Georg Müller

Ein Leben als Beweis für erhörtes Gebet

Als Georg Müller Gottes Auftrag folgte, eine Arbeit unter den Waisenkindern von Bristol zu beginnen, hatte er nur 2 Shilling in der Tasche. Für ihn war es ein Grundsatz, seine finanziellen Bedürfnisse nicht öffentlich bekanntzumachen, sondern sich aufs Gebet zu verlegen. Und immer wieder erwies Gott dem Waisenvater von Bristol Seine Treue: Für Bau und Erhalt der Waisenhäuser gingen im Laufe der Jahre mehr als 1,4 Millionen englische Pfund ein ...

Bedingungen für siegreiches Gebet

  1. Völlige Abhängigkeit von der Fürsprache des Herrn Jesus Christus beim Vater. Dies ist der einzige Grund dafür, daß wir Segen erwarten dürfen.
  2. Trennung von allen bekannten Sünden. Wenn wir Frevel in unseren Herzen haben, wird der Herr uns nicht erhören, da dies einer Billigung der Sünde gleich käme.
  3. Vertrauen auf die Verheißungen des Herrn. Mißtrauen hieße, ihn zum Lügner zu stempeln.
  4. Bitten um Erkenntnis seines Willens. Unsere Motive müssen von Gott bestimmt werden. Wir dürfen kein Geschenk von Gott erwarten, das Seinem Willen entgegensteht.
  5. Beharrliches Bleiben in der Fürbitte. Wir sollen auf Gott warten, wie auch der Bauer mit Geduld auf die Zeit der Ernte wartet.

Georg Müller "Durch Gebet zum Sieg". Alltagserfahrungen mit Gott - der deutschen Ausgabe 1982 , Verlag Schulte-Gerth, Assler Seite 93. Verwendung mit freundlicher Erlaubnis. 

Äußerlich betrachtet schien Georg Müller keineswegs von Kindheit an vorherbestimmt, ein solcher Mann Gottes und des Gebets zu werden, als der er vielen Christen bekannt wurde. 1805 als Sohn eines Steuereinziehers in Preußen geboren, täuschte er bereits als Kind den Vater über seine Taschengeldausgaben und stahl ihm sogar Regierungsgeld. Als die Mutter des vierzehnjährigen Georg starb, war er, der von ihrem Zustand nichts wußte, beim Kartenspiel und fand sich am nächsten Tag, einem Sonntag, mit einigen Kameraden halb betrunken auf der Straße. In den folgenden Jahren gehörten Lüge, Betrügereien, Zügellosigkeit und Armut zu seinem Lebensstil; einmal geriet er infolge eines Diebstahls ins Gefängnis.

Später führte er ein äußerlich ansehnliches Leben, aber in seinem Herzen sündigte er weiter. An einem Tag im November 1825 dann kam für den Studenten Georg der Wendepunkt seines Lebens: Er begegnete dem lebendigen Christus, und seine Lebensweise wurde radikal verändert. Bald gewann er selbst Menschen für Gott.

1829 ging er nach England, wo er nach einem bis dahin in Schwacheit geführten Christenleben einen geistlichen Durchbruch erlebte. Aufgrund einer völligen Übergabe seines Herzens fand er vollständige Erfüllung in Gott.

Als Pastor in Devonshire beschloß er, auf sein Gehalt zu verzichten; als er mit seiner Frau dementsprechend seine Bedürfnisse vor Gott brachte, nahm sein Einkommen zu! Dem Eindruck Gottes folgend, in Bristol arbeiten zu sollen, unterstützte er dort, von großem Segen begleitet, einen Freund als Mitpastor.

Im Jahre 1834 gründete Georg Müller die "Scripture Knowledge Institution" (Bibelkundegesellschaft), die bis zu seinem Tode rund 1,5 Millionen Pfund an Spenden erhielt. Mit dieser gewaltigen Summe, die als Antwort auf Gebet einging, konnte Georg Müller über lange Jahre Missionare in allen Teilen der Welt unterstützen, Schulen unterhalten, in ihnen 122.000 Personen lehren, nicht weniger als 10.000 Waisen versorgen, 282.000 Bibeln und 1,5 Millionen Neue Testamente verteilen sowie 112 Millionen religiöse Bücher, Schriften und Traktate verbreiten.

Als das besondere Lebenswerk Georg Müllers darf wohl seine Waisenhausarbeit betrachtet werden. Im Jahre 1836 als Glaubenswerk begonnen, waren bis zu seinem Tode (1898) wöchentlich 6000 Pfund nötig, um die Waisenkinder zu versorgen. Und immer wieder erhörte Gott Georg Müllers Gebete: Über 60 Jahre kamen stets die für den Lebensunterhalt notwendigen Spenden ein, so daß in all diesen Jahren nicht eine einzige Mahlzeit ausfallen mußte!

Natürlich gingen diesen wunderbaren Gebetserhörungen viele Glaubensprüfungen voraus. Doch war Georg Müller, wie er in seinem Tagebuch am 28. Juli 1874 vermerkte, gerne bereit, alle Glaubensprüfungen noch einmal auf sich zu nehmen, wenn nur Gott verherrlicht und der Kirche und Welt Gottes Macht und Größe bezeugt wurde. Und eben das geschah durch sein Leben, auf das Gott immer wieder bestätigend Seine Hand legen konnte.

Quelle: Der Auftrag