Ist der Archaeopteryx ein gefälschtes Fossil?

Das berühmteste Fossil der Welt gerät zunehmend ins Kreuzfeuer

Ian T. Taylor, Autor von "In the Minds of Men"

Bei vielen Menschen verursacht das Wort Fossil so viel Aufregung wie das Gras wachsen zu sehen. Wie auch immer, wenn wir den Schleier lüften, um die menschliche Seite der Geschichte des berühmtesten Fossils der Welt zu betrachten, finden wir ein Labyrinth von Intrigen und Betrug, das alles irgendwie schmackhafter macht.

Einige Hintergrund- Informationen

Wir beginnen unsere Geschichte im Gefängnis von Lancaster, Nordengland, irgendwann um 1820.

Der Bursche war groß, hatte eine plumpe Figur mit einer hohen Stirn, langen, glatten Haaren und Fischaugen. Spät in der Nacht trug er eine Laterne und eine feste, braune Papiertüte, als er die Stufen zum Autopsieraum des Strafgefängnisses von Lancaster herabging. Als Lehrling des Gefängnisarztes hatte ihm seine Assistenzarbeit in der Autopsie eine unvergeßliche Gelegenheit zum Anatomiestudium gegeben. Zu dieser Zeit hatten Medizinstudenten selten legale Möglichkeiten, um den menschlichen Körper lebendig oder tot zu untersuchen, aber der junge Richard Owen wurde sehr kenntnisreich.

Sein Interesse war durch die Aussicht auf den Erwerb des Kopfes eines toten äthiopischen Gefangenen hervorgerufen. Deshalb die braune Papiertüte. Als schließlich der Sarg wieder zugenagelt war und sein Lohn in der Tüte, verließ er schnell das Gefängnis und rannte den Berg hinunter. In seiner Biographie erzählte er, was dann geschah:

"... das Trottoir war mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Mein Fuß glitt aus und, von meinem Umhang behindert, verlor ich das Gleichgewicht und stürzte mit einem Schock vornüber, so daß des Negers Kopf aus der Tüte geschleudert wurde und ich ihn die glatte Fläche des steilen Abhangs hinunterschickte. Als ich wieder aufgestanden war, rannte ich verzweifelt hinterher, war aber zu langsam, um seinen Lauf zu stoppen. Ich sah ihn gegen die Tür eines Häuschens am Ende des Gefälles springen. Die Tür flog auf und empfing mich zur gleichen Zeit, weil es mir unmöglich war, mein Abwärstempo zu verlangsamen."

"Ich hörte Kreischen und sah den Saum eines Frauenkleides, welche durch eine Innentür stürzte. Der Raum war leer, der gräßliche Kopf zu meinen Füßen. Ich griff ihn und zog mich zurück, als ich ihn in meinen Umhang einwickelte. Ich glaube, ich habe die Tür hinter mir geschlossen, aber ich habe nicht gestoppt, ehe ich die Chirurgie erreichte."

Weihe

Dieser Auszug illustriert Richard Owens jugendliche Weihe, für die er schließlich als Englands führender Anatomist, Palaeontologe und erster Sprecher der Wissenschaft belohnt wurde.Seine äußerliche medizinische Ausbildung an der Medizinschule Edinburghs lehrte ihn Cuviers Theorie vielfacher Überschwemmungen, welche einen frühen Versuch darstellte, die Geologie mit dem ersten Buch Mose zu versöhnen. Er blieb dem Glauben an diese Theorie seine lange und einflußreiche Karriere hindurch treu. Jedenfalls gab es in England andere Kräfte, die im Widerspruch zu Cuviers Theorie standen. Die Situation spitzte sich 1859 mit der Veröffentlichung von Charles Darwins "Die Herkunft der Arten durch natürliche Auslese zu.

Owen war vielleicht ein typisches Beispiel für viele einflußreiche Menschen. Ein flüchtiger Blick auf die literarischen Werke zeigt, daß ihn seine persönlichen Ambitionen sogar dazu brachten, unbarmherzig und sogar unehrlich zu sein. Thomas Huxley, der später als Darwins Sprachrohr diente, sagte von Owen 1851: "Ich bin ihm (Owen) so dankbar wie es jemandem möglich ist, vor welchem ich meine, auf der Hut sein zu müssen ... es ist erstaunlich, mit welchem intensiven Gefühl des Hasses Owen von der Mehrheit seiner Zeitgenossen betrachtet wird ..."

