Die Familie wiederherstellen: Erholung von der Industrialisierung

Das protestantische Christentum hat niemals die massiven sozialen Veränderungen durch die Industrielle Revolution in den Griff bekommen. Bis dahin unterstützten die bäuerliche Kultur und deren Werte das biblische Konzept der Familie. Jedoch veränderten Mechanisierung, Einwanderung, Verstädterung und schnelle Mobilität radikal die gesamte westliche Welt. Wenn uns der soziale Einfluß davon auf die Familie nicht bewußt ist, haben wir keine objektive Grundlage, die sich ergebenden Veränderungen einzuschätzen. Es besteht wirklich die Gefahr, daß wir uns anstelle von biblischen eher vorherrschenden kulturellen Normen anpassen. Daraus folgt, daß die christliche Familie Salz wird, welches seinen Geschmack verloren hat.

Vor der industriellen Revolution

Vor der Industriellen Revolution lebten die meisten Menschen in kleinen Gemeinschaften. Dieselben Familien lebten für Generationen an denselben Orten, denn die Familie war mit dem Land verbunden. Mutter und Vater kamen gewöhnlich aus derselben Gemeinde und hatten deshalb einen gemeinsamen kulturellen Hintergrund, die gleichen Werte und die gleiche Persönlichkeitsauffassung. Kinder waren ein Gewinn; jedes weitere Paar Hände bedeutete, daß der Bauernhof mehr Essen (oder der Handwerker mehr Produkte) erzeugen konnte. Die häuslichen Fähigkeiten der Mutter: Backen, Kochen, Nähen usw. wurden im Haus dringend benötigt. Die Kinder arbeiteten von jungen Jahren an eng mit ihren Eltern zusammen. Der Vater arbeitete mit den Söhnen auf dem Feld (oder in seinem Handwerk), die Mutter mit den Töchtern im Haus. Die Kinder lernten nicht nur die Fertigkeiten, sondern gleichzeitig auch Charakter und Werte.

Arbeit, Hobby, Glaube und Wohlergehen waren alle auf die Familie ausgerichtet und trugen zu einem bestimmten Persönlichkeits- und Zugehörigkeitsgefühl bei. Die Kinder hatten sowohl einen wirtschaftlichen wie auch sozialen Ansporn, die engen Familienbande aufrechtzuerhalten. Sie erbten das Land, vergrößerten die wirtschaftliche Basis der Familie. Die erweiterte Familie war in Notfällen zur Stelle. Der soziale Hintergrund bestärkte somit die biblischen Familienwerte.

Die industrielle Revolution

Mit Beginn der Industriellen Revolution brauchte die moderne Industrie zentrale Standorte und eine große Zahl von Arbeitern mit neuen Fertigkeiten. Junge Menschen flohen aus der Sicherheit der Kleinstadt für das Versprechen einer besseren wirtschaftlichen Zukunft in den Städten. Zu Anfang herrschten rauhe Arbeitsbedingungen, die Lebensbedingungen waren schlechter, und die gewohnte soziale Unterstützung nicht verfügbar. Alkohol war oft der einzige Trost in einem bitteren Leben. Die Christen mußten herausfinden, daß keine Kirchen oder Pastoren am Ort waren. Viele Konfessionen litten die längste Zeit des neunzehnten Jahrhunderts an Pastorenmangel. Während die Bevölkerung also verstädtert wurde, wurde sie auch von Generation zu Generation zunehmend weltlicher.

Die wirtschaftlichen Vorteile der Massenproduktion und des billigen Transports waren schließlich für die Familie von großem materiellen Nutzen, jedoch nicht von geistlichem. Spezialisierung brachte eine größere Vielfalt von Gütern und Dienstleistungen. Mechanisierung und Massenproduktion erlaubten es dem Durchschnittsbürger, die Produkte viel billiger als jemals zuvor kaufen zu können. Jedoch hatte es den Effekt, daß eine materialistische, konsumorientierte Gesellschaft entstand, eine Gesellschaft, die auf schnelle, augenblickliche Befriedigung ausgerichtet war.

