Kalebs Glaube und Geduld werden belohnt

Schriften: JOSUA 14:6-15; 2. TIMOTHEUS 2:12

Einleitung

Es war einmal ein Mann, der eine Gesteinsschicht entdeckte, von der er annahm, daß sie Gold enthalten würde. Er gab Tausende von Dollars aus, um einen langen Schacht in den Felsen zu graben, aber nach 1½ Jahren hatte er immer noch kein Gold gefunden. Entmutigt gab er auf und verkaufte den Anspruch auf die Mine. Die nächste Gesellschaft schürfte drei Fuß weiter und stieß auf goldhaltiges Erz.

Schon oft hat ein Mensch im Leben versagt, weil er zu früh aufgab!

Die Geschichte von Kaleb berichtet, daß er 45 Jahre lang auf eine versprochene Belohnung wartete. Die Belohnung wurde nicht durch sein eigenes Verschulden hinausgezögert.

Wenn Kaleb auf die Umstände geschaut oder auf die Leute um ihn herum gehört hätte, dann hätte er seinen Glauben verloren und die Hoffnung aufgegeben. Aber er vertraute auf Gott und weigerte sich, ein Drückeberger zu sein. Sieben Jahre nach der Überquerung des Jordan kam schließlich Frieden und Ruhe über das Land.

Dann wurde es Zeit, das Land auf die verschiedenen Stämme aufzuteilen. Josua und Eleasar begannen, dies unter Gottes Führung zu tun, indem sie das Los warfen. Aber bevor uns die Bibel Einzelheiten über diese Aufteilung des Landes unter den Stämmen gibt, lenkt sie unsere Aufmerksamkeit auf eine Erbschaft, die einem einzelnen Mann 45 Jahre zuvor gegeben wurde – Kaleb war zu diesem Zeitpunkt 85 Jahre alt.

Was für ein großartiger Bericht:

(JOSUA 14:6-12) Der Glaube und die Hoffnung, die Kaleb hatte.

45 Jahre sind eine lange Zeit, um auf eine versprochene Belohnung zu warten. Einige Leute in Kalebs Alter hätten schon längst aufgegeben und hätten sich auf geziemende Weise in einen Schaukelstuhl zurückgezogen; nicht so Kaleb. Er folgte dem Herrn immer noch mit siegreichem Glauben nach. Er stand immer noch auf Gottes Wort und dem Glauben an Gottes Verheißung. Schließlich kam die Gelegenheit für Josua, die Verheißung in Anspruch zu nehmen, als er die Kanaaniter überwältigte und der Frieden einzog.

Kaleb bekam sein Erbteil, bevor jeder andere Stamm sein Erbteil bekam.

Weil der Herr möchte, daß wir wissen, daß Seine Segnungen sowohl für einen einzelnen als auch für viele gemeinsam gelten. Gott wollte, daß jeder einzelne einen persönlichen Anteil an den Segnungen für das Land, "in dem Milch und Honig fließen", hatte.

Jeder Stamm bekam nun die Gelegenheit, mit den Kanaanitern fertig zu werden, die noch übrig waren und sich in den Winkeln des Landes versteckten. Einige hatten sich sogar in die von Josua eroberten Städte zurückgeschlichen.

Nach sieben Jahren Krieg begann der Eifer bei vielen nachzulassen, es bestand die Gefahr, einige der Früchte des Sieges zu verlieren.

Der 85jährige Kaleb trat hervor und spornte das Volk durch sein Beispiel zum Handeln an. 45 Jahre lang war das Wort des Herrn seine Inspiration und Hoffnung gewesen. Er wußte, was es bedeutete, auf dem Wort Gottes gegründet zu sein, und jetzt bestätigte er aufs neue sein Vertrauen.

"DIE MEISTEN ERWECKUNGSBEWEGUNGEN SIND BEWEGUNGEN JUNGER MENSCHEN, ABER ES GAB NIEMALS EINE ERFOLGREICHE ERWECKUNG OHNE IHRE VÄTER UND MÜTTER IN ISRAEL, DIE NACH EINER NEUEN VISION UND NEUEM SEGEN SUCHEN UND DIE DER ERWECKUNG EINE RICHTUNG UND ERMUTIGUNG GEBEN."