Albert Gunther erstellte in einer Biographie der Direktoren des Britischen Naturhistorischen Museums der ersten 100 Jahre ein ausführlicheres Porträt von Richard Owen. Er war von 1856 bis zu seinem Rücktritt 1884 im Alter von 80 Jahren mit eiserner Hand Museumsdirektor. Gunther berichtet, daß Hugh Falconer, ein Paläontologe und Botaniker, Darwin warnte, daß Owen nicht nur neidisch und arrogant, sondern auch untreu und unehrlich sei. Darwin erkannte schließlich die Wahrhaftigkeit dieser Beurteilung, welche er in seiner Autobiographie zusammen mit folgendem Kommentar wiederholt: "Nach der Veröffentlichung von "Herkunft der Arten" wurde er (Owen) mein erbitterter Gegner, nicht wegen irgendeines Streites zwischen uns, doch soweit ich zu urteilen vermag, aus Eifersucht auf den Erfolg."

Herausforderung an Owen

Gideon Mantell, der Paläontologe aus Sussex, der das erste Iguanodonfossil entdeckte und benannte, sagte von Owen: "Es ist sehr zu beklagen, daß dieser hervorragende und hochbegabte Mann niemals mit Aufrichtigkeit und Vorurteilslosigkeit arbeitet und handelt." Owen veröffentlichte die Papiere anderer als seine eigenen und veröffentlichte seine Werke einige Male an verschiedenen Orten, um seine Produktivität wissenschaftlicher Schriften scheinbar zu vergrößern. Jedem modernen Leser, der in einem akademischen oder Forschungs-Milieu gearbeitet hat, wird dies bekannt vorkommen. Jedoch gab es für Owen noch einen weiteren Grund, Darwin gegenüber feindselig zu sein.

Das Auftauchen des Darwinismus hatte Owens eingebildeten Ruf ernsthaft herausgefordert. Huxley erschien auf der öffentlichen Bühne etwa zur gleichen Zeit wie Darwins "Herkunft", und da alles, was Huxley sagte, überzeugend, geistreich und interessant war (und alles, was Owen sagte, wortreich, humorlos und oft unbegreiflich war), übernahm Huxley schnell Owens Rolle als die Stimme der Wissenschaft in England.

Ab 1860 begann Owens Autorität zu verfallen. Mit diesem ausreichend ausführlichen Hintergrund von Richard Owen kommen wir zu Darwin, den Fossilien und ... Archaeopteryx zurück.

Fälscher am Werk

Versteinerter Archaeopteryx Das Berliner Exemplar von 1877 wird in vielen Textbüchern gezeigt, um die Evolution zu belegen Als Beweise für seine Theorie gefordert wurden, beklagte Darwin, daß noch keine entdeckt worden seien. Er schreibt 1859: "... die Zahl der Zwischenarten (Übergangsformen), die früher auf der Erde existierten, sollte wirklich enorm sein. Warum ist dann nicht jede geologische Formation und jede Schicht voll von solchen Übergangsgliedern?

Die Geologie offenbart solch eine feine organische Kette nicht überzeugend, das ist vielleicht der auffallendste Einwand, der gegen die Theorie vorgebracht werden kann. Die Erklärung liegt, wie ich glaube, in der extremen Unvollkommenheit der geologischen Aufzeichnung."

Bis auf den heutigen Tag ist dies noch die am weitesten akzeptierte Erklärung.

Ein unbeabsichtigter Nebeneffekt der Veröffentlichung von Darwins "Herkunft" war, daß das Wehklagen über fehlende Übergangsfossilien einen Freibrief für Fossilienfälscher schuf. Darwinistische Enthusiasten wie Thomas Huxley begannen zu spekulieren, wie einige dieser Übergänge ausgesehen haben konnten. Von besonderem Interesse war der angebliche Übergang zwischen Reptilien und Vögeln. Diese Annahme war auf die Tatsache gegründet, daß die Knochenstrukturen ausgestorbener Dinosaurier einige charakteristische Merkmale mit denen der Vögel gemeinsam hatten.

Unsere Geschichte bringt uns jetzt in ein Gebiet westlich von München in Süddeutschland, wo seit dem letzten Jahrhundert Fossilien gefälscht und an Museen verkauft wurden. In der Tat war es eine kleine "Industrie", und die Fälscher waren Experten ihres Handwerks geworden.

Monate nach dem Erscheinen von "Origins" kam der Paläontologe Hermann von Meyer in den Besitz des Fossils einer einzelnen Feder, etwa 2 1/2 Zoll (6,5 Zentimeter) lang. Die zwei Hälften der fossiltragenden Kalksteinplatte sollten im Solnhofer Steinbruch in einer Schicht aus dem Jura gefunden worden sein. Aber ausreichende Details über ihren Hintergrund wurden niemals veröffentlicht.

