Maßgeschneiderte Menschen

Künstliche Befruchtung

Durch eine schon längst notwendige Maßnahme hat die Ethikkommission der britischen Regierung für künstliche Befruchtung nun die Praktiken verurteilt, die in einigen Kliniken für Unfruchtbarkeit üblich geworden sind. Die unabhängige Behörde für die Erteilung von Genehmigungen hat die Kliniken dazu aufgefordert, die neuen Richtlinien zu befolgen, da sie sonst ihre Zulassung verlören.

Auf der Abschußliste der Behörde steht auch die Praktik, vier oder mehr Embryos in die Gebärmutter einer Frau einzupflanzen. Die Kliniken treiben später einige der Föten ab, um ihre Anzahl zu reduzieren. In einem Bericht darüber, erschienen in New Scientist (14. Mai 1987, Seite 22), wird John Loudon, der Vorsitzende des Ethischen Komitees des Royal Collegs der Geburtshelfer und Gynäkologen, zitiert: "Nur zu erzeugen, um zu vernichten, ist nicht ethisch."

Aber sogar während diese Worte an die Presse gingen, wurden andere Versuche zur Erschaffung und Vernichtung aufgedeckt. An dem Tag vor dem Erscheinen des New Scientist-Artikels berichtete Reuters Nachrichtenagentur, daß ein italienischer Anthropologe gesagt habe, daß Experimente durchgeführt worden seien, in denen man versucht hat, eine Kreuzung zwischen "Affen und Menschen" zu erzeugen. Professor Brunetto Ghiarelli von der Universität von Florenz sagt, daß in einem Labor durch die Befruchtung von weiblichen Schimpansen mit menschlichen Samen ein sklavischer Affe-Mensch-Mischling für niedrige Aufgaben gezüchtet werden könnte, der sogar Organe für Transplantationen liefern könne.

Ideen wie diese sind schreckenerregend. Aber sie dringen weltweit in die Köpfe der Forscher ein. Diese Ausgabe von Creation Ex Nihilo enthält einen enthüllenden Artikel von Dr. Carl Wieland, der über andere beunruhigende Experimente mit tierischen und menschlichen Genen berichtet. Sowohl in Großbritannien als auch in den Vereinigten Staaten wurden Eizellen von Kühen mit menschlichem Samen befruchtet. In Canberra, Australien, haben Wissenschaftler versucht, die Eizelle eines Hamsters mit menschlichem Samen zu befruchten. In Westdeutschland wurde künstliche Befruchtung angeblich angewendet, um in einen Mann Zwillinge einzupflanzen. Forscher behaupten auch, daß menschliche Babys jetzt in Tiere eingepflanzt werden können.

Und der Horror endet noch nicht: In der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature (18. Juni 1987, Seite 547) lesen wir, daß zwei britische medizinische Teams jetzt in der Lage sind, das Geschlecht eines gerade befruchteten Embryos zu identifizieren. Diese Technik könnte zu pränatalen Diagnosen von geschlechtsbedingten genetischen Krankheiten führen. Aber es könnte auch die Bevölkerung verändern, indem den Eltern erlaubt wird, das Geschlecht ihres Retortenbabys zu wählen. Wenn das Baby nicht das von den Eltern gewünschte Geschlecht hat, könnte der Embryo zugunsten des Gewünschten abgetrieben werden. New Scientist enthüllt außerdem, daß im Wellington-Krankenhaus in London drei Frauen Babys zur Welt gebracht haben, die von Eizellen ihrer Schwestern stammten. Auch diese Praktik wurde von der britischen Behörde zur Erteilung von Genehmigungen verurteilt, aber nicht unbedingt aus moralischen Gründen. Das neue Spiel mit zusammengewürfelten Menschen stellt kein schönes Bild von Gottes Schöpfung dar. Es nimmt einen Teil von Gottes Schöpfung, entfernt ihn von seinem natürlichen Platz und spielt mit seinen Einzelteilen. Die Ergebnisse sind grotesk durcheinandergewürfelte Anblicke - Schöpfungen, die weit schlechter sind als das, was man vielleicht beabsichtigt hat.

Weil die moderne Technologie rasende Fortschritte macht, können viele Leute ihre Vorteile allzu schnell begrüßen, während sie den Schaden übersehen, der sich dahinter verbirgt. Experimente mit "maßgeschneiderten Menschen" müssen diejenigen mit wachem Verstand alarmieren. Sie haben keinen Platz in Gottes Welt.* Menschen nach Maß sind eine Mischung aus neuem Science-Fiction, verbunden mit dem alten Evolutionsglauben, daß Menschen nur einige Äste höher im Evolutionsbaum stehen als ihre langsam kletternden, tierischen Vorfahren.

Kuhmenschen, Hamstermenschen, Schimpansenmenschen, "ausgeborgte" Eizellen und Samen, schwangere Männer und desgleichen waren kein Bestandteil von Gottes ursprünglich erschaffener Welt. Und sie werden es auch niemals sein. Das 1. Buch MOSE berichtet uns, daß Gott Lebewesen erschaffen hat, die sich "nach ihrer Art" fortpflanzen sollten. Und während die genetischen Zwänge hoffentlich zu stark sind, um lebensfähige Nachkommen von Schöpfungen zu erhalten, die so verschieden sind wie eine Kuh und ein Mensch, wollen dies vielleicht doch einige Wissenschaftler verstärkt versuchen.

Das veranlaßt uns, die naheliegenden Fragen zu stellen: Wohin werden solche Experimente führen? Und wessen Moral wird zum Schluß die Reagenzgläser versiegeln, wenn alles außer Kontrolle ist? Solange die Evolutionstheorie als wissenschaftliche Tatsache akzeptiert wird, wird der Zweck unseres Schöpfers für die Menschheit ignoriert oder als unbedeutend gesehen werden. Besonders Wissenschaftler müssen erkennen, daß Gottes Schöpfung nicht in Stücke - wie in ein Puzzle - zerlegt werden darf, Stücke, die letztendlich gemischt werden können, um ein Bild erschreckender Vernichtung zu zeigen.

Alle denkenden Leute müssen hart daran arbeiten, um Gottes Wort als Basis für moderne Wissenschaft wiederhergestellt zu sehen. Der einzige Glaube, der einen ethischen Schutz in solch einer medizinischen Forschung geben kann, ist der, welcher akzeptiert, daß der Mensch nach dem Ebenbild des unendlichen, persönlichen Schöpfers, des Gottes der Bibel, geschaffen wurde. Das ist der Pfropfen, der diese möglicherweise explosiven Reagenzgläser versiegeln wird.

* (Siehe 3. MOSE 18:23 betreffend sexuelle Mischung, die verboten ist: es ist Verwirrung - von der hebräischen Wurzel, die Überfließen oder Vermischen bedeutet.)

Quelle: Creation Ex Nihilo, Vol. 9, No.4