Diese Veränderungen in der Kultur schwächten und zerstörten das soziale Fundament, welches die Familie von Vorzeiten zusammengehalten hatte. Industrialisierung bedeutete, daß ein Mann nicht mehr unbedingt dem Gewerbe seines Vaters nachging. Neue Industrien verlangten neue Fertigkeiten, und der Sohn konnte oft seinen wirtschaftlichen Status einfach dadurch verbessern, indem er diese Fertigkeiten, welche ihm nicht sein Vater beibrachte, erlernte. Da die Landwirtschaft zunehmend mechanisiert wurde, waren weniger Arbeiter nötig: eine Situation, die nicht nur die Abwanderung in die Städte förderte, sondern auch den wirtschaftlichen Ansporn, Großfamilien zu haben, beseitigte. Kinder wurden jetzt als wirtschaftliche Belastung empfunden. Statt mehr Arbeiter bedeutete eine Großfamilie jetzt mehr Münder, die man ernähren mußte, und mehr Kinder, die in einem spezialisierten Schulsystem unterrichtet werden mußten. In gleicher Weise beseitigte die Mechanisierung viel von der traditionellen Arbeit der Frau und machte sie fast zu Hause überflüssig. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts fühlten sich die Frauen gelangweilt und nutzlos, da die Hausarbeit nicht mehr herausfordernd und erfüllend war. Die Technologie entfernte auch die traditionellen Unterschiede zwischen der Arbeit von Mann und Frau. Zum Zweiten Weltkrieg stieß eine enorme Zahl von Frauen in die Arbeitswelt und arbeitete in der Verteidigungsindustrie. Technologie machte es den Frauen möglich, in Fabriken zu arbeiten und dieselbe Arbeit wie die Männer zu verrichten (zu geringeren Löhnen, welche dann zur moralischen Rechtfertigung für den Feminismus wurden). Frauen wurden folglich zu Konkurrentinnen für die Männer für dieselben Arbeiten.

Zunehmende Mobilität bedeutete, daß Kinder weiter von ihren Familien wegziehen konnten und es auch auf der Suche nach wirtschaftlicher Verbesserung taten. Dies zerbrach die traditionellen Gemeinschaften und ließ den Kern der Familie von seinem traditionellen Unterstützungssystem beraubt zurück. Demnach war die Identität einer Person jetzt nicht mehr in dem Maße von der Familie oder der Gesellschaft abhängig, sondern vielmehr von Besitz und Selbstverwirklichung. Außerdem bedeutete die Vielzahl an Alternativen eine abnehmende Bindung gegenüber jeder einzelnen Alternative. Zum Beispiel kann es in einer kleinen Gemeinde nur wenige mögliche Lebensgefährten für einen jungen Menschen geben. In den neuen Stadtgebieten gibt es Hunderte. Die längere Zeit, die nötig war, um wirtschaftliche Fertigkeiten zu erwerben, bedeutete auch, daß die jungen Leute die Ehe länger als vorher aufschoben. Diese beiden Faktoren, gefüllt mit materiellem Wohlstand, ergaben, daß "zusammen ausgehen" das Werben als Mittel, einen Lebensgefährten zu finden, ersetzte. Die jungen Leute hatten mehr Zeit, mehr Gelegenheit und mehr Alternativen. Sie hatten auch eine geringere Bindung an ihren erwählten Partner (schließlich gab es immer andere Alternativen, wenn diese nicht funktionierte). Zusammen mit dem humanistischen Ideal, daß das höchste Gut das Selbst ist, wurden weitverbreitete Scheidungen unvermeidbar.

Während die Familie zerbrach, war der Staat schnell zur Stelle, das Loch mit staatlicher Bildung, Fürsorge, "Gemeindediensten" usw. zu stopfen. Das staatliche Schulwesen untergrub die traditionellen familiären Beziehungen, indem die kleinen Kinder von zu Hause und von den Einflüssen der Familie entfernt wurden. Individualismus wurde durch neue humanistische Erleuchtungsphilosophien, welche die angewandte Methodik der staatlichen Schulen waren, gefördert. Bei alledem "ging die Kirche kräftig baden". Statt die Kultur zu beeinflussen, erlaubten wir es, daß die Kultur uns beeinflußte. Die Christen haschten eifrig nach dem Versprechen eines "besseren Lebens". Wir opferten unsere Familien auf dem Altar einer expandierenden Wirtschaft, guter Jobs, beruflichen Aufstiegs und eines Hauses voller Spielzeug im Vorort.