Meyer nannte die Art Archaeopteryx lithographica, was "Uraltfeder aus Lithographenstein" bedeutet. Die beiden Hälften gingen ihre getrennten Wege in das Berliner und in das Münchner Museum.

Ungewöhnliche Schritte

An erster Stelle machte die Spezies Schlagzeilen, da die Feder, obwohl sie vollkommen modern aussah, auf ein Alter von 150 Millionen Jahre geschätzt wurde. Das bedeutet, daß Vögel sich viel früher entwickelt hätten, als irgend jemand angenommen hatte. Das war ein harter Schlag gegen Cuviers Theorie.

Zweitens: Die beiden Hälften an getrennte Museen zu verkaufen, war eine unerhörte Handlungsweise. Sie mußten immer zusammenbleiben. Diese Handlungsweise ergibt nur dann einen Sinn, wenn das Fossil eine armselige Fälschung war. Sir Fred Hoyle hat kürzlich Photographien der beiden Hälften erhalten, auf welchen ein deutlicher Unterschied in der Hintergrundstruktur des Gesteins zu erkennen ist. Dies scheint tatsächlich der Fall zu sein. Das ist nun der Archaeopteryx, der 1860 von Dr. Karl Häberlein, dem Gebietssundheitsbeaufragten von Pappenheim, an die Museen verkauft wurde.

Im nächsten Jahr, 1861, hatte Häberlein noch ein Muster zu verkaufen. Diesmal war es die ganze Kreatur, außer dem Kopf. Und wieder wurde gesagt, es sei in einer Schicht aus dem Jura in Solnhofer Steinbruch entdeckt worden. Aber diesmal waren die beiden Hälften, Platte und Gegenplatte, zusammen. Häberlein lud Repräsentanten von Museen zur Besichtigung ein, aber es war ihnen nicht erlaubt, Notizen oder Zeichnungen zu machen. Und indem er jedes Angebot ausschlug, trieb er den Preis effektiv in die Höhe.

Der Plan wurde jedoch gleich von Alfred Goppel durchkreuzt, einem Paläontologen mit einem exzellenten fotografischen Gedächtnis vom Münchner Museum. Goppel besuchte Häberlein mehrmals, fertigte eine akkurate Zeichnung an und gab sie Professor Andreas Wagner, welchem es gelungen war, einen kleinen Dinosaurier zu entdecken und zu benennen, den Compsognathus. Wagner sah in der Zeichnung ein Geschöpf, etwa so groß wie eine Taube und seinem Compsognathus sehr ähnlich, abgesehen von den Federn. er dachte, es sei ein fremdes Reptil und nannte es Griphosaurus problematicus; die "problematische Greifeidechse".

Verdacht des Betruges

Kurz nachdem er seine auf Goppels Zeichnung basierende Beschreibung der Entdeckung veröffentlichte, starb Wagner plötzlich. Nichtsdestotrotz, die Worte des Artikels dieses hochrespektierten Experten ließen keinen Zweifel übrig, daß er vermutete, jenes Fossil sei nicht echt. Häberlein war natürlich ärgerlich über Wagners Schriften und bestimmte, das Fossil beim nächsten Angebot abzustoßen. Er mußte nicht lange warten: Während die Deutschen "echt oder falsch" untereinander diskutierten, kam das Angebot aus England.

Richard Owen, jetzt über das Naturhistorische Museum in London gesetzt, las Wagners Beschreibung und sandte sofort den Geologen George Waterhouse nach Pappenheim. Dort wechselte das Stück für 600 £ den Besitzer. Die Auseinandersetzung verlagerte sich jetzt nach England. Owen veröffentlichte 1864 seine Beschreibung und einen genauen Kupferstich von der Tafel, nicht jedoch von der Gegentafel. Eine der merkwürdigen Eigenschaften dieses taubengroßen Geschöpfes war sein langer, eidechsenartiger Schwanz mit abstehenden Federn über die ganze Länge. Heutzutage haben langschwänzige Vögel keine Knochen im Schwanz, sondern einen Stumpf und lange Federn.

Es hatte auch kleine 'Finger' oder Krallen an den Flügeln, welche das Gesamtbild mehr als ein Reptil mit Flügeln erscheinen ließen. Aber die Tatsache, daß es vollentwikkelte Federn aufwies, klassifizierte es als einen Vogel. Es wurde spekuliert, ob der Kopf Zähne gehabt haben würde oder nicht. Zähne würden es weiter zwischen Reptil und Vogel rücken. Das wäre eine exzellente Bestätigung von Darwins Theorie. Gewiß, 16 Jahre später tauchte ein anderer Archaeopteryx auf - komplett mit Kopf. Und er hatte Zähne!

