Jerusalem

Aus „Leite, freundlich Licht...“ (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „This England“)

William Blake (1757 – 1827)

Blake, der als Graveur und Drucker arbeitete, aber auch Künstler und Schriftsteller war, war davon überzeugt, daß er die Mission hätte, beim Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung, die auf Liebe beruhte, in England mitzuhelfen. Er nannte diese Ordnung „Jerusalem“.

Er glaubte, daß er soziale Mißstände wie Kinderarbeit, Armut und niedrige Arbeitslöhne bloßstellen müßte. Der einzige Weg, dies zu tun, war die Menschen auf geistige Werte aufmerksam zu machen anstatt auf materiellen Gewinn. „Ich muß eine Lehre predigen”, schrieb er. „Ich schrecke nicht vor meiner großen Aufgabe zurück, die unsterblichen Augen des Menschen nach innen für die ewige Welt zu öffnen.“

Schriftstellerei und Malen waren die Methoden, mit denen Blake seine Mission durchführte. Seine großen Werke handelten von Themen wie Gerechtigkeit, Tyrannei und Krieg. Er benötigte vier Jahre, um „Milton“ zu schreiben. In der Einleitung dieses Werks kommt die Hymne „Jerusalem“ (1804) vor. Er erklärte, daß er unter dem Diktat himmlischer Mächte schrieb. Er sagte: „Ich bin Tag und Nacht unter der Leitung von Himmelsboten.“

William Blake wird heute als Autor solcher hervorragenden Gedichte wie „Tiger! Tiger! Burning bright“ und als großer Engländer mit einzigartiger Vorstellungskraft angesehen. Im Jahre 1803 geschah allerdings ein ungewöhnliches Ereignis in seinem Leben, als ihn nämlich ein betrunkener Soldat des Landesverrats bezichtigte. Blake lebte in Rose Cottage bei Felpham in Sussex, einem idyllischen Dorf in der Nähe von Bognor Regis, wo man sich immer noch an die Schrecken der Napoleonischen Kriege erinnerte. Der Soldat behauptete, der Dichter hätte die örtliche Bevölkerung gewarnt, daß bei Eintreffen der Franzosen in der Stadt man sich ihnen entweder anschließen müßte oder sie einem die Kehle durchschneiden würden.

Diese offensichtlich erfundene Anschuldigung gegen Blake wurde in einem Prozeß in Chichester fallengelassen. Doch die Narben, die er davontrug, sollten noch für viele Jahre verbleiben und veranlaßten ihn dazu, die wunderschöne und doch leidgeplagte Küste von Sussex zu verlassen.

Den überwiegenden Teil seines restlichen Lebens verbrachte er in London. Es war ein trauriger Abschied von seinem malerischen Haus mit dem „herrlichen Blick auf das weite Meer“ gewesen. Er hatte dort mit seiner Frau Catherine drei glückliche Jahre verbracht. Es geschah auch unter dem sorgfältig gedeckten Strohdach dieses Hauses, daß er die Idee für seine wundervolle Hymne „Jerusalem“ bekam.

William Blake verstarb am 12. August 1827. Er stand dem Tod immer in freudiger Erwartung gegenüber und sagte: „Das Grab ist das goldene Tor zum Himmel.“ Zu dieser Zeit lebten Catherine und er in ein paar heruntergekommenen Räumen in einer armen Gegend von London. Catherine bewunderte Blake, und er wiederum nannte sie „den süßen Schatten meines Entzückens“. Sie sagte einmal: „Ich habe sehr wenig von Blakes Gesellschaft. Er ist immer im Paradies.“ George Richmond, ein enger Freund der Familie, schrieb über Blakes Tod: Er starb Sonntagnacht um sechs Uhr auf eine wundervolle Art und Weise. Er sagte, er würde zu diesem Land gehen, das er sein ganzes Leben lang gewünscht hatte zu sehen... Kurz bevor er starb, begann sein Antlitz zu leuchten, seine Augen strahlten, und er fing an, von den Dingen zu singen, die er im Himmel sah.

„Und wandelten diese Füße damals über Englands grünen Hügeln?“

In Somerset, England, wird die Geschichte überliefert, daß Joseph von Arimathäa Marias Onkel war, daß er ein Kaufmann war, der nach Britannien kam, um dort Zinn in Cornwall und Blei in Somerset zu kaufen, und daß er auf mindestens einer dieser Handelsreisen Jesus mitbrachte, als dieser noch jung war.