Die Geburt der Gemeinde

Richtlinien für Gruppenbibelstudien: APOSTELGESCHICHTE 2:1-4,14-18,37-38,41-47

Die Verheißung eines anderen Trösters und eines anderen Tages

Jesus sprach gegen Ende Seines Lebens auf der Erde von einem "anderen Tröster" (JOHANNES 14:16) - Berater (NIV), Helfer, Fürsprecher, Verteidiger, Kraftspender, Beistand (AMP), der nicht nur kommen würde, um bei ihnen zu sein, sondern auch in ihnen (V. 17).

Er sprach auch von einem anderen Tag. "An diesem Tag" sollten sie

  1. eine Gewissheit haben, die sie niemals zuvor hatten (JOHANNES 14:20).
  2. eine Autorität haben, die sie niemals zuvor hatten (JOHANNES 16:23).
  3. eine Fülle haben, die sie niemals zuvor hatten (JOHANNES 16:26).

Studiere diese Schriften aufmerksam. Sie sind die Eigentumsurkunden deiner Erbschaft.

Die Erfüllung dieser Verheißung

Der Tröster kam, als sich der Tag erfüllt hatte. Zehn Tage waren vergangen, seit Jesus zum Himmel aufgefahren war. 500 hatten Jesus sofort nach Seiner Wiederauferstehung gesehen, aber nur 120 fanden sich bei der Gebetsversammlung, als Gottes "Stunde Null" schlug.

Beachte die Bedeutung, die dem Gebet im Neuen Testament beigemessen wird und die Mißerfolge, die auf fehlendes Gebet folgten (LUKAS 9:32, vgl. V. 40, MATTHÄUS 26:40,43 vgl. V. 56).

Die Anzeichen für Pfingsten

Es gab drei Manifestationen für das kommende Pfingsten - Wind, Feuer und das Sprechen in Zungen.

  1. Wind und Feuer hatten die Gegenwart Gottes früher im Alten Testament bezeugt. Das Sprechen in Zungen war ein neues Phänomen.
  2. Wind und Feuer befinden sich im Bereich der Natur. Das Sprechen in Zungen ist eng mit der menschlichen Persönlichkeit verknüpft.
  3. Wind und Feuer kamen, bevor die Gläubigen erfüllt wurden, als Zeichen des ersten Ausgießens, und wiederholten sich nicht. Das Sprechen in Zungen kam, nachdem die Gläubigen erfüllt waren, als das Merkmal einer echten Erfahrung (APOSTELGESCHICHTE 11:15) und wurde wiederholt (APOSTELGESCHICHTE 10:45-46; APOSTELGESCHICHTE 19:6; 1. KORINTHER 14:18).

Studiere den Wert des Sprechens in Zungen, besonders im Bereich der persönlichen Gemeinschaft mit Gott, wie in 1. KORINTHER 14 beschrieben.

Pfingsten war mit der Verkündigung des Evangeliums verbunden

Jesus versprach, daß Seine Jünger nicht nur Kraft empfangen würden, wenn der Heilige Geist auf sie käme, sondern auch, daß sie Seine Zeugen sein würden (APOSTELGESCHICHTE 1:8). Sobald sich die Menge aufgrund des Phänomens des Sprechens in Zungen versammelt hatte, stand Petrus auf und wandte sich an sie. Was war Seine Botschaft? Es war die Botschaft von Buße, der Taufe im Wasser und dem Empfang des Heiligen Geistes.

  1. Buße. Die Botschaft Jesu war der Befehl, Buße zu tun (MARKUS 1:4; MATTHÄUS 9:13). Buße ist mehr als ein Gefühl des Bedauerns für seine Sünden. Sie bedeutet einen kompletten Richtungswechsel. Studiere das Beispiel für Buße im Alten Testament, das von Jesus zitiert wird (MATTHÄUS 12:41, vgl. JONA 3:5-10).
  2. Taufe im Wasser. Wir sind nicht aufgrund eines inhaltslosen Ritus gerettet, sondern aus Gottes Gnade durch Buße und Glauben an Christus. Aber die Taufe im Wasser ist, laut Gottes Absicht, in diesem ersten Akt enthalten und ein Teil davon. Studiere den tieferen Sinn von MARKUS 16:15-16; APOSTELGESCHICHTE 2:38; APOSTELGESCHICHTE 22:16; 1. PETRUS 3:20-21.
  3. Taufe im Heiligen Geist. Wie empfangen wir den Heiligen Geist? Nicht durch Werke, sondern durch Glauben. Wann sollen wir den Heiligen Geist empfangen? Wir sollen erwarten, ihn zu empfangen, sobald wir gerettet und im Wasser getauft sind. Studiere besonders GALATER 3:2,5,14.