Das war der Archaeopteryx von 1877. Wieder wurde behauptet, dieses Exemplar wäre im Solnhofner Steinbruch gefunden worden und gehöre zur gleichen Familie. Ernst Häberlein, der von seinem Vater übernommen hatte, verlangte die enorme Summe von 36.000 Goldmark als Preis. Das wurde schließlich das Berliner Exemplar, daß heute in fast jedem Biologielehrbuch als bekräftigender Beweis der Evolution abgebildet ist.                   
                                                                                                                      

Keine Feder mehr                                   

Versteinerter Archaeopteryx Der Eichstätter Archaeopteryx (1951) weist keine klaren Federabdrücke auf. Mehr als 20 Jahre lang wurde er als Compsognathus, ein Coelurosaurier, geführt Lehrbücher sprechen manchmal von "vielen anderen Beispielen", und damit ist das 1855er Exemplar vom Teyer Museum gemeint, das lediglich neu bestimmt wurde, das 1951er Eichstätter Exemplar, welches in Wahrheit nahe Solnhofen gefunden wurde, und das 1956er Exemplar, welches in so schlechter Verfassung ist, daß man wenig darüber sagen kann.

Es ist darüber hinaus zu betonen, daß keines dieser letzten Exemplare unbestreitbare Federabdrücke aufweist. Wie Hoyle hervorhebt, sind die Federabdrücke auf diesen Exemplaren "nur mit den Augen des Glaubens" zu sehen.

Der große Vogelexperte Professor Ostrom schreibt: Wenn keine Federabdrücke in den Londoner und Berliner Exemplaren erhalten geblieben wären, hätte man sie (die 1855er, 1951er und 1956er Exemplare) nie als Vögel identifiziert, ... merke, (sie) waren alle zuerst falsch klassifiziert, und das Eichstätter Exemplar wurde 20 Jahre lang für einen ... Compsognathus gehalten.

Wir kommen auf das Londoner Exemplar zurück und fragen: Warum machte Owen sich die Aufregungen und Kosten, sogar das Angebot, aus eigener Tasche zu bezahlen, um ein Fossil zu erhalten, das von zweifelhafter Gültigkeit war und bewies, daß Darwin recht und Cuvier unrecht hatte? Hoyle hat ziemlich überzeugend gezeigt, daß dies nur einen Sinn ergibt, wenn Owen wußte, daß das Fossil eine Fälschung war und es als solche auszustellen plante, sobald es die Darwinisten akzeptiert hätten.

Das hätte meisterhaft die ganze Evolution sabotiert. Unglücklicherweise akzeptierten es weder Darwin noch Huxley als überzeugenden Beweis, und so blieb es im Naturhistorischen Museum und verstaubte, bis Owen sich zur Ruhe setzte. Huxley legte seine Meinung über das Londoner Exemplar von 1861 im Jahre 1868 der Königlichen Gesellschaft dar. Er sagte, es sei nichts anderes als ein Vogel, und sogar, wenn ein Exemplar mit Kopf und Zähnen gefunden würde, 'käme mir nicht in den Sinn, davon abzulassen, es sei ein Vogel'. Huxley präsentierte der Königlichen Gesellschaft nur einen Monat später ein Papier mit dem Titel: "Von den Tieren, welche fast Zwischenglieder zwischen Vögeln und Reptilien sind", und erwähnte den Archaeopteryx nicht einmal. Darwin wartete bis zur sechsten Ausgabe seiner "Origins" (1872) bevor er den Archaeopteryx erwähnte - und tat ihn als einen "fremden Vogel" ab.

Es ist noch immer keine Übergangsform!

Archaeopteryx Archaeopteryx Auch wenn der Archaeopteryx bewiesenermaßen keine Fossilfälschung sein sollte, ist es doch entscheidend festzustellen, daß es kein Beispiel eines Übergangswesens zwischen Reptil und Vogel ist - und auch niemals war.

Der Archaeopteryx hat keine Teil-Beine/Teil-Flügel, Teil-Schuppen/Teil-Federn oder auch nichts anderes teilweise 'Entwickeltes'. Die Federn sind in ihrer Erscheinung sogar 'modern', und das Problem der Federevolution bereitet jenen, die nicht glauben, daß Vögel und Federn von Anfang an komplett geschaffenworden seien, großes Kopfzerbrechen.

