Die Rassen der Menschheit

Eine Frage, die oft von Schöpfungsforschern gestellt wird, ist: "Ist es möglich, daß zwei Menschen (d.h. Adam und Eva) alle verschiedenen Arten von Menschen hervorbringen, die wir heute auf der Erde haben?"

Zwei verschiedene Stammbäume der Menschheit wurden von Colin Patterson in Evolution veröffentlicht (herausgegeben vom Britischen Museum (Naturgeschichte) London 1978). Abbildung 1 basiert auf Messungen und Vergleichen von Anthropologen der 26 äußeren Merkmale wie z.B. Augen-, Haar- und Hautfarbe, Proportionen der Glieder und Gesichtsmerkmale, während Abbildung 2 auf Unterschieden in 58 genetischen Merkmalen beruht, und zwar hauptsächlich Blutproteinen.

Stammbäume der MenschheitWie schon von Colin Patterson darauf hingewiesen, könnte ein Zyniker annehmen, daß der Baum in Abbildung 1 das Produkt eines rassistischen Anthropologen sei, und daß der Baum in Abbildung 2 die wahre Geschichte der menschlichen Unterscheidung zeigt. Colin Patterson denkt jedoch nicht, daß es so ist. Er glaubt, daß es, obwohl der Baum in Abbildung 2 der Wahrheit näher kommt, wahrscheinlich ist, daß sich die beiden Bäume hauptsächlich deshalb unterscheiden, weil die beim Baum in Abbildung 1 benutzten äußeren Eigenschaften Anpassungen an das Klima sind, so daß der Baum klimatische Gruppen anerkennt.

Aber ist es möglich, daß diese neun verschiedenen Arten der Menschheit von einem einzigen Paar in wenigen Jahrtausenden hervorgebracht wurden? Diese Frage wurde von Dr. Gary Parker im "ICR Impact Article No. 89 - Creation, Mutation and Variation" (Schöpfung, Mutation und Variation) mit einem Ja beantwortet. Dr. Parker ist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter in Biowissenschaften am Institut für Schöpfungsforschung in San Diego, Kalifornien, und lehrt Genetik und Biosystematik am Christian Heritage College in El Cajon, Kalifornien.

In seinem Artikel bezieht sich Dr. Parker auf die Arbeit von Francisco Ayala, Professor für Genetik an der Universität von Kalifornien in Davis und Direktor des dortigen Instituts für Ökologie. Professor Ayala gibt mit 6.7% den durchschnittlichen Anteil der menschlichen Gene an, die heterozygote alle Variation aufweisen, z.B. glattes gegen lockiges Haar. Auf der Basis von "nur" 6.7% Heterozygoten hat Professor Ayala berechnet, daß ein durchschnittliches menschliches Paar 102017Kinder haben könnte, bevor sie ein Kind haben müßten, das mit einem anderen identisch wäre! Wie Dr. Parker angibt, ist "diese Zahl, eine Eins mit 2017 Nullen, größer als die Anzahl der Sandkörner am Meer, die Anzahl der Sterne am Himmel oder der Atome im bekannten Universum ('nur' 1080)!"

Dr. Parker fährt dann fort:

"Ein einziges menschliches Paar könnte mit vier Allelen (zwei für jede Person) an jeder Genposition (locus) geschaffen worden sein. Nur zwei Allele für die Eigenschaften der Stimmbänder. V und v sind verantwortlich für die Variation zwischen Tenor- (VV), Bariton- (Vv) und Baß- (vv) Stimmen bei Männern, und hormonelle Einflüsse während der Entwicklung haben Sopran- (VV), Mezzosopran- (Vv) und Alt- (vv) Stimmen als Ausdruck der gleichen Gene bei Frauen zur Folge. Darüberhinaus ist bekannt, daß mehrere Gene als Kopien existieren, und einige Wesenszüge wie z.B. Hautfarbe, Gewicht und Intelligenz hängen von der gesamten Auswirkung der Gene an zwei oder mehr loci ab. In vier allelen Formen könnten Gene von jeder verschiedenen Kopie und an jedem verschiedenen locus existieren, daher ist das Potential für Vielfalt in der Tat umwerfend!"

