Gott ist der Ursprung allen Lebens

Bibelstudium: Die Bibel nennt Gott als die Quelle allen Lebens

Die Frage nach dem Ursprung ist die Frage nach unserer Herkunft. Ihre Beantwortung wird darüber entscheiden, wie wir leben, woher wir unsere Wertmaßstäbe beziehen und worin wir den Sinn und die Bedeutung des Lebens sehen.

Sobald wir unsere Verwurzelung innerhalb der göttlichen Schöpfung erkannt haben, werden wir auch die göttlichen Maßstäbe als für für uns gültig annehmen. Unser Selbstverständnis wird sodann aus Gott entspringen. Wir werden unseren Wert und Daseinszweck als den begreifen, der vom Schöpfer für uns bestimmt wurde. Akzeptieren wir hingegen das Evolutionsmodell, so müssen wir zugeben, daß die einzigen für uns maßgeblichen Richtlinien unsere eigenen sind. In diesem Fall muß unser Zweckverständnis in uns selbst begründet sein, in unseren eigenen Wünschen und Vorstellungen. Der eigene Wert ist dann vollkommen subjektiv und hängt lediglich davon ab, wie leistungsfähig oder begehrenswert jemand erscheint. Die Frage nach dem Ursprung zielt daher nicht allein auf wissenschaftliche Fakten, sondern ist vielmehr für unsere gesamte Lebenseinstellung und Lebensweise von entscheidender Bedeutung. Im folgenden wollen wir den Ursprung des Lebens von biblischer Sicht aus untersuchen. Die Bibel nennt Gott als die Quelle allen Lebens.

Jeder Bibelstudent ist sicherlich mit dem simplen Sachverhalt vertraut: Gott schuf das Leben. Die klaren, einfachen Aussagen in 1.Mose, Kapitel 1, berichten hiervon. Aber finden wir dort wirklich den Beginn jeglichen Lebens? Welches Leben entstand z.B. am 3. Tag der Schöpfungswoche? Erkennen wir etwa einen fortlaufenden Entwicklungsprozeß von einer Lebensform zur anderen? Stellt auch der 5. Tag ein Beginn von Leben dar? Wenn ja, welche Art von Leben? Wie steht es mit dem 6. Tag? Für welche Lebensform (oder -formen) bildet er einen Ursprung? Siehst du einen Zusammenhang mit 1. KORINTHER 15:39?

Nachdem wir den biblischen Standpunkt etwas beleuchtet haben, wonach das Leben nicht nur einen, sondern mehrere unabhängige Ursprünge besitzt, stellt sich die Frage, was die Bibel vom Schöpfungsprinzip an sich bzw. von der Macht über das Leben sagt.

Die schlichte Darstellung der Schöpfungsgeschichte läßt uns diesbezüglich nicht im Unklaren. Dennoch wird dieser Bericht innerhalb der Ursprungsdebatte immer wieder in Frage gestellt. Ist die Genesis ein Faktum oder eine bloße Fabel? Beschreibt sie die Schöpfung, oder ist sie nur ein Märchen ohne jedwede Bedeutung? Was unsere Fragen erläutern sollen (insbesondere für den Skeptiker), ist ganz einfach folgendes: Wußte der Verfasser des 1.Buch Mose wirklich, wovon er sprach, oder wird seine Darstellung später in der Bibel relativiert? - nun, wir wollen sehen.

Um herauszufinden, was die Schrift zu diesem Thema sagt, wollen wir uns zunächst mit einer Konkordanz behelfen. Wir schlagen unter Begriffen wie "schöpfen", "gründen", "schaffen" usw. nach. Sehen wir uns z.B. PSALM 24:2 an. Was wird hier über die Schöpfung gesagt? Wer ist verantwortlich für sie? Vergleichen wir dazu auch PSALM 89:12-13. Stimmen die Aussagen überein oder nicht? Welche großen Taten Gottes werden uns in PSALM 104:8 verkündet? Sie mögen mit dem Leben per se wenig zu tun haben, und dennoch besitzen sie ihren Zweck in unserer Studie. Lesen wir JESAJA 45:18. In welcher Beziehung steht das Leben zur Schöpfung und zur modernen Geographie von heute?

