Irrtümer des Futurismus - Das erneuerte römische Reich

Manch ein Gelehrter hat schon versucht, das Buch der Offenbarung zu verstehen. Liegen die in diesem Buch beschriebenen Ereignisse noch in der Zukunft oder befinden wir uns bereits mittendrin? Finde heraus, was berühmte Gelehrte über wichtige Zahlen zu sagen hatten, wie zum Beispiel über das Tier mit der Zahl 666.

ZU den zahlreichen offensichtlichen Fehlern in der futuristischen Interpretation biblischer Prophetie zählt die Erwartung, daß das römische Reich am Ende der christlichen Kirchenperiode wiedererweckt wird. Dies beruht auf einem weiteren großen Irrtum der Futuristen, nämlich daß die 'prophetische Uhr' Gottes während der Zeit der christlichen Kirchenperiode aufgehört hat zu schlagen. Genauso gründet sich dieser Irrtum auf einen ihrer anderen Irrtümer: daß sich die biblische Prophetie nur auf die Juden bezieht. Bei dem prophetischen Bildnis aus DANIEL 2, welches symbolisch für die großen Weltreiche steht, denen Gott Herrschaft gewähren würde, während Sein Volk Israel gestraft wird, stimmen die Futuristen mit den Historikern darin überein, daß die vier Metalle die vier Reiche Babylon, Medopersien, Griechenland und Rom symbolisieren. Sie könnten auch kaum etwas anderes bedeuten, denn die Bibel gibt deutlich zu verstehen, daß das erste Metall - der Kopf aus Gold - Babylon symbolisiert. Daniel sagte zu Nebukadnezar, dem Kaiser Babylons: "Du bist das goldene Haupt" (DANIEL 2:38). Die folgenden Metalle müssen also logischerweise die Reiche symbolisieren, die nach den geschichtlichen Berichten auf das babylonische Reich folgten.

Wenn sie jedoch zu den Füßen aus Eisen und Ton kommen, hören die Futuristen auf, logisch zu denken. Obwohl sich die Füße direkt aus den eisernen Beinen entwickeln - wie es Füße normalerweise tun! - lehren die Futuristen, daß zwischen den Beinen, die symbolisch für das römische Reich stehen, und den Füßen, die laut ihrer Lehre ein wiedererwecktes römisches Reich am Ende der christlichen Kirchenperiode symbolisieren, eine Lücke von fast 2000 Jahren klafft, die die Kirchenperiode überbrückt. Diese absurde Schlußfolgerung ist natürlich notwendig, um ihre schon erwähnten anderen Trugschlüsse zu untermauern - daß Gottes 'prophetische Uhr' während der Kirchenperiode aufhört zu ticken und daß sich die Prophetie nur auf die Juden bezieht. Eine Lücke von nahezu 2000 Jahren müßte eigentlich ganz klar durch ein geeigntes Symbol repräsentiert werden. Es gibt jedoch absolut nichts! Die Füße kommen dagegen direkt aus den eisernen Beinen heraus, genauso wie die eisernen Beine unmittelbar aus den bronzenen Schenkeln entstehen. Und genauso wie die eisernen Beine das römische Reich symbolisieren müssen, das direkt auf das griechische Reich - symbolisiert durch die bronzenen Schenkel - folgte, müssen auch die Füße aus Eisen und Ton etwas symbolisieren, das direkt nach dem römischen Reich kam und nicht etwas, was erst 2000 Jahre später stattfand!

Die Füße aus Eisen und Ton stellen natürlich die Nationen dar, die nach dem Fall des römischen Reiches entstanden. Diese Nationen akzeptierten den Anspruch des päpstlichen Antichristen und wurden das Heilige Römische Reich genannt. Das wird in DANIEL 7 bestätigt, wo die 4 Reiche durch Tiere anstatt durch Metalle symbolisch dargestellt werden. Dem vierten Tier, welches das römische Reich darstellt, treten aus dem Kopf zehn Hörner hervor, die das gleiche bedeuten wie die Füße aus Eisen und Ton - nämlich die Nationen, die nach dem Fall des römischen Reiches entstanden. Es gibt jedoch eine zusätzliche wichtige Offenbarung. Ein anderes kleines Horn mit den Augen eines Menschen und einem Mund, der große Dinge spricht, und das Krieg gegen die Heiligen führt, erscheint in ihrer Mitte; offensichtlich steht es symbolisch für das Papsttum. Aber die Päpste waren natürlich niemals fähig, in Europa die Einigkeit zu erreichen, die unter Caesar im römischen Reich existiert hatte. Diese Einigkeit kann auch niemals erreicht werden, weil Gott hinsichtlich dieser Nationen gesagt hat: "Aber sie werden doch nicht aneinander festhalten, so wie sich Eisen mit Ton nicht mengen läßt" (DANIEL 2:43). Und natürlich ignorieren die Futuristen in ihrem hartnäckigen Irrtum völlig den Ratschluß Gottes.