So scheint es, daß die Hohenpriester des Darwinismus es ablehnten, das kostbare Fossil als den dringend benötigten Beweis für ihre Theorie anzuerkennen.

Um 1895 waren Darwin, Huxley und Owen tot. In Ermangelung weiterer Exemplare des Archaeopteryx überzeugten sich Anhänger des Glaubens selbst, daß das Londoner Exemplar wirklich echt war. Wenigstens wäre nur eine kleine verständige Anwendung von Hammer und Meißel notwendig gewesen, um es noch überzeugender zu machen.

Veränderungen

Aus einer Fotografie des Londoner Exemplars aus dem Jahre 1895 ist beweisbar, daß daran zwischen 1861 und 1895 verschiedene Veränderungen gemacht wurden. Vielleicht wurde deshalb etwas verändert, damit der Abdruck und das Gegenstück besser zusammenpaßten und somit die Fälschung weniger beweisbar würde.

In der Tat fanden auch Änderungen der Ansichten über dieses Exemplar seit jener Zeit statt, um der Weisheit der Zeit gerecht zu werden. Zuerst dachte man, das Fossil sei ein Vogel mit reptilartigen Eigenschaften. Heute wird es als Reptil mit vogelartigem Charakter angesehen, vornehmlich die Federn.

Der gründlichen Untersuchung und Ausstellung dieses angeblichen Schwindels durch Hoyle und andere im Jahr 1986 folgend veranlaßte das Britische Naturhistorische Museum eine Ausstellung des Archaeopteryx. Sie stellten Argumente für seine Echtheit gegen jene für seine Unechtheit. Natürlich wurde der menschliche Hintergrund, der in diesem Artikel aufgezeigt wurde, nicht erwähnt; und die Öffentlichkeit wurde in dem Glauben gelassen, die Museumsbeamten seien über ihren oft verleumdeten Schatz sehr aufgebracht. Diese Übung, das öffentliche Vertrauen in das Museum zu unterstützen, wurde in den frühen Monaten des Jahres 1988 ausgeführt. Seitdem ist das Fossil in den Gewölben verschwunden, und die Dienststellen verweigern unerbittlich weitere Untersuchungen durch außenstehende Interessenten.

Es ist genug zu sagen, daß die angeblichen Archaeopteryx - Fossilien den Anschein erwecken, dadurch hergestellt worden zu sein, daß man einem echten Fossil des ausgestorbenen Reptils Compsognathus Federabdrücke hinzufügte. Fest steht jedenfalls, daß echte, unbestreitbare Federabdrücke niemals an anderen Archaeopteryx - Fossilien gefunden worden sind. Weder vor noch während der Periode von 1860-77. Die Entdeckungen in Solnhofen waren die einzigen, während alle drei Exemplare durch die Hände der Familie Häberlein gingen.

Allein dies ist ein Grund zum Mißtrauen, wobei auch wirklich die meisten Wissenschaftler des letzten Jahrhunderts mißtrauisch waren. So ist es auch ohne weitere fossile Muster jener Übergangskreatur offensichtlich, daß die Museumsautoritäten entschieden haben, die Last des Beweises lieber auf dem Rücken der Tradition auszutragen als noch einen weiteren Schwindel zuzugeben. Nach der Piltdown - Affäre im gleichen Museum wäre der Preis für den Verlust des öffentlichen Vertrauens und der Untermauerung von Darwins Theorie ganz klar zu hoch.

Fußnote

Im Februar 1988 wurde eine fossile Feder in Spanien gefunden, jedoch als Einzelstück und - im Gegensatz zu den 'Häberlein'-Exemplaren - in einem sehr ärmlichen Erhaltungszustand.

Von Zeit zu Zeit verkündet die Tagespresse, daß 'noch ein Archaeopteryx in Bayern gefunden worden sei ...' und führt die Leser dahin zu glauben, daß wunderbar erhaltene Übergangsformen die Fülle vorhanden seien. Diese Gerüchte gehen auf das Maxbergexemplar zurück, welches 1956 entdeckt, von Heller 1959 beschrieben, erneut beschrieben von Ostrom 1976, und von dem Ostroms Fotografie 1980 in Feduccia veröffentlicht wurde.

Dem Beispiel Häberleins folgend hofft der Privateigentümer des Maxbergexemplars gleichfalls, den Preis hochzutreiben, indem er öffentliche Untersuchungen abweist. Es wurde seit 1975 nicht mehr gesehen.

(Siehe nach weiteren Informationen in zukünftigen Ausgaben des "Creation magazine".)

Quelle: Creation ex Nihilo, Vol. 10, No. 4