Die Strategie des Teufels

Das Fortschreiten der Versuchung

In 1. MOSE 3 lesen wir den Bericht über die erste Versuchung von Adam und Eva durch Satan. Die Strategie des Teufels war erfolgreich und führte zur Mißachtung von Gottes Wort durch unsere ersten Vorfahren und zu ihrer Rebellion gegen Gott selbst. Heute benutzt Satan noch immer die gleiche Taktik, die zu demselben Resultat führt, nämlich daß die Menschheit Gottes Wort mißachtet und gegen die Autorität Gottes rebelliert. Diese Taktik ist:

(1) Das Wort Gottes anzweifeln

Die allererste Versuchung, die in der Bibel aufgezeichnet ist, lag für Eva darin, an der Wahrheit dessen zu zweifeln, was Gott gesagt hatte.

„... und (die Schlange) sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?” 1. MOSE 3:1

Evas Antwort darauf hätte eine einfache Wiederholung dessen gewesen sein sollen, was Gott zu Adam gesagt hatte:

„Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben.” 1. MOSE 2:16-17

Stattdessen antwortete Eva:

„Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet!” 1. MOSE 3:2-3

Beachte erstens, daß Satan in seiner Frage mit „von allen Bäumen” das verdreht und entstellt, was Gott gesagt hatte. Gott war ganz genau gewesen: („von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen”); Satan war ziemlich ungenau („von allen Bäumen”).

Beachte zweitens, daß Eva Gott nicht weniger als dreimal (3x) falsch zitierte und von dem, was Gott gesagt hatte, sowohl etwas wegließ als auch hinzufügte.

  1. Durch falsches Zitieren der göttlichen Erlaubnis unterbewertete sie ihre Vorrechte. Gott hatte gesagt, daß sie frei von jedem Baum (außer einem) essen könnten; sie reduzierte dieses zu „wir essen von den Früchten”.
  2. Sie übertrieb die Einschränkung, indem sie das göttliche Verbot falsch zitierte. Gott hatte nichts gegen das Anrühren gesagt; sie fügte dies zu Gottes Befehl hinzu.
  3. Sie unterschätzte ihre Verpflichtungen durch falsches Zitieren der göttlichen Strafe. Gott hatte gesagt, sie würden des Todes sterben, sie änderte es in „daß ihr nicht sterbet”.

Dr. Henry Morris sagt dazu in seinem Kommentar: „Es ist immer gefährlich, Gottes Wort zu verändern, entweder durch Hinzufügen (wie es die modernen Sektierer tun) oder durch Weglassen (wie die modernen Liberalisten).”

Gott dem Allmächtigen kann man immer vertrauen, daß Er exakt sagt, was Er meint - und nur das: 5. MOSE 4:2, SPRÜCHE 30:5, OFFENBARUNG 22:18,19; und der begrenzte Mensch hat keine Entschuldigung, wenn er versucht, Gottes Wort zu ändern. Solches wird entweder zu göttlichem Tadel führen: SPRÜCHE 30:6, oder zum Tode: OFFENBARUNG 22:19.

(2) Das Wort Gottes verleugnen

Nachdem er das verdreht hatte, was Gott gesagt hatte, und den Samen des Zweifels in Evas Gedanken gesät hatte, ging Satan dazu über, die Wahrheit, welche Gott gesagt hatte, völlig zu bestreiten.

„Ihr werdet keineswegs des Todes sterben.” 1. MOSE 3:4

Beachte den Fortgang: Satan verzerrte das Wort Gottes, wodurch er die Frau dazu brachte, am Wort Gottes zu zweifeln, und schließlich verleugnete er das Wort Gottes.

