In einer Welt von Lügen – Wage es, die Wahrheit zu sagen

In der Bemühung, den Wert von Aufrichtigkeit zu lehren, erzählen viele Kinderbücher die im Volksmund bekannte Geschichte über einen Kindheitsstreich des ersten Präsidenten von Amerika, George Washington. Als er von seinem Vater zur Rede gestellt wurde, gab der junge George zu, "Ich kann keine Lüge erzählen, ich habe den Kirschbaum gefällt.". Über Generationen hinweg wurde die Geschichte von George und dem Kirschbaum den jungen Leuten eingehend erzählt. Vielleicht zeigt ihre weite Verbreitung, welchen Wert die meisten freien Völker von alters her auf Aufrichtigkeit und Untadeligkeit legten.

Trotzdem hat das Lügen in unserer modernen Gesellschaft um sich gegriffen und ist nun raffinierter als je zuvor. Fragwürdige "Autoritäten" und raffinierte Werbung führen Millionen in die Irre. Heutzutage sorgt das Internet für eine schnelle, weltweite Verbreitung von Cyberspacelügen. Klatsch hatte es noch nie so gut!

Natürlich sind Übertreibung und Verdrehung keine neuen Phänomene. 1959 schrieb der amerikanische Autor Norman Mailer: "Jeden Tag fressen sich einige Lügen mehr in die Saat, mit der wir geboren werden. Kleine Gewohnheitslügen in der Zeitung, die Schockwellen des Fernsehens und der sentimentale Schwindel der Kinoleinwände" (Advertisements for Myself).

Aber heutzutage sind das Niveau und die Häufigkeit des Lügens drastisch angestiegen. "Die Presse hat sich angesteckt mit der Vorliebe für Lug und Betrug, zeigt immer weniger Interesse an der Wahrheit, schluckt ungeprüft jegliche Information, die ihr über den Weg läuft, und gibt sie verdreht wieder" (Time, 15. Juli 1996, S.12). Zu oft verfälscht oder verdeckt die Nachrichtenpresse grundlegende Informationen, um eine bestimmte politische oder gesellschaftliche Angelegenheit zu fördern. "Als im April 1992 aufgedeckt wurde, daß Clinton wiederholt gelogen hatte, ging er dagegen mit der Behauptung an, daß er in dieser Angelegenheit nicht richtig informiert worden war. Die Medien verharmlosten die Anschuldigungen and brachten sie mit den innerparteilichen Wahlen in New York am nächsten Tag in Zusammenhang" (Insight, "Does Media Coverage of President Clinton Reveal a Liberal Bias?" 22. Juli 1996, S.24).

Aber Lügen ist nicht nur ein Mittel für die Medien oder Politiker. In unserem alltäglichen Leben scheint es so leicht zu sein zu lügen. Die Washington Times zitierte den Professor der Philosophie und Rechtslehre Peter Wenz wie folgt: "Die meisten von uns geraten nicht in Versuchung, schlimmste Vergehen wie morden zu tun, sind aber versucht, weniger schwerwiegende Dinge zu tun, von denen wir wissen, daß sie falsch sind ... Wir neigen dazu, das Verhalten zu rationalisieren, um es richtig erscheinen zu lassen ...

"Wenn es zur Wahrheit kommt ... sagen einundneunzig Prozent von den Untersuchten, daß sie regelmäßig schwindeln. Einer von Fünf sagt, daß kein einziger Tag vergeht, an dem er nicht eine vorsätzliche Notlüge gebraucht hätte. Fast die Hälfte - 45 Prozent - sagen, sie denken nicht, daß Lügen unbedingt falsch sein muß. Je besser wir jemanden kennen, desto wahrscheinlicher ist es, daß wir ihm eine ernsthafte Lüge erzählt haben" ("Examining the (Un)ethical Bahavior of Americans", 4.-10. März 1996).

