Heritage: Ein hugenottisches Jubiläum

Vor 300 Jahren verließen die Hugenotten ein vom Krieg gezeichnetes Frankreich um sich in anderen Ländern niederzulassen, unter denen sich auch Südafrika befand. Ihr Beitrag zur Geschichte Südafrikas durch diese tapferen Leute wurde bereits früher in diesem Jahr mit Dankbarkeit gefeiert.

Im siebzehnten Jahrhundert fiel die Kirche Frankreichs unter die Kontrolle des Staates, und jeder abweichende Glaube wurde als ketzerisch und verräterisch angesehen. Die Aufhebung des Ediktes von Nantes im Jahre 1685 beraubte die Protestanten ihrer religiösen Freiheit. Um Ihren Glauben nicht aufgeben und die Doktrinen der römisch-katholischen Kirche nicht annehmen zu müssen, flohen etwa 250.000 Hugenotten aus Frankreich und siedelten sich in Ländern wie Deutschland, England, der Schweiz und Dänemark an. Auch flohen mehr als 50.000 Hugenotten wegen ihrer Nähe in die calvinistischen Niederlande, wo sie mit Mitgefühl aufgenommen wurden.

Diese Ereignisse fanden statt, als die junge Siedlung am Kap der guten Hoffnung in Südafrika mehr Kolonisten benötigte. Der Rat der Siebzehn, Direktoren der großen Holländisch-Ostindischen-Gesellschaft (Dutch East Indian Company, DEIC), eine große Handelsgesellschaft der Niederlande, ermutigte die Hugenotten, sich am Kap anzusiedeln. 1988 ist der dreihundertste Jahrestag der Ankunft unserer hugenottisch-israelitischen Blutsverwandten in Südafrika.

Es war im Jahre 1688, als sieben Schiffe der DEIC mit etwa zweihundert hugenottischen Männern, Frauen und Kindern eine kleine holländische Siedlung am Kap erreichten, die nur 36 Jahre vorher von Jan von Riebeeck gegründet wurde. Sie wurden dort angesiedelt, wo heute der Stellenbosch-Distrikt in Cape Province liegt. Innerhalb einer Generation hatten sie sich völlig angepaßt, ihre französische Sprache aufgegeben und sprachen sogar ihre Namen in holländischer Weise aus.

Die Hugenotten, die am Kap ankamen, hatten in Frankreich 31 verschiedene Berufe ausgeübt wie Bäcker, Schreiner, Wagenbauer, Chirurg und Farmer. Die DEIC hatte sie, wie auch immer, in erster Linie als Farmer an das Kap gebracht. Obwohl sie neues Land erschließen mußten und es in den ersten Jahren oft Mißernten gab, waren die Neuankömmlinge hart arbeitende Leute, von denen die meisten schließlich Erfolg mit ihrer neuen Lebensweise hatten.

Obwohl sie nur ein Sechstel der Einwohner am Kap ausmachten, trugen sie zu der Bevölkerung einen Beitrag bei, der weit über diesem Anteil liegt, und haben dem Land ein reiches Vermächtnis hinterlassen. Während sie aufhörten, Französisch zu sprechen, übten sie großen Einfluß auf die Entwicklung der Sprache der "Afrikaans" aus. Neun hugenottische Familiennamen finden sich heute unter den 36 zahlenmäßig größten Familien des Landes. Beispiele sind Nel (50000), Du Plessis (49000), Fourie (47500), Du Toit (40000), Le Roux (32000), Viljoen (30000), Marais und Joubert (28000) und Du Preez (26000).

Den ursprünglichen Emigranten, die zum Kap kamen, und den anderen Hugenotten, welche ihnen folgten, wird von unseren israelitischen Blutsverwandten im Südafrika von heute gedacht, da anerkannt wird, daß diese zuverlässigen calvinistisch-israelitischen Protestanten eine sehr wichtige Rolle bei der Gestaltung des robusten Charakters der Gemeinschaft der "Afrikaans" gespielt haben.

Nachkommen der Hugenotten sind unter den Führern und den Erfolgreichen in allen Lebensbereichen in Südafrika zu finden - Religion, Politik, der Wirtschaft, Sport, Landwirtschaft, im juristischen Beruf ebenso wie unter Schriftstellern und Künstlern.

Das Denkmal für die Hugenotten in der malerischen Stadt Franschhoek wurde offiziell 1948 eingeweiht. Der Entwurf für das Denkmal von J. C. Jongens, einem eingewanderten Architekten aus den Niederlanden, wurde angenommen und ist reich an Sinnbildern.

Die drei Bögen verkörpern die heilige Dreieinigkeit. Das Kreuz auf der Spitze ist das Sinnbild für den christlichen Glauben, während die Sonne das Zeichen der Gerechtigkeit ist. Die zentrale weibliche Figur vor der Bogenkonstruktion ist die Arbeit von Coert Steynberg, einem bekannten südafrikanischen Bildhauer. Die Bibel in ihrer rechten Hand und die zerbrochene Kette in ihrer linken Hand versinnbildlichen den Geist von Freiheit und Glauben. Die französische Lilie auf ihrem Gewand zeugt von geistigem Adel und Charakterstärke. Die südliche Spitze Afrikas ist auf dem Globus dargestellt, auf welchem sie steht. Die Bibel auf dem Globus ist ein Sinnbild für wahre Religion, die Harfe symbolisiert Kunst und Kultur, die Korngarbe und Weinrebe stehen für Landwirtschaft und Weinbau, und das Spinnrad steht für Industrie. Das Wasserbecken vor dem Denkmal steht für ungestörte Ruhe der Sinne und geistigen Frieden nach großer Feindseligkeit und stürmischer Zeit.

Die weibliche Figur ist in diesem Zusammenhang sicher die passende Darstellung der israelitischen Frau im zwölften Kapitel der Offenbarung, die sicher durch die Wildnis (Europa) zu ihrem vorbestimmten Platz auf den (britischen) Inseln und darüber hinaus geführt wurde; die Anstrengungen des Drachens des Heidentums, sie zu zerstören und somit Gottes Plan zu durchkreuzen, wurden vereitelt. Kleine Gruppen des israelitischen Volkes, unfähig, die Zufluchtsstätte mit den meisten anderen zu erreichen, blieben in verschiedenen Teilen Europas zurück, und es ist dieser Rest der Saat der Frau (OFFENBARUNG 12:17), den der Drache seit dem sechzehnten Jahrhundert verfolgt.

Die einheimische Bevölkerung des Vereinigten Königreiches kann sich seinen Blutsverwandten in Südafrika anschließen, die Hugenotten zu ehren, da wir, die wir eine weit größere Anzahl von Einwanderern bekamen, sowohl im Glauben als auch im Charakter bereichert worden sind. Großbritannien wäre in der Tat geistig und industriell viel ärmer, hätte es diesen Opfern von Satans Zorn nicht Gelegenheit geben dürfen, Zuflucht zu
nehmen.

Quelle: WAKE UP!, NOVEMBER/DEZEMBER 1988