Die pfingstliche Erfahrung

Antworten auf einige sehr berechtigte Fragen über die pfingstliche Erfahrung

"Ich glaube, Liebe ist wichtiger als in neuen Zungen zu sprechen und die anderen Gaben des heiligen Geistes. Hat nicht Paulus gesagt, daß der Weg der Liebe der 'köstlichere Weg' ist? Ich bin nicht an den geistigen Gaben interessiert - ich habe Liebe."

Dies ist ein recht verbreitetes Argument, mit dem Kritiker zu rechtfertigen versuchen, daß sie das Sprechen in neuen Zungen ablehnen. Wenn man jedoch das Licht der Bibel auf solche Aussagen wirft, wird die Gedankenverwirrung deutlich, welche solche Aussagen produziert.

Ein Vers, der oft zitiert wird, um die obigen Ansichten zu unterstützen, ist 1. KORINTHER 13:1, wo wir lesen: "Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle." Wir stimmen aus vollem Herzen zu, aber beachte, daß Paulus nicht sagt, "Sprechen in Zungen wäre nichts" sondern: "Ich wäre nichts". Paulus hatte einen demütigeren Geist, der nicht annahm, daß das Sprechen in Zungen, eine Gabe Gottes, nichts wäre. Er wies nur darauf hin, daß die Anwendungen dieser wunderbaren Gaben des Heiligen Geistes, ohne ein beständiges Zeugnis in der Liebe Gottes, unser Zeugnis auf tönendes, klingendes Blech reduziert. Nachdem eine Person einmal die geistliche Ausrüstung des Heiligen Geistes empfangen hat und trotzdem so wandelt, selbst wenn sie dabei immer noch in Zungen spricht, dann nützt dieses Sprechen - weil sie derzeit ein unaufrichtiges geistliches Leben führt - weder ihr selbst noch denen, die ihr zuhören. Daraus aber zu schließen, daß der Vers in Korinther eine Mißbilligung des Sprechens in Zungen oder einer anderen Manifestation des Heiligen Geistes sei, ist eine Beleidigung der Gaben Gottes und eine Beleidigung des Gebers selbst.

Eine Absurdität

In gleicher Weise sagt Paulus in den Versen 2 und 3 in 1. KORINTHER 13, wenn er alle Geheimnisse verstünde, die Gabe der Weissagung besäße, den Glauben hätte, Berge zu versetzen, und all seinen Besitz gäbe, um die Armen zu speisen, "und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts... so wäre mir's nichts nütze". Die Absurdität des Argumentes der Kritiker gegen das Sprechen in Zungen auf der Basis von Vers 1, wie oben erläutert, ist in den Versen 2 und 3 sicher offensichtlich geworden. Wenn uns in Vers 1 ein Argument gegeben wird, das Sprechen in Zungen zurückzuweisen, dann haben wir ebensoviel Grund, mit den Versen 2 und 3 Prophetie, Verstand und Kenntnisse, Bibelglauben und gute Taten für die Armen zurückzuweisen. Genug gesagt, und trotzdem ist es diese Art von Argumenten, die eingeschmuggelt werden, um die Unachtsamen von der Wahrheit der Bibel über die wunderbaren Offenbarungen des Heiligen Geistes abzubringen.

1. KORINTHER 13, das großartige Kapitel im Neuen Testament über die Liebe, ist keine Diskussion über Liebe contra Gaben des Heiligen Geistes, sondern eine Diskussion über die Gaben, wie sie von denen angewendet werden, die in der von Gott gegebenen Liebe des Geistes wandeln, im Gegensatz zur Benutzung dieser Gaben ohne diese Liebe.

