Fehlende Zwischenformen

Was ist mit den bekannten Übergangsformen, mit denen wir alle vertraut sind? Laßt uns einen kurzen Blick auf diejenigen werfen, die allgemein am häufigsten erwähnt werden, und schauen, wie die Sache bei einer genaueren Untersuchung aussieht.

Ein Vogel mit Biß

Das klassische Beispiel einer Übergangsform, das immer in Büchern zitiert wird, besonders für Kinder, ist der Archaeopteryx, der "Reptilienvogel". Archaeopteryx besaß bestimmte Merkmale, die für einen Vogel ungewöhnlich waren: Zähne, einen langen Schwanz, Krallen an seinen Flügeln, ein flaches Brustbein usw. Jedoch stellt sich die Frage, ob diese Merkmale ihn wirklich zu einer Übergangsform vom Reptil zum Vogel machen!

Überraschend mag es erscheinen, daß jedes der ungewöhnlichen Merkmale des Archaeopteryx in anderen echten Vögeln gefunden werden kann. Obwohl es eine nicht allgemein bekannte Tatsache ist, haben viele Vögel Krallen an ihren Flügeln. Die Embryos und die frisch geschlüpften Jungen der meisten Geflügelarten haben Krallen. Ebenso die meisten Raubvögel, Wat- und Schwimmvögel. Der Vogel Strauß hat drei Krallen an seinen Flügeln, so wie sie der Archaeopteryx gehabt hatte, und niemand betrachtet es als Übergangsmerkmal. Der Hoatzin von Südamerika und der Touraco von Afrika haben Krallen, die fast identisch sind mit denen des Archaeopteryx, und sie sind vollwertige Vögel, die heutzutage leben.

Der Archaeopteryx hatte Zähne. Beweist das, daß er ein Reptil war? Das Problem ist, daß nicht alle Reptilien Zähne haben (denken Sie an die Schildkröte). Deshalb sind Zähne keineswegs Erkennungsmerkmale der Reptilien. Und auf der anderen Seite hatten siebzehn ausgestorbene Vogelarten Zähne. So ist der Besitz von Zähnen kein Zeichen, daß der Archaeopteryx ein Reptil war; es war ein allgemeines Merkmal von vorzeitlichen Vögeln.

Vielsagend sind die Federn des Archaeopteryx. Eine Zwischenform sollte nur teilweise entwickelte Federn haben: Vorderglieder, die sich im Entwicklungsprozeß zu Flügeln befinden, mit Schuppen, die sich im Entwicklungsprozeß zu Federn befinden. Aber so ist es nicht beim Archaeopteryx. Sowohl Flügel als auch Federn sind voll entwickelt, und damit läßt sich ein kraftvolles Fliegen (nicht nur Gleiten) genau wie bei einem heutigen Vogel bewerkstelligen.

Natürlich ist diese Art der Untersuchung der Merkmale des Archaeopteryx an diesem Punkt zu Ende, da nun echte Vögel in früheren Gesteinsschichten gefunden wurden. 1971 entdeckte James Jensen einen voll ausgebildeten Vogel in derselben Gesteinsschicht wie die des Archaeopteryx, was die Theorie umstieß, daß er ein Vorfahre der Vögel sei (ein Vorfahre muß früher leben und nicht zur gleichen Zeit). Dann, genau letztes Jahr, machten Forscher der Technischen Universität von Texas ihren Fund eines Lebewesens bekannt, das viel mehr ausschlaggebende vogelähnliche Merkmale hatte als der Archaeopteryx, und in einer Gesteinsschicht gefunden wurde, die 75 Millionen Jahre älter ist als der Archaeopteryx.1

Pferdefuß

Die Evolution des Pferdes wird als wichtiger Eckpfeiler der Evolutionstheorie betrachtet. Sie scheint eine schöne abgestufte Reihenfolge zu bieten - als unwiderlegbare Unterstützung der Darwinistischen Evolutionstheorie. Oder etwa nicht?

Die Entwicklungsstufen der Pferde sind in Wahrheit von zahlreichen Schwachpunkten durchsetzt, die gewöhnlich nicht in Sachbüchern oder Ausstellungen von Museen zugelassen werden. Erstens wurden die Versteinerungen nirgends in einer "sauberen" Reihenfolge im Gestein gefunden. All die verschiedenen Pferdefossilarten sind in Wirklichkeit in Oberflächenformationen gefunden worden, nicht eine ordentlich abgelagert auf der nächsten. Die Reihenfolge ist aus Versteinerungen künstlich angeordnet worden, die in der ganzen Welt gefunden worden sind. Wenn man es so haben will, könnten die zahlreichen Pferdearten genausogut zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten gelebt haben.

Angenommen, das evolutionäre Datierungssystem stimmt genau, selbst dann gibt es keine glatte Linie des kleinen Eohippus zum heutigen Pferd. Die Form und die Anzahl der Zehen bewegt sich unregelmäßig nach oben und unten.

Noch viel schlimmer, das Eohippus, dieses kleine Lebewesen, das die Pferdereihe beginnt, muß überhaupt kein Pferd gewesen sein. Als es zuerst als Versteinerung gefunden wurde, wurde es nicht als Pferd angesehen. Tatsächlich ähnelte es bemerkenswert einem scheuen, fuchsgroßen, afrikanischen Tier, genannt Daman, das noch heute lebt und auf keinen Fall ein Pferd ist. Nach Francis Hitching, in "Der Hals der Giraffe: Wo Darwin sich irrte", gleicht das Skelett des Eohippus genau dem Skelett eines Damans. Der Daman ist wiederum andererseits ganz und gar nicht einem Pferd ähnlich, weder von der äußeren Gestalt, noch von seinem Lebensraum und seiner Lebensweise her.2

Schließlich sind inzwischen neuzeitliche Pferdeversteinerungen, parallel zum Eohippus-Fossil gefunden worden. Was immer das Eohippus gewesen sein mag, es war ganz sicher nicht der Vorfahre des heutigen Pferdes.

Quelle: "Creation Ex-Nihilo"
 

  • 1. BSA Newsletter, November 1986.
  • 2. Francis Hitching, The Neck of the Giraffe: Where Darwin Went Wrong, New York: Ticknor and Fields (1982), S. 30-32.