Schauen wir uns jetzt JESAJA 45:12 an. Hier unterstreicht der Prophet die Tatsache, daß Gott den Menschen erschaffen hat. An anderen Stellen finden wir ähnliche Aussagen, wie z.B. in 1. MOSE 5:1, 4. MOSE 4:22, JESAJA 43:1 und MALEACHI 2:10, um nur einige zu nennen.

Wir schlagen PSALM 104:24-30 auf. Was hat Gott laut dieser Beschreibung alles geschaffen? Was wird darüber hinaus allein durch Ihn gewirkt? Welche Macht wird Gott in den Versen 29-30 zugeschrieben? Prüfe: Bestärkt dies die Darstellung in 1.MOSE 1, oder wird sie etwa geschwächt oder gar verändert?

Manche Begriffe werden erst in größeren Zusammenhängen deutlich. In Hiob, Kapitel 38 bis 41, finden sich Schriften, aus denen sich stichhaltige Rückschlüsse auf eine Schöpfung ziehen lassen. Lesen wir die Kapitel rasch durch. Welche unterschiedlichen Lebensformen beschreibt unser Schöpfer hier? Wir sehen deutlich, daß die Schöpfung der Welt stets mit der Schöpfung von Leben verknüpft ist. Kannst du dir vielleicht einen Grund hierfür vorstellen? (Kleiner Tip: erinnere dich an JESAJA 45:18).

Sehen wir uns schließlich SACHARJA 12:1 an. Hier offenbart der Prophet die wahre Bedeutung des Ursprungsbegriffs. Was ist hiermit gemeint? Unterscheidet sich dieser Ursprungsgedanke in irgendeiner Form von dem der Genesis? Hier liegt übrigens der eigentliche Grund, warum wir uns in dieser Diskussion so sehr bemühen. Gott schuf nicht nur das Leben von Pflanzen und Tieren, von Vögeln, Fischen und vom Menschen, sondern auch das geistige Leben. Auch dies hat Gott uns geschenkt. In SPRÜCHE 10:25 finden wir es kurz erwähnt. Auf was genau bezog sich Salomo deiner Meinung nach?

Studieren wir JESAJA 28:16-17. Dies sollte uns vertraut vorkommen; im Neuen Testament werden genau dieselben Verse zitiert. Wer mag wohl hier der Bauherr sein und wer der Grundstein? Wir sehen, daß der, der glaubt, zur Ruhe kommt, wohingegen jene, die nicht glauben, in der 2. Hälfte von Vers 17 ff. stehen. Hier, mitten im Alten Testament, sehen wir also das Evangelium ebenso deutlich vor uns wie im Neuen Testament. Um unser Bild zu vervollständigen, gehen wir noch zu EPHESER 2:20-22. Auch dies ist Leben, welches von Gott geschaffen ist - neues, ewiges Leben in Jesus Christus.

An dieser Stelle stoßen wir auf die zentrale Bedeutung des Schöpfungsbegriffs. Wie können wir ein biblisches, dem Evangelium gemäßes Verständnis von JESAJA 28 oder EPHESER 2 entwickeln, solange wir keine Kenntnisse vom 1.Buch Mose besitzen? Beide, oder besser gesagt sämtliche Dimensionen von Leben wurden durch ein und denselben Gott geschaffen. Man mag über den Schöpfungsbegriff der Genesis streiten, jedoch nicht ohne den unmißverständlichen Sinn etlicher weiterer Schriften zu übergehen, einschließlich jener, die uns das Evangelium offenbaren!

Beschließen wir diese Studie mit dem Lesen von PSALM 139. Überspring bitte auf keinen Fall die Verse 19-22, sondern überlege, wie diese Aussagen sich angesichts unserer Studie einfügen - hierbei stets das Gebot Christi in Erinnerung haltend, daß wir unsere Feinde lieben sollen. Sei im Gebet für ein beständiges Erkennen und Bekennen der Wahrheit vom Worte Gottes.

Robin D. Fish

Quelle: Bible Science NEWSLETTER