Die Industrielle Revolution wurde vom Aufstieg der antinomischen (Gottes Gesetz hat keine Bedeutung für den Christen) und der arminischen (die Entscheidung des Menschen, nicht Gottes, ist endgültig) Theologie. Beide Irrtümer konzentrierten sich auf die einzelne Person, denn beide hatten keinen Begriff von gemeinsamen Leben. So wurden die Christen mit einer Rechts-Links-Kombination von armseliger Theologie und einer sich verändernden Gesellschaft geschlagen. Seitdem taumeln wir durch den Ring.

Zustand der modernen  christlichen Familie

Die moderne christliche Familie sieht heutzutage zu oft so oder ähnlich aus. Vater und Mutter haben einen unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Hintergrund, ohne jeglichen Sinn für ihre kulturelle Geschichte. Sie kommen vielleicht aus völlig verschiedenen Landesteilen. Folglich haben sie oft abweichende Ziele, Interessen, Erwartungen usw., außer der gemeinsamen Hingabe zur Selbsterfüllung.

Sie trafen sich in der Universität (oder woanders), "verliebten sich" und entschieden sich zu heiraten. Wegen hoher Universitätsschulden geht Mutter nach den Flitterwochen wieder arbeiten und versucht, einige der gewaltigen Ausgaben, die ihre Bildung erfordert, wieder einzuholen. Nach mehreren Jahren zunehmender Konsumschulden entscheiden sich Mutter und Vater, eine Familie zu gründen. Sie können es sich aber nicht leisten, viele Kinder zu haben. So bald wie möglich muß Mutter wieder arbeiten gehen, damit sie ihren verschuldeten Lebensstil im Reichtum fortführen können. Während die Kinder wachsen, werden sie sofort in das staatliche Schulsystem geschickt; eine christliche Schule ist zu teuer, und Hausunterricht zu schwierig. Die Zeit mit der Familie ist wegen Vaters Karriere, Mutters Arbeit und der unzähligen Freizeitaktivitäten der Kinder stark beschränkt. Eine tolle Zeit wird damit definiert, daß alle dasselbe Fernsehprogramm anschauen.

Die Kirche bietet darin keine Unterbrechung. Die Kinder werden so bald wie möglich von der Familie getrennt, und ihnen wird geistlose Unterhaltung in verschiedenen Jugendaktivitäten geboten. Die Kinder entwickeln ihre Grundwerte durch Schule, Fernsehen, Freunde und die anderen Kinder in der Gemeinde (die schlechten Angewohnheiten, auf die sie also bisher selbst nicht gekommen sind, werden ihnen die Gleichaltrigen schnell beibringen). Da die Kultur auf persönliche Befriedigung Wert legt, wird eine erhebliche Zahl der Kinder mit vorehelichem Geschlechtsverkehr, Drogenmißbrauch, Arbeitsfaulheit usw. zu tun haben. Vieles davon werden sie sorgfältig vor ihren Eltern verbergen. Die meisten dieser Kinder werden, bevor sie 25 sind, aus dem Christentum aussteigen. Vater und Mutter werden sich überaus freuen, wenn ihre Kinder keine Drogen nehmen, zur Uni gehen und einen gutbezahlten Job bekommen. Sie werden entzückt sein, wenn ihre Kinder einen Namenschristen heiraten, sich zwölfmal im Jahr in der Kirche blicken lassen (aber wahrscheinlich nicht in ihrer) und nicht offiziell den Glauben verleugnen.

Inzwischen sind Mutter und Vater übereinander frustriert, und Ehebruch oder ein Seitensprung sind tatsächlich möglich. Vater überläßt Mutter die Leitung der Familie (er ist zu beschäftigt damit, mit seiner Fernbedienung zu spielen). Mutter will einen starken Ehemann, hat aber keinen Begriff von göttlicher Unterwerfung. Die weltliche Kultur hat ihr völlig unrealistische Erwartungen vermittelt, was es heißt, eine Frau zu sein (sie muß ein karriereorientiertes Mädchen sein, das für die Kinder eine Supermutter und für den Ehemann eine Sexgottheit ist, während sie ihre Persönlichkeit findet, indem sie ihr wahres Selbst entdeckt). Sie ist frustriert, oft bitter und verleumdet ihren Mann bei den Bibelstunden für Frauen.

