Göttliches Eingreifen

2. CHRONIK 20:9

Als Folge dieses Gebetstages, der von König George V. offiziell, zusammen mit beiden Parlamentshäusern, in der St. Margaret's Kirche von England in Westminster eingeleitet wurde und an dem betende Bürger im ganzen britischen Reich teilnahmen, ereignete sich etwas auf dem Schlachtfeld, das nur jemand, der das Alte Testament gelesen hat, erklären kann: Gott griff als Antwort auf Gebet in menschliche Angelegenheiten ein, und zwar, wie schon in der Vergangen-heit, durch ein Wunder.

In dem folgenden Auszug aus einer offiziellen Erklärung des Geheimdienstes des ersten Korps im Hauptquartier der ersten Britischen Armee von 1916 bis 1918 wird beschrieben, wie der deutsche Vorstoß aufgehalten wurde. Der Artikel aus dem "Journal of the Brigade of Guards" (Tagebuch der Wachbrigade) meldet: "Im Mittelpunkt ihres feindlichen Vorstoßes, in Bethune, bereiteten die Deutschen mit konzentriertem Granatfeuer und mit Maschinengewehrsalven einen Bajonettangriff auf breiter Front vor. Plötzlich verzog sich das feindliche Granatfeuer und konzentrierte sich auf einer kleinen Anhöhe jenseits der Stadt. Der Boden hier war völlig kahl, trotzdem bestrichen ihn die feindlichen Maschinengewehre und Granaten von einem Ende zum anderen mit einem Kugelhagel. So plötzlich das feindliche Feuer begonnen hatte, so plötzlich hörte es wieder auf, und es herrschte völlige Stille. Die dichte Linie der deutschen Truppen, die sich in Massenformation siegreich nach vorne bewegt hatten, kam zum Stillstand."

Als die Briten aufschauten, sahen sie den Zusammenbruch. Die Deutschen warfen alles, was sie hatten, nieder und flohen in heller Panik. Hier ist die Aussage eines höheren deutschen Offiziers, der sofort danach gefangengenommen wurde:

"Wir hatten Befehl, in Massenformation vorzustoßen, und unsere Truppen marschierten hinter uns her. "Herr Leutnant", sagte der Hauptmann, "sehen Sie nur das offene Gelände hinter Bethune - da kommt uns eine Reiterbrigade durch den darüberziehenden Rauch entgegen. Die müssen verrückt sein, diese Engländer, uns in so offener Stellung entgegenzukommen. Ich vermute, daß das eine Kavallerie einer ihrer Kolonialstreitkräfte ist, denn sehen Sie, sie tragen alle weiße Uniformen und reiten auf weißen Pferden. Sehen Sie, jetzt sind sie in Schußweite; die werden im Handumdrehen in Stücke zerfetzt werden."

"Wir sahen, wie die Granaten mitten unter den Pferden und ihren Reitern explodierten, die sich alle in einem ruhigen, gemächlichen Trab wie auf einem Parademarsch näherten, jeder Mann und jedes Pferd genau an seinem Platz. Wir eröffneten kurz ein schweres Maschinengewehrfeuer und durchzogen die vorrückende Kavallerie mit einem Kugelhagel, aber sie gingen weiter voran. Nicht ein einziges Pferd oder ein einziger Mann fiel. Unerschütterlich rückten sie ungehindert im Schein des Sonnenlichtes vor, und ein paar Schritte vor ihnen ritt ihr Führer, eine edle Gestalt von einem Mann, dessen Haar wie gesponnenes Gold in einer Aura um seinen Kopf erstrahlte. An seiner Seite trug er ein großes Schwert, aber seine Hände lagen ruhig und hielten die Zügel, während ihn sein riesiges weißes Schlachtroß vorwärts trug. Trotz des schweren Granat- und Maschinengewehrfeuers rückte die Weiße Kavallerie näher, unbarmherzig wie das Schicksal. Da überkam mich eine große Furcht, und ich drehte mich um und floh, ja ich, ein Offizier der preußischen Garde, floh in panischer Angst; und um mich herum waren Hunderte erschreckter Männer, die wie Kinder wimmerten und ihre Waffen und Ausrüstung wegwarfen, damit sie ihnen beim Laufen nicht hinderlich wären - alle waren am Rennen. Ihr einziger Wunsch war, der herannahenden Weißen Kavallerie zu entkommen, vor allem ihrem furchteinflößenden Führer, dessen Haar wie eine goldene Aureole schien. Wir sind besiegt, die deutsche Armee ist geschlagen - ich verstehe das nicht - ich verstehe das nicht."

Während der folgenden Tage wurden viele deutsche Gefangene befragt, und ihre Aussagen stimmen in den Grundzügen mit der hier zitierten überein!

Quelle: W. B. Grant, We Have a Guardian