Gedichte und Zitate

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„Des weißen Mannes Bürde“ v. Rudyard Kipling

 Rudyard KiplingRudyard Kipling Nimm auf des weißen Mannes Bürde –
Die Söhne sende fort,
Um wildem Volk zu dienen
An einem fremden Ort;
Den finsteren Gestalten,
Die stur und mürrisch sind –
Den neuen Untertanen,
Halb Teufel noch, halb Kind.

Nimm auf des weißen Mannes Bürde –
Geduldig zu beharren,
Nicht Schrecken zu verbreiten,
Vor Stolz sich stets bewahr'n;
Mit einfach-off'nen Worten,
Erklär es hundertmal,
Du suchst nur ihren Vorteil,
Und sei's dir selbst zur Qual.

Nimm auf des weißen Mannes Bürde –
Den harten Friedenskrieg.
Bekämpf’ die Hungersnöte,
Die Krankheiten besieg’;
Um ihretwillen strebend,
Das Ziel schon fast in Sicht,
Schau’ wir der Heiden Torheit
Dein Hoffen macht zunicht’.

Nimm auf des weißen Mannes Bürde –
Nicht Königspomp und Prunk,
Doch Knechtesmüh’ und Plage –
Der Alltagsdinge Grund.
Ob Häfen oder Straßen –
Dem Eigennutze fremd,
Mit Lebenden erbau’ sie,
Der Toten eingedenk.

Nimm auf des weißen Mannes Bürde –
Emfpang’ den alten Lohn
Von denen, die du hegtest:
Beschimpfungen und Hohn –
Den Schrei der trägen Menge,
Die du zum Licht geführt:
„Was nahmt ihr uns die Fesseln?
Ägypten uns gebührt!“

Nimm auf des weißen Mannes Bürde –
Wag’ keinen Schritt zurück,
Noch ruf’ zu laut nach Freiheit,
Zu bergen müden Blick;
Sei’s Schreien oder Flüstern,
Sei’s Handeln oder Ruh’n,
Das stumme Volk wird richten
Dein’ Gott samt all dein Tun.

Nimm auf des weißen Mannes Bürde –
Leg’ ab den Kindertraum
vom leicht errung’nen Lorbeer –
Denn Lob empfängst du kaum.
Mit prüfenden Gesichtern
In undankbarer Zeit
Kommt nun das scharfe Urteil
Der Ebenbürtigkeit!

„Rezeß“ von Rudyard Kipling

British General Allenby liberates Jerusalem (1917) Befreiung Jerusalems durch den britischen General Allenby (1917) Gott unsrer Väter, altbekannt –
Herr unsrer weiten Kampfeslinie,
Unter dessen mächt’ger Hand
Wir herrschen über Palm und Pinie –
Sei mit uns, Gott der Himmelsschar,
Daß keiner je vergißt, was war!

Der Tumult und der Krach vergeht;
Kein König oder Führer bleibt.
Dein altes Opfer noch besteht
In Herzen der Gebrochenheit.
Sei mit uns, Gott der Himmelsschar,
Daß keiner je vergißt, was war!

Die Schiffe fahren nicht mehr weit;
Das Feuer sinkt auf Strand und Dünen:
Sieh, all der Prunk vergang’ner Zeit
Gleicht Ninives und Tyrus’ Ruinen!
Herr, richte recht die Völkerschar,
Daß keiner je vergißt, was war!

Wenn trunken von dem eig’nen Ruhm
Verlieren wir uns in Geschwätz –
Zu prahlen, wie das Heidentum
und loses Volk ohne Gesetz
-
Sei mit uns, Gott der Himmelsschar,
Daß keiner je vergißt, was war!

Ein Heide seiner Rüstung traut
Und qualmendem Kanonenrohr –
Wie eitler Staub, auf Sand gebaut.
Sein Wächter wacht umsonst vorm Tor;
Mit stolzen Worten eifert er –
Erbarm Dich Deines Volks, oh Herr!

„England, mein England“ von W.E. Henley

WAS habe ich getan für dich,
England, mein England?
Was würde ich nicht tun für dich,
England, mein Schatz?
Dein strenger Blick voll Ruhm und Ehr’,
Als ob der Herr ganz nahe wär’
Und hauchte Dinge tief und schwer:
Dies Lied, das deine Hörner spiel’n,
England—
Dem Erdball deine Hörner spiel’n!

Wo selbst die Sonne niemals weicht,
England, mein England,
Dein Meisterwerk sie nicht erreicht,
England, mein Schatz?
Wann wirst du wieder Freude seh’n,
Du Volk von tapf’ren Männerseel’n,
Die vorwärtskämpfen, eins zu zehn,

Zum Lied, das deine Hörner spiel’n,
England—
Seit Jahren deine Hörner spiel’n?

Der Glaube wird auf ewig sein,
England, mein England:—
Nimm und brich uns: wir sind dein,
England, mein Schatz!
In deinem Schoß wir jauchzen werden,
In hohen Lüften und auf Erden.
Tod ist Tod, so laß uns sterben
Zum Lied, das deine Hörner spiel’n,
England—
Den Sternen deine Hörner spiel’n!

Man nennt dich stolz und hart,
England, mein England:
Du, welche die Welt bewahrt,
England, mein Schatz!
Du, die du den Schlüssel hast
Für vieler Seelen Schicksalslast;
Du kanntest weder Furcht noch Rast
Beim Lied, das deine Hörner spiel’n,
England,
Ums Grab es deine Hörner spiel’n!

Mutter von Schiffen, deren Macht,
England, mein England,
War einst der wilden Meere Pracht,
England, mein Schatz!
Erwählte Tochter unsres Herrn,
Du Weib des Schwerts von altersher;
Des Wortes Drohung ist zu hör’n
Im Lied, das deine Hörner spiel’n,
England—
Vom Himmel deine Hörner spiel’n!

„Dies gesegnete Land“

Dieser glorreiche Königsthron, diese Insel des Zepters,
Dieser majestätische Erdenfleck, dieser Sitz des Mars,
Dies andere Eden, dies zweite Paradies,
Dies Bollwerk, das Natur für sich erbaut,
Der Pestilenz und Kriegeshand zu trotzen,
Dies Volk des Segens, diese kleine Welt,
Dies Kleinod, in die Silbersee gefaßt,
Die ihre Dienste ihm als Mauer tut,
Als Festungsgraben, der das Haus beschützt!
Gegen den Neid minder glückseliger Länder, -
Dies gesegnete Land, diese Erde, dies Reich, dies England.

William Shakespeare (1564 - 1616), „König Richard II.“, 2. Aufzug, 1.

„Verbindungsglied der englischsprechenden Welt“

„Kanada ist das Verbindungsglied der englischsprechenden Welt. Kanadas enge freundschaftliche Beziehungen und herzliche Vertrautheit mit den Vereinigten Staaten einerseits sowie seine unerschütterliche Treue zum Britischen Commonwealth und dem Mutterland andererseits, bilden das Glied, welches diese großen Zweige des Menschengeschlechts miteinander verbindet. Ein Glied, das über die Ozeane hinweg die Kontinente in ihr richtiges Verhältnis setzt und zukünftige Generationen vor wachsenden Spaltungen zwischen den stolzen und glücklichen Nationen Europas und den in der neuen Welt entstandenen Ländern schützt.“

Sir Winston Churchill während einer Empfangsrede zu Ehren von Mackenzie King, kanadischer Premierminister, Mansion House, London, 4. September 1941.

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