Auf der anderen Seite jedoch zeigen die Statistiken, daß ungefähr die Hälfte aller Amerikaner wöchentlich einen Gottesdienst besucht. Hat denn diese Religiösität keinen moralischen Einfluß? Der gleiche Artikel berichtet: "1993 befragte das (Josephson Institut für Ethik in Kalifornien) mehr als 8000 Amerikaner ... (und hat die Schlußfolgerung gezogen, daß) der Einfluß von Gottesdienstbesuchen auf die Moral ziemlich beschränkt zu sein scheint. Das Institut fand keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen sittlichem Verhalten und der Häufigkeit der Teilnahme an religiösen Gottesdiensten. Diejenigen, die in der Zeit vor der Befragung zehn oder mehr Gottesdienste pro Jahr besuchten, schwindelten, logen und begingen anderes Falschverhalten genauso oft wie diejenigen, die nicht so häufig oder gar keine Gottesdienste besuchten.

Schockierend? Ja! Und dafür muß ein Preis gezahlt werden. Lügen ist ein gefährliches Geschäft. "Man kann nicht wissen, was auf einen zukommen wird, wenn man erst einmal in eine Lüge verwickelt ist", sagt die Ethikerin Sissela Bok, Autorin des 1989 erschienenen Buches Lying: Moral Choice in Public and Private Life (Lügen: Moralische Entscheidung im öffentlichen und privaten Leben; Random House). "In einer gewissen Art und Weise verlierst du die Kontrolle. Vielleicht kommt es auf dich zurück, um dich heimzusuchen, vielleicht aber auch nicht" (San Diego Union Tribune, 1. Juni 1996).

Und es ist schwierig, mit dem Lügen Schritt zu halten. Oft müssen noch mehr Lügen erzählt werden, um die erste Lüge zu decken. Und jede Lüge muß mit den Fakten übereinstimmen, die der Person zugänglich sind, die angelogen wird. Dann muß man sich an alle Lügen im Detail erinnern, ansonsten läuft der Lügner Gefahr, daß er als das bloßgestellt wird, was er ist. 1808 schrieb der schottische Dichter Sir Walter Scott die nun berühmten Worte: "Oh, was für ein verstricktes Netz wir weben, wenn wir zuerst die Täuschung üben!" (Marmion, Teil 6, Strophe 17).

Das Neunte Gebot

In den Zehn Geboten hat Gott einen Erlaß gegen das Lügen eingeschlossen. Der neunte Punkt besagt: "Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten" (2. MOSE 20:16; 5. MOSE 5:20). Das bedeutet ganz sicher, daß wir keinen Meineid schwören dürfen, indem wir vor Gericht ein falsches Zeugnis über jemanden ablegen. Aber es beinhaltet viel mehr. 3. MOSE 19:11 macht das neunte Gebot noch umfassender, indem es jegliche Form von Lügen verbietet. "Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch betrügerisch handeln, einer mit dem andern."

Dieses Gesetz schützt den Ruf jeder aufrichtigen und anständigen Person gegen Verleumdung - verächtliche Lügen, erfunden und verbreitet, um anderen zu schaden. In 2. MOSE 23:1 heißt es: "Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten; du sollst nicht einem Schuldigen Beistand leisten und kein falscher Zeuge sein." Ein Dieb stiehlt nur materielle Dinge. Aber ein Verleumder kann den guten Ruf eines Mannes ruinieren und die Wertschätzung, die ihm von anderen entgegengebracht wird. Gott sagt: "Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil" (SPRÜCHE 25:18). In der Tat betrachtet Gott den Angriff auf den Charakter als eine Form von Mord!

Eines der Dinge, die der Allmächtige in Seinem heiligen Wort als etwas bezeichnet, was Er wirklich haßt, ist "ein falscher Zeuge, der Lügen redet" (SPRÜCHE 6:19, KJV). Absichtliches Verbreiten von falschen Gerüchten über jemanden oder das Lügen über ihn in einem offiziellem Zeugnis ist eine abscheuliche Verletzung des Gesetzes Gottes. Falsche Zeugen waren an der gotteslästerlichen "Gerichtsverhandlung" gegen Jesus Christus beteiligt! "Viele gaben falsch Zeugnis wider ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein" (MARKUS 14:56).