Wenn die Familie wirklich "geistlich" ist, werden sie Kirchenfanatiker, machen bei endlosen (und sinnlosen) Ausschüssen mit und nehmen "gewissenhaft" an Aktivitäten, bei sozialen Gruppen usw. teil. Die Familie stürzt sich noch mehr in Schulden, um die Kinder durch die Universität zu bringen. Wenn die Kinder erwachsen sind, ziehen sie gewöhnlich von zu Hause aus (im Elternhaus bleiben kommt nicht ernsthaft in Betracht) und häufen sich selbst sofort beträchtliche Konsumschulden auf. Inzwischen müssen Vater und Mutter eine gewaltige Summe für ihren Ruhestand anlegen, damit sie mit 65 in einem Wohnmobil durch die Lande fahren und die Enkel besuchen können. Wenn sie sterben, hinterlassen sie ihren Kindern ein kleines Erbe und trösten sich mit dem Gedanken: "Nun ja, Geld ruiniert sowieso die Kinder, laß sie dafür arbeiten, so wie wir es getan haben." Und der Kreislauf fängt wieder von vorne an.

Doch mit jeder Umdrehung des Rades wird die Bindung des Einzelnen zu irgend etwas anderem außer seinem eigenen Vergnügen schwächer und schwächer. Der einzelne Christ ist oft frustriert, entfremdet und versucht entweder in der Arbeit oder im Hobby Befriedigung zu finden. Kinder werden eher als eine "Erfahrung" angesehen als die Pflicht, die Erde zu füllen und sie untertan zu machen. Das Leben ist zerbrochen und geteilt. Wo jemand arbeitet, hat nichts damit zu tun, wo jemand lebt oder zur Kirche geht. Die Kirche an sich ist einfach ein weiterer Gesellschaftsverein mit jährlich wechselnder Mitgliedschaft. Darum gibt es einen Mangel an bedeutsamen und sinnvollen Beziehungen. Frauen sind über ihre Männer frustriert, die außerhalb ihrer Arbeit zunehmend unverantwortlicher sind. Die Frauen leiten sowohl das Heim als auch die Kirche. Von jeglicher bedeutungsvollen, andauernden menschlichen Beziehung getrennt, enden die Christen wie ihre nicht wiedergeborenen Nachbarn in einem auf sich bezogenen, zügellosen Leben, nur durch den dünnsten Anstrich biblischer Moral gemäßigt. Und das Grundproblem ist der Verlust der biblischen Familie. Eine fast biblische Familie bedeutet, daß die einzelnen Christen nicht in den grundsätzlichen Charakterstärken wachsen, die wirksame Leiter hervorbringen. Die Kirche wird geschwächt und produziert noch wirkungslosere Christen, die dafür mehr und mehr von der Welt beeinflußt werden, statt sie zu beeinflussen.

Eine Lösung

Ein umfassendes biblisches Weltbild gibt uns eine göttliche Perspektive, woraus man die sozialen Veränderungen kritisieren und stichhaltige biblische Alternativen anbieten kann. Aus der Perspektive von Gottes Wort beginnt der Wiederaufbau der Nation mit dem Wiederaufbau der Familie. Die wiederhergestellte Familie liefert Kämpfer für die Schlacht, Leiter für die Kirche, Theologen und Pastoren, die kompromißlos gegen das Böse dieser Zeit predigen können. Wie Dr. Rousas J. Rushdoony herausstellte, ist die Familie die erste Schule, der erste Staat und die erste Kirche des Menschen. Darum erfordert der Wiederaufbau der Familie, daß wir unser Vorbild nicht anhand zeitgenössischer Kultur, sondern anhand der Schrift zeichnen.

Erlaube mir, einige praktische Vorschläge zu machen, wie die Familie gemäß biblischen Normen wiederhergestellt werden könnte. Nicht jeder wird meinen Empfehlungen zustimmen. Aber es ist ein Anfang, um die christliche Familie entgegen der modernen Kultur neu zu definieren.