Wenn es etwas gibt, was heute in unseren Kirchen gebraucht wird, dann, daß diejenigen, die erfahren haben, was Erweckungsfeuer sind, Gott aufs neue suchen.

Laßt die reiferen Führer

  • eine erneute Vision vom Kreuz,
  • erneute Hingabe zu Gott,
  • erneuten Hunger nach der Manifestation des Übernatürlichen und
  • erneuten Mut, auf dem WORT Gottes zu stehen, bekommen.

Und dann werden die jungen Leute bald aufgerüttelt werden, ihrem Beispiel zu folgen, wie man es gerade zur Zeit überall in unserem Land beobachten kann.

Was für ein Glaube war das, der die Verheißungen Gottes in Kalebs Herzen Wirklichkeit werden ließ?

Es war ein Glaube, der annahm, daß Gott jede Schwierigkeit oder jedes Hindernis überwinden würde - Riesen, ummauerte Städte erschreckten ihn nicht; ein Glaube, der erwartete, daß Gott zu Seinen Verheißungen steht; ein Glaube, der zeigte, daß er eine lebendige Beziehung zu Gott hatte (Vers 8). Kalebs Zeugnis in den Versen 10 und 11 zeigt, daß Kaleb mit 40 Jahren seinem Glauben durch die Aussage Ausdruck verlieh, er glaube, Gott könne und würde etwas tun. Im Alter von 85 Jahren fügt er jetzt sein Zeugnis hinzu und dankt Gott dafür, daß der HERR ihn am Leben gelassen hat. Seine ganze Generation war nun tot, außer ihm und Josua, die die "Wanderungen in der Wüste" und die Toten auf den Schlachtfeldern Kanaans überlebt hatten. Er konnte nun als eine Person, die alles miterlebt hatte, sein Erbteil beanspruchen.

Er nahm das LEBEN nicht als etwas Selbstverständliches hin, weil das Leben ein gottgegebenes Vorrecht ist. Kaleb war mit 85 immer noch so stark wie mit 40 – er war immer noch in der Lage und bereit, Riesen die Stirn zu bieten. Das Geheimnis ist, daß diejenigen, die dem HERRN in ihrer Jugend dienen, nichts zu fürchten haben, wenn sie älter werden. Wir werden unsere zukünftigen Führer und Heiligen aus unseren treuen jungen Menschen gewinnen. Offensichtlich war Kaleb ein Mann, der von Kraft und Stärke und Gesundheit und Heilung als Ergebnis seines engen Wandels mit Gott zeugen konnte. Er verstand Gottes heilenden Namen – "ICH BIN DER HERR, DEIN ARZT."

Kaleb zeigt in Vers 12, daß er nicht in der Vergangenheit lebte. Einige ältere Leute leben in der Vergangenheit - aber Kaleb nicht. Er erinnerte sich mit Dankbarkeit für Gottes Treue an die Vergangenheit, aber er hatte seine Vision für den Dienst nicht verloren. Er bat nicht um einen angenehmen Platz, wo er seine restlichen Jahre in Frieden und Ruhe verbringen könnte. Er wollte etwas für den HERRN tun.

Er nahm die Verheißungen von Gott an; und zwar nicht als eine verdiente Belohnung, sondern als eine Gelegenheit, Glaube anzuwenden und neue Siege zu erringen.

Also bat er um den gefährlichsten Platz von allen, einen Ort, an dem sich Riesen verschanzten und wo der grausame Anakim die Städte bewachte. Im Krieg schickten die Offiziere die verläßlichsten, treuesten Soldaten an die gefährlichsten Stellen in der Schlacht. Wie können wir denn überhaupt die Erfahrung eines großen Sieges machen, wenn wir nicht bereit sind, uns großen Gegnern und großen Schwierigkeiten zu stellen?

Du wirst feststellen, daß er, obwohl er Gott für seine Kraft und Stärke dankte, sich nicht darauf verließ. Stattdessen bekennt er, daß er die Hilfe Gottes nötig hat, und zeigt einen Glauben, der fest auf Gottes Verheißung gegründet ist.

Die Zeit hatte seinen Glauben und seine geistige Vision nicht geschwächt.