Gott möchte, daß wir immer die Wahrheit sprechen. "Wer wahrhaftig ist, der sagt offen, was recht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt ... Wahrhaftiger Mund besteht immerdar; aber die falsche Zunge besteht nicht lange ... Lügenmäuler sind dem HERRN ein Greuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm“ (SPRÜCHE 12:17,19,22). Das bedeuted jedoch nicht, daß wir immer alles, was wir wissen, denjenigen sagen müssen, von denen uns bekannt ist, daß sie nach dem Schaden anderer trachten. Der nächste Vers sagt: "Ein verständiger Mann trägt seine Klugheit nicht zur Schau; aber das Herz des Toren schreit seine Torheit hinaus." Wir können vorsichtig sein, wenn wir die Wahrheit präsentieren. Aber was wir sagen, muß die Wahrheit sein!

Es kann nur durch Suchen und Zeugnisgeben in der Wahrheit geschehen, daß ein Mensch mit Gott verbunden wird - denn Gott ist Wahrheit! Die Bibel nennt Ihn den "Gott der Wahrheit" (5. MOSE 32:4, KJV). Jesus Christus, der auch Gott ist, verkündete: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" (JOHANNES 14:6). Im alten Israel schrieb König David in einem Lobpreis zu Gott: "Dein Gesetz ist Wahrheit ... Alle deine Gebote sind Wahrheit" (PSALM 119:142,151,160). Jesus Christus betete auch zum Vater: "Dein Wort ist die Wahrheit" (JOHANNES 17:17).

Ja, alles, was aus dem Mund Gottes kommt, ist absolute Wahrheit. "Gott ist nicht ein Mensch, daß er lüge" (4. MOSE 23:19). Im Neuen Testament wird uns gesagt, daß "Gott ... nicht lügen kann" (TITUS 1:2, KJV), und: "es ist unmöglich für Gott zu lügen" (HEBRÄER 6:18, KJV). Das ist ungeheuer wichtig. Wenn wir uns nicht auf Gottes Wort verlassen könnten, hätten wir keine wirkliche Sicherheit bezüglich der Vergebung vergangener Sünden, göttlicher Hilfe in der Zeit der Not oder von zukünftiger Belohnung und ewigem Leben.

Deshalb ist es so wichtig, sich Gott in der Wahrheit zu nähern. David erklärte: "Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in der Wahrheit anrufen" (PSALM 145:18, KJV). Und Jesus sagte: "Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten" (JOHANNES 4:24). Wenn jemand Gott nicht in der Wahrheit anbetet, dann betet diese Person Ihn nicht wirklich an. Jeder, der in Lügen und Täuschung lebt, wird von dem Höchsten Gott verworfen werden. Man muß in der Wahrheit leben! Egal, was für persönliche Schwächen ein Mensch haben mag - wenn er willig ist, die Wahrheit zu sprechen, offen und aufrichtig zu leben und die Wahrheit anzuerkennen, wenn sie ihm gezeigt wird, dann kann man ihn respektieren und ihm helfen, seine Fehler zu überwinden.

Auch wenn tiefe Meinungsverschiedenheiten die menschliche Gesellschaft durchdringen, muß jeder lernen, wahrhaftig zu leben und wahrheitsgemäß zu sprechen. Gottesdienste sollten eine Änderung bei denen herbeiführen, die sie besuchen - wenn die Kirche wirklich christlich ist! Warum? Weil der Apostel Johannes ganz klar sagt, daß aufrichtige christliche Kirchgänger "in der Wahrheit wandeln" sollen, "wie wir denn ein Gebot vom Vater empfangen haben" (2. JOHANNES 4).

Wahrheit oder Konsequenzen

Es heißt im Alten Testament: "Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen"   (SPRÜCHE 19:9). Umkommen? Wir haben bereits gesehen, daß Gott in gewisser Weise das Falsch-Zeugnis-Geben mit Mord gleichsetzt. Aber würde Er auch das gleiche Urteil darüber aussprechen? Wie ernst sieht Gott nun die Übertretung Seines neunten Gebots?

Im bürgerlichen Gesetzbuch, das Gott dem ehemaligen Israel gab, wurde Mord mit dem Tod bestraft. Wurde solch eine Strafe auch auf Lügen verhängt? "Wenn ein frevelhafter Zeuge gegen jemand auftritt, um ihn einer Übertretung zu beschuldigen, so sollen die beiden Männer, die eine Sache miteinander haben, vor den HERRN treten, vor die Priester und Richter, die zu jener Zeit sein werden, und die Richter sollen gründlich nachforschen. Und wenn der falsche Zeuge ein falsches Zeugnis wider seinen Bruder gegeben hat, so sollt ihr mit ihm tun, wie er gedachte, seinem Bruder zu tun, damit du das Böse aus deiner Mitte wegtust, auf daß die anderen aufhorchen, sich fürchten und hinfort nicht mehr solche bösen Dinge tun in deiner Mitte. Dein Auge soll ihn nicht schonen: Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.” (5. MOSE 19:16-21). Wenn man also im ehemaligen Israel entdeckt hätte, daß du fälschlicherweise jemanden eines todeswürdigen Verbrechen beschuldigt hättest, wärest du HINGERICHTET worden!