"Strebet nach den Gaben"

Mit Blick auf den "köstlicheren Weg" lesen wir im letzten Vers von Kapitel 12: "Strebet aber nach den besten Gaben! Und ich will euch noch einen köstlicheren Weg zeigen". Dies ist keine Aufforderung, die wunderbaren Gaben des Geistes gering zu schätzen, sondern genau das Gegenteil, trotzdem wird ein "köstlicherer Weg" aufgezeigt. Die wichtige Sache, die beachtet werden muß, ist, daß bis zu diesem Zeitpunkt die Liebe noch nicht betrachtet wurde. Der Apostel Paulus will zeigen, daß die Suche nach den Gaben an sich nicht die Antwort ist, sondern daß das Wandeln in der vom Heiligen Geist gegebenen Liebe Gottes bedeutet, daß diese Gaben richtig benutzt und gelenkt werden. Statt nur zur eigenen Genugtuung, werden sie, wie vorgesehen, zur Ehre Gottes benutzt, um uns in unserem geistlichen Leben und unserer Brauchbarkeit für das Königreich Gottes wachsen zu lassen und um uns gegenseitig aufzuerbauen. Dies wird in 1. KORINTHER 14 betont. Unmittelbar nachdem er vom köstlicheren Weg gesprochen hat, beginnt Paulus, von Gott inspiriert, mit der Ausführung des Kapitels 13 über die beständige Natur der Liebe. Nachdem er dies getan hat, faßt er den Inhalt zusammen und definiert den köstlicheren Weg in 1. KORINTHER 14:1: "Strebet nach der Liebe! Befleißigt euch der geistlichen Gaben ...". Hier sehen wir das perfekte Gleichgewicht bei der Anwendung der geistlichen Gaben, kontrolliert durch die herrliche Liebe Gottes in dem Bibelgläubigen. Nirgends in der Bibel lesen wir die Aussage, welche die Kritiker schlußfolgern: "Strebe nach der Liebe und vergiß die geistlichen Gaben." Nach geistlichen Gaben zu streben ist etwas völlig anderes als sie zurückzuweisen. In der Tat ist das Zurückweisen geistlicher Gaben überhaupt kein Streben nach Liebe. Das Wort Gottes so zu handhaben bedeutet nicht, Gott zu lieben, sondern uns selbst und unsere eigenen Ansichten, trotz der klaren Aussagen Seines Wortes.

"Laß ihn unwissend bleiben"

"Sprechen in Zungen ist nur Kauderwelsch. Die in Zungen sprechen sind geistig schwach. Es ist alles Massenhysterie. Ich habe einmal von einem Chinesen gehört ... usw."

Es gibt nur eine Antwort auf diese Art von Einstellung. Wenn Leute vom Obigen nicht überzeugt sind und anfangen, derartigen Unsinn zu reden, sind alle weiteren Argumente vergeblich und wirkungslos. Wer Zeugnis gibt von der Kraft Gottes und solch wildem Spott begegnet, sollte besser auf das Gebot in 1. KORINTHER 14:38 achten: "Wer aber das nicht anerkennt, der wird auch nicht anerkannt". Es scheint notwendig zu sein, daß es solche Leute gibt, damit Gottes Wort erfüllt wird, denn wir lesen: "Im Gesetz steht geschrieben: "Ich will in anderen Zungen und mit andern Lippen reden zu diesem Volk, und sie werden mich auch so nicht hören, spricht der Herr" (1. KORINTHER 14:21).

Aber für die, welche Augen haben zu sehen und Ohren zu hören, lesen wir: "Darum dient die Zungenrede zum Zeichen nicht den Gläubigen, sondern den Ungläubigen ..." (1. KORINTHER 14:22). Die Anwendung des Sprechens in Zungen hat im Leben der Kinder Gottes wichtigere Ziele als ein Zeichen zu sein, denn sie wissen genau, wie sie zu Gott stehen. Wie dem auch sei, wenn es durch die Gläubigen, von denen die Bibel spricht, ausgeübt wird, ist es ein Zeichen von Gottes Kraft, Gottes Kindern und Gottes Evangelium für die ungläubige Welt. Diejenigen, die mit Vorsatz dies Zeichen zurückweisen, sollten sich bewußt sein, daß sie nach diesem Vers denen zugeordnet werden, die nicht glauben. Neben seinen letzten Worten über das Thema des Sprechens in Zungen und der anderen wunderbaren Offenbarungen des Heiligen Geistes macht der Apostel Paulus durch das Wort des Herrn diese klare Aussage: "So sich jemand läßt dünken, er sei ein Prophet oder vom Geist erfüllt, der erkenne, daß es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe" (1. KORINTHER 14:37).