Hände und Füße

Einzigartig menschlich schon von Anfang an!

Einige evolutionäre Vorstellungen über den menschlichen Embryo haben die wissenschaftliche Embryologie um hundert Jahre zurückversetzt.

Das "biogenetische Gesetz", das durch Ernst Häckel (den bekannten Apostel Darwins in Deutschland) populär wurde, besagt, daß der Embryo, während er im Mutterleib heranwächst, verschiedene Stadien der Entwicklung durchmacht, die Merkmale seiner mutmaßlichen evolutionären Vorfahren aufweisen.

Obwohl Häckel zugegeben hat, daß er seine Diagramme in betrügerischer Absicht geändert habe, um seine Theorie zu unterstützen, glauben viele (fälschlicherweise) noch daran, daß der menschliche Embryo z.B. Kiemen, einen Schwanz und einen Dottersack habe. Diese Vorstellungen wurden von Embryologen schon lange für unglaubwürdig erklärt.

Was ist nun mit unseren Händen und Füßen? Geben sie irgendeinen Hinweis auf einen eher "affenähnlichen" Zustand im Mutterleib? Menschliche Hände sind im Vergleich zum Rest des Tierreichs ebenso einzigartig wie unsere Füße. Die Kombination eines gegenüberstellbaren Daumens (der Daumen kann die Spitze von jedem anderen Finger berühren) mit unserer Fähigkeit, die Hand in alle Richtungen zu drehen (Handflächen nach oben oder unten, was wir mit den Primaten gemeinsam haben), versetzt uns in die Lage, mit Gegenständen und Werkzeugen so umzugehen, wie es keinem anderen Lebewesen möglich ist, selbst wenn es das wollte.

Darwin zitierte Professor Owen, welcher sagte, daß der große Zeh, der als Stützpunkt beim Stehen und Laufen dient, der vielleicht charakteristischste Teil des menschlichen Körperbaus sei. Menschliche Füße sind ziemlich sicher nicht zum Greifen oder zum Erklettern von Bäumen geschaffen worden. Wir benutzen unsere große Zehen, um uns beim Laufen vom Boden abzustoßen und um am Boden Halt zu finden, aber im allgemeinen nicht, um Objekte zu ergreifen. Oft können Säuglinge den ersten und den zweiten Zeh so zusammenpressen, daß man sie dadurch hochheben kann. Einige Menschenrassen haben diese Fähigkeit in ziemlich ausgeprägter Form, die auch bei behinderten Fuß- und Mundmalern zum Einsatz kommt. Dennoch kann der menschliche Fuß nicht mit dem sich biegenden, greifenden Fuß eines auf Bäume kletternden Primaten verglichen werden.

Der sich entwickelnde Embryo

Was zeigt uns also die Entwicklung der Hände und Füße des menschlichen Embryos? An einem sechs Wochen alten, elf Millimeter großen Embryo kann man schon die Stellen erkennen, von welchen aus sich die Gliedmaßen entwickeln werden. Bereits eine Woche später kann man klar die fünffache Aufteilung der Hand erkennen, obwohl die Füße noch wie Flossen aussehen. Es dauert eine weitere Woche, bis die Füße diese Entwicklung "nachgeholt" haben.

Bei einer Größe von 15 Millimetern kann man schon die spätere Funktion der Gliedmaßen anhand deren ersten Bewegungen sehen. Bewegungen der oberen Gliedmaßen sind von "umarmender", wohingegen die der unteren Gliedmaßen von schiebender, stützender Natur sind. Es taucht nie der kleinste Hinweis auf irgendeine kletternde Funktion auf.

Mit drei Monaten kann der Embryo, obwohl er nur 30 Gramm wiegt (etwas mehr als eine Unze), schon eine Faust machen und den Daumen gegenüberstellen. Seine Füße sind gespreizt, aber im Gegensatz zu den Händen machen sie niemals eine greifende Bewegung.