Die endgültige Bestrafung für jede Sünde ist der Tod, und Lügen ist keine Ausnahme (RÖMER 6:23). Die Wahrheit wird sich zu guter Letzt durchsetzen. In der wundervollen Welt, die kommen wird, soll "Jerusalem eine Stadt der Treue heißen" (SACHARJA 8:3). Lügen wird dort nicht geduldet werden. "Und wird nicht hineingehen irgendein Unreines und nicht, der da Greuel tut und Lüge, sondern allein, die geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes" (OFFENBARUNG 21:27). Wer wird es nicht ins Neue Jerusalem schaffen? “Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Totschläger und die Götzendiener und JEDER, DER LÜGE LIEB HAT UND TUT" (OFFENBARUNG 22:15). Wohin werden sie gehen? "Der feigen Verleugner aber und Ungläubigen und Frevler und Totschläger und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und ALLER LÜGNER, deren Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod" (OFFENBARUNG 21:8). Das sollte es klar machen, daß Lügen eine ernsthafte Angelegenheit für Gott ist.

Nochmal, diejenigen, die Gott suchen, müssen immer die Wahrheit sprechen. Dennoch ist unsere Gesellschaft einfach voll von Lügen! Als Nation könnten wir gut zu Gott sagen: "Denn wir sind zu oft von dir abgefallen, und unsre Sünden zeugen gegen uns ... abfallen von unserm GOTT, Frevel reden und Ungehorsam, Lügenworte ausbrüten und bedenkenlos daherreden. Und das Recht ist zurückgewichen, und die Gerechtigkeit hat sich entfernt; denn die Wahrheit ist auf der Gasse zu Fall gekommen, und die Aufrichtigkeit findet keinen Eingang. Und die Wahrheit ist dahin" (JESAJA 59:12-15). Allzuoft spricht das Gerichtswesen der Welt heutzutage herzlich wenig Gerechtigkeit für die Durchschnittsperson. Diese rechtsprechenden Institutionen sollten besser "unrechtsprechende Institutionen” genannt werden.

Deswegen möchte der Gott der Wahrheit gerade jetzt nichts mit unseren Nationen zu tun haben. "Ach daß ich eine Herberge hätte in der Wüste, so wollte ich mein Volk verlassen und von ihnen ziehen! Denn es sind lauter Ehebrecher und ein treuloser Haufe. Sie schießen mit ihren Zungen lauter Lüge und keine Wahrheit und treiben`s mit Gewalt im Lande und gehen von einer Bosheit zur andern, MICH aber achten sie nicht ... Ein jeder hüte sich vor seinem Freunde und traue auch seinem Bruder nicht; denn ein Bruder überlistet den andern, und ein Freund verleumdet den andern. Ein Freund täuscht den andern, sie reden kein wahres Wort; sie haben sich daran gewöhnt, daß einer den andern betrügt ... Es ist allenthalben nichts als Trug unter ihnen, und vor lauter Trug wollen sie MICH nicht kennen" (JEREMIA 9:1-5).

Der Wert der Wahrheit

Was ist das Resultat von Lügen? Blindheit! Die Welt ist blind zur wahren Natur Gottes und dem Plan, den Er hier auf Erden ausarbeitet. Und wo haben diese Lügen ihren Ursprung? Bei dem Vater der Lügen - Satan, dem Teufel! Jesus sagte diesen religiösen Autoritäten, die Seine Wahrheit nicht ertragen konnten: "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüsten wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und steht nicht in der Wahrheit: denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eignen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge" (JOHANNES 8:44).