Pfingsten bewirkte Gemeinschaft

Am Anfang von Apostelgeschichte, Kapitel 2 gab es eine Reihe von individuellen Erfahrungen - "Zungen von Feuer ... erschienen, und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen." (V. 3). Am Ende von Apostelgeschichte Kapitel 2 gab es eine Gemeinschaft von Gläubigen - "alle, die gläubig waren geworden, waren beieinander" (V. 44).

In 1. KORINTHER 12:13 steht: "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft ... und sind alle mit einem Geist getränkt."

Hier sehen wir wiederum

  1. die individuelle Erfahrung - den Geist in sich aufnehmen,
  2. die gemeinsame Erfahrung - getauft durch den Geist in den Leib.

Der Gläubige wird von einem Mitgläubigen in das Wasser getaucht und davon bedeckt. Der Gläubige wird von Jesus Christus in das Feuer des Heiligen Geistes getaucht und untergetaucht. Der Gläubige wird durch den Heiligen Geist in den Leib Christi getaucht und von ihm aufgenommen.

Die Art der Gemeinschaft

  1. Eine lernende Gemeinschaft (V. 42), die der Lehre der Apostel ergeben war, von Männern im Geist weitergegeben, von mitfolgenden Zeichen begleitet, die so viel darüber aussagte, wie man leben soll. Kein Gottesdienst des Buchstabens, der tötet, sondern des Geistes, der Leben gibt.
  2. Eine zusammengehörige Gemeinschaft (V. 42), zusammen belebt, zusammen errichtet, passend zusammengefügt, zusammen erbaut (EPHESER 2:5-6,21-22), die zusammen kämpft (PHILIPPER 1:7), zusammen unterwegs ist (APOSTELGESCHICHTE 2:44; APOSTELGESCHICHTE 3:1; APOSTELGESCHICHTE 14:1).
  3. Eine anbetende Gemeinschaft (V. 42), die um den Tisch des Herrn versammelt ist. Wie wichtig ist dieser einfache Vorgang des Gedenkens als eine Gelegenheit zur Selbstüberprüfung (1. KORINTHER 11:25-34), als Ausdruck unserer Einigkeit (1. KORINTHER 10:17)!
  4. Eine betende Gemeinschaft (V. 42). Nachdem Jesus in Johannes Kapitel 17 für sich selbst gebetet hatte und bevor Er für die gesamte Gemeinde betete, betete Er für die kleine Gemeinschaft von Jüngern, mit denen Er regelmäßig zusammen war.
  5. Eine heilige Gemeinschaft (V. 43). Die NIV-Übersetzung lautet: "Jeder war mit Ehrfurcht erfüllt." Unser inniger Lobpreis und unser Gefühl der Nähe zu Ihm dürfen uns nicht von unserer Würdigung Seiner Majestät ablenken.
  6. Eine Gemeinschaft, in der etwas passierte (V. 43). "Es geschahen auch viel Wunder und Zeichen durch die Apostel." "Was Jesus anfing zu tun und zu lehren" (APOSTELGESCHICHTE 1:1). Die Apostelgeschichte ist nur eine Fortführung "der früheren Abhandlung". Sie hat kein abschließendes Amen. Sie geht immer noch weiter.
  7. Eine fürsorgliche Gemeinschaft (V. 44) mit praktischen Auswirkungen.
  8. Eine lobpreisende Gemeinschaft (V. 47), die sie veranlaßte, sich an der Gunst aller Leute zu erfreuen.
  9. Eine wachsende Gemeinschaft (V. 47), zu deren Zahl der Herr täglich diejenigen hinzufügte, die gerettet wurden.

Letztes Diskussionsthema: Ist meine Gemeinde eine, der Gott zuversichtlich Neubekehrte anvertrauen kann? 

Alfred Missen 

Quelle:"'Redemption Tidings"