Aber was ist mit dem Zeitfaktor? Wie lange würde es dauern, um z.B. all die verschiedenen Schattierungen der menschlichen Hautfarbe hervorzubringen, die wir heute haben? Dr. Parker deutet daraufhin, daß es mehrere Faktoren gibt, die zu den feinen Tönen der Hautfarbe beitragen, aber daß alle Menschen den gleichen Grundstoff haben, der die Haut färbt, und zwar das Protein namens Melanin. Bezugnehmend auf Davenports Studie in Westindien, welche bewies, daß der Grad unserer Hautfärbung von mindestens zwei Paaren von Genen, nämlich A-a und B-b, abhängt, zeigt Dr. Parker, daß es für Eltern mit AaBb nur eine Generation dauern würde, um Kinder mit allen Variationen der Hautfarbe zu haben, die wir heute kennen - wie es in dem genetischen Quadrat gezeigt wird, welches unten abgebildet ist.

Maximale Variation

AaBb x AaBb

 

AB

Ab

aB

ab

 

AB

AA
BB

AA
Bb

Aa
BB

Aa
Bb

Nur dunkel:
AABB

Ab

AA
Bb

AA
bb

Aa
Bb

Aa
bb 

Nur mittel:

aB

Aa
BB

Aa
Bb

aa
BB

aa
Bb

AAbb oder
aaBB

ab

Aa
Bb

Aa
bb

aa
Bb

aa
bb

Nur hell:
aabb

Was passierte dann, als die Nachkommen unserer ersten Eltern (und von Noahs Familie) sich auf der Erde vermehrten? Dr. Parker beantwortet die Frage wie folgt:

"Wenn Menschen mit sehr dunkler Hautfarbe (AABB) in das gleiche Gebiet ziehen und/oder sich entscheiden würden, nur solche mit sehr dunkler Hautfarbe zu heiraten, dann würden alle ihre Kinder auf sehr dunkle Hautfarbe beschränkt sein. Ebenso können Kinder von Eltern mit sehr heller Haut (aabb) nur sehr helle Haut haben, da ihre Eltern nur "kleine a's und b's" weitergeben würden. Eltern mit dem Genotyp AAbb oder aaBB wären darauf beschränkt, nur Kinder mit mittelheller Hautfarbe hervorzubringen. Aber wo Menschen von verschiedener Herkunft wieder zusammenkommen, wie es in Westindien der Fall ist, dann können ihre Kinder wieder den vollen Umfang der Vielfalt ausdrücken.

Dr. Parker hebt hervor, daß "mit Ausnahme des Verlustes der Hautfarbe durch Mutation (Albinismus), die menschliche Erbmasse heute die gleiche wäre, wie sie es bei der Schöpfung gewesen sein könnte - nur vier Gene A, a, B, b, nicht mehr und nicht weniger." Es sind jedoch wahrscheinlich mehr genetische Orte und mehr Allele beteiligt. Dies würde es aber um so leichter machen, die genetische Vielfalt in unseren geschaffenen Vorfahren unterzubringen. Dr. Parker bemerkt daher abschließend, daß "als die Menschen sich auf der Erde vermehrten (besonders nach Babel), die 'versteckte' Variante in den Genen von zwei durchschnittlich aussehenden Eltern sichtbar wurde und sich in verschiedenen Stämmen, Sprachen und Völkern ausdrückte."

Es ist tröstlich zu wissen, daß jüngste Forschungen und neueste Entdeckungen es den Schöpfungsforschern zunehmend leichter machen, die verschiedenen Arten der Menschheit zu erklären, die in einer kurzen Zeitspanne entstanden sind. Wir können Gott mit dem Psalmisten preisen, daß wir so wunderbar gemacht sind.

Dr. A.J. Monty White