Anstrengungen zur Einigkeit

Die Wahrheit des göttlichen Gerichts über diese Nationen wird von der Geschichte eindeutig bestätigt. Wiederholt versuchten Diktatoren, Europa zu vereinigen. Phillip II. von Spanien, Ludwig XIV. von Frankreich, Napoleon, Kaiser Wilhelm, Hitler und Mussolini: Alle haben es versucht und sind gescheitert. Hinter ihren Versuchen können diejenigen, die offene Augen haben, die Strategie der Jesuiten erkennen, Europa und die gesamte Welt unter die Herrschaft des Papstes zu bringen. Ebenso ist es eine geschichtliche Tatsache, daß der Stolperstein bei jedem Versuch, Europa zu vereinigen, die abtrünnigen Briten waren. Das bestätigt natürlich, daß England Israel ist. Denn der Stein, der ohne Zutun von Menschenhand vom Berg herausbrach und Eisen, Bronze, Ton, Silber und Gold in Stücke zermalmte, ist Israel. Seit der Reformation sind es die Briten gewesen, die diese große Aufgabe offensichtlich ausgeführt haben.

Die Rolle von Britannien-Israel

Wiederum in Daniel 9, wo Gabriel eine 70wöchige Zeitspanne ab dem Befehl des Kaisers Artaxerxes zur Wiederherstellung und Erbauung Jerusalems im Jahre 457 v.Chr. bis zum ersten Kommen des Messias angibt, müssen die Futuristen wieder ihre unnatürliche Lücke von fast 2000 Jahren zwischen der 69. und der 70. Woche einsetzen. Wiederum steht in dem Kapitel nichts, um das zu rechtfertigen. In Vers 24 wird deutlich gemacht, daß die gesamte 70wöchige Zeitspanne das erste Kommen Christi betrifft.

"Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden" (DANIEL 9:24).

Die Futuristen begehen in der Tat einen schweren Fehler, indem sie das, was sich auf Christus bezieht, auf ihren mythischen zukünftigen Antichristen anwenden. "Der Fürst, der kommen wird ... " (KJV) in Vers 26 ist offensichtlich Titus, aber die Futuristen machen daraus ihren zukünftigen Antichristen! Wenn diese Zeitspanne Ereignisse am Ende der Kirchenperiode einschließen würde, müßte sie etwa 434 Wochen anstatt nur 70 Wochen lang sein! Aber die Denkweise eines Futuristen kann mit Schriften jonglieren und sie willkürlich verdrehen, um sie mit seinen ursprünglich jesuitischen Theorien in Einklang zu bringen. In Vers 27: "Er aber wird vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speiseopfer abschaffen" ist natürlich Jesus gemeint, der das Opfer durch Sein Eigenes vollkommenes und endgültiges Opfer Seiner Selbst abschaffte. Er bestätigte den Bund mit den Juden durch Seinen wundersamen Dienst und durch die Ausgießung des Heiligen Geistes, bevor Er sie schließlich verwarf und sich den Heiden zuwandte, hauptsächlich den "verheidnischten" zehn Stämmen.

Es ist tragisch, daß der Futurismus den Historizismus in den evangelischen Kirchen ersetzt hat, denn er ist eine ungeheure Barriere, um die Wahrheit über Britisch Israel zu verstehen. Weil die meisten Futuristen aufrichtige Christen sind, haben die Historizisten ihre Irrtümer nicht mit genügend Nachdruck bekämpft. Dies ist ein Fehler, der unbedingt wiedergutgemacht werden muß.

W.F. Finlayson

Quelle: WAKE UP! Magazin