Die Flut

Millionen Tonnen Wasser stürzten das Gebirge hinunter, zerstörten Häuser, rissen Bäume aus, schleuderten Menschen umher, nur um sie in den nassen Tod zu ziehen. An diesem tragischen Nachmittag kamen über 2.000 Menschen ums Leben, als ein schön gelegenes, ruhiges Tal fast zur Unkenntlichkeit von einer der schlimmsten Fluten in der Geschichte der USA verwüstet wurde.

Es geschah in der stillen Stadt Johnstown in Pennsylvania. Der Damm am Conemaugh-See brach in den Alleghenies (Name des Gebirges), was den 31. Mai 1889 als einen Tag des Todes und der Zerstörung für ewig versiegelte.

Als Beamte die Fakten der Tragödie zusammentrugen, kamen sie zu dem Schluß, daß der Damm aufgrund vorhergehender Regenstürme brach. Der hohe Wasserstand hatte zur Folge, daß das Wasser überlief und in den Damm einschnitt, der dann geschwächt brach und 70 m hohe Wasserwände herausströmen ließ. Straßen wurden weggewaschen, Häuser durch Bäume aufgespießt. Die Menschen schrien in Panik und Hoffnungslosigkeit. Züge wurden von den Gleisen gerissen. Nichts konnte die tödlichen schwarzen Fluten aufhalten. Die Johnstown-Flut ist als eine der größten Tragödien unserer Nation in die Geschichte eingegangen. Heute noch arbeiten die Gemeinde und Experten sorgfältig, um eine weitere Johnstown-Tragödie zu verhindern. Sie wissen, daß noch immer Dämme brechen können und daß Fluten immer zerstörend sind.

Man kann einen Vergleich machen. Unser Leben ist eine Quelle der Wünsche, Leidenschaften und Emotionen, die von unserem Willen in Zaum gehalten werden. In dieser Quelle ist ein ständiger Fluß von Gedanken, der zu dem Punkt ansteigen kann, wo das Gewissen aufgibt und der Damm mit zerstörender Gewalt bricht.

Handlungen sind unsere übergelaufenen Gedankenflüsse. Gottes Wort sagt: "Wie man in seinem Herzen denkt, so ist man" (SPRÜCHE 23:7, KJV). Dies ist sowohl im positiven als auch im negativen Sinne richtig. Falls unsere Gedanken auf Christus bezogen, rein, selbstlos und heilig sind, werden sie mitfühlende Emotionen aufbauen, die zu guten Taten für die Menschheit führen werden. Diese sind die Emotionen, die sorgfältig vom Heiligen Geist kontrolliert werden und unserem Willen entspringen. Dies ist ein wunderbares, von Christus kontrolliertes Temperament, benutzt als eine mächtige Kraft zum Guten.

Die Bibel sagt viel über unsere Gedanken, weil Denken oft zum Handeln führt. So schrieb Paulus: "Weiter, liebe Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach" (PHILIPPER 4:8).

Das Wichtigste völliger Führung ist ein gesundes Gedankenleben. Wenn unser Leben von negativen, lustvollen, bösen, bitteren und egoistischen Gedanken überflutet wird, wird unser Wandel das gleiche widerspiegeln. Aber wenn wir uns mit heiligen, positiven, gerechten, fröhlichen und ordentlichen Gedanken überfluten, werden wir einen guten Lebenswandel ernten.

Wie wichtig ist es doch, zu überprüfen, was wir in unserem Gedächtnis aufnehmen, was wir lesen, was wir sehen und was wir hören. Das Gedächtnis steht im Mittelpunkt des Problems. Unser Gedächtnis entscheidet über das, was wir aufnehmen und was nicht.

"Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben" (SPRÜCHE 4:23).