Satan ist der erfolgreichste Lügner der Welt. Gemäß OFFENBARUNG 12:9 täuscht er gegenwärtig die ganze Welt. Von der allerersten Lüge, die er auf die Menschheit anwendete, wird in 1. MOSE 3:4 berichtet. Er sagte zu Eva, daß sie und Adam nicht sterben würden, wenn sie die verbotene Frucht essen würden - nachdem Gott gesagt hatte, sie müßten sterben. Was für eine Verdrehung der Tatsachen - der Teufel nennt Gott einen Lügner! Und doch hat die Welt zum Großteil Satan leichtfertig geglaubt. Als der "Mächtige, der in der Luft herrscht" (EPHESER 2:2) verbreitet er seine unterschwelligen, lügenhaften Einstellungen an eine schwache, selbstsüchtige Menschheit. Diese Kombination von seinem bösem Verhalten und dem schwachem menschlichem Charakter hat sich als so unglaublich verderbend bewiesen, daß der Prophet Jeremia bemerkte: "Das Herz täuscht mehr als alles andere und ist verzweifelt böse; wer kann es ergründen?" (JEREMIA 17:9, KJV)

Aber niemand muß so bleiben. Du kannst dich Jesus Christus zuwenden und kannst dein Leben ändern, um eine neue Person zu werden. Der alte, täuschende Charakter, den alle von uns einmal hatten, kann zerstört werden. Das Neue Testament ermahnt uns: "Belüget einander nicht; denn ihr habt ja ausgezogen den alten Menschen mit seinen Werken" (KOLOSSER 3:9). Gemäß dem Apostel Jakobus ist es die Pflicht eines Christen, die innere persönliche Korruption auszurotten. "Habt ihr aber bittern Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmet euch nicht und lüget nicht wider die Wahrheit" (JAKOBUS 3:14). Anstatt zu lügen sagt der Apostel Paulus, daß uns Gottes Geist helfen wird, "die Wahrheit in Liebe" (EPHESER 4:15) zu sprechen. Er lehrte die treuen Gläubigen: "Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind" (Vers 25).

Aber es ist nicht genug, einfach nur die Wahrheit zu sprechen. Wir müssen die Wahrheit auch leben! In David's Bußpsalm zu Gott schrieb er: "Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt" (PSALM 51:8). In den verborgenen Winkeln unseres Lebens, die andere nicht sehen können, müssen wir wahrhaftig handeln. Erinnere dich daran, daß Gott immer sehen kann. Wir müssen in Übereinstimmung mit allen Geboten Gottes leben, um aufrichtig sagen zu können, daß wir in Gemeinschaft mit Ihm leben. "Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gobote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist die Wahrheit nicht." (1. JOHANNES 2:4).

Stell dir eine Welt vor, in der jeder die Wahrheit sagen würde! Der Ruf jeder anständigen Person wäre geschützt. Millionen von Stunden, die bei Untersuchungen von falschen Berichten verschwendet werden, könnten eingespart werden. Unwürdige Männer würden nie in hohe Positionen mit Verantwortung kommen. Jede Firma würde die Wahrheit sagen bezüglich ihrer eigenen Producte und aufrichtig danach streben, die Bedürfnisse der Verbraucher zu befriedigen. Persönliche Beziehungen unter Familienmitgliedern und Nachbarn, in denen aufrichtiges Vertrauen herrscht, würden wachsen. Wenn dies in allen Bereichen der Gesellschaft angewendet würde, hätten wir eine utopische Zivilisation!

Dies ist keine weithergeholte oder unrealistische Idee. Es ist ganz einfach der Segen, der daraus resultieren würde, wenn unsere gesamte Gesellschaft aufrichtig dem neunten Gebot unseres Schöpfergottes gehorchen würde! Darüberhinaus, dies wird in naher Zukunft eintreten!

Jesus Christus wird bald in die menschlichen Angelegenheiten eingreifen und Sein herrliches Königreich über alle Nationen errichten. In Seinem Königreich wird - wie wir gesehen haben - Lügen nicht toleriert werden. Die gesamte Welt wird Gottes Wahrheit kennen und gemäß dieser Wahrheit leben. Wir können uns auf dieses Versprechen des Gottes der Wahrheit verlassen. "Und (ihr) werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen" (JOHANNES 8:32).

von Roderick C. Meredith

Aus "The World Ahead", September/Oktober 1996