Einige Vorschläge, die Familie wiederherzustellen

Großfamilien sind gut, selbst wenn der wirtschaftliche Ansporn nicht mehr vorhanden ist. Großfamilien sind ein Schlüssel zur Vorherrschaft: "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan" (1. MOSE 1:28). Jedes Gotteskind ist ein weiterer Kämpfer für das Reich Gottes (PSALM 127:3-5). Darum, anders ausgedrückt, sollten Christen so viele Kinder haben, wie Gott ihnen gibt. Ehemänner müssen das Haupt ihrer Familie sein. Haupt bedeutet Autorität. Väter müssen die Verantwortung übernehmen, ihre Familien zu leiten (EPHESER 5:23). Die Männer müssen ihre Spielzeuge weglegen und anfangen, verantwortlich zu handeln, die Mittel der Familie für das Reich Gottes nutzen. Berufung muß Karriere in unserem Denken ersetzen. Eine Berufung ist Gottes göttlicher Ruf an die Arbeitskraft eines Menschen. Fleißige Arbeit wird von Gott honoriert. Eine Karriere jedoch ist der künstliche Versuch, von Menschen geschaffene Erfolgsnormen zu erfüllen. Darum müssen manche "Karrieresprünge" abgelehnt werden, wenn die Einheit und Zusammengehörigkeit der Familie auf dem Spiel steht (MARKUS 10:29-30).

Familien müssen persönliche Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder übernehmen. Der Vater ist dafür vor Gott verantwortlich, selbst wenn die Mutter diejenige ist, die sich darum kümmert. Die Väter müssen ihre Kindern Gottes Wort lehren. Nichts anderes ist so wichtig für das Wohl der Familie wie diese Pflicht (5. MOSE 6:6 ff.). Führung fängt damit an, daß der Vater die Familie in der täglichen Andacht leitet. Trotz der humanistischen Verweiblichung der modernen Kultur müssen die Ehefrauen lernen, sich der rechtmäßigen Autorität ihrer Ehemänner zu fügen (1. PETRUS 3:1 ff.). Bevor sie den Heiratsantrag annimmt, muß die Frau sich fragen: "Sicherlich 'liebe' ich ihn, aber respektiere ich ihn, und kann ich mich ihm unterordnen?" (EPHESER 5:33). Die Frauen müssen zu Hause vollbeschäftigt sein und alternative wirtschaftliche Strategien entwickeln. Außer Haus arbeiten ist für die Familie zerstörerisch, für die Kinder schädlich, stürzt die Rolle des Mannes und verdreht die der Frau (SPRÜCHE 31:10 ff.).

Singles sollten normalerweise bei ihren Eltern wohnen (nicht wegziehen, um für sich selbst zu leben oder 'durch die Lande zu tingeln'), Geld sparen und sich auf die Ehe vorbereiten (SPRÜCHE 10:4). Junge Männer sollten beweisen, daß sie für die Verantwortungen der Ehe bereit sind, indem sie schuldenfrei sind und beträchtliche Ersparnisse besitzen (sich in einem Gewerbe oder Beruf etabliert haben). Die Frauen (und Eltern) sollten jeden potentiellen Freier, der Schulden hat, abweisen. Die Väter ziehen vielleicht einen "Brautpreis" für ihre Töchter in Erwägung, welcher dann ihre Mitgift wird (vgl. 1. MOSE 29:20, 1. MOSE 31:15-16).

Die Eltern müssen für ihre Kinder ein Erbe hinterlassen, um die wirtschaftliche Souveränität zu fördern. Es gibt einen solchen Gedanken wie Ruhestand nicht im biblischen Weltbild, nur eine Zeit, wo die Arbeit einer Person nicht mehr wirtschaftlich genutzt wird. Die Menschen arbeiten, bis der Herr sie heimruft. Ältere Männer müssen ihre Zeit nutzen, zu Gericht zu sitzen (SPRÜCHE 13:22). Kinder sind die Sozialversicherung und Rente eines Menschen. Das Erbe kann vor dem Tod für Bildung, eine Geschäftsgründung oder zur Unterstützung des Hauskaufs vermacht werden.

Die hauptsächliche Arbeit aller Ehemänner muß sein (1) ihre Berufung zur Leitung, (2) die Disziplin, das Training und die Versorgung ihrer Familie, und erst nachdem diese beiden Erfordernisse erfüllt sind, sollten sie (3) außer Haus dienen (1. TIMOTHEUS 3:41. TIMOTHEUS 5:8). Wenn die Kinder älter (und die Eltern weiser) werden, sind sie für mehr Dienst außerhalb des Hauses frei. Gastfreundlichkeit ist der übliche Dienst für die meisten Familien (RÖMER 12:13, HEBRÄER 13:2).

