
Ist an Sein Kreuz genagelt und ich trage sie nicht mehr;
Preis dem Herrn, preis dem Herrn, O meine Seele!

Und Herr, führe eilig den Tag herbei, wenn der Glaube Schauen sein wird,
Die Himmel wie eine Schriftrolle aufgerollt werden,
Die Trompete wird hallen, und der Herr wird herabsteigen –
„Auch dann, geht es meiner Seele gut“

Für mich sei es Christus, sei es Christus, jetzt zu leben;
Wenn dunkle Stunden um mich wallen
Kein Schmerz wird der meinige sein, denn im Leben und im Tod
wirst Du meiner Seele Deinen Frieden zusprechen.

Diese Hymne offenbart eine Person, die von Gott die Gnade erhalten hat, ohne Bitterkeit zu trauern, im Kummer ohne Zorn zu sein und ohne Groll zu vertrauen, in dem Frieden Christi zu ruhen, der alle menschliche Vernunft übersteigt (PHILIPPER 4:6). Der bemerkenswerte Glaube, den der Autor dieser Hymne zeigt, ist derselbe wertvolle Glaube, der allen Gläubigen zugeteilt ist (2. PETRUS 1:1) und der sie befähigt, wie der Autor unerschütterlich daran zu glauben, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind (RÖMER 8:28).