Die Entwicklung eines Monsters!

Adolf Hitler und die Rassenhygiene

Als Darwin seine Evolutionstheorie vorstellte, wurde sie von vielen als das Ende jeglicher wissenschaftlicher Rechtfertigung für die Existenz eines Schöpfergottes begrüßt. Die Wissenschaft war jetzt von dem Zwang befreit, sich "überholten" biblischen Ideen anpassen zu müssen. Das daraus resultierende Fehlen religiöser Autorität hinterließ ein Vakuum, in dem Männer wie Francis Galton, Darwins agnostischer Cousin, eine neue Religion gründeten, deren Vorstellung sich auf eine Verbesserung der menschlichen Rasse gemäß der Evolutionstheorie stützt. Im Jahre 1883 nannte Galton diese Idee der verbesserten Rasse "Rassenhygiene" oder "Eugenetik".1

Eine Gruppe kam auf, die sich "Sozialdarwinisten" nannte. In Anlehnung an die Evolutionstheorie unterteilte sie die Menschheit in die "Tauglichen" und die "Untauglichen". Die Rassenhygiene betrachtete man als einen Weg, um sicherzustellen, daß die "Tauglichen" Kinder bekamen und die "Untauglichen" nicht. Von Wissenschaftlern wurden Bücher über die Rassenhygiene geschrieben, in denen erörtert wurde, daß ein "sanfter, schmerzloser Tod"2 die menschlichste Methode sei, um die Fortpflanzung des Wertlosen zu verhindern. Es wurde verkündet: "Wo das Leben des Staates bedroht ist (durch das Bestehen geistiger Mängel), können und müssen extreme Maßnahmen ergriffen werden."3

Mit der Evolution als Rechtfertigung wurde in Deutschland in den 30er Jahren durch die Anführer der Rassenhygienebewegung der Erlaß von Sterilisationsgesetzen und Einwanderungsbeschränkungen durchgesetzt. Sie sagten, die Einwanderung solle infolge der "biologischen Minderwertigkeit" von Menschen aus Süd- und Osteuropa begrenzt werden.4

Der Rassismus dieser Führer war auf die Evolution gegründet, und das deutsche Volk wurde darauf vorbereitet, sich als die Herrenrasse anzusehen.

Viele Wissenschaftler betrachteten die Förderung des Rassenhygieneprogramms fast wie eine religiöse Pflicht, die ihnen von der Evolutionstheorie auferlegt wurde.5 Führende Vertreter der Rassenhygiene bekleideten Nazi-Ämter, und die Rassenhygienebewegung in Deutschland wurde vollständig mit dem nationalsozialistischen System verwoben. Die Rassenhygiene wurde die wissenschaftliche Rechtfertigung für Hitlers Ausrottungsprogramm.5

Viele Wissenschaftler hatten die Gefahren gesehen. Im Jahre 1916 hatte Franz Boas, Margaret Meads vertrauter Ratgeber, eine Verurteilung der Rassenhygiene in der Novemberausgabe des "Scientific Monthly" veröffentlicht. Dies verursachte eine Spaltung der Gemeinschaft der biologischen Wissenschaft, mit Boas als Führer der Gruppe, die glaubte, daß das Sozialverhalten eines Menschen viel eher ein entscheidender Faktor sei als genetische Vererbung. Er warnte davor, daß die Idee, alles Untaugliche auszumerzen, kein Allheilmittel sei, das menschliche Krankheiten heilen würde, sondern ein gefährliches Schwert, das sich ebenso gegen die wenden könne, die auf seine Stärke vertrauten.6

Ironischerweise wurde in den 20er Jahren die Rassenhygiene, auf Menschen angewendet, für falsch befunden, da dies infolge eines Mißverständnisses der Mendelschen Vererbungsgesetze geschah. Menschen waren komplexer als die Erbsen, welche die Basisvon Mendels Experimenten waren.7 Anscheinend hatten sich jedoch viele Vertreter der Rassenhygiene eine religiöse Verpflichtung gegenüber der Bewegung auferlegt, die ausreichte, um die Ausbreitung der rassenhygienischen Idee fortzusetzen. Noch 1940 wurden Aussagen von amerikanischen Top-Wissenschaftlern gemacht über den "unentschuldbaren Vorgang, zu erlauben, daß die Geistesschwachen ihre Art fortpflanzen".8

Neuzeitliche Verteidiger der Evolution mögen sagen, daß die Rassenhygiene eine Verdrehung der Evolution war. Aber die Tatsache bleibt, daß diese "Verdrehung" sehr populär wurde. Sie konnte hauptsächlich deswegen so populär werden, weil die Evolution scheinbar die Notwendigkeit eines souveränen Schöpfers mit absoluten moralischen Gesetzen abschaffte. Und die "guten" Evolutionisten hatten kein Recht zu sagen, daß die "schlechten" Vertreter der Rassenhygiene irrten, weil Veränderung - nicht moralisches Gesetz - das einzig Beständige war. Es gab keine Grundlage, auf die sie ihr Argument für die Sittenwidrigkeit der "Rassen - Auslese" - das heißt, Sterilisation oder Entfernung der als untauglich verurteilten - gründen konnten, ausgenommen ihre eigene Intuition. Wie auch immer, sie konnten jedenfalls nicht erwarten, die Vertreter der Rassenhygiene von ihrer Intuition abbringen zu können.