Es wurde bewiesen, daß ein 16 Wochen alter Embryo einen kleinen Stab fest ergreifen kann. Mit sechs Monaten kann er den Stab schon so fest umklammern, daß es daran hochgehoben werden kann. Zu diesem Zeitpunkt ist der Fuß ein voll entwickeltes Steh- und Lauforgan (obwohl zu dieser Zeit der Mutter wohl am ehesten der Ausdruck "treten" in den Sinn kommt!).

Ein weiterer Mythos zerschlagen

Das Märchen, daß sich vorübergehend "Schwimmhäute" zwischen den Zehen und Fingern entwickeln, ist zusammen mit den anderen oben aufgeführten schon lange widerlegt worden.

Nach drei Monaten sieht der Fuß genauso wie der eines neugeborenen Babys aus. Der Mensch gibt während seiner embryonalen Entwicklung kein Anzeichen von etwas anderem als von aufrechter Körperhaltung, zweibeinigem Laufen und einer frei gegenüberstellbaren und drehbaren Hand.

Professor Blechschmidt hat in der humanen Embryologie ausführliche Forschungsarbeiten durchgeführt (1970-1983). Seine anatomischen Vorbereitungen sind sehr umfassend, da sie die Entwicklung des Embryos vom befruchteten Ei an vollständig dokumentieren. Einige glauben immer noch, der Embryo zeige Überbleibsel oder Rudimente von vermuteten tierischen Verwandten, wie z.B. das Kiemen-, Schwanz- oder Wurmstadium. Sie kommen zu der voreiligen Schlußfolgerung, daß wir solche Merkmale von Vorfahren geerbt haben sollen. Blechschmidt aber besteht darauf, daß die Leute "nie persönlich humane Embryos studiert haben können", sonst wären sie nicht zu solch einer Schlußfolgerung gekommen, die jeder Grundlage entbehrt.

Hand mit kleinen FüßenMenschlicher Embryo Professor Blechschmidt behauptet, daß dieses sogenannte "fundamentale biogenetische Gesetz" (auch bekannt unter "Ontogenese wiederholt die Phylogenese") absolut verkehrt ist und daß der Einfluß jenes Gesetzes die wissenschaftliche Embryologie um hundert Jahre zurückversetzt hat. Obwohl andere Embryologen schon weit vor dem Zweiten Weltkrieg von Zeit zu Zeit ähnliche Aussagen gemacht haben, glauben heutzutage traurigerweise nicht nur Laien, sondern auch viele Wissenschaftler noch an diese Theorie.

Professor Blechschmidt sagt weiterhin über die menschliche Enwicklung von einem Ei zu einem Neugeborenen aus, daß "sie immer typisch menschlich sei und daß sie keiner Rekapitulation oder Erinnerung an irgendwelche vermuteten nichtmenschlichen Vorfahren zuzuschreiben sei."

Wie David unter der Inspiration des Heiligen Geistes in Psalm 139 schreibt und sich auf die Zeit, als er im Mutterleib war, bezog:

"Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war" (PSALM 139:16).

"Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennet meine Seele" (PSALM 139:14).

Dr. Joachim Vetter

JOACHIM VETTER, Doktor der Medizin und der Philosophie, besitzt medizinische und biologische Qualifikationen und trägt häufig zu der schweizerisch-deutschen schöpfungsorientierten Zeitschrift "Factum" bei. Sein besonderes Interesse gilt der vergleichenden Anatomie von Fossilien und lebenden Arten.

Als weiteren Lesestoff zu diesem beeindruckenden Thema empfehlen wir wärmstens das ausgezeichnete Buch für die christliche Familie "Life Before Birth" von Dr. Gary Parker; erhältlich bei Creation Science Foundation (P.O. Box 302, Sunnybank, Qld, 4109 Australien) und Master Books (P.O. Box 1606, El Cajon, CA 92022 USA).

Quelle: Creation ex Nihilo, Vol. 13, No. 1