Eltern dürfen es nicht erlauben, daß ihre Familie durch verschiedene Interessen, Hobbys, Vergnügungen, Sport usw. zerbrochen wird. Vor allem Entspannung sollte familienorientiert sein (AMOS 3:3). Wenn ihr es nicht zusammen tun könnt, dann ist es das vielleicht nicht wert. Die Familie kommt vor dem Einzelnen. Die Kirche darf Familien nicht trennen; befreit euch von der Sonntagsschule, den Jugendgruppen oder den anderen Formen religiösen Babysittens (JOSUA 18:1). Lehrt die Kinder den Gottesdienst von jungen Jahren an. Tägliche Familienandacht trainiert die Kinder für den Sonntagsgottesdienst.

Die Familien müssen schuldenfrei werden (RÖMER 13:8). Hohe akademische Bildung ist ein teurer Luxus, kein unveräußerliches Recht, vor allem für die Mädchen. Geld, welches für die Hochschule ausgegeben wurde, ist vielleicht woanders besser angelegt (Mitgift, Abzahlung des Hauses usw.). Formelle Bildung über die normale Schulbildung hinaus muß nach seinen wirtschaftlichen Vorteilen (und geistlichen Gefahren) bewertet werden. Deshalb wird ein frommer Mensch meistens zu dem Schluß kommen, daß die zusammengerechneten Kosten einer teuren akademischen Bildung und vier Jahre ohne Lohn gegenüber dem oft unbestimmten Nutzen eines akademischen Grades überwiegt (LUKAS 14:28). Eltern sollten ihren Kindern einen finanziellen Ansporn geben, in der Nähe des elterlichen Hauses zu bleiben und eine gegenseitige Abhängigkeit zu entwickeln, die über die Kindheit hinausgeht. Kinder sollten normalerweise nicht von ihrer Familie wegziehen (SPRÜCHE 27:8). Das stärkt die Fähigkeit der Familie, sozialen Bedürfnissen nachzukommen (1. TIMOTHEUS 5:8).

Christen müssen ihre Freizeit nützlich verbringen: lesen, arbeiten, zusammen spielen. Geschäfte von zu Hause aus werden wärmstens empfohlen (1. KORINTHER 7:21). Befreie dich von deinem Fernseher und kaufe stattdessen diverse Computer (oder ein Klavier). Jugendliche sollten nicht 'ausgehen'; die Eltern müssen sorgfältig auf die Mann/Frau Kontakte aufpassen. Die Eltern haben die Pflicht sicherzustellen, daß der Lebensgefährte ihrer Kinder dieselben Lehr-, Kirchen-, Berufs- und Lebensziele hat. Arrangierte Hochzeiten (mit Einwilligung der Kinder) sind nicht veraltet, sondern ein kluger Weg, die Stabilität der Familie sicherzustellen (1. MOSE 24:1-4). Jugendliche sind junge Erwachsene und sollten ihre Jugendzeit nicht als Zeit der Verantwortungslosigkeit sehen. Jugendlichen wird zu viel Zeit, Geld und Gelegenheit zu sündigen gegeben (besonders, wenn sie von zu Hause ausziehen). Junge Erwachsene sollten ihre Zeit darauf konzentrieren, so früh wie möglich fleißig an ihrer Berufung zu arbeiten (EPHESER 5:16).

Schlussfolgerung

Das meiste, was in diesem Land als "Familienwerte" durchgeht, ist schlicht umgetaufte Weltlichkeit. Manch einer wird allen oben genannten Vorschlägen beipflichten. Andere werden ihnen nicht zustimmen. Die Hauptsache ist, die Christen dazu zu bringen, biblisch über ihre Familien zu denken und sich selbst einige schwierige Fragen bezüglich ihrer inneren Werte zu stellen. Wenn wir bereit sind, einige schwierige Fragen zu stellen, so kann Gott uns Gnade und Antworten schenken. Theologie muß vor Soziologie Vorrang haben. Der Weg, die Kultur zu verändern, ist ein konsequentes, biblisches Weltbild anstelle der sich ständig ändernden Werte einer zerbrochenen Gesellschaft. Vereinte Familien mit gemeinsamen Zielen und Absichten sind die Grundlage für eine wiederhergestellte Gesellschaft. Das kann Opfer bedeuten, aber die Belohnung ist Herrschaft im Namen des Königs Jesus.

von Brian M. Abshire

Christian Identity Ministries, PO Box 146, CARDWELL QLD 4849