Superrasse

Nachdem die Welt gesehen hatte, was Hitler wirklich tat und was für Ausmaße seine Idee der "Superrasse" annahm, wurde die Geschichte der Rassenhygiene schnell vergessen. "The Heredity Factor", ein Buch von 1971 über genetische Verbesserung, erwähnte zum Beispiel das Wort "Rassenhygiene" nicht. Eine in dem Buch beschriebene Geschichte der Vererbungslehre, beginnend mit Darwin, gab keinen Hinweis auf die Existenz von etwas, das sich "Rassenhygiene" nannte, obgleich es einen glühenden Rückblick auf Francis Galtons Beitrag zur Vererbungslehre beinhaltet.9 Die bekannte Enzyklopädie "World Book" enthielt in der Auflage aus dem Jahr 1955 einen Artikel mit der Überschrift "Rassenhygiene", der erläutert, wie die Rassenhygiene zu Hitler führte.10 In der Auflage von 1983 waren alle Verweise auf Hitler entfernt worden.11

Hitlers Ideen entstanden nicht in einem geheimnisvollen Vakuum, was der Eindruck ist, den uns die Geschichtsbücher vermitteln. Er wurde angeleitet von der Idee der "Rassenhygiene", die wiederum von der sogenannten "Tatsache" der Evolution abgeleitet wurde. Und das von einem Cousin des Mannes, dem die Evolution den Status der wissenschaftlichen Ehrbarkeit verdankt.

So sehr sie sich auch wünschen, daß das allgemeine Volk alles über die Rassenhygiene vergäße, müssen Vertreter der Evolution die Tatsache akzeptieren, daß ihre Lieblingsidee, "die Tatsache der Evolution", die Grundlage der Rassenhygiene war, die direkt zu Hitlers Todeslagern führte. Die Idee einer evolutionären Theorie, die Darwin schüchtern vorschlug, wurde von vielen hochintelligenten Männern begierig aufgegriffen und der wissenschaftlichen Welt als Tatsache aufgezwungen. Die Motivation dieser Männer sollte deutlich sein - indem sie Gott ausschließen und sich selbst als Mitglied einer evolutionären Über - Rasse verstehen, meinen sie, sie könnten sein wie Gott.

Medienanalytiker benutzen Hitler manchmal, um vor den Gefahren religiösen Eifers zu warnen. Es ist interessant, daß der "religiöse Eifer", der wirklich zu Hitlers Aufstieg beigetragen hat - Eifer für Evolution als Tatsache - niemals mit ihm in Verbindung gebracht wurde.

Hitlers Fall lehrt uns die Gefahr, die Existenz eines souveränen Schöpfers zu leugnen, der Ungehorsam gegenüber Seinen Gesetzen bestraft. Gewiß, Hitler glaubte an Götter, doch nicht an den Schöpfergott der Bibel. Gleichermaßen wurde die Grundlage seiner Handlungen schon vorab von jenen hochintelligenten Männern gelegt, die so eifrig die Idee der Rassenhygiene förderten, welche keinen wirklichen Platz für irgendeine Religion außer der des weltlichen Humanismus hatte.

Genetiker und andere Vertreter der Wissenschaft sind sich durchaus der Geschichte der Rassenhygiene bewußt, aber irgendwie wird sie nie gedruckt, besonders mit der logischen Verbindung der Evolution zur Rassenhygiene und der Rassenhygiene zu Hitler. Diese Männer vergessen wissentlich die Geschichte und verdammen sich selbst dazu, sie zu wiederholen.

von Ed Garrett, B.S.

Quelle: Creation Ex Nihilo, Vol. 8 No. 4. September 1986

  • 1. Mark H. Haller, Eugenics: Hereditarian Attitudes in American Thought (Rahway, New Jersey: Rutgers University Press, 1963), Galton's religion, pp. 8-10. Gentle death, p. 42. Eugenics found incorrect, pp. 95-110; Francis Galton, F.R.S., Hereditary Genius: An Inquiry into its Laws and Consequences (London: Macmillan and Company, 1925). First Printing 1869.
  • 2. Haller, Eugenics: Hereditarian Attitudes.
  • 3. Charles B. Davenport, Eugenics: The Science of Human Improvement by Better Breeding (New York: Henry Holt and Company, 1910), p.16.
  • 4. Encyclopedia of Bioethics, The Free Press, a division of Macmillan Publishing Company Inc., New York, 1978. pp. 457-468. Biological inferiority, p. 460. Religious duty, p.459. Scientific justification, p.460.
  • 5. a. b. ibid.
  • 6. Derek Freeman, Margaret Mead and Samoa: The Making and Unmaking of an Anthropological Myth (Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1983), pp. 38-39.
  • 7. Mark H. Haller, Eugenics: Hereditarian Attitudes in American Thought (Rahway, New Jersey: Rutgers University Press, 1963), Galton's religion, pp. 8-10. Gentle death, p. 42. Eugenics found incorrect, pp. 95-110.
  • 8. Frederik Osborn, Preface to Eugenics (New York: Harper & Brothers, 1940), p. 31.
  • 9. William L. Nyhan, The Heredity Factor (New York: Grossett & Dunlap, 1976), p. 44.
  • 10. World Book Encyclopedia, Field Enterprises, Inc., Chicago 1955, pp. 2402-2403.
  • 11. World Book Encyclopedia, World Book, Inc., Chicago, 1983, vol.6,p. 303.