(3) Gottes Gericht missachten

Daß Sünde zu Konsequenzen führt, ist etwas, das wir vielleicht alle nur aus Erfahrung lernen, und Eva hatte bis dahin noch keine gemacht. Was sie hatte, war eine feierliche Vorwarnung über das Gericht Gottes - die Todesstrafe - welche dem Ungehorsam folgen würde. Jeder Gedanke an solch ein Gericht wurde durch Satans Anregung schnell aus ihren Gedanken getilgt:

„... an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.” 1. MOSE 3:5b

Zu sein wie Gott, war dasselbe Begehren, welches zu Satans eigenem Abfall führte (JESAJA 14:13-14); jetzt versuchte er, Eva mit demselben Wunsch anzustecken, und sie fand die Aussicht darauf unwiderstehlich. Wie auch immer, der angebotene Vorteil war trügerisch. Von nun an würde sie (und Adam) das Gute durch den Verlust desselben kennen und das Böse durch bittere Erfahrung. Überdies würden sie das Gute kennen, ohne die Kraft zu haben, es konsequent zu tun, und sie würden das Böse kennen, ohne die Kraft zu haben, sich dessen zu enthalten. Weit davon entfernt, „wie Gott zu sein”, waren sie von nun an Sklaven Satans. Ihre Augen wurden nicht zu höherer Weisheit geöffnet, sondern zur Schuld, die sich in Scham und Furcht ausdrückte.

(4) Den Charakter Gottes in Verruf bringen

Satans Einflüsterungen, daß Eva „wie Gott” sein würde, wenn sie die Frucht äße, wurden in Zusammenhang damit gebracht, daß Gott weiß, daß du diesen Vorteil erlangen wirst (1. MOSE 3:5).

Die Güte Gottes wurde so in Frage gestellt, als ob Er unfair wäre und willkürlich etwas zurückhalten würde, wozu Eva berechtigt wäre und wovon sie sehr profitieren würde; als ob Er sie durch Geiz in einem Zustand der Unwissenheit und Abhängigkeit von Ihm halten wolle.

Nachdem Eva ihren Gedanken erstmal erlaubt hatte, so weit auf der Straße des Grolls entlangzugehen, war es nur noch ein kleiner Schritt zur völligen Rebellion:

  1. Sie sah, daß von dem Baum „gut zu essen wäre” (d.h. er sprach ihren körperlichen Appetit an), „eine Lust für die Augen” (d.h. anziehend für ihre Sinne und Gefühle), „und verlockend, weil er klug machte” (d.h. er sprach ihren Intellekt an).
  2. „Sie nahm von der Frucht und aß.” Es war ihre eigene Tat und Handlung.
  3. „Sie gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß.” (1. MOSE 3:6)

Nachdem sie selbst in Sünde gefallen war, begehrte sie, daß Adam sich ihr anschloß, und er tat es willentlich. So wurde die verbotene Frucht angeschaut, begehrt, genommen, gegessen und jemand anderem gegeben. In dem Prozeß wurde das Wort Gottes abgelehnt, dem Willen Gottes wurde widerstanden, und der Weg Gottes wurde abgelehnt.

Der Kern von aller Sünde ist das Begehren im Herzen, von Gott unabhängig zu sein. Das resultiert darin, eigene Interessen vorrangig zu Gottes Interessen zu wählen und daß man als Hauptziel die eigene Befriedigung vor den Gehorsam gegenüber Gott setzt. Im Falle von Adam und Eva war die endgültige Tat ein Ausdruck der Sünde, die bereits im Herzen und den Gedanken begangen worden war.

(5) Schlussfolgerung

In den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten hat der Aufstieg des Darwinismus und die damit verbundene Akzeptanz der theistischen Evolution und der liberalen Theologie durch viele Gemeindeleiter mehr getan, um Zweifel aufzuwerfen und die Wahrheit des Wortes zu bestreiten, als alle anderen Dinge. Das Ergebnis davon war, daß die westliche Gesellschaft nicht nur nicht an das Gericht Gottes glaubt - sie glaubt nicht einmal an die Existenz eines Gottes, dessen Hauptmerkmal die Heiligkeit ist. Satans Strategie, die bei Eva funktionierte, hat sich bewährt und ist beim modernen Menschen nicht weniger effektiv!

von Russell M. Grigg
Quelle: Creation Ex-Nihilo, Ausgabe 16:3, Juni-August 1994