Obwohl Israel ihn vor 45 Jahren enttäuscht hatte, beklagte er sich nicht, als er mit ihnen durch die Wüste wandern mußte. Manchmal verstehen wir nicht, warum uns Enttäuschungen begegnen, die oft nichts mit unserem eigenen Verschulden zu tun haben, 'ABER wir werden neue Gelegenheiten bekommen, wenn wir beständig im Glauben bleiben und weiterhin mit dem HERRN wandeln.'

Eine großzügige Belohnung

(JOSUA 14:13-15) wurde Kalebs Erbteil, Vers 13.

Er wurde gesegnet und bekam Hebron; vergiß jedoch nicht, daß er es immer noch in Besitz nehmen mußte. Gott gab ihm mehr, als er erbeten hatte, aber beachte, daß wir nicht den Glauben haben werden, etwas zu benutzen, wenn wir nicht den Glauben haben, darum zu bitten. Deshalb fordert uns das Wort Gottes immer wieder auf zu bitten (MATTHÄUS 7:7; EPHESER 3:20).

Gott befähigte Kaleb, sein Erbteil zu erobern, zu beherrschen, sich daran zu erfreuen und es zu behalten, UND seine Erben erfreuten sich auch daran. Jesus Christus hat uns zu gemeinsamen Erben eines Erbteils gemacht, das Er errungen hat.

Daraus folgt, daß die Erbteile im Glauben, die wir erringen, damit sich andere daran freuen können, mit Eltern zu vergleichen sind, die ihren Kindern die Kriegsbeute im Glauben weitergeben.

Wenn wir weiterlesen, erkennen wir, daß Kaleb mehr tat als nur ein gutes Beispiel zu geben und seinen Erben eine Erbschaft zu hinterlassen; er sorgte auch dafür, daß sie eine Gelegenheit und den Ansporn erhielten, denselben Glauben anzuwenden.

Nachdem Kaleb Hebron eingenommen hatte, bot er die Hand seiner Tochter dem Manne an, der die Stadt Debir erobern würde, die sich einige Meilen südwestlich von Hebron befand. Othniël, der junge Mann, der Debir eroberte, gewann nicht nur Kalebs Tochter und einen Anteil an der Erbschaft, sondern er folgte Kalebs Beispiel auch weiterhin nach.

Othniël wurde später ein Richter und Befreier. Ein göttliches Beispiel hört niemals auf, Belohnungen zu ernten.

Anregung

Kaleb wagte es, Gott zu glauben, als er jung war. Er wagte immer noch, Gott zu glauben, als er älter war. Es ist niemals zu früh, mit einem Leben im Glauben wie dem von Kaleb anzufangen. Es ist niemals zu früh für das Wagnis, Gott zu glauben, selbst wenn es unmöglich erscheint.

Es ist eine erwiesene Tatsache, daß die meisten Männer, die große Taten für Gott vollbringen, es wagen und anfangen, etwas zu tun, wenn sie noch jung sind.

Johannes Calvin war mit siebzehn Jahren Pastor. George Whitfield predigte zu großen Menschenmengen, als er einundzwanzig Jahre alt war. Charles Haddon Spurgeon war ein berühmter Kanzelredner, als er erst sechzehn war, und mit zwanzig Jahren wurde er Pastor der berühmten "Metropolitan Tabernacle"-Kirche in London.

Natürlich kann nicht jeder ein spektakulärer Führer sein, aber Gott wird uns deswegen keinen Vorwurf machen. Die besten Führer brauchen treue Leute hinter den Kulissen, die täglich im Glauben stehen, ihr Zeugnis geben und mit Nachdruck beanspruchen, was Gott für sie bereithält.

Wir müssen alle – wie Kaleb – "DEM HERRN GANZ UND GAR NACHFOLGEN". Laßt uns nicht Ehre oder Ansehen bei Menschen suchen. Es genügt, wenn wir mit unserem ganzen Herzen tun, was immer uns Gott zu tun gibt, und alle Ehre JESUS geben. Dann werden wir eines Tages hören – "WOHLGETAN, GUTER UND TREUER KNECHT."

Philip H. Hills

Rev. Philip H. Hills ist Hauptpastor bei der "Richmond Assembly of God Church" in Richmond, Victoria, Australien. Er ist auch Mitglied im Direktionsausschuß der "Church Growth International".

Quelle: Church Growth, Winter 1991